Lokaler Trainer erklärt Abfallmanagement an Tafel bei ADRA-Schulung in Benguet, Philippinen, zu Katastrophenvorsorge und Klimaanpassung
Lokaler Trainer erklärt Abfallmanagement an Tafel bei ADRA-Schulung in Benguet, Philippinen, zu Katastrophenvorsorge und Klimaanpassung
  • Startseite
  • Philippinen: Eine siche­re Zukunft durch gute Katastrophenvorsorge

Philippinen: Eine sichere Zukunft durch gute Katastrophenvorsorge

Sicherheit entsteht durch gemeinsames Handeln

Überschwemmungen und Taifune wer­den auf den Philippinen infol­ge des Klimawandels zuneh­men. Deshalb ist die Vorsorge so wich­tig. Schutzmaßnahmen und Notfallpläne wer­den von den loka­len Behörden aus­ge­ar­bei­tet. Damit sie wirk­sam sind, soll die Bevölkerung bei Entscheidungen, die ihren Alltag betref­fen, ein­ge­bun­den wer­den. ADRA hilft aner­kann­ten loka­len Organisationen mit­tels Schulungen und Aufklärungskampagnen, sich eine Stimme bei den regio­na­len Behörden zu ver­schaf­fen und Entscheidungsrechte ein­zu­for­dern.

Projektinfos

Katastrophenvorsorge, Umwelt
Philippinen
2023 – 2026
PROJEKTZIELE

Ausgangsituation

Das Projekt in der Provinz Benguet wur­de gestar­tet, weil es meh­re­re Herausforderungen gibt. Zivilgesellschaftliche Organisationen in der Region haben oft Schwierigkeiten sich gut zu orga­ni­sie­ren sowie wenig finan­zi­el­le Mittel, was dazu führt, dass sie sich kaum in die loka­le Politik ein­brin­gen. Obwohl es Gesetze gibt, die die Beteiligung von zivil­ge­sell­schaft­li­chen Organisationen vor­schrei­ben, wird es nicht immer gut umge­setzt. Außerdem gibt es in den loka­len Entwicklungsplänen der Region wenig Planung für Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge und Klimaanpassung. Viele loka­le Behörden haben auch nicht genug Fachwissen oder Geld, um die­se Tatsache zu ändern. 

Das Projekt reagiert auf die­se Herausforderungen, indem es die seit 2022 gel­ten­den neu­en Regeln für die Verteilung der natio­na­len Steuereinnahmen nutzt, die den loka­len Behörden mehr finan­zi­el­le Mittel zuge­ste­hen. Ziel ist es, zivil­ge­sell­schaft­li­che Organisationen in der Region Benguet zu stär­ken, damit sie aktiv an der loka­len Regierungsarbeit mit­wir­ken – ins­be­son­de­re im Bereich Katastrophenvorsorge und Anpassung des all­täg­li­chen Lebens an den Klimawandel. Katastrophenvorsorge ist beson­ders wich­tig in der Provinz Benguet, da die Region in den Bergen liegt und anfäl­lig für Naturkatastrophen wie Erdrutsche, Überschwemmungen und Taifune ist. Auch der Klimawandel und Umweltschäden durch Bergbau und Abholzung ver­schär­fen die Risiken von Naturkatastrophen. Das Projekt will die­se Probleme ange­hen, indem es loka­le zivil­ge­sell­schaft­li­che Organisationen und Behörden unter­stützt und Katastrophenvorsorge sowie Klimaanpassung bes­ser in die Entwicklung der Region inte­griert. 

Wie ADRA die Planung der Katastrophenvorsorge und die Anpassung an den Klimawandel in der Provinz Benguet unterstützt

Zusammengefasst zielt das Projekt dar­auf ab, a) die Kompetenzen von 21 akkre­di­tier­ten zivil­ge­sell­schaft­li­chen Organisationen aus­zu­bau­en und ihre Beteiligung in loka­len Entscheidungsgremien zu för­dern, b) loka­le Behörden bei der Integration von Maßnahmen zu Katastrophenrisikominderung und Klimaanpassung in ihre Entwicklungspläne zu unter­stüt­zen und c) die Interessen der Bevölkerung, durch zivil­ge­sell­schaft­li­che Organisationen erfolg­reich bei der Politik zu ver­tre­ten.  


Die wich­tigs­ten Maßnah­men wer­den im Folgenden kurz erläu­tert:

a) Stärkung von 21 akkreditierten Hilfsorganisationen, um ihre Beteiligung in lokalen Entscheidungsgremien zu erhöhen

In Schulungen ler­nen 21 loka­le zivil­ge­sell­schaft­li­che Organisationen, wie sie sich gut orga­ni­sie­ren, Geld ein­wer­ben und neue Mitgliederinnen und Mitglieder gewin­nen kön­nen. Frauen und Menschen mit Behinderungen wer­den dabei unter­stützt, sich lokal zu enga­gie­ren und Verantwortung zu über­neh­men. Anschließend erstellt jede Organisation einen Plan, um ihre Arbeit und Sichtbarkeit zu ver­bes­sern. 

ADRA hilft ihnen auch in Arbeitsgruppen recht­li­che und admi­nis­tra­ti­ven Anforderung wie das Verfassen eines Finanzberichtes oder einer Satzung ein­zu­hal­ten.  

Während der Projektlaufzeit wer­den außer­dem regel­mä­ßi­ge Treffen zwi­schen den zivil­ge­sell­schaft­li­chen Organisationen, Unternehmen und loka­len Behörden orga­ni­siert, um Finanzierungsmöglichkeiten für loka­le Projekte der Katastrophenvorsorge oder der Anpassung an den Klimawandel zu erschlie­ßen. Schließlich erhal­ten die 21 loka­len Organisationen eine tech­ni­sche Unterstützung bei dem Verfassen und Vortragen von Vorschlägen für einen bes­se­ren Katastrophenschutz bei den Behörden. Dadurch lei­ten sie auch die Interessen der loka­len Bevölkerung an Verantwortlichen in der Politik wei­ter. In Schulungen über Gemeindeverwaltung ler­nen sie wie Gemeinden Entscheidungen tref­fen und wie sie sich ein­brin­gen kön­nen. 

b) Unterstützung von lokalen Behörden, um Maßnahmen zum Katastrophen– und Klimaschutz in die Entwicklungspläne der Region zu integrieren 

Regelmäßige Austauschrunden zwi­schen zivil­ge­sell­schaft­li­chen Organisationen und Gemeinden wer­den ein­ge­führt, um dar­über zu dis­ku­tie­ren, wie eine gute Zusammenarbeit im Katastrophenschutz aus­se­hen kann. 

ADRA orga­ni­siert auch soge­nann­te Planungsworkshops oder Arbeitsgruppen mit den Gemeinden, um das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Klimathemen oder von Maßnahmen der Katastrophenvorsorge zu stär­ken. Mit ihrem Wissen hel­fen die Kolleginnen und Kollegen auch den Gemeinden, den Katastrophenschutz in den Entwicklungsplänen der Region zu berück­sich­ti­gen. 

Zivilgesellschaftliche Organisationen und Gemeinden erhal­ten zudem einen finan­zi­el­len Zuschuss, um gemein­sam klei­ne Projekte im Bereich der Katastrophenvorsorge umzu­set­zen. 

c) Lokale zivilgesellschaftliche Organisationen vertreten die Interessen der Bevölkerung erfolgreich bei der Politik im Bereich Klima- und Katastrophenschutz  

In Schulungen ler­nen die 21 aus­ge­wähl­te zivil­ge­sell­schaft­li­che Organisationen in der Projektregion, wie sie sich poli­tisch ein­setz­ten sowie mit­ein­an­der ver­net­zen kön­nen, um ihre Anliegen bes­ser durch­zu­set­zen. Sie ler­nen ihre Themen in die Pläne der Gemeinden sowie die Interessen der loka­len Bevölkerung im Bereich des Klima- und Katastrophenschutzes ein­zu­brin­gen. 

Darüber hin­aus wer­den Arbeitsgruppen gebil­det, in denen die zivil­ge­sell­schaft­li­che Organisationen und die Gemeinden gemein­sam Schutzmaßnahmen und Notfallpläne ent­wi­ckeln. 

In die­sem Projekt spie­len Frauen eine beson­de­re Rolle: Mitgliederinnen der unter­stütz­ten zivil­ge­sell­schaft­li­chen Organisationen ler­nen die Interessen der Frauen bei der Gestaltung und Finanzierung von loka­len Projekten im Bereich des Klima- und Katastrophenschutzes zu ver­tre­ten.  

Frau beschriftet blaue Karten bei Workshop zur Katastrophenvorsorge im ADRA-RISE-Projekt in Benguet, Philippinen.
Gruppenfoto von Projektteilnehmerinnen und lokalen Organisationen im ADRA-RISE-Projekt zur Klimaanpassung in Benguet, Philippinen
Gruppe junger Menschen in weißen T-Shirts beim BLISTT Youth Enviro Camp des ADRA-RISE-Projekts zur Umweltbildung in Benguet, Philippinen

Das Projekt kommt 500.000 Personen zugu­te. Langfristig pro­fi­tiert die gesam­te Bevölkerung der Provinz Benguet von den Maßnahmen und den gesam­mel­ten Erfahrungen. 

Jetzt für die Philippinen spenden

Gemeinsam stark: Wie Narsing Bayacsan ihre Bauernorganisation für den Klimaschutz mobi­li­siert

Narsing Bayacsan aus der Stadtgemeinde Tublay liebt das Farmleben. Obwohl sie Lehrerin wer­den konn­te, arbei­te­te sie drei Jahre lang in Japan auf dem Feld. Zurück in ihrer Heimat grün­de­te sie mit ande­ren die Bauern-Gruppe KAASFA (Ka Afoan Shi Shontog Farmers Association), um sich wäh­rend der Corona-Zeit gegen­sei­tig zu hel­fen.  

Wir haben die­se schwe­re Zeit gemein­sam gemeis­tert“ sagt Narsing und setzt fort „Ich bin stolz auf die Erfolge unse­rer klei­nen Bauernorganisation. Leider haben wir heu­te neue Probleme: wenig Wasser, hohe Preise und schlech­tes Wetter durch den Klimawandel. Unsere Ernten gehen zurück. Viele Bauern pach­ten das Land, was den Druck noch erhöht.  

Ich habe von dem Projekt von ADRA in unse­rem Gebiet erfah­ren und konn­te an Schulungen teil­neh­men. Ich habe ger­lernt, wie wir unse­re Organisationen bes­ser orga­ni­sie­ren kön­nen. Ich weiß jetzt auch, wie ich mit loka­len Behörden in Kontakt kom­men kann, um unse­re Interessen zu ver­tre­ten. Mit der Hilfe von ADRA habe ich auch gelernt, wo und wie ich Geld für unse­re klei­nen Projekte bean­tra­gen kann. Wir möch­ten uns vor den Klimaveränderungen bes­ser schüt­zen damit wir alle genug ern­ten und die Natur nicht beschä­di­gen.“ 

Über die Philippinen

Der Inselstaat Philippinen ist ein Archipel mit über 7.500 Inseln und befin­det sich im west­li­chen Pazifischen Ozean, in Südostasien. Nur 2.000 der Inseln sind bewohnt. Die Philippinen bil­den den fünft­größ­ten Inselstaat der Welt. Ihren Namen erhiel­ten die Philippinen von dem Entdecker Ruy López de Villalobos, der die Inseln zu Ehren des spa­ni­schen Infanten Philipp Las Islas Filipinas nann­te. Die Philippinen gehö­ren zu den am stärks­ten von den Auswirkungen des Klimawandels betrof­fe­nen Ländern der Welt. Extremwetterereignisse gefähr­den zuneh­mend die Lebensgrundlage der Menschen. Umso wich­ti­ger ist eine gute Vorbereitung auf den Katastrophenfall.

Partner und Förderung

Das Projekt wird unter­stützt von der Europäischen Union , Aktion Deutschland Hilft (ADH) und ADRA.

Teilen auf:

Helfen Sie Menschen in Not durch eine Spende. Gezielt kön­nen Sie Projekte und Kampagnen unter­stüt­zen.

Sie suchen ein Geschenk für jeman­den? Wie wäre es mit einem Geschenk aus unse­rem ADRA-Spendenshop?

Weitere Projekte | ADRA Deutschland e.V.

ugendliche näht an einer Nähmaschine in einer Schulwerkstatt in der Westukraine im Rahmen des von ADRA unterstützten Bildungsprojekts.
Projekte

Kinder und Lehrkräfte in Kriegszeiten in der Ukraine begleiten

Seit 2022 unter­stützt ADRA gemein­sam mit dem Schulzentrum Marienhöhe aus Darmstadt Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte in Lwiw dabei, wie­der zu ler­nen und neue Perspektiven zu ent­wi­ckeln. Ab Oktober 2025 betei­li­gen sich auch Schulen in Tjatschiw und Tscherniwzi am Bildungsprojekt. Kinder aus armen Verhältnissen erhal­ten finan­zi­el­le Zuschüsse für die Schulgebühren. Jugendlichen wer­den Berufsberatungen und Fortbildungskurse ange­bo­ten. › mehr dazu

ADRA verteilt Lebensmittelpakete an betroffene Familien nach Taifun Kalmaegi auf den Philippinen
Projekte

Nothilfe nach schweren Taifunen auf den Philippinen

Anfang November 2025 tra­fen zwei schwe­re Taifune die Philippinen. Sie ver­ur­sach­ten star­ke Regenfälle, Überschwemmungen und Erdrutsche, die vie­le Straßen und Brücken schwer beschä­dig­ten und gan­ze Gemeinden ver­wüs­te­ten. ADRA konn­te unmit­tel­bar nach der Katastrophe ers­te Nothilfemaßnahmen ein­lei­ten und wei­tet die­se nun in die­sem Projekt gemein­sam mit ihrem inter­na­tio­na­len Netzwerk aus. › mehr dazu