Neue Ausbildungschancen durch erneuerbare Energien in Äthiopien

Neue Ausbildungschancen durch erneuerbare Energien in Äthiopien dank ADRAMehr als 105 Millionen Menschen bevölkern das Land am Horn von Afrika, vor zehn Jahren waren es noch 80 Millionen. Viele Kinder und Jugendliche wachsen in Armut auf und ohne Perspektiven. Rund die Hälfte der Äthiopier sind jünger als 18 Jahre. Jedes Jahr drängen fast drei Millionen Jugendliche auf den Arbeitsmarkt.

Diese Zahlen und der anhaltende Klimawandel stellen das Land, in der die Mehrheit von der Agrar- und Viehwirtschaft lebt, vor neue Herausforderungen. Viele Jugendliche müssen sich beruflich umorientieren; allerdings mangelt es an Arbeitsplätzen. ADRA nutzt die Chancen der erneuerbaren Technologien und bildet Jugendliche für Berufe in diesem neuen Sektor aus – ob im Vertrieb, der Montage oder der Wartung. Von dem Ausbildungsmodell profitieren 2.200 Auszubildende und es werden 30 Berufsschullehrer dafür geschult. Das Projekt richtet sich vor allem an benachteiligte Jugendliche, die bereits die Schule abgeschlossen haben und ohne Arbeit sind.

Dieses Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Gemeinschaftliche Unterstützung für mongolische Kleinbauern und Hirten

Die Bewohner der mongolischen Provinz Selenge leben vor allem von der Landwirtschaft. Doch die Saison ist nur kurz und die Produktivität niedrig. Partnerschaften mit unterschiedlichen Organisationen und Akteuren verbessern die Beschäftigungssituation und das Wohlergehen der Kleinbauern.

„Kornkammer der Mongolei“ wird die Provinz Selenge genannt – Landwirtschaft ist die wesentliche Lebensgrundlage der Bevölkerung. 29,8 Prozent der Beschäftigung entfallen allein auf diesen Sektor. Allerdings ist die die Produktion stark saisonabhängig und auf die kurze Sommerzeit von 90 Tagen begrenzt. Das Beschäftigungspotenzial im Agrarsektor wird nicht ausgeschöpft, da die Produktivität im Gemüsebau noch gering ist und nur die Hälfte der gesamten Anbaufläche bewirtschaftet wird. Die steigende Nachfrage nach Produkten aus biologischer Landwirtschaft stellt ein großes Potenzial für die mongolischen Landwirte dar, das jedoch nicht ausgeschöpft werden kann, da durch mangelnde Zertifizierungen und Kontrollen ein Misstrauen gegenüber Bio-Produkten herrscht.

Die in Genossenschaften organisierten Bauern und Hirten stehen somit vor strukturellen Herausforderungen, die aus eigener Kraft nicht zu bewältigen sind. Dies sind beispielsweise der Zugang zu Marktinformationen und Finanzierungen, die Kapazitätsbeschränkung der Genossenschaften und der Mangel an fachlicher Beratung. Aus diesem Grund haben sie Unterstützung erbeten durch ein Netzwerk an Partnern, wie Regierung, Nichtregierungsorganisationen, Privatsektor und Forschungseinrichtungen. ADRA wird alle identifizierten Partner in einer Multi-Akteurs-Plattform zusammenbringen und begleitet als Vermittler den Prozess zu einer Bio-Zertifizierung.

Verbesserte Beschäftigungssituation und Einkommen für 3.608 Kleinbauern

Ziel des Projektes ist es, die Beschäftigungssituation von 3.608 Kleinbauern in der Provinz Selenge zu verbessern und ihr wirtschaftliches Wohlergehen sicherzustellen. Indirekt profitieren etwa 106.000 Menschen von dem Projekt, indem in der Gegend verbesserte Produkte von Genossenschaften und Kleinunternehmen angeboten werden, und indem zertifizierte Bio-Lebensmittel verfügbarer werden. Dies wird durch Multi-Akteurs-Partnerschaften erreicht, also einem Netzwerk aus verschiedensten Partnern wie Regierung, Nichtregierungsorganisationen und Forschungseinrichtungen.

Zum einen wird mehr Dialog zwischen den Partnern erreicht, um zu einer ökologischen Landwirtschaft hinzuführen. Wissenschaftliche Studien werden durchgeführt und der Austausch zwischen den Genossenschaftsverbänden verstärkt, um den Bauern zu mehr Informationen über Markt und Produkte zu verhelfen. Wichtige Entscheidungsträger unterstützen die Umsetzung des ökologischen Landbaus vor Ort.

Die Produktionskapazitäten von 30 Genossenschaften werden zum anderen nachhaltig diversifiziert und erhöht. Durch neue biologische Anbaumethoden können die Bauern Bio-zertifiziert werden und sie erhalten Aus- und Weiterbildungen in diesem Bereich. Um ihre Saisonabhängigkeit zu reduzieren, werden weitere Einkommensmöglichkeiten ermittelt.

Ein dritter Aspekt des dreijährigen Projektes ist der verbesserte Marktzugang von 30 Genossenschaften durch den Aufbau von Partnerschaften, zum Beispiel zu Supermärkten, Restaurants etc. – auch außerhalb der Saison. Die gemeinsame Vermarktung der Produkte in Primärgenossenschaften wird gefördert und somit gestärkt.

Projektlaufzeit: 01.09.2018 – 31.07.2021

Dieses Projekt wird gefördert durch 

Neue Ausbildungschancen für junge Äthiopier

Eine hohe Anzahl an Jugendlichen ist in den äthiopischen Regionen Oromia und Tigray ohne Beschäftigung. Gleichzeitig bietet der neue Bereich erneuerbare Energien große Chancen. ADRA führt ein neues Ausbildungsmodell ein, das 2.200 Jugendliche für Aufgaben in dem Sektor befähigt.

Die Hälfte der äthiopischen Bevölkerung ist 18 Jahre und jünger. Damit drängt jedes Jahr eine hohe Zahl an Jugendlichen auf den Arbeitsmarkt – der nicht genügend Jobs bietet. Sofern sie dennoch eine Beschäftigung finden, ist diese oft schlecht bezahlt. Gleichzeitig entsteht mit dem Sektor der erneuerbaren Energien ein neues Feld mit hohem Potenzial für das Land. Bislang gibt es jedoch kaum Ausbildungsmöglichkeiten für diesen Bereich.

Ziel des dreijährigen Projektes ist es, den Jugendlichen in den Regionen Oromia und Tigray die Möglichkeit zu einem Einkommen und Perspektiven zu geben, indem ein neues Ausbildungsmodell im Bereich erneuerbare Energien geschaffen wird. Es wird in vier Berufsschulen eingeführt, so dass insgesamt 2.200 Jugendliche davon profitieren. Dabei geht es um den Vertrieb, die Montage, Wartung und Instandhaltung von erneuerbaren Technologien. Außerdem werden die jungen Äthiopier durch Arbeitsvermittlung und auch bei der Gründung von Kleinstunternehmen gefördert.

Das Projekt richtet sich dabei vor allem an benachteiligte Jugendliche, die bereits die Schule abgeschlossen haben und ohne Arbeit sind. Auch ihre Familien profitieren durch die Ausbildung, da davon ausgegangen wird, dass sie zum Lebensunterhalt der Familien beitragen werden, sobald sie eine Anstellung gefunden haben. Darüber hinaus werden 30 Berufsschullehrer für den Bereich erneuerbare Energien ausgebildet.

 

Projektlaufzeit: 1.10.2018 – 31.12.2021

Dieses Projekt wird gefördert durch 

Welttag der Armen am 18. November

Das Leitwort des diesjährigen katholischen Welttages der Armen steht in Psalm 34 Vers 7: „Da rief ein Armer und der Herr erhörte ihn.“ In diesem Bibelwort steckt die Aufforderung an uns, in unserem Umfeld genauer hinzusehen, den Mitmenschen in seiner
Situation anzusehen und der Not des Nächsten zu begegnen.

Die Welt mit Extremen wie Armut und Ungerechtigkeit nicht aus den eigenen Sichtfeld auszublenden, dazu lädt dieser Gedenktag ein. Das Wahrnehmen und Ernstnehmen der Not des anderen und ihr und ihm in Mitmenschlichkeit und Liebe zu begegnen und zu unterstützen, daran sollen wir Menschen uns gegenseitig ermutigen. Damit das Leben in Würde wieder aufgenommen und fortgeführt werden kann. Damit ein Stück Gerechtigkeit wiederhergestellt wird. Durch das persönliche Engagement wird das Mitfühlen sichtbar gemacht. Jeder nach seinen Möglichkeiten. Damit Menschen wieder Hoffen können und ihre Not gelindert wird, dafür setzen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom weltweiten ADRA-Netzwerk ein.
Unterstützen Sie uns dabei mit Ihrer Spende! Danke! >> ZUM SPENDENFORMULAR


ADRA setzt sich in verschiedenen Projekten weltweit gegen Armut und ihre Auswirkungen ein. So zum Beispiel auch in

  • Äthiopien: Mit einer Ausbildung im Bereich erneuerbare Energien können sich junge Arbeitslose langfristig ein Einkommen für sich und ihre Familien sichern. >> ZUM PROJEKT
  • Afghanistan: Aufgrund der langanhaltenden Konflikte des Landes sind viele Menschen auf der Flucht und benötigen Nahrungsmittel und Heizmaterialien gegen den eisigen Winter. >> ZUM PROJEKT

Bessere Perspektiven für Flüchtlinge aus Myanmar

In den Camps entlang der thailändischen Grenze zu Myanmar leben seit Jahren Flüchtlinge aus Myanmar. Weil die Flüchtlinge als illegale Einwanderer angesehen werden, dürfen sie die Camps nicht verlassen. Durch berufliche Schulungen stärkt ADRA speziell Jugendliche und junge Erwachsene, um sich eine selbstständiges Leben aufbauen zu können.

Entlang der thailändischen-myanmarischen Grenze befinden sich mehrere Camps, die von Flüchtlingen aus Myanmar bewohnt werden. Viele von ihnen sind bereits dort aufgewachsen und weil es ihnen an Bildung fehlt, ist ein selbstbestimmtes Leben außerhalb der Camps kaum möglich. Dabei könnten sie wieder in ihre Heimat zurückkehren, denn dort hat sich die politische Situation mittlerweile gebessert. Daher bietet ADRA Jugendlichen und jungen Erwachsenen technische Berufsausbildungen an und vermittelt zukunftsbringende Fertigkeiten, die sie benötigen, um ein selbstständiges Leben außerhalb der Camps führen zu können. Dabei wird außerdem ein Netzwerk zwischen Flüchtlingen und Rückkehrern, Gastkommunen, dem privaten Sektor sowie Regierungsinstitutionen entwickelt und gestärkt.

Seit Projektbeginn gehören Praktika in Thailand und Myanmar zu den Ausbildungsmaßnahmen. Ab Januar 2019 kommen betriebswirtschaftliche Trainings für 360 Frauen und vorbereitende Kurse für einen Neuanfang in Myanmar dazu. ADRA vergibt 40 Förderungen für Unternehmerinnen und Unternehmer zur Gründung eigener Geschäfte oder Kleinunternehmen. Außerdem werden Zentren in den Camps organisiert, in denen Räume für eigene Läden und Geschäfte zur Verfügung stehen.

Zielgruppe des Projekts sind die 97.496 Einwohner der neun Flüchtlingscamps entlang der thailändisch-myanmarischen Grenze.

Projektlaufzeit: 01.01.2017-31.12.2020

Dieses Projekt wird gefördert durch 

Kooperativen bringen Ernährungssicherheit und Einkommen

Bereits seit über 15 Jahren ist ADRA Deutschland in der Mongolei aktiv, denn das raue Klima sowie die hohen Arbeitslosenzahlen führen zu großer Armut im Land. ADRA ergriff als eine der ersten Hilfsorganisationen die Initiative, um den Menschen in der Mongolei zu helfen. Derzeit unterstützt ADRA einen Genossenschaftsverband, bestehend aus 15 Kooperativen, die sich in der Provinz Zavkhan, einer der ärmsten Provinzen des Landes, befinden.

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Die Mongolei wir immer wieder von sogenannten Dsuds mit Temperaturen von bis -50 Grad heimgesucht. Dsud ist die mongolische Bezeichnung für einen sehr schneereichen Winter, der es den Viehherden erschwert, Futter zu finden. Viele Tiere sterben aufgrund von Hunger und Kälte. Nomaden, die mit ihren Viehherden in der mongolischen Steppe leben, sind am stärksten von den Dürren und Winterstürmen betroffen. Die Tiere sind ihr wichtigste Nahrungsquelle und ihr Verlust stürzt sie in Not und Armut.

 

Lebensgewohnheiten mussten umgestellt werden

Um eine langfristige Veränderung für die Menschen zu erreichen, startete ADRA ein umfassendes Hilfsprogramm. Ziel ist es, die Lebensgewohnheiten der Menschen langfristig an das sich verändernde Klima anzupassen und ihnen neue Zukunftsperspektiven zu bieten. Das geschieht mit Hilfe so genannter Kooperativen, die Ernährungssicherheit und Einkommen in Zukunft gewährleistet sollen. Dazu mussten die Menschen aber erst lernen, Landwirtschaft zu betreiben. Sie lernten Gemüse anzubauen, zu verarbeiten, zu lagern und haltbar zu machen. Sie pflanzten Viehfutter an, bauten Brunnen und Gewächshäuser. Gerade Gewächshäuser sind in den kalten Regionen der Mongolei wichtig, denn der Permafrostboden taut nur für kurze Zeit oberflächlich auf.

Neue Zukunftsperspektiven für Nomaden

Mittlerweile haben sich die Kooperativen zu erfolgreichen Betrieben entwickelt, die Land-, Viehwirtschaft und andere Geschäfte betreiben. Erzeugnisse wie Gemüse, Milch, Getreide, Tee, Kräuter und Wolle werden verarbeitet und regional verkauft. Allerdings müssen die Betriebe sich noch weiterentwickeln, um verschiedene Absatzmärkte optimal bedienen zu können. Deswegen unterstützt ADRA den Genossenschaftsverband sowie die Kooperativen auf ihren Weg zur weiteren Professionalisierung und Nachhaltigkeit. Die Maßnahmen umfassen Aspekte wie Produktentwicklung, Verpackung, Markenbildung und Vertrieb, um den Absatzmarkt auf regionaler und nationaler Ebene zu erweitern. Neu gebildete Gewerkschaften werden zukünftig die Aufgaben von ADRA übernehmen, die Kooperativen mit Trainings unterstützen und sie gegenüber Großhändlern vertreten.

Durch dieses Projekt werden die Kooperativen in die Lage versetzt, ihre Geschäfte selbstständig und erfolgreich alleine weiterzuführen. So erlangen die in der Vergangenheit vor allem von der Viehwirtschaft abhängigen Menschen eine gute Zukunftsperspektive und zunehmende Unabhängigkeit. Insgesamt profitieren in diesem Projekt 31.226 Menschen durch die Arbeit von ADRA.

InformationMONGOLEI
Einwohnerzahl: 3.2 Mio, (Stand 2019)
Fläche: 1.564.116 km²

Das Projekt “Kooperativen bringen Ernährungssicherheit und Einkommen” wird gefördert von: 

Aktion Deutschland Hilft mit ADRA

PROJEKTLAUFZEIT: 01. September 2016 bis 31. August 2017

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