Eine Gruppe Kinder und Kleinkinder sitzt um eine Schüssel mit Brei gefüllt und teilt sich das Essen
Eine Gruppe Kinder und Kleinkinder sitzt um eine Schüssel mit Brei gefüllt und teilt sich das Essen

Hunger: Wenn Nahrung zum Luxus wird

Abdi aus Somalia ist 42 Jahre alt. Gemeinsam mit seiner Frau und ihren vier Kindern lebt er in einem Camp für Binnenvertriebene im Süden des Landes. Er ist Ziegenhirte und lebt vom Verkauf seiner Ziegen. Doch seit einiger Zeit hat sich seine Lage verschlechtert. Durch die anhaltende Dürre in den letzten Jahren sind die Weideflächen immer kleiner geworden. Es regnet kaum noch und daher kann nichts wachsen. Einige Tiere sind schon gestorben. Er kann seine Familie nicht mehr ausreichend ernähren und keine Medikamente für die Ziegen kaufen. Abdi blickt sorgenvoll in die Zukunft. Seine Frau und Kinder sind es schon gewohnt, mit leeren Mägen schlafen zu gehen. Auch die Schulgebühren für seine Kinder kann er sich nicht mehr leisten. Es ist ein Kreislauf der Armut, der Millionen von Menschen nicht mehr loslässt.

Das Recht auf Nahrung ist ein fundamentales Menschenrecht. Jeder Mensch soll genug gesunde Nahrung zur Verfügung haben oder sich Nahrung beschaffen können. Dieser Anspruch ist allerdings weit weg von der Realität, in der wir leben. In einer Welt, in der eigentlich genug Essen für alle produziert wird, können sich über drei Milliarden Menschen kein gesundes Essen leisten. Knapp 12 % der Weltbevölkerung hat nicht ausreichend Nahrung zur Verfügung. Vor einigen Jahren hat sich die Weltgemeinschaft 17 Ziele (Sustainable Development Goals, SDGs) für eine sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Entwicklung gesetzt, die bis 2030 erreicht werden sollen. Darunter: „Kein Hunger“. Dieses Ziel ist aber mittlerweile in weite Ferne gerückt.

Themenübersicht

Was ist Hunger?

Hunger ist grundsätzlich erstmal ein ganz subjektives Empfinden, das durch zu wenig Nahrungsaufnahme verursacht wird und mit dem starken Verlangen nach etwas zu essen einhergeht. Die Weltgesundheitsorganisation WHO definiert Hunger folgendermaßen: 

„Ein Mensch hungert, wenn er weniger zu essen hat, als er täglich braucht, um sein Körpergewicht zu erhalten und zugleich leichte Arbeit zu verrichten.“

Weltgesundheitsorganisation WHO

Wenn wir als internationale Hilfsorganisation von „Hunger“ sprechen, dann geht das weit über das Gefühl, das wir vor dem Mittag- oder Abendessen kennen, hinaus. Dann handelt es sich nämlich um lebensbedrohliche Situationen. Menschen wissen abends nicht, ob sie morgen überhaupt etwas zu essen haben werden oder wie sie in den darauffolgenden Wochen und Monaten ihre Kinder ernähren sollen.

Was bedeutet Ernährungsunsicherheit?

In Deutschland können wir jederzeit in ein Geschäft gehen und Lebensmittel kaufen. Aber viele Menschen können genau das nicht tun. Sie leben zum Beispiel in sehr entlegenen Regionen ohne Märkte oder Supermärkte, oder es fehlt schlicht das Geld, um einkaufen zu gehen. Wenn jemand keinen Zugang zu ausreichend gesunden Lebensmitteln hat, spricht man von „Ernährungsunsicherheit“. Darüber hinaus wissen die Menschen wenig über gesunde Ernährung und leben unter schlechten hygienischen Bedingungen. Wenn dieser Ernährungsunsicherheit nicht mit adäquaten Maßnahmen begegnet wird, kann daraus eine Hungersnot entstehen. Um von einer Hungersnot sprechen zu können, haben die Vereinten Nationen drei Indikatoren definiert: 

mindestens 20 % der Bevölkerung hat Zugang zu weniger als 2.100 Kilokalorien am Tag
mindestens 30 % der Kinder sind akut unterernährt
mindestens zwei von 10.000 Menschen (oder vier von 10.000 Kindern) sterben täglich an Nahrungsmangel

Welche Folgen hat Hunger?

Hunger und daraus folgend Unterernährung ist nicht nur eine Konsequenz von Armut, sie verursacht auch Armut. Sie wird von Generation zu Generation weitergegeben. Falls schon die werdende Mutter unterernährt ist, setzt sich an dieser Stelle ein Kreislauf des Hungers in Gang, der kaum zu stoppen ist. Wenn der Bedarf an Nährstoffen wie Jod, Eisen, Kalzium und verschiedenen Vitaminen bei Schwangeren nicht gedeckt ist, kann sich ihr Baby während der Schwangerschaft nicht richtig entwickeln. Dann kommt das Kind häufig zu früh oder untergewichtig zur Welt. Die Folgen können aber auch geistige und körperliche Fehlentwicklungen beim Kind sein. Ist ein Baby bereits im Mutterleib mangelernährt, hat es kaum Chancen, seinen Entwicklungsrückstand wieder aufzuholen. Mangel­ernährung bedeutet dabei nicht nur, dass es zu wenig Essen gibt, sondern dass die Versorgung mit wichtigen Mikro­nährstoffen wie Mineralien und Vitaminen nicht stimmt. Ist das der Fall, hat das Kind oft ein geschwächtes Immunsystem und ist neben möglichen direkten Folgeerscheinungen aufgrund der Mangelernährung wie Hungerödemen und dem sogenannten Hungerbauch auch anfälliger für Krankheiten wie Tuberkulose oder Malaria. Deren Verlauf ist dann in vielen Fällen schwer­wiegender als bei Kindern mit Normalgewicht und kann leichter bis zum Tod führen. Die WHO schätzt, dass ca. 53 % der Kinder, die in armen Ländern ihren fünften Geburtstag nicht erleben, an Mangelernährung sterben. Mangelernährung schränkt auch die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes ein, es kann sich nicht so gut konzentrieren und hat große Schwierigkeiten in der Schule. Außerdem ist ein mangelernährtes Kind auch anfälliger für chronische Krankheiten im Erwachsenenalter. Beides führt tendenziell zu einer reduzierten körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit als erwachsener Mensch. Dadurch sinken die Verdienstchancen, das Armutsrisiko steigt und der teuflische Kreislauf des Hungers setzt sich fort.

Welche verschiedenen Arten von Hunger gibt es?

Der chronische Hunger beschreibt die dauerhafte Unterernährung. Der Körper eines Menschen nimmt täglich weniger Nahrung und wichtige Nährstoffe auf, als er braucht und dies über einen langen Zeitraum. Meistens wird in den Medien nur über akute Hungerkrisen berichtet. Doch der chronische Hunger ist auf der Welt am weitesten verbreitet. Dabei spielt Armut eine große Rolle. Chronisch Hungernde haben meistens zu wenig Geld, um sich ausreichend Nahrung zu leisten, geschweige denn sich gesund zu ernähren. Darüber hinaus haben sie oft keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser oder können sich eine angemessene medizinische Versorgung nicht leisten.

Der verborgene Hunger ist eine Form des chronischen Hungers. Aufgrund von zu wenig Nahrung und/oder einseitiger Ernährung fehlen den betroffenen Personen wichtige Mikronährstoffe wie Eisen, Jod, Zink oder Vitamin A. Die Folgen des verborgenen Hungers sind nicht unbedingt gleich für jeden sichtbar, aber langfristig führt der Nährstoffmangel zu schweren Krankheiten. Davon sind vor allem Kinder betroffen, die sich geistig und körperlich nicht richtig entwickeln können (ausführlicher siehe Abschnitt „Welche Folgen hat Hunger?“ Verborgener Hunger schadet nicht nur einzelnen Personen, sondern kann die gesamte Entwicklung in den betroffenen Regionen hemmen, weil die Menschen nicht mehr so gesund und leistungsfähig sind.

Der akute Hunger bezeichnet Unterernährung über einen begrenzten Zeitraum. Er tritt häufig in Zusammenhang mit Krisen wie Dürren, Kriegen oder Katastrophen auf. Eine Hungersnot ist das bekannteste Beispiel, in dem akuter Hunger auftritt. Oft trifft er genau die Personen, die bereits chronisch an Hunger leiden. Weltweit leiden knapp 8 % aller Menschen unter akutem Hunger.

Wann spricht man von Unter- und wann von Mangelernährung?

Bei Mangelernährung wird zwischen der quantitativen und der qualitativen Form unterschieden. Dabei spricht man bei der quantitativen Form ganz einfach von Unterernährung, denn die betroffenen Personen haben grundsätzlich nicht ausreichend Zugang zu Nahrung, um ihren täglichen Bedarf zu decken. Die qualitative Form, auch Mangelernährung genannt, bedeutet eine Unterversorgung mit Mikronährstoffen, wie Vitaminen und Mineralien. Sie ist oft schwieriger zu bemerken, da die betroffenen Personen nicht zwingend untergewichtig sind, bzw. so aussehen. Bluttests sind das sicherste Mittel, um festzustellen, ob jemand mangelernährt ist und welche Mikronährstoffe genau fehlen. Eine weitere Unterscheidung besteht zwischen chronischer, also langfristiger, und akuter Unterernährung. Kinder, die akut unterernährt sind, wiegen 80 % weniger, als sie es in ihrem Alter eigentlich sollten. Bei 70 % weniger gelten die Kinder als schwer akut unterernährt. Laut einem UNICEF-Bericht von 2022 leiden weltweit 13,6 Mio. Kinder unter fünf Jahren an schwerer akuter Unterernährung. Die Ursache dafür liegt nicht nur am Mangel an Essen, sondern vor allem daran, dass die Kinder zu wenig Nährstoffe wie Vitamine, Proteine und Mineralien zu sich nehmen. Das hat weitreichende Auswirkungen. Die Verdauung funktioniert nicht mehr richtig und die Kinder können daraufhin nicht mehr normal essen. Außerdem wird das Immunsystem geschwächt und die Kinder können von eigentlich harmlose Krankheiten schwer erkranken und sogar sterben. Das Risiko, dass ein schwer unterernährtes Kind stirbt, ist neunmal so hoch wie bei einem gesunden Kind. Nicht nur die akute Unterernährung kann schwerwiegende Folgen haben, auch die chronische. Dauerhaft zu wenige Nahrung und Mikronährstoffe bedeuten für die Kinder, dass sie sich physisch und psychisch nicht richtig entwickeln können und ihr ganzes Leben mit diesem Umstand zu kämpfen haben.

Wodurch entsteht Hunger?

Auf der Welt leiden bis zu 828 Millionen Menschen an Hunger. Dafür gibt es viele Ursachen. Oftmals hängen diese auch miteinander zusammen.

Armut ist eine der häufigsten Ursachen für Hunger. Die beiden hängen direkt miteinander zusammen. Unzählige Menschen verdienen mit ihrer Arbeit z. B. weniger als umgerechnet zwei Euro am Tag. Laut Definition der Weltbank gelten diese Menschen als extrem arm. Diese Grenze wird als finanzielles Minimum angesehen, die eine Person zum Überleben benötigt. Es geht dabei aber nicht nur um das Überleben, sondern auch um die Unfähigkeit, menschliche Grundbedürfnisse zu befriedigen, zu denen nun einmal auch Nahrungsmittel gehören. Außerdem zählen Gesundheitsversorgung oder Bildung dazu. Armut macht es den betroffenen Personen quasi unmöglich, für sich und seine Familie zu sorgen. Es ist ein Teufelskreis. Wer arm ist, kann es sich nicht leisten, zum Arzt zu gehen. Falls gesundheitliche Beschwerden nicht behandelt werden, führt das zwangsläufig zu körperlichen Beeinträchtigungen, die es wiederum schwer machen können, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Darüber hinaus kann jemand, der arm ist, die Schulgebühren oder das Geld für Schuluniformen seiner Kinder nicht aufbringen. Ohne Schulabschluss stehen die Chancen schlecht, später einer angemessen bezahlten Arbeit nachzugehen. Wer z. B. keine eigene Landfläche hat, kann nichts anbauen und daher auch nichts verkaufen. Letztendlich endet es immer damit, dass die betroffenen Menschen zu wenig Geld zur Verfügung haben, um ausreichend zu essen zu haben. Und wer nicht genug Nahrung hat, ist körperlich nicht in der Lage, zu arbeiten und leidet schneller an Krankheiten. Es sind Zahnräder, die ineinander greifen und für die Betroffenen in einem Leben in Armut enden.

Kriege, Konflikte und Flucht haben zur Folge, dass Familien wenig oder keine Nahrung mehr zur Verfügung haben. Landwirtschaft zu betreiben ist dann oft nicht mehr möglich. Gewalt zwingt die Menschen zur Flucht und sie müssen ihre Felder und Geschäfte zurücklassen. Dabei verlieren sie ihre gesamte Lebensgrundlage.

Auch die zurückgebliebenen Menschen können sich nicht mehr ernähren, da auf den Feldern nichts mehr angebaut wird. Da es dadurch viel zu wenig Nahrung gibt, steigen die Preise für Lebensmittel oft in exorbitante Höhen.

Klima- und Naturkatastrophen haben deutlich zugenommen. Dürren, Stürme und Überschwemmungen beschädigen oder zerstören Ernten, Weide- und Anbauflächen. Auch Menschen, die vom Fischfang leben, sind massiv negativ betroffen. Viele Familien kämpfen schon längst mit den Folgen des Klimawandels. Akute Krisen wie Erdbeben oder Überschwemmungen verschärfen die Situation dann zusätzlich. Da die meisten Menschen in unseren Projektländern von der Subsistenzwirtschaft leben, das heißt sie bauen ihre Nahrung selbst an und davon nur so viel, wie sie selbst benötigen, haben sie dann nicht mehr genug zu essen. So kann es bei Klima- und Naturkatastrophen sehr schnell passieren, dass viele Menschen hungern müssen. Da es insgesamt nur wenig Nahrung gibt, steigen die Preise für Lebensmittel. Darüber hinaus haben die Familien damit zu kämpfen, dass sich die klimatischen Verhältnisse verändern: Trocken- und Regenzeiten verschieben sich und es regnet weniger als früher.  

Instabile Nahrungsmittelpreise treffen vor allem den ärmsten Teil der Weltbevölkerung. Diese Menschen haben es dadurch schwer, dauerhaft genug Nahrung zu haben. Wenn die Preise für Lebensmittel, z. B. auf Grund von Kriegen explodieren und Menschen zu wenig verdienen, wird Essen unbezahlbar und Hunger ist die logische Konsequenz. Dass manche Länder ihre eigenen Exporte aus der Landwirtschaft durch Zuschüsse erschwinglicher machen und ihren eigenen Markt zugleich durch Zölle abschirmen, verschärft die Situation zusätzlich.

Marode Infrastruktur und veraltete Methoden in der Landwirtschaft wie mangelhafte Bewässerungssysteme, unangepasste Anbaumethoden und fehlende Lagermöglichkeiten führen dazu, dass die Menschen zu wenig zu essen haben. Investitionen in dürreresistentes Saatgut, effizientere Bewässerung und nachhaltige Anbaumethoden würden dazu führen, dass weniger Menschen an Hunger leiden müssen.

Das sind nur ein paar wenige Gründe, warum viele Menschen auf der Welt hungern. Schlechte Regierungsführung, ungerechte Lieferketten oder Anstieg des Fleischkonsums sind weitere.

Warum lässt sich der Hunger in der Welt nicht leicht beenden?

Hunger kann je nach Land und Kontext viele verschiedene Ursachen haben. Hilfsorganisationen wie ADRA versuchen, so weit wie möglich gegenzusteuern und den betroffenen Menschen zu helfen, aus dem Armuts- und Hungerkreislauf auszubrechen. Wir arbeiten partnerschaftlich mit der lokalen Bevölkerung zusammen, damit wir besser auf ihre Bedürfnisse eingehen können. Gemeinsam mit unseren starken Partnern vor Ort setzen wir das Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe um. Deshalb ist es wichtig, die Menschen in unseren Projektgebieten so gut wie möglich aufzuklären und zu befähigen, selbst Veränderungen in ihrer Gesellschaft herbeizuführen. Nur so kann es gelingen, dass weniger Menschen auf der Welt Hunger leiden müssen.

Zahlen und Fakten zum Hunger

Nach Jahren der Erfolge im Kampf gegen den Hunger hat sich der Trend seit ein paar Jahren leider wieder umgekehrt. 2021 litten ca. 828 Mio. Menschen an Hunger – das waren 150 Mio. mehr als noch im Jahr 2019. Die kleinsten Kinder leiden ganz besonders: 149 Mio. Kinder unter fünf Jahren sind unterernährt und 45,4 Mio. sind sogar akut unterernährt und benötigen umgehend Hilfe. Das sind 22 % aller Kinder auf der Welt, welche chronisch und 6,7 % der Kinder weltweit, welche akut unterernährt sind.

2015 wurde das Ziel ausgegeben, den Hunger auf der Welt bis 2030 zu beenden. Dieses Ziel ist in weite Ferne gerückt. Aktuellen Prognosen zufolge werden dann immer noch 670 Millionen Menschen an Hunger leiden.

828 Millionen

2021 litten ca. bis zu 828 Millionen Menschen an Hunger

149 Millionen

Kinder unter fünf Jahren sind unterernährt und 45,4 Mio. sind sogar akut unterernährt

670 Millionen

Menschen werden nach aktuellen Prognosen zufolge immer noch an Hunger leiden

In welchem Zusammenhang stehen Hunger mit Wassermangel und schlechten Hygienebedingungen?

Millionen von Menschen auf der Welt haben keinen direkten Zugang zu sauberem Wasser. Damit einhergehend sind oft auch die hygienischen Bedingungen eher schlecht. Dadurch können sich Krankheiten wie Durchfall oder Cholera sehr schnell ausbreiten. Tausende Kinder sterben jeden Tag daran. Der Hunger kann nicht erfolgreich bekämpft werden, so lange diese Krankheiten weiterhin so viele Opfer fordern.

Was macht ADRA, um Hunger zu bekämpfen?

In all unseren Projekten setzen wir uns als Organisation das Ziel, besonders nachhaltig zu helfen. Die Menschen vor Ort sollen in der Lage sein, unsere Arbeit fortzuführen, sobald wir uns aus einer Projektregion zurückziehen. Im Bereich Ernährung haben wir verschiedene Maßnahmen im Portfolio, um den Hunger effektiv und langfristig zu bekämpfen sowie dafür zu sorgen, dass die Familien und Kinder das ganze Jahr über ausreichend zu essen haben, um sich gesund entwickeln zu können – die Grundlage dafür, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

  • Schulungen für Kleinbäuerinnen und -bauern, wie sie mit modernen und nachhaltigen Anbaumethoden mehr ernten können
  • Schulungen für die Kleinbäuerinnen und -bauern, wie sie dürreresistentes Saatgut wie Sorghum, Erdnüsse, Süßkartoffeln und Hülsenfrüchte anbauen können
  • Schulungen darin, wie sie ihre Ernteerträge sicher lagern und dabei für schwere Zeiten vorsorgen können
  • Ausgabe von landwirtschaftlichen Geräten, verbessertem Saatgut und Materialien zur sicheren Lagerung der Ernte
  • Schulungen darin, Kleinstunternehmen zu gründen und zu führen
  • Schulungen in Umweltschutz, um Böden, Wasser, Wald und Weiden zu schützen
  • Anleitung darin, wie sich Kleinbäuerinnen und -bauern in Lerngruppen zusammenschließen können, um ihre Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen
  • Einrichtung von solarbetriebenen Bewässerungssystemen für ausreichend Wasser für die Menschen, die Landwirtschaft und die Tiere
  • Unterstützung der Viehzüchterinnen und -züchter in adäquater Viehhaltung, um die Qualität und Quantität der tierischen Erzeugnisse zu verbessern und zu erhöhen
  • Integration von Nutzbäumen in die landwirtschaftlichen Produktionsfelder, um den Boden vor Erosion zu schützen
  • Einrichtung von sogenannten Saatgutbanken, aus denen verbessertes Saatgut aus lokaler Produktion günstig eingekauft werden kann
  • Schulungen für Frauen, die sehr aktiv in der Landwirtschaft sind, in Bewässerungstechniken, organischer Düngung und biologischen Gemüseanbau sowie Unterstützung beim Anlegen von Bio-Gemüsegärten
  • Veranstaltung von Kochkursen für Eltern, in denen sie neue Kochtechniken und Rezepte kennenlernen. So lernen sie, sich und insbesondere ihre Kinder mit den lokal verfügbaren Lebensmitteln gesund zu ernähren
  • Schulungen für die Familien, wie sie Kuhdung und Bioabfälle als Energiequelle für ihre Kochherde nutzen können.

Was können wir hier in Deutschland tun, um den Hunger in der Welt zu reduzieren?

Weniger Fleisch essen
Wenn wir mehr auf eine pflanzliche Ernährung achten, können wir einen Beitrag leisten, dass weniger Menschen auf der Welt hungern müssen. Von pflanzlichen Lebensmitteln können sieben Mal mehr Menschen satt werden. Die pflanzliche Ernährung trägt auch dazu bei, den Klimawandel zu verlangsamen. Wasserknappheit, lange Dürren und Ernteausfälle sind Folgen des weltweiten Temperaturanstiegs.
Regional und biologisch einkaufen
Wer z. B. Obst und Gemüse aus regionaler und biologischer Erzeugung kauft, vermeidet lange Transportwege und einen hohen Wasserverbrauch für den Anbau von Lebensmitteln in Regionen, die unter Wasserknappheit leiden. Nahrung aus biologischer Landwirtschaft wird außerdem bodenschonend hergestellt, ohne Pestizide oder andere Pflanzenschutzmittel. Ein gesunder Boden ist die Grundlage für langfristige Ernährungssicherheit.
Lebensmittel länger haltbar machen
Die Aufbewahrung in Edelstahl-Behältern, Einmachgläsern oder Bienenwachstüchern verlängert die Haltbarkeit vieler Lebensmittel.
ADRA mit Spenden unterstützen
Wie bereits beschrieben, hat ADRA viele Maßnahmen im Programm, um den Hunger in der Welt zu bekämpfen. Mit Ihrer monatlichen Spende in Form eines Dauerauftrags können wir langfristig planen und den Menschen in unseren Projektgebieten nachhaltig helfen, nicht mehr hungern zu müssen. Aber auch eine einmalige Spende mit dem Stichwort „Hunger“ wird für die aufgeführten Maßnahmen eingesetzt.
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Das sind nur ein paar wenige Möglichkeiten, einen Beitrag zu leisten. Selbstverständlich gibt es noch viel mehr, das wir gemeinsam tun können. 

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Liane Gruber und Reinhild Mainka

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