Hilfsprojekte Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit

Seit 1987 hat ADRA Deutschland e.V. in über 40 Ländern mehr als 3.000 Projekte der Entwicklungszusammenarbeit erfolgreich durchgeführt. ADRA liegt das Schicksal anderer Menschen am Herzen. Daher setzt sich ADRA für eine gezielte Entwicklungshilfe bzw. Entwicklungszusammenarbeit in den sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern ein. Ziel ist eine ausgewogene Weltgemeinschaft.

An dieser Stelle finden Sie eine Auswahl an Beschreibungen sowohl zu aktuellen als auch zu abgeschlossenen Hilfsprojekten. Eine Quartalsübersicht über die aktuell laufenden Projekte finden Sie unter Publikationen.

49 Projekte in 45 Ländern

  • Nepal

    ADRA Gesundheitsprojekt: Ein "neues" Leben für 21.000 Frauen in Nepal

    Im ländlichen Nepal fehlt es überall an medizinischer Ausrüstung, Arzneimitteln und geschultem, medizinischen Personal. Vor allem die Gesundheit der weiblichen Bevölkerung ist gefährdet. Zu den häufigsten Beschwerden gehören Gebärmuttervorfälle. 2009 startete ADRA ein Gesundheitsprojekt in Nepal, um die notwendige chirurgische und medikamentöse Behandlung betroffener Frauen sicherzustellen und medizinische Aufklärungsarbeit im Land zu leisten, denn viele Frauen sind sich nicht über die Gefahren dieser Erkrankung im Klaren.

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  • Indien

    Katastrophenvorsorge in Indien

    Die Region Bihar gilt als ärmster Bundesstaat Indiens. Sie ist besonders instabil und bevölkerungsreich. Etwa 1024 Einwohner leben zusammen auf einem Quadratkilometer. Nicht nur die Raumsituation ist verheerend, regelmäßig sind die Bewohner außerdem unterschiedlichsten Naturkatastrophen wie Flut, Erdbeben, Dürre und Feuer ausgesetzt. Diese Katastrophen können nicht verhindert werden, aber es ist wichtig, die Bevölkerung entsprechend darauf vorzubereiten. Notfall- und Evakuierungspläne werden benötigt, damit sie im Notfall schnell handeln können.

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  • Thailand

    Starthilfe für ethnische Minderheiten

    Nordthailand ist die Heimat verschiedener Bergstämme, die zum Teil vor Jahrhunderten aus den Hochebenen Tibets und Südchinas über Laos und Burma nach Thailand einwanderten. In der Vergangenheit war deren Populationsdichte gering. Sie kamen kaum in Konflikt mit der thailändischen Bevölkerung.

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  • Indien

    Bihar: Erfolgreiche Hilfe nach Flutkatastophe

    Es war die schlimmste Flut seit über 50 Jahren! Über vier Millionen Menschen waren betroffen, als im September 2008 in Indien der Kosi Fluss über die Ufer trat. Obwohl seither fast zwei Jahre vergangen sind, sind die Betroffenen in der Region Bihar immer noch auf Hilfe angewiesen - vor allem Kastenlose, die Untersten der Gesellschaft. Mit Unterstützung des Amtes für humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission (ECHO) konnte ADRA Deutschland die Lebensumstände vieler Menschen in Bihar langfristig verbessern.

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Die Arbeitsgebiete der Hilfsorganisation ADRA

Ohne Wasser ist kein Leben auf der Erde möglich. Dennoch hat ein Großteil der Weltbevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Schon ein Tropfen verunreinigten Trinkwassers reicht aus, um schwere Krankheiten auszulösen. Kinder sind am meisten gefährdet. 90 Prozent der Todesfälle von Kindern unter 5 Jahren sind auf Durchfallerkrankungen zurückzuführen.

ADRA unterstützt Menschen, die unter chronischem oder akutem Wassermangel leiden, baut Brunnen und stellt in Krisengebieten Wasseraufbereitungsanlagen zur Verfügung. Wo es Wasserquellen gibt, werden diese sauber eingefasst und Rohrleitungen in die Dörfer verlegt. Der Bau und die Nutzung von Toiletten werden gefördert. Ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit stellen außerdem Hygieneschulungen sowie Aufklärung über durch Wasser verursachte Krankheiten dar.

Gesundheit ist ein weiteres Grundbedürfnis und die Voraussetzung für jede Form von Entwicklungszusammenarbeit mit den Menschen vor Ort. Hilfsprojekte der Gesundheitsvorsorge und der Gesunderhaltung sind grundlegend für jede weitere Entwicklung. Sie werden durch Aktivitäten der Schulung und Aufklärung begleitet. Dazu gehört auch die Förderung von Gesundheitsstationen und Krankenhäusern.

Fast 1 Milliarde Kinder, Frauen und Männer auf der Welt leiden heute unter Hunger. Die Sicherung der Versorgung mit Nahrungsmitteln ist Grundbedürfnis und Basis nachhaltiger Projektarbeit in der Entwicklungszusammenarbeit. Ziel ist dabei, die Menschen in den Stand zu versetzen, sich ausreichend und gesund zu versorgen.

ADRA führt weltweit Projekte zur Nahrungssicherheit von Kleinbauern durch. Dabei zeigt ADRA neue Wege auf, Nahrungsmittel zu produzieren. Dazu gehören nachhaltige Landwirtschaftspraktiken, der Einsatz neuer Technologien wie Bewässerungssysteme oder Gewächshäuser. Der Zugang zu neuen Märkten hilft den Kleinbauern dabei, ihren Handel auszuweiten und ihr Einkommen zu steigern. Außerdem lernen sie, ihre fragile Umwelt durch nachhaltige Bewirtschaftung und Wiederaufforstung zu schützen.

Alphabetisierung und schulische Bildung für Kinder und Erwachsene schaffen die Grundlagen für nachhaltige Entwicklung. Sie sind für die Zukunft jedes Menschen sowie der Gesellschaft richtungsweisend. Im Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist das Recht auf Bildung für jeden Menschen festgeschrieben. Deswegen setzt sich ADRA weltweit dafür ein, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zur Schule gehen und eine Ausbildung machen können. Die berufsbildende Ausbildung passt sich den Bedürfnissen und Problemen vor Ort an und richtet sich nach den zu entwickelnden Fähigkeiten und Fertigkeiten. In den kommunal orientierten Aufgabenbereich von ADRA gehört daher der Aufbau sozialer Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Waisenhäusern und Werkstätten in unterversorgten Gebieten.

Weltweit stecken Menschen im Teufelskreis der Armut gefangen. Sie arbeiten hart, benötigen aber Unterstützung, um diese Armut zu überwinden. Projekte von ADRA im Bereich "Einkommen" helfen Tausenden, ihre Produktivität und ihr Einkommen zu verbessern. So steigert ADRA zum Beispiel die Einkünfte von Kleinbauern aus der Landwirtschaft durch systematische Optimierung der Wertschöpfungskette sowie die Verbesserung des Marktzugangs. Zudem bietet ADRA Starthilfen bei der Gründung von erfolgversprechenden Kleingewerbeunternehmen und Handwerksbetrieben durch die Gewährung von Krediten.

Weltweit steigende soziale Ungerechtigkeit ist das Ergebnis im Über?uss lebender Gesellschaften. Jeder Einzelne muss lernen, mit Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen. In der internationalen Entwicklungszusammenarbeit setzt ADRA innovative Energiekonzepte um. Zum Schutz des Klimas ist hierbei besonders die Förderung und Verbreitung erneuerbarer Energien von Bedeutung.

Erdbeben, Taifune, Epidemien, Krieg – Katastrophen haben viele Gesichter. In allen Fällen aber benötigen die in Not geratenen Menschen schnelle Hilfe. ADRA leistet im Krisenfall schnell, direkt und unbürokratisch Katastrophenhilfe. Dank des weltweiten ADRA-Netzwerks mit 140 Länderbüros ist ADRA nach Katastrophen in kürzester Zeit vor Ort.

ADRA unterstützt die humanitäre Hilfe durch die Verteilung von Wasser, Nahrung, Hygieneartikeln und Kleidung. Außerdem stellt ADRA Notunterkünfte und bietet den Menschen medizinische Versorgung und psychosoziale Betreuung.

 Bewährte Fachkenntnisse in der Katastrophenhilfe gestatten ADRA, umfassende Präventivmaßnahmen zu ergreifen und die Risiken für den Katastrophenfall zu minimieren. Zum Beispiel werden in Regionen, die wiederholt von Überschwemmungen betroffen sind, Schutzräume erbaut, Trainings für den Notfall angeboten und Frühwarnsysteme installiert.

Nicht immer gelingt es, sich in die Lage von Menschen aus anderen Kulturen zu versetzen. Der Blick dafür, welche Anstrengungen erforderlich sind, um Alltägliches zu meistern, geht oft verloren. ADRA entsendet im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes „weltwärts" junge Menschen aus Deutschland in Einsatzgebiete rund um den Globus. Sie helfen bei der Durchführung von Projekten. So wird zwischen den Kulturen vermittelt.

Seit seinem Bestehen hat ADRA Deutschland Menschen in Einsatzgebiete entsendet. Waren dies anfänglich vor allem Fachkräfte, die bei der direkten Projektdurchführung in der Entwicklungshilfe mitarbeiteten, kamen später ehrenamtliche und freiwillige Helfer hinzu, die im Rahmen des Adventistischen Hilfsdienstes (FAH) eingesetzt wurden. Seit einigen Jahren bietet ADRA auch ein sogenanntes Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an. Beide Angebote werden bevorzugt von jungen Menschen angenommen.