ADRA gGmbH erweitert Ausbildungsprogramm durch neuen Ausbildungsberuf

ADRA gGmbH erweitert Ausbildungsprogramm durch neuen Ausbildungsberuf und setzt im Rahmen der Freiwilligendienste auf Kontinuität.

„Engagierte junge Menschen zu gewinnen und sie nach Möglichkeit für eine langfristige Tätigkeit bei ADRA zu begeistern, ist wesentlicher Bestandteil unseres Nachwuchsprogramms“, berichtet Michael Weller – Operativer Leiter der ADRA gGmbH. Seit Jahren beobachte man, dass junge Menschen nach dem Absolvieren des regulären Freiwilligendienstes (FSJ oder BFD) ein verlängertes Engagement bei ADRA anstreben. Das sieht man gerne bei ADRA. „Der Freiwilligendienst ist nicht nur eine großartige Möglichkeit sich sozial zu engagieren, er bietet auch die Möglichkeit sich auf einen möglichen weiteren beruflichen Werdegang vorzubereiten.“, so Weller.

Gerade deshalb baue die ADRA gGmbH auch eine „Talentschmiede“ auf. Wir wollen begeisterungsfähigen jungen Menschen die Möglichkeit bieten, an einer positiven Zukunft zu arbeiten. Das betrifft den sozialen Hintergrund, in welchem ADRA aktiv ist, genauso wie das eigene Voranschreiten im beruflichen Leben der jungen Erwachsenen. Diese Gelegenheit nutzt seit heute auch Olena Surovtseva, die ihren Bundesfreiwilligendienst beginnt.

Die eine oder andere Freiwilligendienstleistende hält es dann auch bei ADRA und man beginnt eine Ausbildung und bleibt über Jahre. Diesen Weg geht nun auch Valeriia Poilova, die erst ihren Bundesfreiwilligendienst bei ADRA verlängerte und nun eine Ausbildung startet.

Derzeit bildet die ADRA gGmbH als IHK-Ausbildungsbetrieb in den Berufen Kauffrau/-mann im Einzelhandel (m/w/d) und Kauffrau/-mann E-Commerce (m/w/d) aus, „und im nächsten Jahr soll auch eine weitere Ausbildungsstelle für den Beruf Kauffrau/-mann für Büromanagement geschaffen werden“, führt Weller weiter aus.

Es sei die Absicht, diese ausgebildeten Fachkräfte dann auch möglichst bei ADRA zu halten, um im Personalbereich Planungssicherheit zu haben und somit eine gute Basis für ein weiteres stabiles Wachstum zu schaffen. Die ADRA gGmbH agiert im Rahmen von Social Business Aktivitäten mit sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltigen Projekten, zu denen unter anderem die ADRAshops, eine Altkleidersammlung und ein Onlinevertrieb gehören.

Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz, ein Praktikum oder einen Freiwilligendienst nimmt ADRA gerne per Email unter bewerbenbeiadra@adra.de entgegen.

Foto vlnr.: Valeriia Poilova (neue Auszubildende Kauffrau E-Commerce), Michael Weller (Operativer Leiter ADRA gGmbH) und Olena Surovtseva (Bundesfreiwillige)

Naw Eh Khu Paw träumt von einem eigenen Restaurant

ADRA unterstützt Geflüchtete aus Myanmar in einem thailändischen Flüchtlingslager. Sie erhalten eine Berufsausbildung, mit der sie sich selbstständig machen oder eine Arbeit finden können. Eine von ihnen ist die alleinerziehende Mutter Naw Eh Khu Paw.

Naw Eh in der Küche ihre Restaurants

Die zweifache Mutter Naw Eh stammt aus der Region Bago (Myanmar) und lebt im Flüchtlingslager Umphien (Thailand). Dorthin ist sie geflohen, nachdem ihr Vater im Bürgerkrieg in Myanmar getötet wurde und ihre Mutter an einem Herzleiden verstarb. Auch ihre Ehe ging in die Brüche, so dass sich Naw Eh nun allein um die beiden Kinder kümmert. 

Naw Eh ist eine ungelernte Arbeiterin und hielt sich und ihre Familie über Wasser, indem sie Lebensmittel und Snacks auf der Straße verkaufte. Diese Arbeit machte sie krank und sie konnte damit nicht weitermachen, wusste nicht, wie sie ihre Kinder künftig ernähren und in die Schule schicken soll. 

In dem Flüchtlingslager, in dem Nah Eh mit ihren beiden Kindern lebt, wird ein Ausbildungsprogramm angeboten, finanziert aus Spenden und mit der Unterstützung der Europäischen Union. Naw Eh hat sich dafür beworben und wurde angenommen. Sie möchte Köchin werden. 

Während der Ausbildung lernt Naw Eh die wirtschaftlichen Grundlagen, für KleinunternehmerInnen, aber auch Kochen, Backen und Lebensmittelkunde. Noch während der Ausbildung eröffnet die fleißige Mutter ein erfolgreiches kleines Restaurant. Im Lager übernimmt sie das Catering für Schulungen, Meetings und Feierlichkeiten.

Alles lief gut, doch dann kam die Corona-Krise auch im Lager Umphien an. 

Das Lager wurde abgeriegelt, es kamen keine Aufträge mehr rein, genauso wie niemand mehr in das Lager hinein oder heraus kam. Naw Eh musste ihr Geschäft schließen und konnte erst vor Kurzem wieder öffnen. Sie verdient immer noch weniger als zuvor. Doch ist sie in der glücklichen Situation wenigstens etwas Geld zu verdienen. Vielen Bewohner des Lagers geht es nicht so gut.

Dank der Ausbildung, die Naw Eh absolvierte, verdient sie jeden Monat genug Geld, um etwas für Anschaffungen zu sparen und ihre Kinder in die Schule zu schicken. Sie träumt davon irgendwann ihr eigenes Restaurant mit Angestellten zu eröffnen. Irgendwann, außerhalb des Flüchtlingslagers.

Werde Teil der Unterstützung.
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Einladung zur Landessammlung

Mach mit bei unserer Landessammlung!
Die Landessammlung ist eine bundesweite Haustürsammlung, die Ehrenamtliche in ihrer Nachbarschaft durchführen. Unterstützt wird damit jedes Jahr ein bestimmtes Projekt von ADRA. 2019 ging eine großartige Summe in die Bildungarbeit nach Somalia. An alle Aktiven geht ein herzliches Dankeschön!

Eure Ergenisse aus dem Jahr 2019

Landessammlung 2020

Auch dieses Jahr ist das Thema Bildung im Fokus unserer Landessammlungen. Diesmal für unser Bildungsprojekt in Myanmar. Das Projekt richtet sich an Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Schulen in 10 Bundesstaaten dieses asiatischen Landes. Insgesamt sind in den nächsten vier Jahren sowohl 400.000 Lehrkräfte und Schüler und Schülerinnen als auch 5000 Schulen Bestandteil der Förderungen. Dieses Projekt wird von drei ADRA Länderbüros gemeinsam mit der Europäischen Kommission (ECHO) finanziert. Dieser Einsatz wird das Leben vieler Menschen verbessern, denn
nach dem Ablauf der Projektzeit werden wir gemeinsam ein großartiges Ergebnis erzielt haben. Mit 21 Millionen Euro ist es das größte Projekt im ADRA Netzwerk. Der Anteil der EU liegt bei 20 Mio.€. Den Eigenanteil über 1 Mio.€ müssen die drei fördernden ADRA Büros aufbringen. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, dass dieses wunderbare Ziel erreicht wird.

Wenn ihr euch vertiefend über die Landessammlung informieren möchtet, klickt bitte hier:
https://adra.de/landessammlung-ist-doch-nichts-fuer-mich/

P.S. Die Einladungen zum Mitmachen werden noch im Mai direkt an Gemeinden/AWW Helferkreise geschickt. Ihr könnt euch aber auch gern direkt an uns wenden.
Kontakt: Liane Gruber, Tel. 06151 8115-55

Landessammlung – ist doch nichts für mich!

Wieso eigentlich nicht?

Was ist die Landessammlung eigentlich? Der Ursprung liegt in einer Sammlung, die seit den 1980ern in den alten Bundesländern von der Freikirche durchgeführt wird. Es handelte sich dabei um eine Haustürsammlung. Wie der Name schon sagt, gingen Geschwister von Tür zu Tür und baten um Unterstützung für ein gemeinnütziges Projekt.

Mal ging es um Ziegen für Sao Tome, mal um Straßenkinder in Kiew, mal um das Mädcheninternat in Kajiado/Kenia oder auch um ein Hospiz in Lauchhammer, aber immer ging es darum, Menschen auf Notstände aufmerksam zu machen, und sie einzuladen, mit einer Spende etwas daran zu ändern. Manche Geschwister sammeln schon mehr als 30 Jahre und haben dadurch schon ihre „Stammspender“, andere fangen ganz neu an. Inzwischen ist ADRA für die Sammlung verantwortlich, gesammelt wird jedoch noch immer von den Kirchengemeinden. Nicht nur der Träger hat sich geändert, auch die Möglichkeiten an Spender heranzutreten wurde erweitert. Es gibt Sammler, die nur bei Firmen vorsprechen, andere sammeln unter Kollegen. Auch ein Fest in der Gemeinde zu veranstalten und den Erlös für das Projekt der Landessammlung zu verwenden ist eine Möglichkeit. Ein Stand auf einem Floh- oder Weihnachtsmarkt zugunsten eines Projektes kann ebenso einiges an Spenden einbringen. Auch kleine Konzerte waren für den ein oder anderen eine Möglichkeit aktiv zu werden. Die Sammelzeiten wurden verlängert und es ist sogar möglich ein soziales Projekt Eurer Wahl zu fördern. Sprecht uns an, wenn ihr ganz neue Ideen habt. Wir rufen euch auf, dabei zu sein und etwas zu bewegen. Die Landessammlung zeigt sich 2020 im neuen Gewand und bietet bestimmt auch etwas für Dich und Dich oder Dich.
P.S. Im nächsten Heft können wir euch weitere Daten und Fakten zur Sammlung 2019 und 2020 liefern. Wir unterstützen euch mit Informationsmaterialen, Plakaten, Pressemitteilungen und vielem mehr.
Kontakt: Liane Gruber, Tel: 06151 811 5-55
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Kambodscha – Mit Vielfalt die Ernährungssituation verbessern

Das südostasiatische Land wurde durch die Roten Khmer, die das Land von 1975 bis 1979 totalitär regierten, in seinen Grundfesten erschüttert. Nach Schätzungen sind den Roten Khmer 1,7 bis 2,2 Millionen Menschen zum Opfer gefallen. Zu den Opfern zählten auch Lehrerinnen und Lehrer und beinahe die gesamte intellektuelle Elite des Landes. Die Befölkerung lebt überwiegend von der Land- und Forstwirtschaft, doch Rodungen und Überfischung gefährden die Ökosysteme und Lebensgrundlage der Menschen.

In den ländlichen Gebieten Kambodschas herrscht oft Nahrungsunsicherheit. Kinder und Erwachsene haben keinen Zugang zu einer ausreichenden und ausgewogenen Ernährung und sind unterernährt. Im Rahmen des Projektes „Food Security and Nutriti­on for All“ unterstützt ADRA Deutschland die Men­schen dabei, Maßnahmen zu ergreifen, um ihnen eine vielseitigere Ernährung zu ermöglichen.
So wurden beispielsweise 122 Frauen und Män­ner zu Ernährungsberatern weitergebildet. Diese Be­rater leiten wöchentliche Treffen mit festen Gruppen in den Dörfern, sogenannte Reflexionskreise, und ge­ben ihr Wissen zu Ernährung und Hygiene weiter. Es wird über exklusives Stillen gesprochen, darüber wie man die Nährstoffdichte erhöhen kann und welche Hygienemaßnahmen man in der Küche und rund um die Kinder ergreifen sollte.
Durch ADRAs Unterstützung konnten außerdem Dorfbewohner zu Bäuerinnen und Bauern ausgebil­det werden. Sie verfügen jetzt über Kleingärten und über Kenntnisse darüber, wie man in den Gärten die Erde vorbereitet, unterschiedliche Gemüsearten säht, sie biologisch düngt und pflegt. So sind diese Men­schen jetzt in der Lage, die wirtschaftliche und gesund­heitliche Situation ihrer Familien zu verbessern.
In anderen Familien tragen Vieh- und Fischzucht zu besseren Lebensverhältnissen bei. Hier vermittelte ADRA Wissen zur Futterherstellung, medizinischen Versorgung und Pflege der Tiere.

Im Rahmen dieses Projekts wurde außerdem eine Kooperation zwischen den Gesundheitszentren vor Ort und ADRA Kambodscha entwickelt. Dabei werden Kinder regelmäßig gewogen und gemessen, mit dem Ziel, die Zahl der unterernährten Kinder stark zu verringern. Stark untergewichtige Kinder werden in die Gesundheitszentren weitergeleitet, um dort ein Reha­bilitationsprogramm zu durchlaufen.
Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass ADRA und die Health Centers vor Ort unterschiedliche Messmethoden anwendeten. Dadurch wurden in einigen Fällen die von ADRA als akut untergewichtig eingestuften Kinder von den Gesundheitszentren nicht als solche gesehen und damit nicht in Behandlung genommen. Dies zeigt, wie wichtig es ist, Lösungen in den Dörfern selbst zu finden und bestärkt ADRA in der Umsetzung eines Programms, bei dem die Kinder und die Essgewohnheiten von Familien in demselben Dorf mit einander verglichen werden. So können die Familien miteinander lernen und selbstständig zu Lösungen gelangen.

Kambodscha
– Hauptstadt: Phnom Penh
– Amtssprache: Khmer
– Durchschnittsalter: 25 Jahre
– Einwohnerzahl: 16 Millionen

 

                                                  

 

Dieses Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Unterstützen Sie die Arbeit von ADRA, um die Lebensgrundlage der Menschen in Kambodscha zu sichern.
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Zenebu bringt Licht ins Dunkel

In
Äthiopien ist noch lange nicht jeder Haushalt an die Stromversorgung
angeschlossen. Doch Zenebu bringt mit Solaranlagen Licht ins Dunkel. Sie ist
eine von über 600 jungen Frauen, die sich im Green Energy – Projekt von ADRA zu
Solartechnikerinnen ausbilden lassen. Nach ihrer Ausbildung will sich Zenebu um
die nächste Generation Technikerinnen kümmern.

„Dank des Unterrichts habe ich ein besseres technischen Verständnis der Solartechnologie. Ich fand die Kurse sehr wichtig, um meine Fähigkeiten in der Solartechnologie zu entwickeln. Ich finde es großartig, dass ich Studenten zu Solartechnikern auszubilden kann.
Zenebu am 05.03.2020

Mitte Mai 2019 hat ADRA gemeinsam mit dem äthiopischen Energieministerium und dem Bildungsministerium staatlich anerkannte Berufsstandards für Erneuerbare Energien entwickelt, die in das nationale Berufsausbildungsprogramm aufgenommen wurden. Neben einer soliden Ausbildung werden die Teilnehmer bei der Arbeitssuche oder Start-Up-Gründung unterstützt.

Dieses Projekt wird durch das
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit gefördert.

Aus dem Flüchtlingslager in die Schule

Awes ist sieben Jahre alt und lebt im somalischen Flüchtlingslager Marino in Kismayu, Somalia, gemeinsam mit seiner Mutter Fatumo und sechs Geschwistern. Sein Vater ist bereits gestorben und Fatumo muss die Familie alleine ernähren. Doch das Geld ist meist zu knapp, um für alle Kinder das Schulgeld zu zahlen.

Wie Awes geht es vielen Kindern auf der Flucht. Laut Vereinten Nationen befinden sich sieben Millionen Minderjährige auf der Flucht, nur knapp die Hälfte von ihnen kann in die Schule gehen. Entweder weil es keine Angebote gibt, die Schule zu teuer ist oder sie nicht dürfen. Doch damit will sich ADRA nicht abfinden. Deshalb übernimmt ADRA das Schulgeld für 2.400 Kinder aus der Region.

„Als ich von der Einschulungskampagne von ADRA hörte, brachte ich meine Kinder sofort in das Einschulungszentrum und meldete sie alle in der Schule an. Ich bin froh, dass sie nun zur Schule gehen können“, sagt Fatumo.

Zunächst geht Awes ein Jahr lang in eine Art Aufbauklasse, bevor er dann im Sommer auf eine reguläre Schule wechseln wird. Wenn er fleißig lernt, wird Awes die gesamte Grundschule durchlaufen und zu dem Drittel der Bevölkerung gehören, die lesen und schreiben können.

„Ich bin froh, dass ich zur Schule gehen darf. Jetzt kann ich lesen und schreiben lernen. Mein Traum ist es einmal selbst zu unterrichten“, sagt der siebenjährige Awes.

ADRA arbeitet in Somalia zusammen mit ECHO (Europäisches Amt für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz), Aktion Deutschland Hilft und Save the Children.