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Schutz vor Menschenhandel und Ausbeutung in Thailand
Gefährdete Mädchen schützen und Bildungschancen schaffen
Projektinfos
Thailand
- 30 besonders gefährdete Mädchen und junge Frauen (8–17 Jahre) sind in einer sicheren Unterkunft untergebracht
- 83 Kinder aus armen Verhältnissen besuchen eine Schule und erwerben dort ihren Abschluss
- Projektnummer: 7690037
Ursachen von Menschenhandel
Weltweit werden jährlich rund 50.000 Fälle von Menschenhandel in 148 Staaten erfasst. Die Zahl der nicht erfassten Fälle wird jedoch als hoch eingeschätzt; Experten gehen davon aus, dass weltweit über 27 Millionen Menschen betroffen sind. 1 Besonders in Süd- und Südostasien sind Menschenrechtsverletzungen dieser Art noch immer weit verbreitet.
Nicht überall in Thailand ist das Risiko, Opfer von Menschenhandel zu werden, gleich hoch. Gefährdet sind vor allem junge Frauen und Mädchen, die in abgelegenen Bergdörfern leben und ethnischen Minderheiten angehören. Die ländlichen Regionen liegen in Bezug auf die Entwicklung oft weit hinter den städtischen Gebieten zurück. Viele Menschen leben dort unterhalb der Armutsgrenze. Der durchschnittliche Lohn in Thailand beträgt umgerechnet etwa 381 US-Dollar im Monat. Nach Angaben des Amtes für Agrarökonomie liegt das Monatseinkommen von Bäuerinnen und Bauern gerade einmal bei 50 US-Dollar.
Die Lebenssituation der Dorfbevölkerung ist also nicht einfach. Daher helfen die Kinder schon früh im landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Eltern mit und müssen den Schulbesuch aussetzen, um die Familie zu unterstützen. Viele der gefährdeten Mädchen besitzen außerdem nicht die thailändische Staatsangehörigkeit, was neben mangelnder Bildung die Aussicht auf eine Arbeitsstelle erschwert. Da viele der Familien ausschließlich von der Landwirtschaft leben und Mädchen weniger schwere körperliche Arbeit verrichten können, herrscht die Meinung, dass Mädchen weniger wert seien.
All diese Umstände machen es Menschenhändlern leicht, neue Opfer zu gewinnen. Mit der angeblichen Aussicht auf eine Erwerbstätigkeit wenden sich sogenannte Mittelsmänner gezielt an Menschen aus ärmlichen Verhältnissen. Ihnen werden Jobs in der nächstgelegenen größeren Stadt versprochen, mit denen sie sich und ihre Familien versorgen können. In ihrer Verzweiflung unterzeichnen Eltern gefälschte Verträge und begeben sich und ihre Kinder in ein Abhängigkeitsverhältnis. Auch der Verkauf der eigenen Kinder an ältere, wohlhabende Männer gehört leider noch immer zur kulturell verankerten Praxis unter der Dorfbevölkerung, um die Familie aus ihrer misslichen finanziellen Lage zu befreien. Kinder, überwiegend Mädchen, landen so in Zwangsarbeit und anderen Formen der Leibeigenschaft – meist in der Sexindustrie. Auch Drohungen, Erpressung und körperliche Gewalt (bride kidnapping) sind immer wieder Teil dieser Praktiken. Eines ist immer gleich: Die Betroffenen – oft sehr junge Mädchen – werden in ihrer misslichen Lage ausgenutzt und ausgebeutet. Das Leben dieser Kinder ist geprägt von Leid und Verzweiflung.
Zusammengefasst zählen folgende Punkte zu den Faktoren, die die Dorfbevölkerung in die Spirale der Abhängigkeit treiben:
- Staatenlosigkeit
- Armut
- schlechte Gesundheit
- mangelnde Bildung
Wie ADRA Kinder vor Menschenhandel schützt
Seit 2007 engagiert sich ADRA im Norden Thailands an der Seite von gefährdeten Mädchen und bietet ihnen eine Chance auf eine bessere Zukunft. Das Projekt befindet sich derzeit in der neunten Phase. Ziel unserer Arbeit ist es, den Handel, Missbrauch und die Ausbeutung von Kindern im internationalen Grenzgebiet der Provinz Chiang Rai zu verhindern.
In dieser neuen Projektphase setzt sich ADRA
a) für ein sicheres Zuhause für schutzbedürftige Mädchen, sowie
b) für die Förderung der Bildung von Kindern aus sozial benachteiligten Familien, bei denen die Gefahr besteht, dass sie aus finanziellen Gründen die Schule abbrechen, ein.
Provinz Chiang Rai – Projektgebiete von ADRA dunkelgrün
Die Hilfsmaßnahmen im Überblick
ADRA setzt gezielte Maßnahmen ein, um gefährdete Mädchen zu schützen, ihnen Bildung zu ermöglichen und ihre Zukunftsperspektiven zu verbessern.
Im Fokus stehen Schutz, Bildung und langfristige Unterstützung.
a) ein sicheres Zuhause für schutzbedürftige Mädchen
-
Unterbringung von 30 besonders gefährdeten Mädchen in der Keep Girls-Safe Unterkunft im Distrikt Mae Lao, in der Provinz Chiang Rai
-
Förderung einer Schule in der Keep Girls-Safe Einrichtung
-
Angebot einer psychologischen Unterstützung zur Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen
-
Einführung von Workshops in den Bereichen Kochen, Backen, Landwirtschaft, Handwerk und Musik, um praktische Fähigkeiten für den späteren beruflichen Werdegang zu vermitteln
-
Durchführung von zweijährigen Ausbildungen in den genannten Bereichen für interessierte Mädchen
b) Investition in die Bildung von Kindern aus armen Familien
-
Bereitstellung von Stipendien für 83 Kinder aus armen Verhältnissen
-
Unterstützung nach dem Schulabschluss bei der Suche nach einem Studium- oder Ausbildungsplatz
-
Kinder ohne Ausweisdokumente erhalten Hilfe von den ADRA-Kolleginnen und Kollegen bei der Registrierung bei den Behörden
Parallel zu den vorgestellten Maßnahmen arbeitet ADRA mit lokalen Hilfs- und Regierungsorganisationen zusammen, die Sensibilisierungsveranstaltungen zum Thema Menschenhandel und Ausbeutung von Kindern in den Gemeinden durchführen oder sich mit konkreten Fällen von Menschenhandel und Kinderausbeutung befassen.
Die Hilfsmaßnahmen im Überblick
ADRA setzt gezielte Maßnahmen ein, um gefährdete Mädchen zu schützen, ihnen Bildung zu ermöglichen und ihre Zukunftsperspektiven zu verbessern.
Im Fokus stehen Schutz, Bildung und langfristige Unterstützung.
- Unterbringung von 30 besonders gefährdeten Mädchen in der Keep Girls-Safe Unterkunft im Distrikt Mae Lao, in der Provinz Chiang Rai
- Förderung einer Schule in der Keep Girls-Safe Einrichtung
- Angebot einer psychologischen Unterstützung zur Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen
- Einführung von Workshops in den Bereichen Kochen, Backen, Landwirtschaft, Handwerk und Musik, um praktische Fähigkeiten für den späteren beruflichen Werdegang zu vermitteln
- Durchführung von zweijährigen Ausbildungen in den genannten Bereichen für interessierte Mädchen
- Bereitstellung von Stipendien für 83 Kinder aus armen Verhältnissen
- Unterstützung nach dem Schulabschluss bei der Suche nach einem Studium- oder Ausbildungsplatz
- Kinder ohne Ausweisdokumente erhalten Hilfe von den ADRA-Kolleginnen und Kollegen bei der Registrierung bei den Behörden
Das Projekt erreicht 113 Kinder und Jugendliche direkt.
Darunter 30 stark gefährdete Mädchen in der Schutzunterkunft, sowie 83 Kinder aus benachteiligten Familien, die durch Bildungsstipendien gefördert werden.
Mädchen in der Schutzunterkunft
Kinder mit Bildungsstipendien
Kinder und Jugendliche direkt erreicht
Jetzt für Thailand spenden
210 Euro
finanzieren einen Monat lang psychologische Hilfsangebote für drei Mädchen in der Schutzunterkunft
2.300 Euro
für die jährlichen Krankenversicherungskosten für ein besonders gefährdetes Mädchen in der Schutzunterkunft
5.000 Euro
ermöglichen einem Kind aus armen Verhältnissen ein Stipendium für den Schulbesuch
Die verwendeten Icons wurden
mithilfe der KI recraft.ai generiert.
Über Thailand
Partner und Förderung
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- Letzte Aktualisierung:
- Autor: Pierre Schweitzer
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Weitere Projekte | ADRA Deutschland e.V.

Schutz vor Menschenhandel und Ausbeutung in Thailand
In Thailand gehört Menschenhandel immer noch zur bitteren Realität. Die meisten Opfer sind minderjährig und gehören ethnischen Minderheiten an. Sie werden sexuell ausgebeutet oder zur Zwangsarbeit gezwungen. In seinem langjährigen Projekt Keep Girls Safe, widmet sich ADRA den Ursachen und Folgen des Menschenhandels zu. ADRA übernimmt die Schulkosten für Kinder aus verarmten Familien, um zu verhindern, dass sie in die Zwangsarbeit geraten. › mehr dazu

Stärkung der Lebensgrundlagen durch Wasser, Einkommen und Schutz in der Demokratischen Republik Kongo
Im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind die Menschen seit Jahren von bewaffneter Gewalt, Vertreibungen und den Folgen eines Vulkanausbruchs 2021 betroffen. Zahlreiche Familien flohen in und um die Städte Goma und Nyiragongo. Gemeinsam mit lokalen Partnern unterstützt ADRA rund 30.000 Menschen dabei, ihre Lebensgrundlagen zu sichern, etwa durch Lebensmittel, verbessertes Saatgut und Vieh. Wasserstellen und Sanitäranlagen werden errichtet und Hygieneschulungen durchgeführt. › mehr dazu

Unterstützung für Geflüchtete im Libanon
Seit der Eskalation des Krieges im Libanon im März 2026 mussten über 1,2 Millionen Menschen fliehen. Viele Familien haben ihr Zuhause und Einkommen verloren und können sich Lebensmittel kaum noch leisten. ADRA unterstützt 1.094 betroffene Familien im Südlibanon mit Lebensmittelgutscheinen in Form elektronischer Karten. Diese können in lokalen Geschäften eingelöst werden und sichern die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln für drei Monate. › mehr dazu