Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel und Katastrophen im Südpazifik

Notfall- und Sicherheitspläne sowie die Entwicklung von Strategien für den Katastrophenfall stärken auf den Fidschi-Inseln die Bevölkerung gegen immer wieder auftretende Naturkatastrophen.

In der Südpazifik-Region ereignen sich immer wieder Naturkatastrophen wie Erdbeben, Tsunamis und Wirbelstürme. Um die Menschen zu schützen und besser für Katastrophen zu wappnen, unterstützt ADRA lokale Kirchengemeinden und dort ansässige ADRA-Büros im Bereich Katastrophenvorsorge. Die örtlichen Gemeinden erhalten Beratung und Unterstützung beim Aufbau von Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel und Katastrophen im Südpazifik. In gemeinsamen Workshops werden dafür Strategien erarbeitet. Außerdem werden Notfallpläne und Sicherheitspläne entwickelt und regelmäßige Trainings im Bereich Katastrophenschutz abgehalten. Erreicht wird hierdurch eine Sensibilisierung über Katastrophenrisiken. Gemeinschaften und Einzelpersonen werden in die Lage versetzt, Verantwortung für Risiken zu übernehmen und es werden verstärkt Hilfsgüter bereitgestellt.

Projektlaufzeit: 01.01.2017 – 30.06.2019

Dieses Projekt wird gefördert durch 

ADRA entwickelt Katastrophenpläne für die Erdbebenrisikoregion Nepal

Die Erdbeben vom 25. April und 12. Mai 2015 gelten als die tödlichste Katastrophe in der Geschichte Nepals. Rund 9.000 Personen starben und fast 700.000 Häuser wurden zerstört. Auch zwei Jahre danach kommt der Wiederaufbau nur mühsam voran. ADRA erhöht die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung gegenüber Naturkatastrophen und führt ein professionelles Krisenmanagement ein.

Der Gebirgsstaat Nepal liegt in einer geologischen Hochrisikozone an der Grenze zweier tektonischer Platten und ist dadurch stark erdbebengefährdet. Die Beben 2015 mit dem Epizentrum 80 km nordöstlich von Kathmandu hatten Auswirkungen bis nach Tibet, Nord- und Nordostindien, China, Bangladesch und Pakistan. In Nepal gab es über 22.300 Verletzte und eine halbe Million Menschen wurden obdachlos. ADRA war 2015 sofort aktiv und leistete Soforthilfe bei den Betroffenen im Kathmandu-Tal und den angrenzenden Bezirken. Von den rund 23,2 Millionen Einwohnern leben etwa zwei Millionen allein in der Hauptstadt Kathmandu und dem umgebenden Tal. Mangelnde Arbeitsmöglichkeiten führen seit den 70er Jahren zu verstärkten Abwanderungen in die Städte. Hier deckt Holz als Energiequelle immer noch 74 Prozent des Energiebedarfs ab. Die Bevölkerung leidet unter der zunehmenden Umweltverschmutzung. Hinzu kommen die Folgen des Klimawandels in Form starker und zeitlich zunehmend schwankender Monsunregen, die besonders für die Menschen an Berghängen in den abgelegenen Regionen Nepals eine große Gefahr darstellen. Überflutungen und Erdrutsche führen jährlich zu hunderten von Todesopfern.

Die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung wird erhöht

Nepal zählt zu den ärmsten Ländern Südasiens. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung (HDI 2015) liegt das Land auf Platz 144 von 188. Auch zwei Jahre nach dem Beben befindet sich Nepal abseits des Interesses der Weltöffentlichkeit im Prozess des Wiederaufbaus. Dieser gestaltet sich in vielen Regionen schwierig. Die Topographie des Landes und eine unzureichende Verkehrsinfrastruktur bedeuten insbesondere in den Bergregionen hohe Herausforderungen und erschweren den Transport von Material und Ressourcen. Deshalb unterstützt ADRA die Bevölkerung von zwei stark gefährdeten Gemeinden, sich bestmöglich auf das Risiko neuer Erdbeben einzustellen und vorzubereiten. In den Gemeinden Mahamanjushree-Nagarkot und Shankharapur wird die Bevölkerung befähigt, durch geübtes Krisenmanagement auf neue Gefahren schnell reagieren zu können. Schulungen und Trainings über Katastrophenvorsorge, Gefährdungsmerkmale und die Stärkung eines verbesserten Informationsmanagements stärken die kommunalen Notfallpläne. ADRA arbeitet hier eng mit der der lokalen Bevölkerung und den Behörden zusammen, um bei einer neuen Gefahr schnelle Schutzmaßnahmen für Schwangere, stillende Mütter und Alte einzuleiten und sie beispielsweise in sichere Hotels zu evakuieren. Über 10.300 direkt und über 48.200 indirekt Begünstigten kommt dieses Projekt zugute, über 50 Prozent davon sind Frauen.

 

Projektlaufzeit: 01.04.17 – 30.09.18

Das Projekt wird gefördert durch 

ADRA stärkt die Menschen in Somalia im Umgang mit Wetterextremen

Die Republik Somalia ist einer der ärmsten und fragilsten Staaten der Welt. Ostafrika leidet derzeit unter einer lebensbedrohlichen Dürre. Die Folgen der Wetterextreme der letzten Jahre vergrößert die Armut und schwächt die Widerstandsfähigkeit der Menschen. ADRA baut die Katastrophenvorsorge im Südwesten Somalias aus.

Das Land am Horn von Afrika hat die längste Küstenlinie zum Indischen Ozean und die größten Territorialgewässer des Kontinents. Hier herrscht ein heißes und trockenes Monsunklima mit zwei Trocken- und zwei Regenzeiten. Somalia ist von Wetterextremen geplagt. Nach der letzten großen Dürre 2011 verursachte das Wetterphänomen El Niño 2015 starke Niederschläge. Doch die ausgelaugten Böden können das Wasser nicht aufnehmen, Überflutungen und Erdrutsche sind die Folge. Regelmäßig folgt auf El Niño das Wetterphänomen La Niña und bringt wieder Dürre. In einem La Niña kühlt die Oberfläche im zentralen und östlichen Pazifik ab. Während der Regen über Indonesien, die Philippinen und Australien zieht, gibt es in Ostafrika kaum Niederschlag. Die Abstände der Wetterextreme werden immer kürzer, die Dürrezeiten immer länger.
In Somalia ist die Ernährungssituation ernst, eine Hungerkatastrophe droht. Aufgrund der Wasserknappheit sind die Felder nicht zu bewässern, Ernten fallen aus und Weideland für das Vieh ist vertrocknet. Die Betroffenen müssen bis fünfmal längere Strecken zu den Brunnen und anderen Wasserquellen zurücklegen. Als Folge der Wetterextreme wurden die Armut vergrößert und die Widerstandskräfte der Menschen stark geschwächt.

Katastrophenvorsorge für wetterbedingte Krisen

ADRA führt im Südwesten Somalias Maßnahmen durch, um die Bevölkerung widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen und auf zukünftige lebensbedrohliche Naturkatastrophen vorzubereiten. Die Entwicklung und Einführung von Frühwarnsystemen ermöglicht ein schnelles Handeln. Hierbei wird vor allem die Bevölkerung der lokalen Gemeinden und Dörfer einbezogen. Sie bilden Frühwarnkomitees, die mit den regionalen Katastrophenschutzbehörden in engem Kontakt stehen. Die Komitees entwickeln Indikatoren, um bei schnell einsetzenden Katastrophen wie Überschwemmungen und Konflikten sowie für langsam beginnenden Krisen wie Dürren und Hungersnöte entsprechend reagieren zu können. Dabei erheben die Gemeinden beispielsweise Wetterdaten und übermitteln sie per Handy den Behörden. In Schulungen und Trainings entwickeln sie eigene Bewältigungsstrategien, die für ihre Region zugeschnitten sind. Die Frühwarnkomitees werden sensibilisiert, wann die Krise ihre eigenen Ressourcen übersteigt und externe Hilfe notwendig wird. Mitarbeiter der staatlichen Behörden erhalten Trainings in der Erhebung und Analyse von Klimadaten. So wird darauf hingearbeitet, dass die somalische Regierung künftig eigene Frühwarnsysteme betreiben und Katastrophenschutz leisten kann. Dadurch wird langfristig die Abhängigkeit von humanitärer Hilfe verringert. Insgesamt 120.000 Menschen profitieren von diesem Projekt, welches das Risiko der Folgen von Naturkatastrophen reduziert.

 

Projektlaufzeit: 01.11.16 – 31.10.17

Das Projekt wird gefördert durch

Katastrophenvorsorge in von Erdbeben betroffenen Gebieten Nepals

Vor über einem Jahr wurde Nepal vom schwersten Erdbeben seit 80 Jahren erschüttert. Das Beben sowie die Nachbeben führten zu zahlreichen Todesopfern. Tausende verloren ihre Existenz. Weil Nepal weiterhin ein Hochrisikogebiet für Erdbeben bleibt, führt ADRA ein Projekt zur Katastrophenvorsorge durch. Die Widerstandsfähigkeit der Betroffenen gegenüber Katastrophen wird hierdurch gestärkt.

Die Auswirkungen des Bebens vom 25. April 2015 mit mehreren Nachbeben sind immer noch sichtbar. Straßen sind unpassierbar und Häuser unbewohnbar. Mehr als 9000 Menschen kamen ums Leben und über 200.000 wurden verletzt. Häuser und öffentliche Gebäude zerstört oder stark beschädigt. Die Zerstörung von sanitären Anlagen fördert eine schnelle Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Zudem ist Nepal in den Sommermonaten Juni bis Anfang Oktober von starken Überschwemmungen und Erdrutschen bedroht. Dann ist Monsunzeit. Dies erschwert zusätzlich den Zugang zu medizinischen Einrichtungen und Schulen.

ADRA führt Katastrophenvorsorgeprogramme durch

Durch die Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten fördert ADRA die lokale Bevölkerung, Vorsorgemaßnahmen für erneute Katastrophen zu entwickeln. In den Distrikten Kavre und Dhading werden an 35 Schulen Seminare und Workshops für Lehrer, Schüler und Eltern durchgeführt. Im Krisenfall sollen hier erarbeitete und trainierte Abläufe und Maßnahmen effektiv umgesetzt werden. Die Lerninhalte sind umfassend: Wie werden Evakuierungspläne schnell eingeleitet, Schutzvorrichtungen für Menschen, Ernten und das Vieh errichtet? Wie können in Risikoregionen Bewässerungssysteme, Viehhaltung und Landwirtschaft verbessert werden? Wie wird die Wasser- und Sanitärversorgung im Notfall sichergestellt? Schulungen zu Hygiene- und Erste-Hilfe-Maßnahmen sollen sich schnell ausbreitende Krankheiten verhindern.

Durch dieses Projekt wird die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung erhöht. Die Menschen werden befähigt, durch geübtes Krisenmanagement schnell reagieren zu können. So werden die Auswirkungen von Naturkatastrophen minimiert. Insgesamt 15.000 Haushalten kommt dieses Projekt zugute.

 

 Projektlaufzeit: 01.04.16 – 30.03.18

Das Projekt wird gefördert durch 

ADRA LEISTET HILFE NACH ZYKLON „WINSTON“ AUF FIDSCHI

„Winston“ war der gewaltigste Zyklon, der auf den Fidschi-Inseln je gemessen wurde. Die Orkanböen mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 325 Kilometern trafen im Februar 2016 auf die Inselgruppe, deckten Häuser ab, rissen Strommasten um und entwurzelten Bäume. ADRA hilft den Betroffenen, mit der Katastrophe fertig zu werden.

Als der Wirbelsturm „Winston“ über die Fidschi-Inseln fegte, hinterließ eine Schneise der Verwüstung. Tausende Bewohner verloren ihr Zuhause sowie ihr ganzes Hab und Gut und mussten in Notunterkünften untergebracht werden.

ÜBERFÜLLTE NOTUNTERKÜNFTE

Seitdem sind die Notunterkünfte überfüllt, es fehlt an Nahrung, Wasser und Sanitäranlagen. Deswegen werden die Betroffenen von ADRA mit Lebensmitteln oder Lebensmittelgutscheinen sowie sauberem Wasser und Hygieneartikeln versorgt.  ADRA unterstützt sie außerdem mit Materialien zur Ausbesserung ihrer Häuser, damit sie die Notunterkünfte bald verlassen können.

LANGFRISTIGE ERNÄHRUNGSSICHERHEIT

Zur langfristigen Sicherung der Ernährung werden Saatgut und Setzlinge verteilt. Denn der Sturm hat auch viele Felder und Ernten zerstört.

Bisher hat ADRA mit den Hilfsmaßnahmen mehr als 10.000 Menschen erreicht.

Projektlaufzeit: 01.03.16 – 30.09.16

Dieses Projekt wird gefördert durch