Nachhaltigkeitskonferenz

Die Nachhaltigkeitskonferenz von ADRA Deutschland findet, trotz Corona, am letzten Wochenende im August statt. Für die Durchführung haben wir ein Hygienekonzept erarbeitet.

Die Nachhaltigkeitskonferenz ist Teil eines entwicklungspolitischen Bildungsprojektes und beleuchtet Aspekte des großen Themas Nachhaltigkeit auf globaler und lokaler Ebene.  Das Thema der Nachhaltigkeit ist heute wichtiger denn je und spielt auch in der Arbeit von ADRA eine überaus wichtige Rolle. Dazu zählen nicht nur ökologische Aspekte, sondern ebenfalls soziale und wirtschaftliche Dimensionen. Es erwarten Sie/Euch spannende Vorträge und praktische Workshops zum Thema Nachhaltigkeit im alltäglichen Leben und in einer globalisierten Welt.

Inhalte sind unter anderem:

  • Nachhaltigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit
  • Zero Food Waste und Plastikvermeidung
  • Der Low Profit Ansatz für eine Postwachstumsökonomie
  • SDG’s, Konsum und Fairer Handel
  • Rund um Migration und Flucht
  • Umweltpsychologie – Wechselwirkung von Umweltfaktoren und menschlicher Psyche

Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenlos! Anmeldefrist: Montag, 24. August.

Auch für ein gemeinsames Abend- und Mittagessen ist gesorgt.

Programmablauf (Änderungen vorbehalten):

Samstag, 29.08.2020:
Ab 17Uhr:Anreise und Akkreditierung
18:00Uhr:gemeinsames Abendessen
19:00Uhr:feierliche Eröffnung der Konferenz und Grußwort durch Christian Molke, Vorstandsvorsitzender von ADRA Deutschland e.V.
19:15Uhr:Vortrag unserer Keynote-Speakerin und ehemalige Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Heidemarie Wieczorek-Zeul zu „Nachhaltigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit“
19:45Uhr:Talkrunde und Publikumsfragen
21:00Uhr:Ende Tag 1
Sonntag, 30.08.2020                                                           
09:30 UhrBegrüßung und Vortrag
10:30 UhrWorkshop-Runde 1
11:30 UhrAustausch/Diskussion bei Kaffee und Tee
12:00 Uhrgemeinsames Mittagessen
13:00 UhrAktion
13:30 UhrEinleitung zur Workshop-Runde 2
13:45 UhrWorkshop-Runde 2
14:45 UhrKaffee-/Teepause
15:00 Uhrinteraktiver Impulsvortrag
16:00 UhrAbschluss und Abreise

Unterstützen auch Sie die Arbeit von ADRA durch Ihre Spende unter dem Spendenstichwort „Klima“ >> zum Spendenformular

„Was immer ihr für einen meiner Brüder getan habt“

Interview mit Liane Gruber über das Projekt „Gemeinsam für Flüchtlinge“

Im November 2015 gründete sich ein Bündnis aus Advent-Wohlfahrtswerk e. V., Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Theologische Hochschule Friedensau und ADRA Deutschland e. V. Gemeinsam wurden Aktivitäten wie Sprachkurse, Hausaufgabenbetreuung sowie verschiedene Begegnungs und Gemeinschaftsaktivitäten für nach Deutschland Geflüchtete ermöglicht.

Liebe Liane, schön, dass du die Zeit für dieses Interview gefunden hast. Du hast für ADRA die Projekte von „Gemeinsam für Flüchtlinge“ betreut. Erzähl mal, was sind das für Projekte?
Bei der gemeinsamen Initiative ging es um Unterstützung, Begleitung und Integration von Geflüchteten in Deutschland. Wir wollten ihnen das Ankommen erleichtern und ihre Situation verbessern.

Welche Erfahrungen hast du persönlich mit dem Projekt gemacht?
Ich habe fast drei Jahre mit den Ehrenamtlichen zusammengearbeitet, die die Geflüchteten betreuen. Mit manchen mehr, mit anderen weniger. Die Berichte, die ich lesen durfte, zeigen immer das gleiche Bild. Die Freiwilligen geben ihr Engagement mit ganzer Kraft und darüber hinaus. Zu sehen, was die Menschen durchmachen müssen, hier in unserem Land, von dem sie sich so viel erhofft hatten, ließ die Ehrenamtlichen nicht aufhören aktiv zu bleiben. Jeder kleine Erfolg trug sie weiter und wir haben
gemeinsam gelacht, aber auch geweint. Die Arbeit der Ehrenamtlichen war unbeschreiblich und für viele Geflüchtete wurden die Gruppen zur zweiten Familie, manchmal sogar zu Rettern in Lebensgefahr.

Die Initiativen sind allesamt durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfer gestemmt worden. Was war die Motivation der Ehrenamtlichen? Wie haben sie geholfen?
Immer wieder habe ich gehört, dass sie einfach helfen „mussten“. Christliche Nächstenliebe, wie sie in Matthäus 25, 40 durch Jesu Worte beschrieben wird, hat die Herzen bewegt. ,,Was immer ihr für einen meiner Brüder (Schwester) getan habt … das habt ihr für mich getan.“ Die Helfer haben für sich erkannt, dass gehandelt werden muss. Oft nach dem Motto: Wenn nicht wir, wer denn dann. Die Projektideen waren jeweils unterschiedlich. Es wurden Deutschkurse organisiert und Kennenlerntreffen.
Kinder wurden betreut und Freizeitangebote gemacht. Geflüchtete wurden auf ihren Behördengängen durch unsere Ehrenamtlichen begleitet. Individuelle Probleme der jeweiligen Flüchtlingsfamilien konnten besser gelöst werden. 2019 ging es verstärkt um Wohnungssuche und Arbeitsplätze. Dabei wurden besondere Angebote für Frauen entwickelt.

Welche besonderen Bedürfnisse hatten die Geflüchteten? In welchen Bereichen brauchten sie Unterstützung?
Nach langer Zeit der Durchreise, endlosen Befragungen, behördlichen Formalitäten und Ablehnung in ganz unterschiedlichen Situationen, suchten die Menschen Wärme und Geborgenheit. Einen Ort, an dem Menschen sich freuten, wenn sie kamen. Wo sie willkommen waren und herzlich begrüßt wurden. Für viele Geflüchtete waren diese Treffen immer wieder ein Höhepunkt ihres Alltags. Ich selbst durfte diese Erfahrung machen. Ein junger Familienvater sagte zu mir: ,,Das erste Mal wurde ich aus dem Meer gerettet, aber dann war ich verloren. Ihr habt mich das zweite Mal gerettet. Und dafür danke ich euch für den Rest
meines Lebens!“

Im Idealfall lernen beide Seiten voneinander. Was glaubst du haben die „Einheimischen“ und „Heimatvertriebenen“ voneinander gelernt?
Die „Einheimischen“ haben gelernt, dass es nicht auf Kommando möglich ist, von einer Kultur in die andere zu wechseln. Nur weil die Menschen jetzt auf deutschem Boden wohnen, kennen sie nicht automatisch auch alle kulturellen Eigenheiten unseres Landes. Aber umgekehrt ist es genauso zutreffend. Nur weil wir einen Kuchen backen und mit den „Heimatvertriebenen“ ein paar schöne Stunden verbringen, kennen wir nicht die Gebräuche der verschiedenen Herkunftsländer. Es ist ein großer Unterschied, ob man einen Menschen als Tourist auf einer Reise kennenlernt, oder ob die Person in einem Gemeinderaum
völlig verloren vor einem steht und auf Hilfe angewiesen ist.

Deine Arbeit mit den Gruppen ist nun beendet. Wer ist denn für die noch bestehenden Gruppen der Ansprechpartner? An wen können sich Interessierte wenden, die aktiv werden oder bleiben wollen? Bedarf besteht ja nach wie vor.
Die bestehenden „Gemeinsam für Flüchtlinge“-Gruppen werden von den Beauftragten für politisch Verfolgte und Kriegsflüchtlinge ihrer Freikirche in den jeweiligen Vereinigungen weiter betreut. Sie sind auch die richtigen Ansprechpersonen für Interessierte, die noch nicht aktiv in der Flüchtlingsarbeit tätig wurden. Bundesweit ist Michael Götz vom Advent-Wohlfahrtswerk (AWW) eine gute Anlaufstelle. Er war der Leiter der Steuerungsgruppe „Gemeinsam für Flüchtlinge“ und bleibt der Beauftragte der Freikirche und des AWW für Flüchtlings- und Integrationshilfe.

Es war mir eine Freude und eine Ehre, den Helfern zur Seite zu stehen und ich wünsche ihnen weiterhin viel Kraft und Gottes Segen in ihrer Arbeit mit den wunderbaren Menschen, die zu uns nach Deutschland gekommen sind.

Start der „Aktion Kinder helfen Kindern!“ ungewiss

Die beliebte „Aktion Kinder helfen Kindern!“ ist dieses Jahr aufgrund der Corona-Pandemie gefährdet. Leider können wir im Moment noch nicht sagen, ob die Aktion im Herbst starten kann.
In dieser Mitmach-Aktion packen Kinder aus Deutschland für Kinder aus Osteuropa Weihnachtpäckchen. Diese werden mit LKW in die Zielländer transportiert. Damit zeigen wir den Kindern, dass wir an sie denken und zaubern ihnen ein Lächeln ins Gesicht. Allen Ehrenamtlichen in den Aktionsgruppen danken wir für ihren Einsatz und für ihre treue Unterstützung in den letzten Jahren! Wir müssen leider abwarten, wie sich die Pandemie weiter entwickelt.

Nach Beendigung jeder Aktion gibt es für die Aktionsgruppen ein Berichtsheft und eine DVD über die beschenkten Kinder und die Wirkung dieser Mitmach-Aktion. Die bestellten DVDs der letzten Aktion 2019/2020 sind von uns bereits an die Privatadressen ausgeliefert worden. Ein Berichtheft gibt dieses Jahr nicht.

Weitere Infos gibt es auf www.kinder-helfen-kindern.org. Dort finden Sie auch Video-Clips und Materialien für Schulen.

Über die aktuellen Entwicklungen halten wir Sie auf dem Laufenden!

Weniger ist mehr! CO²-Reduzierung bei ADRA

Die Auswirkungen des Klimawandels halten ADRA in der Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit auf Trab. Wir sind da, um Menschen nach ei­ner Katastrophe zu helfen und sie gegen künftige Naturkatastrophen zu wappnen. Auch in Deutschland ist ADRA nicht untätig. Wir unternehmen alle Anstrengun­gen, um möglichst klimaneutral zu wirtschaften. So haben wir auf unserem Gebäu­de in Weiterstadt eine Solaranlage installiert, mit der wir einen Großteil des Strombedarfs decken und über 23 Tonnen CO² jährlich einsparen. Dies entspricht in etwa dem Ausstoß an CO² eines Fluges von Frankfurt nach New York und zu­rück. Dennoch sind Flugreisen unser größter CO²-Treiber. Für den CO²-Ausstoß, den wir selbst nicht einsparen können, unterstützen wir ein Wiederauf­forstungsprojekt auf Madagaskar. ADRA ist deshalb einem internationalen Koh­lenstoffregister beigetreten. Nur so kann der ausgestoßene Kohlenstoff über CO²-Zertifikate kompensiert werden. Überzählige Zertifikate können am Markt gehan­delt werden. Fast getreu dem ADRA-Motto: Gutes Kaufen. Gutes Tun.

Im Klimawandel geben wir unser Bestes. Seien auch Sie Teil unserer Arbeit >> zum Spendenformular

Einladung zur Landessammlung

Mach mit bei unserer Landessammlung!
Die Landessammlung ist eine bundesweite Haustürsammlung, die Ehrenamtliche in ihrer Nachbarschaft durchführen. Unterstützt wird damit jedes Jahr ein bestimmtes Projekt von ADRA. 2019 ging eine großartige Summe in die Bildungarbeit nach Somalia. An alle Aktiven geht ein herzliches Dankeschön!

Eure Ergenisse aus dem Jahr 2019

Landessammlung 2020

Auch dieses Jahr ist das Thema Bildung im Fokus unserer Landessammlungen. Diesmal für unser Bildungsprojekt in Myanmar. Das Projekt richtet sich an Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie Schulen in 10 Bundesstaaten dieses asiatischen Landes. Insgesamt sind in den nächsten vier Jahren sowohl 400.000 Lehrkräfte und Schüler und Schülerinnen als auch 5000 Schulen Bestandteil der Förderungen. Dieses Projekt wird von drei ADRA Länderbüros gemeinsam mit der Europäischen Kommission (ECHO) finanziert. Dieser Einsatz wird das Leben vieler Menschen verbessern, denn
nach dem Ablauf der Projektzeit werden wir gemeinsam ein großartiges Ergebnis erzielt haben. Mit 21 Millionen Euro ist es das größte Projekt im ADRA Netzwerk. Der Anteil der EU liegt bei 20 Mio.€. Den Eigenanteil über 1 Mio.€ müssen die drei fördernden ADRA Büros aufbringen. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, dass dieses wunderbare Ziel erreicht wird.

Wenn ihr euch vertiefend über die Landessammlung informieren möchtet, klickt bitte hier:
https://adra.de/landessammlung-ist-doch-nichts-fuer-mich/

P.S. Die Einladungen zum Mitmachen werden noch im Mai direkt an Gemeinden/AWW Helferkreise geschickt. Ihr könnt euch aber auch gern direkt an uns wenden.
Kontakt: Liane Gruber, Tel. 06151 8115-55

Ukraine: Natalia hat ihre Angst überwunden

Natalia* gehört zu Hochrisikogruppe qua Alter. Sie ist 72 Jahre und lebt in der Nähe der Frontlinie auf ukrainischer Seite. Wie viele Menschen auch ist Natalia höchst verunsichert über die Corona-Pandemie. Sie hat Angst und schließt sich in der Wohnung ein. Sie nimmt keine Medikamente mehr und will noch nicht einmal die Lebensmittel annehmen, die ihre Tochter ihr bringt. Die Tochter Alina macht sich große Sorgen und bittet ADRA um Hilfe. Oksana, eine Psychologin von ADRA, nimmt mit Natalia telefonisch Kontakt auf. In einem einstündigen Telefonat klärt Oksana über das Virus auf und schafft es, dass Natalia wieder Lebensmittel und die lebenswichtigen Medikamente annimmt.

Die psychosoziale Betreuung findet während Corona digital statt.

Die Hintergründe der Angst von Natalia sind vielfältig. Sie selbst hat den Zweiten Weltkrieg nicht miterlebt, die entbehrungsreiche Zeit danach hat sie jedoch geprägt. Die Menschen waren häufig krank, der Mangel an Lebensmittel und Medizin war furchtbar. In dieser Zeit wurde Natalia zur Waisen, die Eltern starben an einer Infektionskrankheit. Die Angst davor hat sie seitdem nicht mehr losgelassen. Die Berichterstattung in den Medien über das Corona-Virus und die große Ungewissheit aufgrund der Kriegssituation, der sie ausgesetzt ist, hat die Angst nur verstärkt.

In den weiteren Sitzungen zeigt Oksana Techniken auf, mit denen sich das Stressniveau reduzieren und die Betroffenen beruhigen lassen. Natalia arbeitet mit Oksana weiter an ihren Ängsten und ihren schmerzhaften Erinnerungen. „Bald teilte Natalia uns die großartige Nachricht über ihren Erfolg mit – sie begann, Fenster und Balkon in ihrer Wohnung zu öffnen, und sie hat auch keine Angst, die Tür zu öffnen. Mit der großzügigen Unterstützung der deutschen Regierung, Aktion Deutschland Hilft und ADRA wird in der Ukraine weiterhin psychosoziale Unterstützung für die am stärksten gefährdeten Gruppen von Menschen in den von Konflikten und COVID-19 betroffenen Gebieten geleistet“ sagt Oksana mit Blick auf ihre Patientinnen und Patienten.

Das Projekt in der Ukraine wird unterstützt von Aktion Deutschland Hilft und dem Auswärtigen Amt
Das Team von ADRA in der Ukraine

*Name geändert, zum Schutz der Betroffenen.

Ostukraine: Corona-Virus entlang der ‚Kontaktlinie‘

Seit 2014 ist Bürgerkrieg in der Ostukraine. Seit dem Ausbruch des Konfliktes leistet ADRA Deutschland humanitäre Hilfe in den Gebieten Donezk und Luhansk. Im Dezember letzten Jahres wurde ein Projekt fortgesetzt, dass den humanitären Schutz, die psychosoziale Gesundheit, den Zugang zu Basisdienstleistungen und zu Trinkwasser der betroffenen Bevölkerung verbessert. Das Projekt richtet sich an insgesamt 13.900 Personen, vor allem ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen und Verletzte. Diese Gruppe ist auch besonders anfällig für die Ansteckung mit dem Corona-Virus. Deshalb sind besondere Maßnahmen und Umplanungen nötig.

In dem Projekt wird der Hygieneteil umgeplant. Anstatt jetzt Wasseraufbereitungsanlagen in geschlossenen Schulen zu bauen, bringen wir die Reinigungsmittel und das Wissen um die richtige Anwendung zu den Menschen nach Hause. Genauso verhält es sich mit den Krankentransporten. Anstatt Patientinnen und Patienten zum Arzt zu bringen, kommt nun das medizinische Personal zu den Kranken. Dadurch steigt natürlich der Aufwand, doch für die gefährdeten Personen ist es so sicherer.

Menschen, die in einer unsicheren Lage leben, wie die Menschen in der Ostukraine, sind einer besonderen psychischen Belastung ausgesetzt. Deshalb ist auch psychosoziale Betreuung ein wichtiger Faktor des Projekts. Doch wie kann eine Einzel- oder Gruppentherapiesitzung unter dem Corona-Virus stattfinden? Digital! Die Therapien werden umgestaltet und erweitert. Zum einen werden Kinder einbezogen und gleichzeitig Gewaltprävention (häusliche Gewalt nimmt aufgrund der Isolation zu) integriert.

Das Projekt wird durch das Auswärtige Amt und das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ unterstützt.