Schülerinnen sitzen aufmerksam im Unterricht in einer durch ADRA unterstützten Schule in Syrien.
Schülerinnen sitzen aufmerksam im Unterricht in einer durch ADRA unterstützten Schule in Syrien.
  • Startseite
  • Syrien: ADRA bringt Bildung und sau­be­res Wasser zurück 

Syrien: ADRA bringt Bildung und sauberes Wasser zurück 

Wiederaufbau nach schweren Erdbeben in Syrien

ADRA setzt die Wiederaufbauarbeiten nach den schlim­men Erdbeben von 2023 in Syrien fort. In den Regionen um Latakia, Aleppo und Idlib wer­den neun Schulen wie­der instand gesetzt und Schulartikel bereit­ge­stellt. Das Ziel ist es, eine siche­re Lernumgebung zu schaf­fen. Außerdem küm­mert sich ADRA um den Wiederaufbau von beschä­dig­ten Wasserquellen und Abwassernetze. Dadurch wird die Hygiene in dem Projektgebiet sowie der Zugang zu sau­be­rem Trinkwasser ver­bes­sert. Schließlich wer­den gemein­sam mit betrof­fe­nen Gemeinden Notfallpläne ent­wi­ckelt, um sich auf künf­ti­ge Naturkatastrophen bes­ser vor­zu­be­rei­ten.

Projektinfos

Wasser, Bildung, Katastrophenvorsorge
Syrien
2024 – 2026
PROJEKTZIELE

Die humanitäre Situation in Syrien nach dem Erdbeben

Die Folgen des Erdbebens vom Februar 2023 im Nordwesten Syriens sind zwei Jahre nach dem schlim­men Ereignis noch deut­lich spür­bar. Rund 4,2 Millionen Menschen waren betrof­fen, tau­sen­de Gebäude wur­den zer­stört, und lebens­wich­ti­ge Infrastrukturen wie Wasser- und Abwassersysteme sowie Schulen sind heu­te noch schwer beschä­digt.  

Viele Familien haben kei­nen Zugang zu sau­be­rem Trinkwasser oder Hygiene, was die Ausbreitung von Krankheiten begüns­tigt. Die ohne­hin ange­spann­te wirt­schaft­li­che Lage nach elf Jahren Bürgerkrieg hat sich durch Inflation, Währungsabwertung und poli­ti­sche Unsicherheit wei­ter ver­schärft, sodass die Not im Land nach der Katastrophe wei­ter gestie­gen ist.

ADRA investiert in den Wiederaufbau

Nach der ers­ten Nothilfephase wid­me­te sich ADRA ab November 2023 dem Wiederaufbau von Schulen und Familienbetrieben. In die­sem Projekt werden die Maßnahmen aus­ge­wei­tet, um Bildung und sau­be­res Trinkwasser für eine gro­ße Anzahl von Menschen wie­der zugäng­lich zu machen.  

Im Folgenden wer­den die wich­tigs­ten Hilfsmaßnahmen abge­bil­det. 

Das Projekt zielt dar­auf ab, aku­te Not zu lin­dern, den Zugang zu grund­le­gen­der Versorgung zu sichern und die Familien bes­ser auf künf­ti­gen Katastrophen vor­zu­be­rei­ten. Im fol­gen­den Abschnitt wer­den die Maßnahmen näher erläu­tert. 

Wie ADRA hilft

ADRA inves­tiert in den Bereichen der Bildung, der Trinkwasserversorgung und der Katastrophenvorsorge, um die Lebensbedingungen der Menschen nach­hal­tig zu ver­bes­sern. 

a) Bildung

  • In dem vom Erdbeben beson­ders schwer betrof­fe­nen Gebieten um Latakia, Idlib und Aleppo schafft ADRA eine siche­re Lernumgebung für 3.240 Schülerinnen und Schüler. Neun beschä­dig­ten Schulen wer­den saniert, um den Kindern die Rückkehr in den Unterricht zu ermög­li­chen. Türen und Fenster wer­den bei­spiels­wei­se repa­riert oder aus­ge­tauscht. Es wer­den Isolierungs- und Malerarbeiten durch­ge­führt, die sani­tä­ren Einrichtungen bei Bedarf neu instal­liert und die Elektrik instand­ge­setzt. Außerdem wer­den die not­wen­di­gen Möbel wie Schreibtische, Tafeln, Schränke oder Stühle bereit­ge­stellt.

    Darüber hin­aus erhal­ten die Schülerinnen und Schüler Schulpakete, um die finan­zi­el­le Belastung der ohne­hin schon über­las­te­ten Familien zu ver­rin­gern. Ein Schulpaket ent­hält unter ande­rem eine Schultasche, Stifte, Bleistifte, Hefte, einen Zeichenblock, mathe­ma­ti­sche Hilfsmittel, Radiergummi und Spitzer.

b) Trinkwasserversorgung

  • Mehr als zwei Jahre nach dem Erdbeben haben vie­le Familien kei­nen Zugang zu sau­be­rem Trinkwasser zu Hause. Die betrof­fe­nen Gemeinden müs­sen auf Wassertanks zurück­grei­fen, was kei­ne nach­hal­ti­ge Lösung dar­stellt. Es ist daher sehr wich­tig, die Wasserquellen in den Projektgemeinden instand zu setz­ten sowie die beschä­dig­ten Wasser- und Abwassernetze wie­der­her­zu­stel­len. Die Sanierungsarbeiten tra­gen dazu bei, eine zuver­läs­si­ge Trinkwasserversorgung für mehr als 200.000 Menschen zu gewähr­leis­ten. Darüber hin­aus wird durch die Wiederherstellung der Wasser- und Abwassernetze das Risiko von durch Wasser über­tra­ge­nen Krankheiten ver­rin­gert.

c) Katastrophenvorsorge

  • Neben dem Wiederaufbau arbei­tet ADRA auch dar­an, die Folgen künf­ti­ger Naturkatastrophen zu lin­dern. ADRA Deutschland schult loka­le Kolleginnen und Kollegen in der Entwicklung von Notfallplänen. Das ADRA-Team nutzt dann das neue Wissen, um mit Gemeinden und Behörden über Katastrophenvorsorge zu dis­ku­tie­ren und vor­aus­schau­en­de Maßnahmen wie die vor­sorg­li­che Lagerung von Lebensmitteln oder Medikamenten zu pla­nen. Verantwortlichkeiten wer­den ver­teilt, um ange­sichts einer ange­kün­dig­ten Katastrophe ein effek­ti­ves Handeln zu gewähr­leis­ten. Das erklär­te Ziel ist es, eine dro­hen­de Katastrophen früh­zei­tig zu erken­nen und den Menschen in die Lage zu ver­set­zen, selbst­stän­dig auf Notfälle zu reagie­ren.

Die Hilfsmaßnahmen im Überblick

a) Verbesserung der Qualifikationen und Beschäftigungschancen von Jugendlichen und Erwachsenen in umwelt­freund­li­chen Berufen
  • Aufbau einer Online-Plattform und Einführung von Präsenzveranstaltungen für den Austausch zwi­schen Gemeinden, Privatwirtschaft und Behörden zur Entwicklung grü­ner Bildungs- und Beschäftigungschancen 
  • Durchführung von Informationskampagnen über die Ausbildungs- und Jobmöglichkeiten in den Bereichen Solarenergie, Abfallverwertung und öko­lo­gi­sche Landwirtschaft, ins­be­son­de­re für Jugendliche, Frauen und Binnenvertriebene 
  • Vergabe von 3.000 leis­tungs­be­zo­ge­nen Stipendien für Lernende aus armen Verhältnissen
  • Einsatz von vier mobi­len Ausbil­dungsein­rich­tungen zur Vermittlung grü­ner Kompetenzen in abge­le­ge­nen Gemeinden. Es han­delt sich um eine mobi­le Einrichtung, die prak­ti­sche Schulungen in grü­nen Schlüsselbereichen wie erneu­er­ba­re Energien, Kreislaufwirtschaft und nach­hal­ti­ge Landwirtschaft anbie­tet. Das Fahrzeug ist mit Solarzellen, Werkzeugen für die nach­hal­ti­ge Landwirtschaft und Geräten für das Abfallrecycling aus­ge­stat­tet, so dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer prak­ti­sche Erfahrungen sam­meln kön­nen. 
  • Aufbau eines Netzwerks für jun­ge Frauen in Praktika und Ausbildung, ein­schließ­lich per­sön­li­cher Unterstützung durch erfah­re­ne Unternehmerinnen 
  • Einrichtung eines Fonds zur finan­zi­el­len Förderung von loka­len grü­nen Innovationen 
  • Bereitstellung von Werkzeugen und Ausrüstungen für Absolventinnen und Absolventen zur Gründung eines Unternehmens in den Arbeitsbereichen der erneu­er­ba­ren Energie, nach­hal­ti­gen Landwirtschaft oder Kreislaufwirtschaft. Bei ihren ers­ten Schritten als Unternehmerinnen und Unternehmer erhal­ten sie eine Fachberatung. 
  • Abschluss von Partnerschaften mit min­des­tens 15 grü­nen Unternehmen zur Bereitstellung von Praktika und zur gemein­sa­men Entwicklung pra­xis­na­her Lehrpläne. 
  • Durchführung von Jobmessen zur Vernetzung von Absolventinnen und Absolventen mit Unternehmen im Bereich grü­ne Technologien. 
b) Ausbau von Berufsschulen und Ausbildungsprogrammen
  • Einrichtung von Beratungsausschüssen in 20 Berufsschulen und in 5 Fachschulen. In jeder Ausbildungseinrichtung wird eine Gruppe aus Experten, Firmen, Lehrkräften und füh­ren­den Persönlichkeiten aus den Gemeinden gebil­det. Sie hel­fen dabei, die Ausbildung an die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt anzu­pas­sen
  • Entwicklung von Online-Kursen, damit Menschen in abge­le­ge­nen Gebieten Zugang zu den Lehrmaterialien haben 
  • Entwicklung und Einführung von zer­ti­fi­zier­ten Kursen zu Solartechnik, Recycling und nach­hal­ti­ger Landwirtschaft 
  • Ausbildung von 12.500 Jugendlichen und Erwachsenen in die­sen drei Bereichen 
  • Modernisierung der Berufs- und Fachschulen mit moder­nen Anlagen wie Solarpanels, Energiespeichersysteme, Werkzeuge für die Abfallwirtschaft, Saatgut und land­wirt­schaft­li­che Geräte für nach­hal­ti­gen Anbaumethoden 
  • Bau einer moder­nen Fachschule als Vorbild für pra­xis­na­hen und umwelt­freund­li­chen Unterricht 
  • Zusammenarbeit zwi­schen Ausbildungsstätten, dem öffent­li­chen und pri­va­ten Sektor, um die Entwicklung von grü­nen inno­va­ti­ven Technologien in dem Projektgebiet finan­zi­ell zu unter­stüt­zen 
  • Fortbildung von Lehrkräften in den Bereichen der Solartechnik, der Kreislaufwirtschaft und der nach­hal­ti­gen Landwirtschaft 
c) Unterstützung von staat­li­chen Institutionen in der Umsetzung von umwelt­freund­li­chen Ausbildungsprogrammen
  • Erstellung von kla­ren Richtlinien für Prüfungen und Zertifikate, damit die Ausbildungen auf natio­naler und inter­na­tio­na­ler Ebene aner­kannt wer­den
  • Schulung von zustän­di­gen Behörden in der Umsetzung und Verwaltung der neu­en Ausbildungskurse 
  • Einführung eines lan­des­wei­ten ein­heit­li­chen Ausbildungssystems 

Das Projekt kommt 234.000 Menschen zugu­te. 

Jetzt für Syrien spenden

30 Euro

ermög­li­chen den Kauf von Schulartikeln wie Schulranzen, Heften und Schreibwaren für ein Kind

70 Euro

ermögli­chen einem Schulkind einen eige­nen Schreibtisch und Stuhl zum Lernen

Die ver­wen­de­ten Icons wur­den
mit­hil­fe der KI recraft.ai gene­riert.

Über Syrien

Seit 2013 enga­giert sich ADRA in Syrien mit ver­schie­de­nen Projekten, dar­un­ter Katastrophenhilfe, um die aku­ten Bedürfnisse der Menschen zu decken. Neben der Unterstützung nach dem ver­hee­ren­den Erdbeben im Norden des Landes arbei­tet ADRA auch an wei­te­ren Projekten, die das Wohl der Bevölkerung ver­bes­sern. Wir set­zen uns uner­müd­lich dafür ein, das Leid der Menschen kurz- und lang­fris­tig zu lin­dern. Ein beson­de­rer Dank geht an unse­re Spenderinnen und Spender!

Förderung

Dieses Projekt wird unter­stützt von Aktion Deutschland Hilft

Teilen auf:

Helfen Sie Menschen in Not durch eine Spende. Gezielt kön­nen Sie Projekte und Kampagnen unter­stüt­zen.

Sie suchen ein Geschenk für jeman­den? Wie wäre es mit einem Geschenk aus unse­rem ADRA-Spendenshop?

Weitere Projekte | ADRA Deutschland e.V.

Hilfsgüterverteilung: Ein Helfer übergibt einer Frau ein ADRA-Paket in einem Lagerraum in Gaza.
Projekte

Winterhilfe für vertriebene Familien in Gaza

ADRA unter­stützt Familien in Gaza mit Hilfspaketen und medi­zi­ni­scher Versorgung, damit sie den Winter gut über­ste­hen. Viele Menschen brau­chen Hilfe, denn durch den Konflikt feh­len siche­re Unterkünfte, Lebensmittel und sau­be­res Trinkwasser. Gemeinsam mit Plan International berei­tet ADRA in Ägypten Pakete mit war­mer Kleidung, Decken und Zelten für 4.160 Personen vor. › mehr dazu

ugendliche näht an einer Nähmaschine in einer Schulwerkstatt in der Westukraine im Rahmen des von ADRA unterstützten Bildungsprojekts.
Projekte

Kinder und Lehrkräfte in Kriegszeiten in der Ukraine begleiten

Seit 2022 unter­stützt ADRA gemein­sam mit dem Schulzentrum Marienhöhe aus Darmstadt Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte in Lwiw dabei, wie­der zu ler­nen und neue Perspektiven zu ent­wi­ckeln. Ab Oktober 2025 betei­li­gen sich auch Schulen in Tjatschiw und Tscherniwzi am Bildungsprojekt. Kinder aus armen Verhältnissen erhal­ten finan­zi­el­le Zuschüsse für die Schulgebühren. Jugendlichen wer­den Berufsberatungen und Fortbildungskurse ange­bo­ten. › mehr dazu