ADRA Deutschland e.V. unterstützt SOS Méditerranée bei der Rettung Schiffbrüchiger

Das Schiff MS Aquarius nimmt seine Arbeit im Mittelmeer wieder auf!

Weiterstadt und Berlin, 20. September 2018 – Die Organisation SOS Méditerranée ist mit der Aquarius zurück in internationalen Gewässern vor der libyschen Küste, um humanitäre Hilfe für Geflüchtete in Seenot zu leisten.

Nach einem regulären Crew-Wechsel in Marseille ist das Rettungsschiff Aquarius am Samstag, den 15. September erneut in internationale Gewässer vor der libyschen Küste aufgebrochen. Seit Dienstagabend befindet sich das Schiff nun im Rettungsgebiet, um Menschen auf ihrem Fluchtweg über das Mittelmeer vor dem Ertrinken zu retten. Die Aquarius, das von SOS Méditerranée und gemeinsam mit Ärzte ohne Grenzen betriebene Rettungsschiff, ist das derzeit einzige humanitäre Rettungsschiff im zentralen Mittelmeer.

SOS Méditerranée wird bei ihrem Einsatz aktiv von Mitgliedsorganisationen des Bündnisses „Aktion Deutschland Hilft“ unterstützt. Neben ADRA Deutschland e.V., Arbeiterwohlfahrt International e.V., Help – Hilfe zur Selbsthilfe e.V., Islamic Relief Deutschland e.V. solidarisieren sich ebenso das Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care, World Vision Deutschland e.V. sowie die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. mit SOS Méditerranée und verleihen der Forderung zur ungehinderten Rettung von Menschen aus Seenot weiter Nachdruck.Derzeit sterben im Mittelmeer so viele Menschen wie schon lange nicht mehr: Allein seit Beginn des Jahres sind 1.129 Menschen im zentralen Mittelmeer ertrunken. Der Monat Juni, in dem Italien die Häfen für private Rettungsschiffe schloss, war der tödlichste Monat seit fünf Jahren: fast 600 Menschen starben alleine in diesem Zeitraum.

Anlässlich der anhaltenden dramatischen Lage im zentralen Mittelmeer, welche nach wie vor die tödlichste Fluchtroute der Welt darstellt, stellt SOS Méditerranée erneut die Forderung an die europäischen Regierungen, endlich gemeinsam eine Lösung zur Rettung von Menschen im Mittelmeer zu finden.

„SOS Méditerranée schließt eine Lücke im Mittelmeer. Das Recht auf Leben darf nicht in Frage gestellt werden – das Mittelmeer ist kein rechtsfreier Raum,“ betont Christian Molke, geschäftsführender Vorstand von ADRA Deutschland e.V..

„Wir freuen uns, „Aktion Deutschland Hilft“, das Bündnis deutscher Hilfsorganisationen, in unserem Rücken zu wissen. Diese Unterstützung sendet ein wichtiges Signal: Dass in Zeiten, in denen die Zivilgesellschaft zunehmend unter Druck gesetzt wird, die deutschen humanitären Organisationen zusammenstehen, um die Würde und Menschlichkeit von Schutzsuchenden zu verteidigen“, so Verena Papke, Geschäftsführerin von SOS Méditerranée Deutschland.

>> Zur Projektbeschreibung der Zusammenarbeit des Konsortiums und SOS Méditerranée.

 

© Foto: Anthony JEAN/SOS Méditerranée

Humanitäre Hilfe für geflüchtete Menschen in Seenot

Mit der MS Aquarius hat die Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée seit Februar 2016 insgesamt 29.318 geflüchtete Menschen vor dem Ertrinken gerettet. ADRA unterstützt gemeinsam mit weiteren Hilfsorganisationen diese Arbeit und sichert den Betrieb des Schiffes sowie dessen Such- und Rettungseinsatz auf dem Mittelmeer. Damit setzt sich ADRA für die humanitäre Unterstützung notleidender Geflüchteter ein.

Das zentrale Mittelmeer ist die mit Abstand am häufigsten genutzte Fluchtroute nach Europa. Über den Seeweg versuchen Geflüchtete, ihr Ziel zu erreichen – zumeist von dem Transitland Libyen aus. SOS Méditerranée wurde 2015 gegründet, um auf die dabei dramatisch ansteigende Zahl von Todeszahlen im Mittelmeer zu reagieren. Die Organisation ist humanitären Grundprinzipien verpflichtet und von politischen Parteien und Konfessionen unabhängig.

Aktuell können nur noch vereinzelt Rettungsschiffe die Rettungszone befahren, was schwere Auswirkungen hat: In dem Zeitraum, in dem zivile Rettungsorganisationen durch das politische Klima in Europa daran gehindert waren, in der Such- und Rettungszone auf dem Mittelmeer zu sein, sind allein 829 Menschen gestorben. Diese Zahl, die im Juni und Juli 2018 zustande kam, entspricht der Hälfte all derer, die seit Jahresbeginn auf dieser Route ums Leben kamen.

Gemeinsam handeln – für Suche, Rettung und Schutz von Geflüchteten auf dem Mittelmeer

ADRA unterstützt gemeinsam mit einem Konsortium aus weiteren Mitgliedsorganisationen des Bündnisses Aktion Deutschland Hilft die Arbeit von SOS Méditerranée und der MS Aquarius auf dem Mittelmeer. Es ist Ziel des Projektes, zivile Such- und Rettungsaktionen im Mittelmeerraum durchzuführen und die Rechte der Geflüchteten durch Öffentlichkeitsarbeit zu stärken. Die Kooperationspartner sichern den Einsatz und den Betrieb der Aquarius sowie den Such- und Rettungseinsatz mit dem dazugehörigen Team auf See. Damit wird bewirkt, dass die Aquarius besser ausgestattet und somit die Leistungsfähigkeit für den Einsatz gestärkt wird. Darüber hinaus wird das Rettungsteam durch Trainings gezielt besser ausgebildet.

Die weiteren Mitglieder des Konsortiums, die gemeinsam SOS Méditerranée unterstützen, sind zur Zeit Arbeiterwohlfahrt International e.V., Help – Hilfe zur Selbsthilfe e.V., Islamic Relief Deutschland e.V., das Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care, World Vision Deutschland e.V. sowie die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V.

>> Zur gemeinsamen Pressemitteilung des Konsortiums und SOS Méditerranée anlässlich der Ausfahrt der Aquarius und der neuen Zusammenarbeit.

Projektlaufzeit: 01.07.-31.12.2018

Das Projekt wird gefördert von: 

Petition für die Rettung von Menschen in Seenot
Die Aquarius ist das einzig verbliebene Rettungsschiff im Mittelmeer. Und auch ihr Einsatz ist schwierig und dem Schiff wurde innerhalb eines Monats zweimal die Flagge aberkannt. Eine von SOS Méditerranée organisierte Petition fordert die Staaten Europas dazu auf, ihrer Pflicht nachzukommen, Menschen in Seenot zu retten, und es zivilen Seenotrettungsschiffen zu erlauben, ihren Einsatz so schnell wie möglich fortzusetzen. >> zur Petition (externe Seite)

Am 8. September ist Weltbildungstag

A-B-C – und dann? Der Weltbildungstag mahnt weltweite Missstände an: Etwa 750 Millionen Jugendliche und Erwachsene können nicht lesen und schreiben, fast zwei Drittel von ihnen sind Mädchen und Frauen. Dabei ist die Entwicklung des Einzelnen und der Gesellschaft ohne Bildung nicht möglich. Bildung ist ein Menschenrecht, für das ADRA sich stark macht!

Bildung fängt mit der Alphabetisierung von Kindern an. Jedoch sind einige Jahre Kindergarten und Grundschule nicht ausreichend, um sich für ein selbstbestimmtes Leben mit regelmäßigem und ausreichendem Einkommen zu wappnen. Die Förderung von Bildung ist in jedem Alter und Lebensabschnitt notwendig. Lebenslanges Lernen trägt zur Entwicklung des Einzelnen und zum Gelingen des Zusammenlebens bei. Innerhalb der Familie, des Dorfes, der Stadt, der Gesellschaft – wirtschaftlich, sozial und kulturell. Bildung und Armut hängen eng zusammen. Mangelnde Bildungsmöglichkeiten schwächen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Bildung ist der Schlüssel, materieller Verarmung entgegenzuwirken. Die Vereinten Nationen haben 2015 die Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Die dort vereinbarten Ziele sollen dazu beitragen, weltweit allen Menschen ein Leben in Würde, in Frieden und ohne Armut zu ermöglichen. Um diese 17 Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) zu erreichen, spielt Bildung eine essentielle Rolle. Bildung ist ein Schwerpunkt der Arbeit von ADRA. Frühkindliche Bildungsangebote, Grundschule, Sekundarschulbildung, Alphabetisierungskurse, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten fördert ADRA derzeit in Somalia, Äthiopien, Kenia, Albanien, Serbien, Thailand und Fidschi. Weitere Informationen zu den Projekten gibt es unter www.adra.de/projekte.

ADRA erhält Town & Country Stiftungspreis

Mit einem Sommercamp unterstützt ADRA Kinder aus Roma-Familien in Albanien. Es beinhaltet ein abwechslungsreiches Programm, bei dem Schulstoff wiederholt und an den Schwachstellen der Schüler gearbeitet wird. Zudem finden zahlreiche soziale und sportliche Aktivitäten statt. Für dieses Engagement wurde der Verein nun mit 1.000 Euro durch die Town & Country Stiftung gefördert.

Der ADRA Deutschland e.V. wurde 1986 gegründet und steht für Adventist Development and Relief Agency. Der Verein leistet Entwicklungs- und Katastrophenhilfe auf der ganzen Welt. Mit der Spende soll ein Sommer-camp für Roma-Kinder in Albanien unterstützt werden. Die Kinder erhalten ein abwechslungsreiches Programm, bei dem sie Schulstoff wiederholen und an ihren Schwachstellen arbeiten können. Zudem finden zahlreiche soziale und sportliche Aktivitäten statt. Ziel ist es, die Kinder weiterhin zu ermutigen, in die Schule zu gehen. Die Zahl der Schulabbrüche bei albanischen Roma-Kindern ist sehr hoch.

Michaela Sierra Lois, Botschafterin der Town & Country Stiftung, übergab den symbolischen Spendenscheck und sagte über das Projekt: „Durch das Sommercamp werden das Selbstbewusstsein und verschiedene Kompetenzen der Kinder gestärkt. Das ist ein wichtiger Grundstein, um sich in eine Gesellschaft integrieren zu können.“

Die Town & Country Stiftung vergibt 2018 zum sechsten Mal in Folge den Town & Country Stiftungspreis. Ein wesentliches Anliegen der Stiftung und der Botschafter ist die Unterstützung und Förderung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen. Das soziale Engagement aller Mitarbeiter und Ehrenamtlichen von ADRA Deutschland e.V. verhelfen den Betroffenen zu mehr Chancengleichheit.

Der 6. Stiftungspreis beinhaltet Spenden in einer Gesamthöhe von fast 600.000 Euro. Es werden 500 Einrichtungen, die die Auswahlkriterien erfüllen, mit jeweils 1.000 Euro gefördert. Aus allen nominierten Projekten wählt eine unabhängige Jury das herausragendste Projekt pro Bundesland, welches mit einem zusätzlichen Förderbetrag von 5.000 Euro prämiert wird. Die Auszeichnung findet im Herbst 2018 anlässlich der Town & Country Stiftungsgala statt.

ADRA setzt sich für Betroffene der Waldbrände in Griechenland ein

Mit einer Sammelaktion startete ADRA vergangene Woche kurzfristig die Hilfsmaßnahmen für die Betroffenen der Waldbrände in Griechenland – und traf auf große Resonanz in der Bevölkerung. Seither ist viel passiert. Die Verteilung von Hilfsgütern, Einrichtung einer Not-Apotheke sowie Koordination der Hilfsmaßnahmen sind nur einige der Aufgaben, die das Team vor Ort bewältigt.

Die verheerenden Waldbrände nahe der griechischen Hauptstadt Athen haben in der der vergangenen Woche mehr als 90 Menschen das Leben gekostet. Die enorme Trockenheit sowie die starken Winde führten dazu, dass sich die in unbewohnten, ländlichen Gegenden ausgebrochenen Feuer schnell ausbreiteten und ganze Ortschaften niederbrannten.

ADRA war als eine der ersten Hilfsorganisationen vor Ort, um den Bedarf an notwendigen Hilfeleistungen sowie das Ausmaß der Schäden festzustellen. Dabei zählte das Team rund 1.600 stark beschädigte bis gänzlich zerstörte Häuser sowie mehr als 320 ausgebrannte Fahrzeuge. Anwohner waren sowohl zu Fuß als auch per Auto vor den Flammen geflohen – teilweise waren Fluchtwege durch zurückgelassene Fahrzeuge blockiert, die in Panik verlassen worden waren. Auch waren Menschen aufs Meer hinausgeschwommen, um sich in Sicherheit zu bringen.

Bevölkerung und Hilfsorganisationen sind gemeinsam aktiv

Wie zuletzt berichtet reagierte ADRA Griechenland mit einer kurzfristigen Spendensammlung in Katerini, bei der Anwohner dazu aufgerufen waren, Nahrungsmittel, Trinkflaschen, Windeln und weitere erste Hilfsgüter zu spenden. Der Aufruf traf auf große Resonanz in der Bevölkerung und es kamen rund 240 Kisten zusammen, die von ADRA in die betroffenen Gegenden gebracht werden konnten.

Ein Team von Freiwilligen war darüber hinaus in den ersten Tagen nach den Bränden im Einsatz, um Unterstützung zu leisten und einen Plan für die zu treffenden Hilfsmaßnahmen zu entwickeln. Dieses Team war vor allem für die Logistik einer Lagerhalle für Notfallgüter zuständig – sowie bei der Errichtung einer Not-Apotheke in ebendieser. Die Gruppe, die aus Krankenpflegepersonal, einem Psychologen, logistischen Hilfskräften, einem Anwalt sowie als Leitung fungierendem Verwaltungspersonal besteht, war als Ersthelfer vor Ort und besuchte darüber hinaus in den Folgetagen des Feuers die Betroffenen in ihren vorübergehenden Unterkünften.

ADRA arbeitet eng mit weiteren Hilfsorganisationen und den lokalen Behörden zusammen, um die Hilfe zu koordinieren.

 

Ein neuer Schulhof für Kinder in Albanien

Bei starken Regenfällen steht der Schulhof der nordalbanischen Schule „Hajdar Hoxha“ regelmäßig wochenlang unter Wasser. Schüler und Lehrer können hierdurch das Gebäude nicht betreten und der Unterricht fällt aus. ADRA saniert den Hof, damit wieder durchgängig Unterricht stattfinden kann.

In der Region Kruja im Norden Albaniens unterstützt ADRA Kinder aus marginalisierten Bevölkerungsgruppen dabei, besser in das Bildungssystem integriert zu werden. Lehramtsstudierende bieten Zusatzunterricht für die Kinder an und widmen sich möglichen Lernschwierigkeiten. Eine der Schulen, in denen ADRA dieses Projekt durchführt, ist die Schule „Hajdar Hoxha“ im Dorf Larushk, 18 Kilometer nördlich von der Hauptstadt Tirana gelegen. Sie hat zehn Klassenräume sowie einen Kindergarten und wird von insgesamt 300 Kindern von sechs bis 16 Jahren bzw. drei bis fünf Jahren besucht. Die Schule ist eine der ärmsten Schulen in der Gegend. Ihr Schulhof ist in einem sehr schlechten Zustand und wird bei starken Regenfällen schnell überflutet. Damit ist es für Schüler, Lehrer und Eltern unmöglich, in das Gebäude zu kommen. Der Unterricht fällt aus – ein Zustand, der mehrere Wochen andauern kann.
Da der Boden des Schulhofs außerdem ungleichmäßig und mit Löchern übersät ist, fehlt es auch an einem angemessenen und sicheren Sport- und Pausengelände. Aus Platzmangel können die Kinder auch nicht in das Innere des Schulgebäudes für ihre Sportaktivitäten ausweichen.

Eine neue Bepflasterung, Lindenbäume sowie Sitzbänke für den Schulhof

Um den Zugang zur Schule und somit die Bildung der Kinder sicherzustellen, saniert ADRA den Schulhof der „Hajdar Hoxha“-Schule. Dazu gehört unter anderem das Bepflastern des Hofes, das Begrünen der Böschung, das Pflanzen von Lindenbäumen sowie die Installation von Bänken, kleinen Abfalleimern und mehr. Eine Drainage sorgt für die Nachhaltigkeit des Projektes: So wird der Bereich vor der Schule nicht mehr überflutet und die Kinder können ihn bei jeder Wetterlage betreten. Gleichzeitig profitieren die Schüler von einem besseren Lernumfeld, da der Schulhof für Sport und die Pausenzeiten genutzt werden kann und sie sich infolgedessen im Unterricht besser konzentrieren können. Weitere Maßnahmen, um das Lernumfeld zu verbessern, sind geplant.

 

Projektlaufzeit: 01.03.18 – 31.08.18

ADRA leistet Nothilfe in der Ost-Ukraine

Seit mehr als drei Jahren leiden die Menschen in der Ost-Ukraine unter kriegerischen Auseinandersetzungen. Über 10.000 Personen wurden bisher getötet und weit mehr als 20.000 Menschen verwundet. Viele Häuser sind beschädigt oder vollzählig zerstört und auch die Infrastruktur hat Schaden genommen. ADRA hilft in den Regionen Donezk und Luhansk mit Reparatur- und Nothilfemaßnahmen.

Die Gefechte in der Ost-Ukraine betreffen das gesamte Land, zirka 1,6 Millionen Binnenflüchtlinge sind unterwegs auf der Suche nach Schutz, Nahrung und Wasser. Der nicht endende bewaffnete Konflikt hat etlichen Menschen das Zuhause genommen. 17.000 Häuser wurden seit Beginn der Krise beschädigt. Viele Gebäude sind unbewohnbar oder bieten keinen Schutz mehr vor Kälte und Witterung. Das ist gerade im Winter lebensbedrohlich. Die Menschen sind gezwungen, mit der ganzen Familie im Keller unterzukommen, sich zu verstecken oder in den Ruinen auszuharren. Und das nicht nur vorübergehend. Die eingeschränkte Infrastruktur fördert Mangel an allem Lebensnotwendigem wie Nahrung, Trinkwasser, Strom, Heizmaterial, Hygieneartikel und ausreichend Gesundheitsversorgung. Menschen, die auf engem Raum ohne ausreichend Wasser und Hygienematerialien zusammenleben, sind für Krankheiten stark anfällig und Infektionen breiten sich schnell aus. Ein normales Leben für Kinder gibt es nicht. Die Kinder können nur unregelmäßig die Schulen besuchen, 55 Bildungseinrichtungen in der Ost-Ukraine sind nicht mehr funktionstüchtig. Bis heute halten regelmäßige Schusswechsel an. Viele Kinder und Erwachsene sind traumatisiert.

Reparatur von Häusern

Die Bewohner der am stärksten betroffenen Regionen Donezk und Luhansk werden von ADRA unterstützt, damit sie im wahrsten Sinne des Wortes wieder ein Dach über dem Kopf haben und ihre Familien vor der kalten Jahreszeit schützen können. ADRA stellt das benötigte Material für Bauarbeiten an den Dächern und Fassaden zur Verfügung und führt gemeinsam mit den Betroffenen Instandsetzungs- und Isolationsmaßnahmen durch. Die Haushalte werden mit Heizmaterial versorgt. Ein anderer wichtiger Aspekt dieses Projektes ist die Hilfestellung bei der Überwindung der Kriegserlebnisse, vor allem bei Kindern. Mobile psychologische Teams leisten psychosoziale Hilfe und betreuen Kinder und Jugendliche an Schulen. Es werden kinderfreundliche Schutzräume eingerichtet, sogenannte Child-Friendly-Spaces, um den Kindern ein wenig Normalität zum ungestörten Spielen und Lernen zurückzugeben. Verschiedene therapeutische Angebote und Massagen fördern die Überwindung der Traumata. Bilder von brennenden Häuser, Granateneinschläge und der Verlust von Familienangehörigen wirken lange. 50 Psychologen und Sozialarbeiter werden ausgebildet, um Überwindungsstrategien bei traumatischen Erlebnissen zu vermitteln.

 

Projektlaufzeit: 01.10.17 – 30.09.19

Das Projekt wird gefördert durch