Start der „Aktion Kinder helfen Kindern“ 2021

Jedes Jahr packen in ganz Deutschland Kinder, Eltern und Großeltern Weihnachtspakete für Kinder armer Familien in Ost- und Südosteuropa. In den Paketen findet sich Spiel- und Malzeug, Kleidung, Schulhefte und oft auch eine persönliche Nachricht. Mit der „Aktion Kinder helfen Kindern“ erreichen wir, dass die Kinder in Deutschland Mitgefühl für Gleichaltrige in anderen Teilen der Welt entwickeln und gleichzeitig helfen wir den einkommensschwachen Kindern, z.B. in Serbien. Seit dem Jahr 2000 konnten wir gemeinsam 678.026 Kindern ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Am 20. September, am Weltkindertag, startet die „Aktion Kinder helfen Kindern“. Die Pakete werden in ganz Deutschland gesammelt und zur Weihnachtszeit ausgeliefert. Mehr dazu finden Sie unter https://kinder-helfen-kindern.org/

Unterstützen Sie die Arbeit von ADRA mit einer Spenden.

Hochwasser in Deutschland

 „Wir haben alles verloren, wir können nur noch beten!“

Hochwasserkatastrophe in Deutschland

Die Hochwasserflut in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat immense Sachschäden hinterlassen und zahlreiche Menschenleben gefordert. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und den Hinterbliebenen des Unwetters. 

Was wir jetzt für die Menschen tun können

Wie schon zum Hochwasser 2013 haben sich die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA), das Advent-Wohlfahrtswerk e.V. (AWW) und ADRA Deutschland e.V. zusammengetan, um schnell und unbürokratisch zu helfen.

Mit der jahrelangen Erfahrung in Katastrophenhilfe übernimmt ADRA die Einsatzkoordination und kümmert sich unter anderem um Logistik und die Abstimmung von Sachspenden, wie z.B. komplette Kücheneinrichtungen. Bitte wenden Sie sich hierbei direkt an uns. 

Zusammen koordiniert das Bündnis die freiwilligen Helferinnen und Helfer und stellt Ressourcen bereit. Zu ihnen gehören auch die Ehrenamtlichen in den AWW-Helferkreisen der Region. In einer zweiten Phase kümmert sich ADRA um einen schnellen und unbürokratischen Wiederaufbau. Für eine zielgenaue Wiederaufbauhilfe erstellt die Hilfsorganisation passgenaue Bedarfsanalysen, um auch die Sachspenden effektiv zu koordinieren.

Dank der vielen Spenden konnten wir schon einiges anstoßen und auf den Weg bringen. Dazu zählt:  

  • die Hilfen für die Opfer der Flutkatastrophe wird gemeinsam mit der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und dem Advent-Wohlfahrtswerk e.V. geplant und umgesetzt – erste Empfänger*innen haben bereits finanzielle Hilfe erhalten
  • finanzielle Unterstützung von Helferkreisen, die Sammelstellen in Wuppertal, Solingen, Radevormwald, Dorsten, Mettmann betreiben, sowie von Betroffenen und Ersthelfern (Freiwillige, Feuerwehr, THW, Bundeswehr) vor Ort in Bad Neuenahr-Ahrweiler
  • sammeln, beschaffen, sortieren und verpacken von Hilfsgütern, Transport von Sammelstellen zum Zentrallager Bad Neuenahr-Ahrweiler. Von dort erfolgt die Verteilung und Koordination zu den Abgabepunkten im gesamten Stadtgebiet
  • Wasseraufbereitungsanlage wird in diesen Stunden nach Ahrweiler geliefert
  • Kontakt zu weiteren Helfergruppen und sozialen Einrichtungen besteht
  • Wiederaufbau im Bereich Gebäudetrocknung/ Räumung/ Instandsetzung ist geplant
  • Die Verteilung von effektiven Mikroorganismen, um  verunreinigte Flächen wieder nutzbar zu machen. Effektive Mikroorganismen sind kleine Lebewesen, die als Wiederaufbauhelfer verwendet werden, indem sie gesundheitsschädliche Fäulnis- und Geruchsbakterien neutralisieren (Einsatzgebiet siehe Karte)

Hilfsmaßnahmen im Überblick

Wo ist ADRA Deutschland e.V. im Einsatz?

Übergabe erste Soforthilfen

Im Hochwassergebiet um das Ahrtal wurden am 18. August 2021 die ersten Spendengelder übergeben. Diese gehen als Soforthilfen an landwirtschaftliche Betriebe.

ADRA Deutschland e.V. ist gemeinsam mit LandsAid Großspender für das Netzwerk rund um den Deutschen Bauernverband und die Schorlemer Stiftung. Diese Spenden konnten von unserer Seite aus Mitteln von Aktion Deutschland Hilft gewonnen werden und wir sich unendlich dankbar für die Spender:innen, die das möglich gemacht haben.

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FAQ: Fragen und Antworten zum Hochwasser

Wie ist die aktuelle Lage in den betroffenen Gemeinden? Wie groß sind die Schäden durch das Unwetter? Wie hilft ADRA den Menschen vor Ort konkret? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie in diesem FAQ (Stand: 01.09.2021).

Schwere Unwetter haben in Deutschland Mitte Juli Hochwasser und Überschwemmungen verursacht. Die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bayern wurden besonders schwer getroffen. Dieses Hochwasser gilt als “Jahrhundertflut” mit noch nie da gewesenen Niederschlagsmengen. Die Flut hinterließ eine Landschaft der Verwüstung. Häuser, Straßen, Bahngleise und Brücken wurden zerstört. Deiche und Dämme gebrochen.

Mehr als 180 Menschen starben bei den Überschwemmungen. Mehrere Städte und Landkreise riefen den Notstand aus. Viele Orte sind wegen zerstörter Straßen schwer erreichbar. Die Strom- und Wasserversorgung sind weiterhin stark beeinträchtigt.

Die Aufräumarbeiten laufen jetzt auf Hochtour. Tausende Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungs- und Hilfsdiensten und Technischem Hilfswerk (THW), Hilfsorganisationen sowie viele freiwillige Helfer*innen sind vor Ort im Einsatz. Schlamm und Schutt werden immer weniger. Bald wird die Phase des langwierigen Wiederaufbaus anfangen.

Trotz der Hilfe von außen bleibt eine Rückkehr zur Normalität immer noch ein ferner Traum. Die Folgen der Katastrophe werden noch lange zu spüren sein.

Erst mit den zurückgehenden Wassermassen und den Aufräumarbeiten wurde das Ausmaß der Zerstörung nach und nach sichtbar. Mobilfunkmasten sowie die Wasser-, Gas- und Stromversorgung  sind vielerorts stark beeinträchtigt. Viele Straßen und Brücken sind nicht mehr befahrbar. Der Gesamtschaden wird auf sieben Milliarden Euro[1] geschätzt.

Wohnhäuser und Geschäfte sind eingestürzt oder durch die Wassermassen schwer beschädigt. Für viele Familien ist noch unklar, ob und wann sie in ihrer Häuser zurückkehren können. Viele sind ohne Obdach und übernachten in Notunterkünfte.

Auch Kindergärten und Schulen sind durch das Hochwasser beschädigt worden. Bewohner*innen in Senioren- und Altenheimen sowie in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen mussten evakuiert werden.

[1]   Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. https://www.gdv.de/de/medien/aktuell/versicherungsschaeden-durch-flutkatastrophe-bei-rund-sieben-milliarden-euro-69800

 

ADRA unterstützt die Menschen vor Ort. Über 45 soziale Einrichtungen, Vereine und lokale Hilfsinitiativen im Ahrtal, im Swisttal, im Kreis Euskirchen und im Kreis Mettmann erhalten eine finanzielle, logistische und psychologische Unterstützung. Die Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe wird gemeinsam mit der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und dem Advent-Wohlfahrtswerk e.V. geplant und umgesetzt – erste Empfänger*innen haben bereits finanzielle Hilfe erhalten. Wir möchten die Menschen langfristig begleiten und beim Wiederaufbau unterstützen.

Zur Schimmel- und Geruchsbekämpfung in den Häusern werden zudem effektive Mikroorganismen für Privathaushalte in den betroffenen Gebieten bereitgestellt. Die Verteilung erfolgt in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und unter Aufsicht von zwei unserer Experten.

Wir arbeiten auch mit LandsAid e.V. zusammen, um betroffene Landwirte mit einer finanziellen Soforthilfe zu unterstützen.

Eine Übersicht unserer Hilfsmaßnahmen finden Sie auf der interaktiven Karte oben auf dieser Seite.

ADRA arbeitet zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt-Rheinland, um Menschen in besonderer Not mit einer finanziellen Soforthilfe zu unterstützen. ADRA nimmt keine Anträge auf Soforthilfe an. Die Anträge müssen direkt bei der AWO-Rheinland gestellt werden. Seit dem 10. August ist die AWO-Rheinland mit ihrem mobilen Sozialberatungsteams zunächst an der Ahr unterwegs. Betroffene von der Hochwasserkatastrophe haben die Möglichkeit, sich direkt vor Ort von den Mitarbeiter*innen beraten zu lassen und anschließend einen Antrag auf Soforthilfe zu stellen. Wann und wo das mobile Team von AWO-Rheinland in ihrer Gemeinde sein wird, können Sie dem folgenden Link entnehmen: https://www.awo-mittelrhein.de/de/awo/wir-kaempfen-fuer/kampagnen/hochwasserhilfe/

Leider können wir auf Grund der Vielzahl von Anträgen keine Antragsformulare per E-Mail oder per Post versenden.

ADRA unterstützt finanziell unmittelbar lokale Initiativen, soziale Einrichtungen und die Soforthilfsprogramme von LandsAid e.V. und von AWO-Rheinland. Ihre Hilfe widmet sich wiederum direkt an Privatpersonen. Somit unterstützt ADRA nur indirekt Privatpersonen.

Nach Einreichen eines Antrages auf Unterstützung und dessen Überprüfung wird das Geld an soziale Einrichtungen, Vereine bzw. an lokale Initiativen schnell überwiesen.

Nein! ADRA Deutschland e.V. wird erst gezielt zu Sachspenden aufrufen, wenn mit dem Wiederaufbau begonnen wird. Die Menschen sind noch damit beschäftigt, den Schlamm und die Trümmer aus ihren Häusern zu entfernen. Im Augenblick haben sie genug Lebensmittel und Kleidung erhalten. Wir kommen auf euch zu, wenn Haushaltsgegenstände gebraucht werden.

ADRA Deutschland e.V.
IBAN: DE87 6602 0500 0007 7040 00
Stichwort/Verwendungszweck: Hochwasser

oder direkt über die Webseite unter dem Stichwort “Hochwasser”

Die betroffenen Kommunen und Kreise sind zentrale Anlaufstellen für Hilfs- und Wohnraumangebote. Eine Liste von Kontaktdaten sind auf der Webseite des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zu finden: https://www.bbk.bund.de/DE/Infothek/Fokusthemen/_documents/Themen/2021/starkregen.html

ADRA ist jede Woche für mehrere Tage im Katastrophengebiet unterwegs und steht dort mit sozialen Einrichtungen, Vereinen und Initiativen in engem Kontakt. Ein ADRA-Mitarbeiter befindet sich durchgehend in der Nähe der betroffenen Region.

Da das Ahrtal sehr groß ist, arbeiten wir mit mobilen Teams, um schnell und effektiv persönliche Kontakte mit Betroffenen pflegen zu können. Damit sind wir flexibler. Aus diesem Grund haben wir keinen festen Standort, an dem man uns finden kann. Für nähere Informationen können Sie uns unter folgender Telefonnummer erreichen: 06151 81150.

Geschichten, die das Hochwasser schreibt

Tagebuch eines Notfallseelsorgers

Jetzt Spenden

Zur Bewältigung der Katastrophe und Unterstützung der Opfer sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.
Wir bitten Sie im Namen der Flutopfer um Ihre Hilfe und Ihre Spende:

Direkt online Spenden unter dem Stichwort “Hochwasser”:

Unser Spendenkonto:

ADRA Deutschland e.V.
IBAN: DE87 6602 0500 0007 7040 00
Stichwort: Hochwasser

Forum Mittelrhein

Herzlich Willkommen zum “Forum Mittelrhein”! Am 10. Juli um 10:00 erwartet Sie Pastor Stephan Sigg zum Thema “Glauben Begeistert Leben”. In einem interaktiven Programm können Sie gemeinsam mit Ihren Freunden und Ihrer Familie digital mit allen Adventgemeinden aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland teilnehmen. ADRA ist auch dabei.
Weitere Infos finden Sie auf
www.mrv.adventisten.de/forum

Wir bauen Brunnen aus Ihrem Gold

Erst hat man Schmerzen bis die Zähne da sind, dann muss man sich jahrelang um sie kümmern. Irgendwann findet der Zahnarzt ein Loch in einem Zahn. Vielleicht ist es noch klein und kann repariert werden.

Hat man jedoch zu lange gewartet, ist es eventuell schon zu spät. Aber eine Lücke soll es auch nicht geben. Also wird der Zahn „vergoldet“. Die Zeit vergeht und es kommen weitere vergoldete Freunde dazu. Irgendwann wird das Zahngold ausgetauscht. Wäre es nicht wunderbar, wenn das
Zahngold in anderer Form vielen Menschen helfen könnte? Die Patientinnen und Patienten der Zahnarztpraxis Lyhs finden das gut. Deshalb sammelt die Zahnärztin das Zahngold, schickt es ins Labor und von dort kommt eine Spende zu ADRA. Wir danken Frau Lyhs für ihre Unterstützung und hoffen, dass ihr Beispiel viele Nachahmer findet.

Möchten Sie weitere Informationen oder Material zum Thema “Zahngold” bekommen?
Schreiben Sie uns gerne an info@adra.de

Sie wollen die Arbeit von ADRA Deutschland e.V. unterstützen?

UMDENKEN: Nachhaltigkeitscamp 2021

Vom 09. bis zum 11. Juli 2021 veranstalten die Adventjugend, die Freikirche der STA, der Zeltplatz Friedensau gGmbH sowie ADRA Deutschland e.V. gemeinsam das Umdenken. NachhaltigkeitsCamp.

Hier warten interessante Vorträge und spannende Workshops zum Thema Nachhaltigkeit auf Klein und Groß. Neben den Angeboten für die Erwachsenen wird es durchgängig auch Workshops speziell für Kinder und Familien geben. Ausgiebige Waldspaziergänge und gemütliche Lagerfeuer am Abend bieten viel Raum für Austausch und Diskussion. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt.


Anmeldung und weitere Informationen: Umdenken

Gelebte Nächstenliebe bei ADRA

Gabriele Hansch war sieben Jahre Abteilungsleiterin bei ADRA. Ende März wurde sie in den wohlverdienten Ruhestand versetzt. Zum Abschied haben wir mit ihr über Ihre Arbeit und Motivation gesprochen.

Liebe Gabriele, du hast in den letzten sieben Jahren die Internationale Entwicklungszusammenarbeit von ADRA geprägt und verantwortet. Wie bist du auf ADRA gekommen?

ADRA kannte ich natürlich schon seit dem Studium. Ich habe Ethnologie studiert und mich auf Westafrika spezialisiert. Mit diesem Studienabschluss bringt man entscheidende Fähigkeiten für die Entwicklungszusammenarbeit mit, für die ich mich dann auch entschieden habe.

Ich war seit 1998 bei unterschiedlichen Organisationen tätig, meine ersten zehn Jahre arbeitete im Ausland, in Afrika. Mein erster Auslandsaufenthalt war schon während der Studienzeit in Westafrika, in Guinea. Land und Leute haben mich fasziniert und begeistert.

Wo immer ich auch in Afrika im Einsatz war, habe ich immer versucht die Kultur, das Land und die Menschen genauer kennen- und verstehen zulernen. Während meiner Auslandstätigkeit habe ich viele interessante Menschen, Traditionen und Lebensweisen schätzen gelernt.

Und wie bist du schließlich zu ADRA gekommen?

Nach meiner 10-jährigen Auslandstätigkeit suchte ich aus privaten Gründen eine neue Aufgabe nahe meiner Heimat und die Wahl fiel auf das Schweizerische Rote Kreuz in Bern. Später lernte ich in Bern auch Erich Lischek kennen, als er mich für ADRA Deutschland anwerben wollte. Danach dauerte es aber noch fünf Jahre, bis ich letztendlich bei ADRA anfing.

Die Arbeit in der Entwicklungszusammenarbeit ist nicht immer einfach. Du arbeitest mit Menschen, die nicht wissen, wie sie ihre Kinder ernähren sollen. Auch Gewalt und Diskriminierung spielen oft eine Rolle. Wie bist du damit zurecht gekommen?

Schwierig war es in Namibia, dort leite ich ein HIV-Projekt der EU. Aufgrund der historischen Erfahrungen, Rassismus und Apartheid, gab es große Vorbehalte gegenüber Weißen. Die Erlebnisse der Vergangenheit der Menschen dort sind noch sehr präsent. Mit der Zeit konnte ich mich aber gut etablieren, einarbeiten und Freundschaften schließen. Die Menschen haben schnell gemerkt, ob man es ehrlich mit ihnen meint und nicht rassistisch ist.

Dein Herz schlägt für den Kontinent Afrika. Wie kam es dazu und was hat dich an diesem Kontinent gebunden?

An West- und Ostafrika hat mich immer fasziniert, wie freundlich die Menschen Fremde aufnehmen und ich bin dankbar für die vielen positiven Erfahrungen, die ich dort machen durfte. Gerade in Westafrika wird gerne und viel gelacht und so hatten wir auch im Arbeitsumfeld viel Freude zusammen. Es ist immer etwas los und ein buntes Treiben belebt die Straßen und den Alltag.

Bis heute habe ich gute berufliche Kontakte in Afrika. Aus einigen Begegnungen haben sich echte Freundschaften entwickelt, die bis heute halten, Freundschaften fürs Leben.

Mit welchen Hürden muss man rechnen, wenn man in einem fremden Land helfen möchte?

Die Menschen schauen auf dein Wesen und deinen Charakter und merken schnell, wenn Du nicht zu den überheblichen Weißen gehörst, sondern mit ihnen und für sie arbeiten möchtest, damit es ihnen besser geht. Das wird anerkannt.

Bei deinen 23 Jahren in der humanitären Arbeit hast du sicherlich schon einiges erlebt. Was ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Gleich bei meinem ersten Auslandseinsatz in Burkina Faso lernte ich ein ‚verhextes Baby‘ kennen. Dort habe ich, anhand einer durchgeführten Studie, ein Familienplanungsprojekt entwickelt. Eines Tages kam die Hebamme des benachbarten Kinderheims zu mir und zeigte mir ein neugeborenes Mädchen. Seine Mutter war bei der Geburt gestorben und so galt das Mädchen als verhext. ‚Hier, nimm du das Kind, Du kannst es haben‘, sagte die Hebamme zu mir. Der Vater wollte das Kind nicht mehr haben, keine andere Mutter aus dem Dorf wollte sich des Babys annehmen und so musste ich einen Ausweg suchen, sonst wäre das Baby in ein Heim gekommen, weil niemand ein verhextes Kind haben wollte.

Insofern habe ich dann ein Angebot gemacht: Für ein Jahr übernehme ich die Kosten für die Babynahrung, wenn sich im Gegenzug ein Familienmitglied um das Baby kümmert und in meinen Ort zieht, indem es sauberes Trinkwasser für die Flaschennahrung gab. So kam es, dass sich letztlich die Großmutter um die Kleine kümmerte. Jede Woche kam die Großmutter zu mir um mir zu zeigen, wie ihre Enkelin wuchs und sich prächtig entwickelte. Nach einem Jahr hatte auch der Vater keine Angst mehr und erkannte, dass seine Tochter doch nicht verhext ist. Seitdem hat auch er sie angenommen und sie leben wieder als Familie zusammen.

Daran sieht man, wie man mit kleinen Unterstützungen Menschen ins Leben verhelfen kann. Das war immer Motivation und Antrieb für mich. Einzelnen oder auch Gemeinschaften zu helfen sich selbst weiterzuentwickeln.

Was glaubst du, wohin wird sich die Entwicklungszusammenarbeit entwickeln?

Grundsätzlich wird zukünftig mehr Verantwortung in die Länder des Südens gehen. Ein Trend, den ADRA schon lange umsetzt, da wir auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort zurückgreifen bei der Umsetzung der Projekte und keine Experten aus Deutschland in die Welt entsenden. Technische Unterstützung ist da sinnvoll, wo sie erwünscht ist; diese wird es auch zukünftig geben.

Auf der anderen Seite werden bestimmte Mega-Trends stärkeren Einfluss auf die Entwicklungen der einzelnen Länder nehmen. Das sind Klima- und demografischer Wandel, Verteilung der Ressourcen und regionale Machtverschiebungen.

Die Ungleichheit wächst. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Das sind Themen, die uns in Zukunft immer mehr beschäftigen werden.

Bei ADRA konnte ich einiges bewegen und hatte freien Gestaltungsspielraum um das Afrika-Programm auszubauen. Als ich bei ADRA anfing hatten wir in zwei Ländern Projekte, jetzt sind wir in 11 afrikanischen Ländern mit Projekten aktiv. Zudem konnten wir unser Gesamtprojektvolumen seit 2014 verdreifachen.

An meiner Arbeit bei ADRA habe ich immer sehr geschätzt, dass wir eine familiäre Arbeitsatmosphäre haben und ich mit meiner vielseitigen Erfahrung etwas gestalten und bewegen konnte. Das gilt auch für das ADRA-Netzwerk. Als Programmdirektorin bin ich international gut vernetzt und habe viele tolle, engagierte Menschen im ADRA-Netzwerk kennengelernt. Auch wenn meine Arbeit hauptsächlich vom Schreibtisch aus erledigt wird, war es mir immer wichtig wieder rauszugehen, in die Projektländer zu reisen und unsere Arbeit in der Realität zu begutachten.

Ich habe meinen Entschluss in der Internationalen Entwicklungszusammenarbeit zu arbeiten nie bereut. Ich habe meine Arbeit immer als sinnvoll wahrgenommen, die ich mit sehr viel Engagement, Liebe und Mitgefühl ausgefüllt habe. Als Siebenten-Tags-Adventistin hatte es für mich auch einen hohen Stellenwert in den vergangenen Jahren für das eigene Netzwerk arbeiten zu dürfen. Denn Nächstenliebe, die auch ein Fundament unseres Glaubens ist, konnte ich in meiner Arbeit direkt praktizieren, denn Jesus sagte: „Was ihr für einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ nach Matthäus 25, 40; in diesem Sinne konnte ich ein wenig mithelfen diese Nächstenliebe zu praktizieren und zu zeigen, dafür bin ich dankbar.

Liebe Gabriele, vielen Dank für deinen Einsatz für Menschen in Not und Gottes Segen für deinen neuen Lebensabschnitt!

Langjährige ADRA-Botschafterin Anette Hennerkes neu im ADRA-Aufsichtsrat

In der letzten Mitgliederversammlung der Hilfsorganisation ADRA Deutschland e.V. wurde Anette Hennerkes aus Berlin in den Aufsichtsrat gewählt. Dieses Gremium beruft und berät die Geschäftsführung und übt Kontrolle über die Tätigkeit des Vorstandes aus. Die Fundraising-Expertin Hennerkes komplettiert das Team im Aufsichtsrat.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2021 hat die Mitgliederversammlung Anette Hennerkes als fünftes Mitglied in den Aufsichtsrat von ADRA Deutschland e.V. berufen. Anette Hennerkes ist seit fast 20 Jahren als ADRA-Botschafterin aktiv und hat die Hilfsorganisation in zahlreichen Projekten unterstützt. „Auf Anette Hennerkes war in der Vergangenheit immer Verlass. Sie hat ADRA immer wieder ehrenamtlich unterstützt und in unserem Namen schon viel Positives bewirkt. Dafür sind wir Frau Hennerkes sehr dankbar. Wir freuen uns außerordentlich, dass wir ihre Expertise nun in den Aufsichtsrat von ADRA Deutschland e.V. einbinden können“, zeigt sich Christian Molke, geschäftsführender Vorstand ADRA Deutschland e.V., begeistert.

Anette Hennerkes ist langjährige Organisatorin der „Aktion Kinder helfen Kindern!“ in Berlin und hat darüber hinaus zahlreiche Fundraising- und Sponsoringaktionen durchgeführt. Ihr Fachwissen teilte Frau Hennerkes als Dozentin für Fundraising an der Hochschule Friedensau.

Foto: Privat

„Frau Hennerkes ist die zweite Frau im Aufsichtsrat von ADRA Deutschland e.V. Wir engagieren uns als Hilfsorganisation in der Initiative FAIR SHARE of Women Leaders. Es bedeutet eine Selbstverpflichtung zu einem fairen Frauenanteil in Führungspositionen des Vereins. Mit Frau Hennerkes konnten wir eine anerkannte Fachfrau für den Aufsichtsrat gewinnen, und damit ohne Zweifel eine inhaltliche und operationelle Verstärkung. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit“, schließt Christian Molke.

Anette Hennerkes, 58 Jahre, ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und lebt in Berlin. Gemeinsam mit ihrem Ehemann leitete Frau Hennerkes eine Gesellschaft für Projektberatung. Seit 2002 vertritt sie die Interessen von ADRA Deutschland e.V. als ADRA-Botschafterin, sammelt Spendengelder und engagiert sich für Menschen in Not.