Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

So lautet das sechszehnte der 17 Ziele für eine nachhaltige Ent­wicklung, welche 2015 von allen Mitgliedsstaaten der Vereinten Na­tionen bestimmt wurden. Bei diesem Ziel geht es unter anderem darum, Korruption zu bekämpfen. Denn Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen kann es nur in einer korruptionsfreien Gesell­schaft geben. Dies ist jedoch nicht so einfach, denn der Begriff Kor­ruption „ist so undurchsichtig wie die Strukturen, in denen Korruption gedeiht.“ (Transparency International). Bildung spielt in diesem zu­sammehang eine zentrale Rolle, denn eine chancengerechte und hochwertige Bildung gibt Menschen die Chance auf ein besseres Le­ben und ermöglicht die Weiterentwicklung eines Landes und der dar­in lebenden Gesellschaft. Auch die Korruption wird verringert, wenn Menschen eine Perspektive und die Möglichkeit auf eine sichere Zu­kunft bekommen. ADRA setzt sich weltweit dafür ein, die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung umzusetzen und gegen Korruption vor­zugehen. Bildungsprojekte setzt ADRA derzeit in Myanmar, Thailand, Fidschi, Somalia, Äthiopien und Serbien um.

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Naw Eh Khu Paw träumt von einem eigenen Restaurant

ADRA unterstützt Geflüchtete aus Myanmar in einem thailändischen Flüchtlingslager. Sie erhalten eine Berufsausbildung, mit der sie sich selbstständig machen oder eine Arbeit finden können. Eine von ihnen ist die alleinerziehende Mutter Naw Eh Khu Paw.

Naw Eh in der Küche ihre Restaurants

Die zweifache Mutter Naw Eh stammt aus der Region Bago (Myanmar) und lebt im Flüchtlingslager Umphien (Thailand). Dorthin ist sie geflohen, nachdem ihr Vater im Bürgerkrieg in Myanmar getötet wurde und ihre Mutter an einem Herzleiden verstarb. Auch ihre Ehe ging in die Brüche, so dass sich Naw Eh nun allein um die beiden Kinder kümmert. 

Naw Eh ist eine ungelernte Arbeiterin und hielt sich und ihre Familie über Wasser, indem sie Lebensmittel und Snacks auf der Straße verkaufte. Diese Arbeit machte sie krank und sie konnte damit nicht weitermachen, wusste nicht, wie sie ihre Kinder künftig ernähren und in die Schule schicken soll. 

In dem Flüchtlingslager, in dem Nah Eh mit ihren beiden Kindern lebt, wird ein Ausbildungsprogramm angeboten, finanziert aus Spenden und mit der Unterstützung der Europäischen Union. Naw Eh hat sich dafür beworben und wurde angenommen. Sie möchte Köchin werden. 

Während der Ausbildung lernt Naw Eh die wirtschaftlichen Grundlagen, für KleinunternehmerInnen, aber auch Kochen, Backen und Lebensmittelkunde. Noch während der Ausbildung eröffnet die fleißige Mutter ein erfolgreiches kleines Restaurant. Im Lager übernimmt sie das Catering für Schulungen, Meetings und Feierlichkeiten.

Alles lief gut, doch dann kam die Corona-Krise auch im Lager Umphien an. 

Das Lager wurde abgeriegelt, es kamen keine Aufträge mehr rein, genauso wie niemand mehr in das Lager hinein oder heraus kam. Naw Eh musste ihr Geschäft schließen und konnte erst vor Kurzem wieder öffnen. Sie verdient immer noch weniger als zuvor. Doch ist sie in der glücklichen Situation wenigstens etwas Geld zu verdienen. Vielen Bewohner des Lagers geht es nicht so gut.

Dank der Ausbildung, die Naw Eh absolvierte, verdient sie jeden Monat genug Geld, um etwas für Anschaffungen zu sparen und ihre Kinder in die Schule zu schicken. Sie träumt davon irgendwann ihr eigenes Restaurant mit Angestellten zu eröffnen. Irgendwann, außerhalb des Flüchtlingslagers.

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Zukunft sichern durch Ausbildungsangebote in Thailand

Zukunft sichern durch Ausbildungsangebote in Thailand dank ADRA„Für uns Flüchtlinge aus Myanmar ist die Situation in Thailand hoffnungslos. Wir haben nahezu keine Rechte. Viele sind hier im Camp geboren und aufgewachsen, aber ohne Ausbildung ist ein selbständiges Leben außerhalb des Camps nicht möglich. Dank der Europäischen Union und ADRA habe ich an einem Grund- und Aufbaukurs für Friseure teilnehmen können. Ich habe viel gelernt und mich mit einem eigenen Salon selbständig gemacht. Jetzt muss ich mir keine Sorgen mehr machen, weil ich ein regelmäßiges Einkommen habe.“ Se Bae Win weiß, dass sie ihren Beruf einsetzen kann, in welchem Land sie auch leben wird. ADRA fördert in neun Flüchtlingscamps entlang der thailändisch-myanmarischen Grenze mit Bildungsangeboten Fertigkeiten für ein selbstbestimmtes Leben zu erwerben und schafft damit Perspektiven für die Zukunft.

Wenn Sie auch unsere Bildungsprojekte unterstützen möchten, dann können Sie dies mit einer Spende unter dem Kennwort „BILDUNG“ auf https://adra.de/spendenformular/ tun.

Dieses Projekt wird unterstützt von der Europäischen Union.

Bessere Perspektiven für Flüchtlinge aus Myanmar

In den Camps entlang der thailändischen Grenze zu Myanmar leben seit Jahren Flüchtlinge aus Myanmar. Weil die Flüchtlinge als illegale Einwanderer angesehen werden, dürfen sie die Camps nicht verlassen. Durch berufliche Schulungen stärkt ADRA speziell Jugendliche und junge Erwachsene, um sich eine selbstständiges Leben aufbauen zu können.

Entlang der thailändischen-myanmarischen Grenze befinden sich mehrere Camps, die von Flüchtlingen aus Myanmar bewohnt werden. Viele von ihnen sind bereits dort aufgewachsen und weil es ihnen an Bildung fehlt, ist ein selbstbestimmtes Leben außerhalb der Camps kaum möglich. Dabei könnten sie wieder in ihre Heimat zurückkehren, denn dort hat sich die politische Situation mittlerweile gebessert. Daher bietet ADRA Jugendlichen und jungen Erwachsenen technische Berufsausbildungen an und vermittelt zukunftsbringende Fertigkeiten, die sie benötigen, um ein selbstständiges Leben außerhalb der Camps führen zu können. Dabei wird außerdem ein Netzwerk zwischen Flüchtlingen und Rückkehrern, Gastkommunen, dem privaten Sektor sowie Regierungsinstitutionen entwickelt und gestärkt.

Seit Projektbeginn gehören Praktika in Thailand und Myanmar zu den Ausbildungsmaßnahmen. Ab Januar 2019 kommen betriebswirtschaftliche Trainings für 360 Frauen und vorbereitende Kurse für einen Neuanfang in Myanmar dazu. ADRA vergibt 40 Förderungen für Unternehmerinnen und Unternehmer zur Gründung eigener Geschäfte oder Kleinunternehmen. Außerdem werden Zentren in den Camps organisiert, in denen Räume für eigene Läden und Geschäfte zur Verfügung stehen.

Zielgruppe des Projekts sind die 97.496 Einwohner der neun Flüchtlingscamps entlang der thailändisch-myanmarischen Grenze.

Projektlaufzeit: 01.01.2017-31.12.2020

Dieses Projekt wird gefördert durch 

Internationaler Tag gegen Menschenhandel

Schulveranstaltung gegen Menschenhandel in Thailand
Schulveranstaltung gegen Menschenhandel
Am 30.07. findet der „Internationale Tag gegen Menschenhandel“ statt. Es ist ein wichtiger Tag, denn Menschenhandel ist kein Relikt vergangener Tage. Tatsächlich boomt das Geschäft mit der Handelsware Mensch mehr denn je. Es wird geschätzt, dass 20 Millionen Menschen weltweit Opfer von Menschenhändlern geworden sind und systematisch ausgebeutet werden. Somit ist Menschenhandel kein isoliertes Problem, sondern betrifft jeden Kontinent und die meisten Länder dieser Erde.

Die erste international anerkannte Definition für Menschenhandel wurde im Jahr 2000 im sogenannten „Palermo-Protokoll“ der Vereinten Nationen festgehalten. Es handelt sich demnach um die Ausbeutung einer Person gegen ihren Willen durch eine andere Person mithilfe verschiedener Mittel, wie zum Beispiel Androhung von Gewalt, Täuschung, Betrug oder Missbrauch.

Florierendes Geschäft mit menschlichem Leid

Menschenhandel ist ein florierendes Geschäft, welches das Leid vieler Menschen billigend in Kauf nimmt. So hat sich seit Mitte der neunziger Jahre der weltweite Menschenhandel mehr als vervierfacht und gilt nach einer Untersuchung von Europol als das Verbrechen mit der höchsten Zuwachsrate.

Die Ausbeutung hat verschiedene Dimensionen und reicht von Zwangsarbeit über Sklaverei bis hin zur sexuellen Ausbeutung. Dabei ist die sexuelle Ausbeutung laut des aktuellen Global Reports des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) die meist identifizierte Form des Menschenhandels weltweit.

Mehr als die Hälfte aller Opfer des Menschenhandels stammen laut einer Untersuchung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) aus dem südostasiatischen Raum, weswegen Südostasien als internationale Drehscheibe des Menschenhandels gilt. Betroffen sind vor allem Kambodscha, Laos, Thailand und Vietnam.

Vermeidliche Perspektive auf eine bessere Zukunft

Menschenhändlerringe wenden sich in den Ländern des globalen Südens gezielt an Dorfbewohner, die meist in großer Armut zurückgezogen in ländlichen Regionen leben. Ihr Alltag wird beherrscht von Perspektivlosigkeit, die Eltern können nicht ausreichend für ihre Kinder sorgen. Mangelnde Bildungsmöglichkeiten erschweren die Aussicht auf eine Arbeitsstelle.

Hoffnungsvoll legen sie ihr Leben oder das ihrer Kinder in die Hände von Mittelsmännern, die ihnen Jobs in der nächstgelegenen größeren Stadt versprechen, mit denen sie sich und ihre Familien versorgen könnten. Kinder, überwiegend Mädchen, landen so in Zwangsarbeit und werden häufig sexuell ausgebeutet.

Keine Chance für Menschenhändler

Um den Menschenhandel zu beenden, müssen die zugrunde liegen Probleme bekämpft werden, wie Armut, tief verwurzelte Ungleichheit und der Mangel an Bildung sowie Arbeitsmöglichkeiten. So setzt sich ADRA in der ländlichen Provinz Chiang Rai in Thailand dafür ein, Menschenhandel zu verhindern und vorzubeugen. ADRA informiert die Familien und Kinder über die Bedeutung des Schulbesuchs sowie die Risiken des Menschenhandels. In Form von Schulkampagnen werden das Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen und deren Bewusstsein für gefährliche Situationen geschärft.

Mädchen, die bereits Opfer von Menschenhandel wurden oder stark gefährdet sind, ermöglicht ADRA die Unterbringung in einem Mädchenheim. An diesem sicheren Zufluchtsort können die Heranwachsenden eine Schule besuchen, erhalten psychologische Betreuung und haben mit einem Schulabschluss Chancen auf eine Arbeitsstelle und eine Zukunft jenseits des Menschenhandels.

Keine Chance für Menschenhändler

Menschenhandel und Zwangsarbeit sind in Thailand trauriger Alltag. Kriminelle nutzen die Not und Verzweiflung armer Familien aus, um daraus Kapital zu schlagen. Mit dem Versprechen auf eine bessere Zukunft werden jährlich tausende Opfer von Menschenhändlern – die meisten von ihnen sind minderjährig und weiblich. Innerhalb eines dreijährigen Projekts setzt sich ADRA dafür ein, Menschenhandel zu verhindern und gefährdeten Jugendlichen einen sicheren Zufluchtsort zu bieten.

Menschenhändlerringe wenden sich in Thailand gezielt an Dorfbewohner, die meist in großer Armut zurückgezogen in den Bergen oder auf dem Land leben. Ihr Alltag wird beherrscht von Perspektivlosigkeit, die Eltern können nicht ausreichend für ihre Kinder sorgen. Viele von ihnen besitzen nicht die thailändische Staatsangehörigkeit, was neben mangelnder Bildung die Aussicht auf eine Arbeitsstelle erschwert.Da viele der Familien ausschließlich von der Landwirtschaft leben, herrscht die Meinung, dass Mädchen weniger wert seien als Jungen, denn sie können weniger schwere körperliche Arbeiten verrichten und sich dadurch weniger für die Familie nützlich machen. All diese Umstände machen es Menschenhändlern leicht, neue Opfer zu gewinnen. Mit der angeblichen Aussicht auf eine Erwerbstätigkeit wenden sich sogenannte Mittelsmänner gezielt an Menschen aus ärmlichen Verhältnissen. Ihnen werden Jobs in der nächstgelegenen größeren Stadt versprochen, mit denen sie sich und ihre Familien versorgen können. In ihrer Verzweiflung unterzeichnen Eltern gefälschte Verträge und begeben sich und ihre Kinder in ein Abhängigkeitsverhältnis. Auch der Verkauf der eigenen Kinder gehört zu den gängigen Szenarien des Menschenhandels. Kinder, überwiegend Mädchen, landen so in Zwangsarbeit und sklavenähnlichen Verhältnissen – meist in der Sexindustrie.

MENSCHENHANDEL VORBEUGEN

In der ländlichen Provinz Chiang Rai setzt sich ADRA dafür ein, Menschenhandel zu verhindern und vorzubeugen. Ein wichtiger Faktor hierbei ist die Aufklärung und Prävention, sodass die Bewohner des Projektgebiets weniger anfällig für die Versprechungen und Absichten der Menschenhändler sind. ADRA informiert die Familien und Kinder über die Bedeutung des Besuchs einer Schule und die Risiken von Menschenhandel. Jugendarbeiter arbeiten hierfür mit gefährdeten Personen zusammen, um deren Bewusstsein zu schärfen und sich deren Problemen anzunehmen. In Form von Schulkampagnen soll erreicht werden, das Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen und deren Bewusstsein für gefährliche Situationen zu schärfen. In einem Mädchenheim bietet ADRA denjenigen Mädchen einen sicheren Zufluchtsort, die bereits Opfer von Menschenhandel wurden oder gefährdet sind. An diesem Ort können die Heranwachsenden eine Schule besuchen, erhalten psychologische Betreuung und haben mit einem Schulabschluss Chancen auf eine Arbeitsstelle.

Um Kinderrechte zu stärken und Menschenhandel zu bekämpfen, erforscht das Projekt in seiner aktuellen Phase außerdem die Komplexität und politischen Ursachen des Menschenhandels in der Chiang Rai Provinz, insbesondere in Bezug auf Minderheiten.

Projektlaufzeit: 01.07.15 – 01.07.2021

 

BERUFLICHE AUSBILDUNG FÜR FLÜCHTLINGE IN THAILAND

Seit 1984 fliehen Menschen von Myanmar nach Thailand, um den ethnischen Konflikten und den damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land zu entkommen. Die Flüchtlinge sind in Camps entlang der thailändischen Grenze zu Myanmar untergebracht, die von der dortigen Regierung geführt werden. Weil die Flüchtlinge als illegale Einwanderer angesehen werden, dürfen sie die Camps nicht verlassen. Perspektivlosigkeit und Frustration bestimmen ihren Alltag. ADRA gibt den Flüchtlingen durch berufliche Schulungen die Chance, wieder zur Selbstständigkeit zu finden.

Myanmar ist ein Land, das von Aufständen, Gewalt und ethnischen Auseinandersetzungen geprägt ist. Viele fliehen nach Thailand, wo sie in Camps entlang der thailändischen Grenze eingepfercht und völlig auf Äußere Hilfe angewiesen sind. Die Flüchtlinge finden dort zwar Schutz, doch ihre körperliche, kognitive und soziale Kompetenz geht immer mehr verloren, weil sie keine Beschäftigungsmöglichkeiten haben.

NEUE PERSPEKTIVEN FÜR FLÜCHTLINGE

Durch die Neuwahlen im November 2010 änderten sich die politischen Umstände in Myanmar und ein Waffenstillstand wurde vereinbart. Seither haben die Flüchtlinge wieder die Möglichkeit, nach Myanmar zurückzukehren. Jedoch sind viele durch den langen Aufenthalt in den Camps unvorbereitet oder gar unfähig, ihr Leben selbstständig aufzubauen. Besonders schwer betroffen sind Jugendliche im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. Sie sind schon so lange Bewohner der Camps, dass sie noch über keinerlei berufliche Erfahrung verfügen. Ohne Ausbildung und Schulabschluss bieten sich ihnen kaum Jobmöglichkeiten.

FÖRDERUNG VON ALLTAGSKOMPETENZEN

ADRA hat sich zum Ziel gesetzt, diese Menschen durch berufliche Schulungen auf eine sichere und freiwillige Rückkehr nach Myanmar vorzubereiten. Um Alltagskompetenzen zu fördern werden berufliche Trainings angeboten und die Betroffenen ermutigt, kleine Unternehmen zu gründen. Dadurch werden sie rechtzeitig auf die beruflichen Herausforderungen im Heimatland vorbereitet. Die Trainingskurse sind zertifiziert und wirtschaftlich an Myanmar angepasst. Somit erhöht sich die Chance auf eine Festeinstellung sowie ein geregeltes Einkommen außerhalb der Camps. Die Flüchtlinge können sich zum Näher, Kleinmechaniker, Masseur, Friseur oder Computer- und Kabelinstallateur ausbilden lassen. Dadurch werden sie unabhängig, sind nicht mehr auf Hilfe von außen angewiesen und übernehmen wieder Eigenverantwortung.

Das Projekt kommt 6.050 Flüchtlingen zugute.

Projektlaufzeit: 01.01.15 – 31.07.17

Dieses Projekt wird gefördert durch