Unser Jahresbericht 2023
Gerechtigkeit. Mitgefühl. Liebe
– Christian Molke,
Vorsitzender des Vorstands
Was hat ADRA erreicht?
Hier arbeiten wir
Unsere Arbeitsfelder
Anwaltschaft
Anwaltschaft
Bildung
Bildung
Einkommen
Einkommen
Entwicklungspolitische Bildung
Entwicklungspolitische Bildung
Geflüchtetenhilfe
Geflüchtetenhilfe
Gesundheit
Gesundheit
Katastrophen-vorsorge
Katastrophenvorsorge
Nothilfe
Nothilfe
Kinder
Kinder
Nahrung
Nahrung
Umwelt
Umwelt
Völker-verständigung
Völkerverständigung
Wasser
Einkommen
Einkommen
Anwaltschaft
Anwaltschaft
Wasser
Bildung
Bildung
Nothilfe
Nothilfe
Gesundheit
Gesundheit
Umwelt
Umwelt
Entwicklungs-politische Bildung
Entwicklungspolitische Bildung
Katastrophenhilfe
Katastrophenhilfe
Geflüchtetenhilfe
Geflüchtetenhilfe
Kinder
Kinder
Nahrung
Nahrung
Völkerverständigung
Völker-verständigung
ADRAlive! – ein Jahr für ADRA im In- und Ausland
ADRA bietet jungen Menschen eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich aktiv in soziale Projekte einzubringen und dabei wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Unsere Programme zielen darauf ab, die persönliche Entwicklung, das soziale Engagement und das interkulturelle Verständnis junger Menschen zu fördern.
Denjenigen, die sich für soziale Arbeit interessieren, bietet ADRA die Möglichkeit, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder den Bundesfreiwilligendienst in Deutschland zu absolvieren. Diese Programme ermöglichen es den Teilnehmenden, sich für ein Jahr in verschiedenen Bereichen zu engagieren, neue Fähigkeiten zu erlernen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln.
Im Rahmen von „weltwärts“, dem Auslandsfreiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), bietet ADRA seit 2008 jungen Menschen die einzigartige Möglichkeit, im Ausland an sozialen Projekten mitzuarbeiten. Dieses Programm ermöglicht es den Teilnehmenden, in verschiedenen Ländern weltweit tätig zu werden und interkulturelle Kompetenzen zu entwickeln.

„Aktion Kinder helfen Kindern!” – Teilen macht glücklich
Die Weihnachtspaketaktion startete im Jahr 1999 mit dem Ziel, sowohl das Leben der Kinder in Osteuropa zu verbessern als auch in der deutschen Öffentlichkeit auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Die Kinder erhalten nicht nur Weihnachtsgeschenke aus Deutschland, die Paketaktion ist auch eine Spendenaktion. Jedes Jahr rufen wir Kinder in Deutschland dazu auf, gemeinsam mit ihren Freundinnen, Freunden und Eltern ein Päckchen zu packen, um Kindern, denen es nicht so gut geht, eine Freude zu machen. Und so packen jedes Jahr bis Mitte November Kinder und Erwachsene voller Freude Weihnachtspäckchen für Kinder in Osteuropa. Kitas, Schulen und Firmen beteiligen sich an der Aktion. Die Empfänger 2023 waren Kinder in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, im Kosovo, in Montenegro, Nordmazedonien und Serbien.
Die Aktion verfolgt mehrere Ziele: Zum einen wird Kindern aus finanziell schwachen Familien geholfen. Zum anderen lernen die Kinder aus Deutschland mit ihrer Teilnahme an der Paketaktion etwas über das Leben Gleichaltriger in anderen Teilen der Welt und zeigen ihnen gegenüber Mitgefühl.

Zwei Jahre Hilfe für Geflüchtete in Deutschland
Die Invasion russischer Truppen in die Ukraine am 24. Februar 2022 hat viele Ukrainerinnen und Ukrainer mit ihren Familien zur Flucht gezwungen. Die meisten Menschen (ca. 3,4 Mio.) haben in der Ukraine selbst Zuflucht gefunden. Andere flohen in die Nachbarländer wie Polen (953.086), Tschechien (339.305) oder die Republik Moldau (118.250). Die Bundesrepublik Deutschland hat über 1 Mio. Menschen4 aus der Ukraine aufgenommen und ihnen Schutz gewährt (Stand April 2024).
ADRA hat sich deshalb dazu entschlossen, für die Geflüchteten nicht nur in der Ukraine und den Anrainerstaaten humanitäre Hilfe zu leisten, sondern auch Schutzsuchenden in Deutschland beizustehen. Möglich wurde diese humanitäre Arbeit in Deutschland durch die Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender, Aktion Deutschland Hilft (ADH) und andere Partner.
ADRA hat sich frühzeitig um die Aufnahme und Versorgung ukrainischer Geflüchteter gekümmert und ihnen geholfen, in ihrem neuen Alltag zurechtzukommen. Die Arbeit von ADRA orientiert sich am Bedarf und an der Notlage. Da die Zahl der nach Deutschland Geflüchteten laut des Statistica Research Department seit Januar 2023 im Wesentlichen stagniert5 und diejenigen, die in Deutschland Schutz gefunden haben, sich nun größtenteils selbst versorgen, verändert sich der Bedarf.

ADRAsoteria gGmbH – aktiv den Menschen in Deutschland durch Hilfsprojekte beistehen
Die ADRAsoteria wurde als Tochter des Vereins ADRA Deutschland aus der Not der Flutkatastrophe des 15. Juli 2021 gegründet. An diesem Tag zerstörte eine Flutwelle große Teile des Ahrtals, ebenso weitere Teile in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Mit dem ADRA Deutschland e.V. und in Zusammenarbeit mit vielen lokalen Initiativen und Organisationen setzt die ADRAsoteria Projekte um, damit von Katastrophen betroffenen Menschen in Deutschland geholfen wird. Viele der Betroffenen leiden noch immer unter den Folgen der Katastrophe. Es dauert lange, bis wieder eine gewisse Normalität einkehrt, und oft ist die Katastrophe dann schon längst aus der Wahrnehmung der Öffentlichkeit verschwunden. Wir nehmen uns vor, schnell und unbürokratisch, aber auch nachhaltig und möglichst langfristig zu helfen. ADRAsoteria hilft auf unterschiedliche Weise, je nach Bedarf.

Unsere Projekte Weltweit
Dürrezeiten mit Bargeld überbrücken
Seit 2022 unterstützt ADRA die Menschen im Bundesstaat Puntland, im Norden Somalias, mit Bargeld, um die Folgen der Dürre kurzfristig zu lindern. Das Ziel ist es, Leben zu retten und Sicherheit zu bieten. Aufgrund der anhaltenden Dürre wurde das Projekt im Oktober 2023 um sechs Monate verlängert. Im Rahmen der aktuellen Nothilfe werden 850 Hirtenfamilien (knapp 4.000 Menschen) ca. 80 Euro pro Monat auf ein Handy überwiesen. Mit diesem finanziellen Zuschuss kann sich eine Familie Lebensmittel, Hygieneartikel sowie andere Güter des täglichen Bedarfs auf den örtlichen Märkten kaufen. Auf diese Art und Weise wird die lokale Wirtschaft gestärkt und weitere Personen profitieren somit indirekt von dem Projekt. Die ausgewählten Familien erhalten den finanziellen Zuschuss einmal pro Monat für fünf Monate. Das Projekt kommt Familien mit stillenden Müttern, kleinen Kindern sowie alten und kranken Menschen zugute. In der Hoffnung auf ein besseres Leben sind sie in die Nähe von Städten geflüchtet, da hier das Lebensmittelangebot höher ist. Durch die Dürre haben sie den größten Teil ihres Viehbestands verloren und dadurch auch ihr Vermögen. Sie haben nicht ausreichend Geld, um Nahrungsmittel zu kaufen. Ohne Hilfe von außen würden sie nicht überleben.

Im Einsatz für die Erdbebenopfer
Im September 2023 richtete ein Erdbeben der Stärke 6,8 in Marokko schwere Schäden an. Im Atlas-Gebirge, nahe des Epizentrums, baut ADRA gemeinsam mit lokalen Partnern winterfeste Notunterkünfte für Betroffene. Bei diesen Notunterkünften handelt es sich um kleine vorgefertigte Häuser mit einer guten Wärmedämmung. Die Familien können dort wohnen, bis ihre Häuser wieder aufgebaut sind. Diese temporären Unterkünfte verfügen über fließendes Wasser, sanitäre Einrichtungen und Waschgelegenheiten. In der Projektregion werden außerdem Sanitäranlagen und Brunnen gebaut, um Grundbedürfnisse zu decken. Gleichzeitig erhalten Viehzüchter:innen, die ihre Tiere verloren haben, Ziegen und Viehfutter, um wieder ein eigenes Einkommen zu erzielen. Schließlich können sich junge Leute am Aufbau der Häuser beteiligen. Anschließend erhalten sie ein Zertifikat, das ihnen die erworbenen Fähigkeiten für den Arbeitsmarkt bestätigt. Das Projekt kommt 4.226 Menschen zugute.

Eine sichere Unterkunft nach dem Unglück
Im November 2022 wurde der Südwesten Indonesiens von einem Erdbeben der Stärke 5,6 erschüttert. Über 272 Menschen starben, viele wurden verletzt oder sind vermisst. Tausende Häuser stürzten ein oder wurden schwer beschädigt. Gleich nach der Katastrophe war ADRA vor Ort und verteilte Zelte und Planen für 1.600 Menschen, die nicht sofort in ihre Häuser zurückkehren konnten. Gleichzeitig beteiligen wir uns am Wiederaufbau leicht beschädigter Häuser, um den Familien eine schnelle Rückkehr in die eigenen Räume zu ermöglichen. Wir unterstützen Familien bei der Nachrüstung ihrer Häuser, um sie erdbebensicherer zu machen. Dabei wird eine Technik genutzt, bei der die Innen- und Außenwände der Häuser mit Drahtgeflecht verstärkt werden. Diese Technik ist für die Familien kostengünstig umsetzbar und es sind keine speziellen Werkzeuge oder Ausrüstungen erforderlich. ADRA schult die Menschen, wie sie diese Technik selbst anwenden können, um ihre Häuser zu sanieren. Sie erhalten Bargeldhilfen, um Sanierungsarbeiten selbständig durchführen zu können. Zudem können sie ihre Familien mit lebensnotwendigen Gütern versorgen.

Neue Kräfte sammeln nach der Katastrophe
Zwischen dem 7. und 15. Oktober 2023 wurde die Provinz Herat von drei verheerenden Erdbeben heimgesucht. Die Naturkatastrophe zählte zu den schlimmsten der letzten Jahre in Afghanistan. Nach dem Erdbeben unterstützte ADRA Familien in Not, um gut über den Winter zu kommen. Über 300 Dörfer wurden bei dem schlimmen Ereignis vollständig oder teilweise zerstört. In den besonders schwer betroffenen Bezirken Injil und Zindajan erhielten 9.000 Menschen Lebensmittel sowie Hygieneartikel, um Kräfte zu sammeln und sich besser vor Krankheiten zu schützen. Damit sie die schwere Zeit bis zum Wiederaufbau gut überbrücken konnten, wurden Kochutensilien, Gaskochfelder, warme Decken und Zelte verteilt.

Nothilfe nach schwerem Erdbeben
Am 6. Februar 2023 bebte in Syrien und der Türkei die Erde. Bei dem Erdbeben der Stärke 7,8 starben mehr als 50.000 Menschen, hunderttausende Gebäude wurden beschädigt. Zahlreiche Familien haben ihr Zuhause verloren. Unmittelbar nach dem Unglück leistete ADRA Nothilfe in beiden Ländern. In der Türkei versorgte ADRA ca. 1.600 Menschen mit dem Nötigsten. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer verteilten gemeinsam mit lokalen Organisationen und Behörden winterfeste Zelte, Lebensmittelpakete, Hygieneartikel und warme Kleidung. Zudem wurden Gasheizungen in Notunterkünften bereitgestellt, um die Familien vor der Kälte zu schützen. Nach dem Nothilfeeinsatz hat ADRA seine Arbeit in der Türkei beendet und seine Hilfe auf die Familien in Syrien konzentriert. ADRA ist seit vielen Jahren in Syrien tätig und war daher in der Lage, unmittelbar nach der Katastrophe zu reagieren. In den Regionen Latakia, Aleppo und Hama unterstützten wir Betroffene. Sie erhielten Hilfspakete mit Hygieneartikeln, Windeln für Babys, warmer Kleidung sowie Matratzen und Decken. In fünf Sammelunterkünften stellte ADRA Reinigungsmittel zur Verbesserung der Hygiene bereit. Wir unterstützen die Menschen auch ein Jahr nach dem Unglück, damit sie ihre beschädigten Häuser reparieren können. ADRA arbeitet außerdem mit den lokalen Behörden zusammen, um die Wassernetze instand zu setzen. Das Projekt kommt 51.060 Menschen zugute.

Starthilfe für Schulkinder in Lwiw
In der Stadt Lwiw bietet die Schule Zhyve Slovo Hilfe für 400 Familien aus umkämpften Gebieten. Sie erhalten Lebensmittel, um wieder zu Kräften zu kommen, sowie Hygieneartikel. Durch Gespräche mit Fachkräften und Teilnahme an Freizeitaktivitäten verarbeiten sie ihre schlimmen Erlebnisse. Die Kinder erhalten zudem Nachhilfe, um ihnen die Rückkehr in die Schule zu erleichtern. Darüber hinaus werden Schulgebühren, Schulmaterial und Schuluniformen für 45 Kinder aus armen Verhältnissen übernommen. Das Schulzentrum Marienhöhe aus Darmstadt unterstützt ADRA bei diesem Projekt.

Gemeinsam Nothilfe nach Taifunen leisten
Ende Februar 2023 richteten die Wirbelstürme „Judy“ und „Kevin“ große Schäden auf dem Inselstaat Vanuatu im Südpazifik an. Unzählige Häuser lagen in Trümmern. Gemeinsam mit der Europäischen Union hilft ADRA über 14.000 Menschen, einen Ausweg aus der Krise zu finden. In Notunterkünften finden die Betroffenen Schutz. Sie erhalten einen finanziellen Zuschuss für den Kauf von Lebensmitteln und Gütern des täglichen Gebrauchs. Außerdem schützen Hygieneartikel die Menschen davor, krank zu werden.

Ihre Wirkung
Programmarbeit 90 %
Werbe- und Verwaltungskosten 10 %
ADRAheute 2023
Unser Jahresbericht als PDF
Unser Jahresbericht als PDF
Wie viele Menschen werden von ADRA Deutschland e.V. unterstützt und in welchen Regionen der Welt sind wir aktiv? Das Vertrauen unserer Spenderinnen und Spender in unsere Arbeit ist für uns unschätzbar wichtig. Daher lässt ADRA Deutschland e.V. sich freiwillig jedes Jahr prüfen und wurde wiederholt mit dem DZI-Spendensiegel ausgezeichnet. Das DZI-Spendensiegel bestätigt uns einen sparsamen und verantwortungsvollen Umgang mit unseren Spendengeldern. Überzeugen Sie sich in unserem Jahresbericht und lesen Sie dort, wofür wir die uns anvertrauten Gelder eingesetzt haben.
