Aus dem Flüchtlingslager in die Schule

Awes ist sieben Jahre alt und lebt im somalischen Flüchtlingslager Marino in Kismayu, Somalia, gemeinsam mit seiner Mutter Fatumo und sechs Geschwistern. Sein Vater ist bereits gestorben und Fatumo muss die Familie alleine ernähren. Doch das Geld ist meist zu knapp, um für alle Kinder das Schulgeld zu zahlen.

Wie Awes geht es vielen Kindern auf der Flucht. Laut Vereinten Nationen befinden sich sieben Millionen Minderjährige auf der Flucht, nur knapp die Hälfte von ihnen kann in die Schule gehen. Entweder weil es keine Angebote gibt, die Schule zu teuer ist oder sie nicht dürfen. Doch damit will sich ADRA nicht abfinden. Deshalb übernimmt ADRA das Schulgeld für 2.400 Kinder aus der Region.

„Als ich von der Einschulungskampagne von ADRA hörte, brachte ich meine Kinder sofort in das Einschulungszentrum und meldete sie alle in der Schule an. Ich bin froh, dass sie nun zur Schule gehen können“, sagt Fatumo.

Zunächst geht Awes ein Jahr lang in eine Art Aufbauklasse, bevor er dann im Sommer auf eine reguläre Schule wechseln wird. Wenn er fleißig lernt, wird Awes die gesamte Grundschule durchlaufen und zu dem Drittel der Bevölkerung gehören, die lesen und schreiben können.

„Ich bin froh, dass ich zur Schule gehen darf. Jetzt kann ich lesen und schreiben lernen. Mein Traum ist es einmal selbst zu unterrichten“, sagt der siebenjährige Awes.

ADRA arbeitet in Somalia zusammen mit ECHO (Europäisches Amt für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz), Aktion Deutschland Hilft und Save the Children.

Myanmar – Bildung in Konfliktgebieten

Bildung ist einer der Kernkompetenzen von ADRA Deutschland und dem globalen ADRA-Netzwerk.

In den letzten fünf Jahren hat ADRA Deutschland über 50 Millionen Euro dank der Geber in Projekte investieren können, deren Fokus Bildung war. Fast eine Million Begünstigte haben davon profitiert.

Der südostasiatische Staat Myanmar, früher Birma oder Burma, beheimatet mehr als 100 ethnische Volksgruppen. Die birmanische Sprache ist die offizielle Landessprache, jedoch sprechen die meisten Volksgruppen ihre eigene Sprache, was ein babylonisches Sprachgewirr zur Folge hat. Gemeinsam mit ADRA Myanmar und ADRA UK ist ADRA Deutschland am Aufbau eines ethnisch angepassten Bildungssystems beteiligt. Das Projekt wird von der Europäischen Union finanziert und richtet sich an einheimische Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Schulen in zehn Bundesstaaten. Insgesamt sind fast 384.991 Lehrer und Schüler, als auch 4.927 Schulen Bestandteil des Programms.

Im Vordergrund steht die Aus- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer. Zusätzlich werden Schulen durch Managementtraining und Unterrichtsmaterial unterstützt, Schülerinnen und Schüler bekommen außerschulische Angebote.

Neben der direkten Arbeit in den Bildungseinrichtungen wirkt das Projekt CASE2Learn (Conflict Areas Support for Education 2 Learn) zudem durch einen politischen Dialog zwischen Bildungsträgern und Regierung über wichtige Fragen der Bildung, bis hin zur Entwicklung einheitlicher Bildungsrahmenbedingungen.

CASE2Learn findet explizit in Konfliktregionen in Myanmar statt, die zwischen Stabilität und Fragilität schwanken. Viele der Menschen in diesen Gebieten benötigen nach Gewalt und Naturkatastrophen dringend humanitäre Hilfe. CASE2Learn symbolisiert den Übergang zwischen der kurzfristigen humanitären Hilfe zu langfristiger Entwicklungszusammenarbeit und soll fast 400.000 Menschen erreichen. ADRA hilft der Bevölkerung durch bessere Bildung eine Resilienz gegenüber Konflikten und Naturkatastrophen aufzubauen sowie chronische Armut und soziale Benachteiligung zu bekämpfen.

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DAS PROJEKT WIRD GEFÖRDERT DURCH DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION.

Am 10.12. ist Welttag der Menschenrechte

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, lautet der erste von 30 Artikeln der Allgemeinen Erklärung für Menschenrechte. 1948 wurden sie von den Vereinten Nationen verabschiedet und sind für Menschenrechtsverteidiger weltweit die wichtigste Berufungsgrundlage. Die Menschenrechte gelten längt nicht für jeden in gleichem Maße – daran soll der internationale Tag der Menschenrechte am 10. Dezember jedes Jahr erinnern. In den 30 Artikeln werden u.a. das Recht auf Nahrung, das Recht auf Abwesenheit von Sklaverei und Folter, das Recht auf Religionsfreiheit oder das Recht auf Bildung festgesetzt. Die Debatten über Gültigkeit und Umsetzung dagegen enden nicht.

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Anti-Korruptionstag: Bremsklotz Bakschisch

Der Welt-Anti-Korruptionstag findet seit 2003 jährlich am 9. Dezember statt. Jedes Jahr werden 1 Billion US-Dollar (1.000.000.000) an Bestechungsgeldern gezahlt, während schätzungsweise 2,6 Billionen US-Dollar (2.600.000.000) jährlich durch Korruption gestohlen werden[1]. Korruption ist kein Kavaliersdelikt. Durch Korruption wird die soziale und wirtschaftliche Entwicklung in allen Teilen der Gesellschaft untergraben und Ungleichheit gefördert.

ADRA zahlt keine Bestechungsgelder!
Als spendenfinanzierte Hilfsorganisation ist ADRA das Vertrauen der Spenderinnen und Spender extrem wichtig. Die NGO geht verantwortungsvoll mit den Geldern von privaten und öffentlichen Geldgebern um. Die Zahlung von Bestechungsgeldern kommt für ADRA deshalb nicht in Frage!

Um das auch in den fragilsten Kontexten, in denen ADRA tätig ist, umzusetzen, gibt es mehrstufige Mechanismen, die dies verhindern und die Verausgabung der Projektmittel transparent machen. ADRA Deutschland ist in der Lage, genau alle getätigten Ausgaben nachzuvollziehen und prüft Projekte in regelmäßigen Abständen daraufhin.

Im jährlichen Korruptionswahrnehmungsindex (Corruption Perception Index – CPI) von Transparency International sind 180 Länder aufgeführt. Deutschland steht auf Rang 11, knapp nicht unter den Top Ten. ADRA arbeitet auch in Länder, die nicht so positiv dastehen: Burkina Faso steht auf Platz 78 der Rangliste, Albanien auf Rang 99, Schlusslicht und gleichzeitig Einsatzgebiet der Entwicklungszusammenarbeit ist Somalia. Deshalb gibt es sehr hohe Auflagen für die Entwicklungszusammenarbeit mit Somalia. So werden Finanzmittel von Nairobi aus gesteuert. Nur bei konkreten Bedarfen werden Gelder mit einem Finanzdienstleister geschickt. Hier wird jede Ausgabe vorher und hinterher eingehend geprüft. Zudem reisen Finanzfachkräfte regelmäßig in die Büros in Somalia und bauen Kapazitäten auf, um eine gute Buchhaltung zu garantieren. Nicht nur Finanzfachkräfte reisen, auch die Belege ‚reisen‘ regelmäßig nach Nairobi und werden dort geprüft.

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[1] Quelle: https://www.un.org/en/events/anticorruptionday/

Welttoilettentag 2019: Tabus brechen

„Darüber spricht man doch nicht“, heißt es oft mit Blick auf das stille Örtchen. Doch das ist falsch, denn die Tabuisierung kostet im Zweifel sogar Menschenleben. Fakt ist, dass etwa ein Drittel der Weltbevölkerung keinen Zugang zu Sanitäreinrichtungen hat. Fehlt der Zugang zu Sanitäreinrichtungen, breiten sich Infektionskrankheiten wie Cholera oder sonstige Durchfallerkrankungen aus. Erkrankungen, die auf verunreinigtes Wasser zurückgehen; sie sind die häufigste Todesursache von Kleinkindern, da diese besonders anfällig sind.

ADRA unterstützt Menschen durch Aufklärung und materielle Hilfe, so zum Beispiel im Jemen, wo weiterhin der anhaltende Bürgerkrieg die zivile Infrastruktur zerstört. Eine Cholera-Epidemie hat bisher mehr als 2.700 Menschen das Leben gekostet, es wurden mehr als 1,3 Million Verdachtsfälle gemeldet. Der Welttoilettentag am 19.11. soll uns daran erinnern, dass noch viel Arbeit vor uns liegt, bis alle Menschen auf dem Planeten Zugang zu ordentlichen Sanitäranlagen haben.

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Gleiche Chance für alle

Vor 100 Jahren hatten in Deutschland privilegierte Kinder einen Hauslehrer und ärmere Mädchen und Jungen besuchten nach Geschlechtern getrennt oft überfüllte Volksschulen. 1919 wurde erstmals eine allgemeine Schulpflicht für alle Kinder eingeführt.

„Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte sollten alle Kinder gemeinsam zur Schule gehen, unabhängig von ihrer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stellung,“ so Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beim Festakt zum 100-jährigen Jubiläum der Grundschule in Frankfurt.

Für die Entwicklungszusammenarbeit ist dieser Ansatz bedeutend. Alle Kinder, ungeachtet der sozialen und ethnischen Herkunft sowie des Geschlechtes haben das Recht auf Bildung. Damit Bildungserfolge nicht von sozialen Bedingungen abhängen, setzt sich ADRA für Chancengleichheit ein. Vor allem in ländlichen Gebieten soll der Zugang zu Bildungseinrichtungen verbessert werden. Mädchen und Frauen werden gefördert, damit sie ein selbstgestaltetes und unabhängiges Leben führen können. Es geht um mehr als Rechnen, Schreiben und Lesen. Es geht um eine umfassende Bildung. Also zum Beispiel darum, sich im sozialen Miteinander zu bewähren, sich eine Meinung zu bilden, Verantwortung zu übernehmen und bei Entscheidungen mitbestimmen zu können. Nach den im Herbst 2015 von der UNO beschlossenen 17 nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals/SDGs) will die Weltgemeinschaft bis 2030 eine chancengerechte und hochwertige Bildung für alle Menschen sicherstellen sowie die Möglichkeit zum lebenslangen Lernen fördern. Bitte unterstütze ADRA bei diesem Auftrag. Danke!

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Unterwegs Richtung weltwärts

Sonne, Regen, Strand, Menschen, Sprache, Einkaufen, Früchte, krank sein, Bus fahren, Staub, Gerüche, Essen, Tiere, Reisen, Sport machen, Märkte, usw. Alles bekannt und doch so anders und ungewohnt, wenn man für ein Jahr in einem fremden Land lebt.

Ich bin Jannis und ich hatte das große Privileg mit ADRA ein Jahr in Costa Rica zu verbringen.

In meinem Auslandsfreiwilligendienst habe ich zum einen in einem Sport- und Bildungsprojekt für Kinder und Jugendliche gearbeitet. Zum anderen habe ich bei ADRA Costa Rica mitgeholfen, die Weihnachtspäckchenaktion „Kinder helfen Kindern“ weiter auszubauen. Dabei lernte ich Land und Leute kennen.

„Arbeiten in einem Sport- und Bildungsprojekt“ klingt erst mal so, als ob ich hauptsächlich anderen etwas beigebracht hätte. Dies war auch Teil meiner Aufgaben, allerdings stellte sich heraus, dass eigentlich ich die lernende Person war. Ich habe nicht nur eine neue Sprache gelernt und neue Freunde gefunden. Vor allem habe ich gelernt, dass es sich lohnt offen für Neues zu bleiben und Bekanntes immer wieder zu überdenken. Andere Sichtweisen auszutesten lehrt mich, dass es nicht nur einen, sondern viele richtige Wege geben kann. Durch den Austausch mit anderen Menschen und Kulturen erhielt ich die Möglichkeit, mich selbst regelmäßig zu hinterfragen und daran zu wachsen. Ich konnte Berührungsängste abbauen und lernen, jeden Menschen so zu nehmen, wie er oder sie ist.

Ein Auslandsfreiwilligendienst ist nicht immer einfach, aber immer lohnend und ich kann nur jedem Menschen empfehlen, ab und zu die eigene Komfortzone zu verlassen.

HIER SCHLIESST SICH EIN KREIS: JANNIS VARNHOLT ABSOLVIERTE EIN FREIWILLIGES SOZIALES JAHR BEI ADRA MIT WELTWÄRTS, DEM ENTWICKLUNGSPOLITISCHEN FREIWILLIGENDIENST DES BMZ, UND IST JETZT MITARBEITER BEI ADRA FÜR DIE FREIWILLIGENDIENSTE.

WEITERE INFOS ZU DEN FREIWILLIGENDIENSTEN GIBT ES UNTER LIVE.ADRA.DE

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