ADRA-Mitarbeiter im Libanon mit Lebensmittelhilfe für vertriebene Familien.
ADRA-Mitarbeiter im Libanon mit Lebensmittelhilfe für vertriebene Familien.

Unterstützung für Geflüchtete im Libanon

Nothilfe Nahost

Seit der Eskalation des Krieges im Libanon im März 2026 muss­ten über 1,2 Millionen Menschen flie­hen. Viele Familien haben ihr Zuhause und Einkommen ver­lo­ren und kön­nen sich Lebensmittel kaum noch leis­ten. ADRA unter­stützt 1.094 betrof­fe­ne Familien im Südlibanon mit Lebensmittelgutscheinen in Form elek­tro­ni­scher Karten. Diese kön­nen in loka­len Geschäften ein­ge­löst wer­den und sichern die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln für drei Monate. Ziel des Projekts ist es, die Ernährungssituation der Betroffenen zu ver­bes­sern und ihnen in der aku­ten Krisenlage schnel­le und wirk­sa­me Hilfe zu leis­ten.

Projektinfos

Nothilfe, Nahrung
Libanon
2026
PROJEKTZIELE

Die humanitäre Krise im Libanon verschärft sich

Seit der erneu­ten Eskalation des Krieges im Libanon Anfang März 2026 hat sich die huma­ni­tä­re Lage stark ver­schlech­tert. Luftangriffe und Kämpfe haben vie­le Menschen zur Flucht gezwun­gen. Besonders betrof­fen ist der Süden des Landes: Beirut, die Bekaa-Ebene und Mount Lebanon. Bis April 2026 wur­den mehr als 1,2 Millionen Menschen ver­trie­ben. Tausende Menschen wur­den ver­letzt oder getö­tet. Allein am 8. April kamen bei schwe­ren Luftangriffen über 300 Menschen ums Leben.

Viele Familien muss­ten ihre Häuser, Arbeitsplätze oder Felder ver­las­sen und haben kein Einkommen mehr. Gleichzeitig stei­gen die Preise für Lebensmittel, Brot und Treibstoff stark an. Dadurch kön­nen sich vie­le Menschen nicht mehr genug Essen leis­ten. Besonders schwie­rig ist die Situation, weil der Libanon schon seit 2019 unter einer schwe­ren Wirtschafts- und Finanzkrise lei­det. Viele Menschen leben bereits in Armut und müs­sen wegen der Geldnot oft auf lebens­wich­ti­ge Dinge wie Lebensmittel, Medikamente und Hygieneartikel ver­zich­ten. Arzt- und Schulbesuche für ihre Kinder wer­den außer­dem uner­schwing­lich. Die aktu­el­le Eskalation der Gewalt ver­schärft die Lage zusätz­lich.1

Die Unterkünfte für Vertriebene sind oft über­füllt. Die Mehrheit der Binnengeflüchtete lebt in infor­mel­len Siedlungen oder ande­ren pro­vi­so­ri­schen Unterkünften.

Wie ADRA auf die humanitäre Krise im Libanon reagiert

ADRA führ­te im März 2026 eine Bedarfsanalyse in den Städten Beirut und Baabda durch. Dabei zeig­te sich, dass Lebensmittelhilfe, Trinkwasser, Hygieneartikel und Notunterkünfte am drin­gends­ten benö­tigt wer­den. In Absprache mit ande­ren Hilfsorganisationen unter­stützt ADRA betrof­fe­ne Familien mit Lebensmittelhilfe.  

Insgesamt erhal­ten 1.094 Familien Lebensmittelgutscheine in Form elek­tro­ni­scher Karten, die sie in aus­ge­wähl­ten Lebensmittelgeschäften ein­lö­sen kön­nen. Diese Wertgutscheine hel­fen Familien dabei, Lebensmittel fle­xi­bel auf loka­len Märkten ein­zu­kau­fen. So kön­nen sie selbst aus­wäh­len, wel­che fri­schen und pas­sen­den Lebensmittel sie benö­ti­gen. Dadurch ver­bes­sert sich ihre Ernährung, und sie behal­ten ein Stück Selbstbestimmung. ADRA hat viel Erfahrung mit Gutscheinprogrammen und sorgt für eine zuver­läs­si­ge und wirk­sa­me Umsetzung der Hilfe.

Die Karten wer­den drei Mal auf­ge­la­den und ermög­li­chen den Einkauf von Grundnahrungsmitteln für drei Monate.

Im Mittelpunkt der Hilfe ste­hen Binnenvertriebene, die außer­halb von Notunterkünften leben und kein oder kaum Einkommen haben. Es wer­den ins­be­son­de­re von Frauen geführ­te Haushalte, schwan­ge­re und stil­len­de Frauen sowie älte­re Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen unter­stützt.

Binnenvertriebene Kinder in einer Schule im Libanon trotz der humanitären Krise.
ADRA-Mitarbeiterin verteilt Lebensmittelhilfe an vom Krieg betroffene Familien im Libanon.
Historische Ruinen in Baalbek im Libanon, Heimat vieler vom Konflikt betroffener Familien.

Jetzt für den Libanon spenden

45 Euro

ermög­li­chen einer Person Nahrungsmittel für einen Monat

230 Euro

ermög­li­chen einer Familie Nahrungsmittel für einen Monat

Die ver­wen­de­ten Icons wur­den
mit­hil­fe der KI recraft.ai gene­riert.

Ramis größ­ter Wunsch:
Wieder zur Schule gehen

Der sie­ben­jäh­ri­ge Junge Rami aus Baalbek muss­te mit sei­nen Eltern und Geschwistern vor den Bomben flie­hen. „Ich hat­te gro­ße Angst vor den lau­ten Explosionen“, erzählt er lei­se.  

Als sei­ne Familie ihr Zuhause über­stürzt ver­las­sen muss­te, blieb vie­les zurück – auch Ramis Schulranzen. Darin lagen sei­ne Hefte, sei­ne Stifte und etwas ganz Besonderes: ein klei­ner Teddybär, den ihm sei­ne Lehrerin geschenkt hat­te, nach­dem er im Unterricht eine schwie­ri­ge Matheaufgabe gelöst hat­te. „Ich habe mei­nen Schulranzen ver­ges­sen … und mei­nen Teddy“, sagt Rami und wischt sich die Tränen aus dem Gesicht.  

Heute lebt sei­ne Familie in einer siche­re­ren Gegend. Doch Rami wünscht sich vor allem eines: wie­der zur Schule gehen zu kön­nen und sei­ne Freunde zu sehen. 

Über Libanon

Der Libanon galt einst als „Schweiz des Orients“. Doch seit dem Bürgerkrieg (1975–1990) haben poli­ti­sche Instabilität, Korruption und wirt­schaft­li­cher Niedergang das Land tief geprägt. Die Landeswährung hat seit 2019 über 95 % ihres Wertes ver­lo­ren. Die Preise stei­gen stark, beson­ders für arme Familien, die Mittelschicht und Geflüchtete. Viele Menschen fin­den kei­ne Arbeit mehr. Wegen der Geldnot müs­sen sie oft auf lebens­wich­ti­ge Dinge ver­zich­ten: Nahrungsmittel, Medikamente, Hygieneartikel. Arzt- und Schulbesuche für ihre Kinder wer­den uner­schwing­lich. Der Libanon steht damit vor einer huma­ni­tä­ren Krise, die ohne Hilfe von außen nicht zu bewäl­ti­gen ist.

Förderung

Dieses Projekt wird unter­stützt von ADRA und vom Bündnis Aktion Deutschland Hilft.
Logo von Aktion Deutschland Hilft mit buntem Schwung und Schriftzug.

Partner

ADRA Deutschland e.V. primär Logo

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