- Startseite
- Bessere Lebens- und Einkommenschancen für benachteiligte Frauen in Mosambik
Bessere Lebens- und Einkommenschancen für benachteiligte Frauen in Mosambik
Projektinfos
Mosambik
- Frauen verbessern ihr Wissen über ihre Rechte und stärken ihre Beteiligung an Entscheidungsprozessen
- Landwirtinnen setzen nachhaltige Anbaumethoden ein und verbessern langfristig sowohl die Qualität und Menge ihrer Ernteerträge als auch den Anbau von gesundem Obst und Gemüse
- Frauen sind finanziell selbstständiger und verbessern ihr Einkommen
- Projektnummer: 5050028
Armut und Ungleichheit in Mosambik: eine große Herausforderung für Frauen
Mosambik gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Ein entscheidender Grund dafür ist, dass das Land nach einem langen Bürgerkrieg viele Jahre für den Wiederaufbau benötigt hat. Bis heute fehlen in vielen Regionen gut ausgebaute Straßen, Schulen, Gesundheitszentren und wirtschaftliche Perspektiven. Gleichzeitig leben über zwei Drittel der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Da diese stark vom Regen abhängt, führen Dürren, Überschwemmungen und Wirbelstürme immer wieder zu Ernteausfällen und Einkommensverlusten.
Besonders in der Provinz Nampula, im Norden des Landes, leben viele Menschen in Armut. Fehlende Einkommensmöglichkeiten und wiederkehrende Naturkatastrophen führen dazu, dass viele Familien nicht ausreichend und ausgewogen mit Nahrung versorgt sind.
Von dieser Situation sind Frauen am stärksten getroffen. Sie tragen einen Großteil der landwirtschaftlichen Arbeit, ohne dass sie davon leben können. Das Grundstück, welches sie bestellen, gehört ihnen in der Regel nicht, sondern ihrem Ehemann oder dem Grundbesitzer. Kulturell bedingt verwaltet der Ehemann die Einkünfte aus dem Verkauf der Ernten. Das bedeutet, dass Frauen kein unabhängiges Einkommen haben. Aufgrund des Mangels an Eigenkapital und der geringen Einkommensmöglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft sind sie stärker von Armut und Missbrauch betroffen als Männer. Außerdem werden sie bei wichtigen Entscheidungen in ihren Gemeinden nur selten miteinbezogen. Traditionelle Rollenbilder, hohe Arbeitsbelastung und mangelnde Bildung erschweren ihre Teilhabe an politischen Entscheidungen, die das Wohlergehen der Gemeinschaft betreffen. Auch Jugendliche und insbesondere Frauen mit Behinderungen sind häufig von sozialer und wirtschaftlicher Ausgrenzung betroffen.
Wie ADRA Deutschland e.V. Frauen im Norden Mosambiks stärkt und neue Perspektiven schafft
Gemeinsam mit der mosambikischen Hilfsorganisation Livaningo und den Menschen im Projektgebiet arbeitet ADRA Deutschland e.V. daran, soziale Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern zu reduzieren. In diesem Sinne folgt das Projekt der Regierungspolitik, die die Gleichstellung der Geschlechter fördert.
Das Vorhaben baut auf die Erkenntnisse und Erfolge aus einem früheren Projekt in derselben Region auf. Dieses Folgeprojekt findet in den Landkreisen Ribaué, Mogovolas, Meconta und Nampula in der gleichnamigen Provinz Nampula statt. Das Ziel des Projekts ist es, die Beteiligung von weiblichen Gemeindemitgliedern an Entscheidungsprozessen zu stärken und nachhaltige Lebensgrundlagen für 2.160 Frauen, einschließlich Jugendlichen und Frauen mit Behinderung, zu schaffen. Dazu verfolgt das Projekt drei miteinander verbundene Schwerpunkte:
-
a)Landwirtschaftliche Produktivität steigern und Qualität der Ernährung verbessern:
Frauen lernen nachhaltige Anbaumethoden kennen, die auch helfen, die negativen Folgen des Klimawandels zu lindern. Dadurch wird sichergestellt, dass Familien gesunde Lebensmittel wie Obst und Gemüse für eine ausgewogene Ernährung anbauen können. Ergänzende Schulungen vermitteln Wissen über ausgewogene Essgewohnheiten und eine gesunde Lebensweise.
-
b)Frauenrechte und politische Teilhabe stärken:
Frauen werden dabei unterstützt, ihre Rechte besser kennenzulernen und aktiv an Entscheidungen in ihren Gemeinden mitzuwirken.
-
c)wirtschaftliche Stellung der Frauen in der Gesellschaft verbessern:
Frauen erhalten Unterstützung, um eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Dazu gehören Spargruppen, Hilfe bei der Gründung von Kleinunternehmen sowie Schulungen im Umgang mit Geld und zur finanziellen Planung.
Männliche Mitglieder der Gemeinschaft sowie lokale und regionale Behörden werden in die Planung und Umsetzung des Projektes miteinbezogen, um die angestrebten Ziele zu erreichen. Im Folgenden wird ein Überblick über die wichtigsten Hilfsmaßnahmen gegeben.
Die Hilfsmaßnahmen im Überblick
- Gründung von 54 neuen Kleinbäuerinnenverbänden, damit Frauen sich untereinander unterstützen, Wissen austauschen und voneinander lernen können
- Vernetzung der neu gegründeten Verbände mit den 18 bereits aus dem Vorgängerprojekt bestehenden Kleinbäuerinnenverbänden
- Frauen aus bestehenden Kleinbäuerinnenverbänden werden als Trainerinnen ausgebildet und geben ihr Wissen an neue Kleinbäuerinnenverbände weiter
- Schulung in Agrarökologie [1] , die weit über nachhaltige Anbaumethoden hinaus geht. Die Umwelt, die Qualität der Böden und der erzeugten Produkte sowie die Fauna und Flora werden besonders geschützt und gefördert während Landwirtinnen und Landwirte sowie die lokale Bevölkerung in die Gestaltung des Umwandlungsprozesses einbezogen werden.
- Errichtung von Demonstrationsfeldern, um die neue gewonnen Kenntnisse in Agroökologie in der Praxis anzuwenden
- Schulung über die Herstellung von organischem Dünger, Mulch und Kompost zur Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit
- Schulungen zu nachhaltigen Bewässerungsmethoden
- Ausstattung von Kleinbäuerinnen mit manuellen Wasserpumpen zur Bewässerung ihrer Felder
- Verteilung und anschließende Vermehrung von lokalem Saatgut (Bohnen, Mais, Erdnüsse, Sesam, Maniok, Amaranth, Obst und Gemüse). In Schulungen lernen die Frauen es zu vermehren und bis zur nächsten Pflanzsaison in neu eingerichteten Saatgutbänken zu lagern.
- Verteilung von landwirtschaftlichen Geräten wie Hacken, Sprühgeräten, Rechen oder Gießkannen
- Förderung des Obstbaus durch die Einrichtung von Baumschulen
- Schulungen zur Vermehrung von Setzlingen, zum Management von Baumschulen, zu grundlegenden Schnitttechniken sowie zur Vermehrung und Aufzucht an das lokale Klima angepasster Arten wie Mango, Guave, Avocado, Orange, Banane, Papaya und Passionsfrucht
- Organisation von Gemeindefesten, auf denen Kleinbäuerinnen ihre Produkte verkaufen und Kontakte zu Händlerinnen und Händlern knüpfen können
- Ausbildung von Ernährungsberaterinnen, die ihr Wissen zu gesunder Ernährung, Hygiene und Gesundheit in ihren Gemeinden weitergeben und Kochvorführungen durchführen.
[1] Bei der Agrarökologie geht es um eine an die regionalen Gegebenheiten angepasste, nachhaltige Landwirtschaft ohne den Einsatz von Pestiziden und chemischen Mitteln, die der Natur und den Menschen zugutekommt.
- Einführung von monatlichen Austauschrunden unter Frauen in jedem Kleinbäuerinnenverband, um Herausforderungen zu besprechen, gemeinsame Lösungen zu entwickeln und ihre Teilnahmen am Gemeinschaftsleben zu stärken. Männer werden bei bestimmten Themen in die Diskussionen miteinbezogen, mit dem Ziel, die Anliegen der Frauen besser zu verstehen
- Schulungen für Frauen und Männer zu Gleichstellung, Frauenrechten und gemeinsamer Entscheidungsfindung, um Frauen in Führungsrollen zu stärken
- Schulungen zur Interessenvertretung, damit Frauen ihre Anliegen gegenüber Behörden und politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern wirksam vertreten können
- Schulungen zu Sparmethoden und dem Aufbau finanzieller Rücklagen, damit Frauen finanzielle Spielräume schaffen und ein eigenes Unternehmen aufbauen können
- Schulungen zu Finanzkompetenz und Finanzmanagement damit Kleinbäuerinnen ihr Geld besser verwalten und gemeinsame finanzielle Entscheidungen treffen können
- Förderung von Kleinunternehmen durch die Bereitstellung von Zuschüssen, die Frauen nach einer vereinbarten Zeit an ihren Kleinbäuerinnenverband zurückzahlen, damit das Geld an weiteren Frauen vergeben werden kann
Langfristige Wirkung des Projektes
Durch Schulungen zu Landwirtschaft, Ernährung, Hygiene, Finanzen und Unternehmensgründung verbessern Frauen ihre Lebensgrundlagen im Projektgebiet und können langfristig selbstständiger wirtschaften. Nachhaltige Anbaumethoden schützen die Umwelt, verbessern die Erträge und helfen den Familien, besser mit den Folgen des Klimawandels umzugehen.
Die Maßnahmen erreichen unmittelbar 2.600 Menschen. Die geschulten Frauen und Gemeindemitglieder geben ihr Wissen auch nach Projektende weiter, sodass langfristig weitere Menschen von den verbesserten Kenntnissen und Praktiken profitieren.
Jetzt für Mosambik spenden
30 Euro
ermöglichen es Kleinbäuerinnen, mit Samen und landwirtschaftlichen Werkzeugen für die Produktion von Obstbaumsetzlingen auszustatten
70 Euro
ermöglichen die Schulung eines Kleinbäuerinnenverbands in Agraökologie
161 Euro
ermöglichen die Schulung eines Kleinbäuerinnenverbands zu den Themen Sparmethoden und Aufbau finanzieller Rücklagen
350 Euro
ermöglichen den Kauf und die Installation einer manuellen Wasserpumpe
Die verwendeten Icons wurden
mithilfe der KI recraft.ai generiert.
Über Mosambik
Förderung
Partner
Teilen auf:
- Letzte Aktualisierung:
- Autor: Pierre Schweitzer
Helfen Sie Menschen in Not durch eine Spende. Gezielt können Sie Projekte und Kampagnen unterstützen.
Sie suchen ein Geschenk für jemanden? Wie wäre es mit einem Geschenk aus unserem ADRA-Spendenshop?
Weitere Projekte | ADRA Deutschland e.V.

Bessere Lebens- und Einkommenschancen für benachteiligte Frauen in Mosambik
Über 2.000 Frauen lernen im Norden Mosambiks ausreichend und gesunde Lebensmittel anzubauen und ihre Lebensgrundlagen zu sichern. Sie schließen sich in Verbänden zusammen, lernen umweltfreundliche Anbaumethoden kennen und erschließen neue Absatzmärkte. Frauen gründen Kleinunternehmen, um eigenes Geld zu verdienen. Zudem erhalten sie Schulungen in gesunder Ernährung und Hygiene. › mehr dazu

Nothilfe im Sudan: Verbesserung der Sanitärversorgung für Binnenvertriebene
ADRA verbessert die Hygienesituation in einem Aufnahmelager für Binnenvertriebene im Bundesstaat Blue Nile. Dort leben 10.365 Menschen unter schwierigen Bedingungen. Alle Latrinen sind unbrauchbar und Krankheiten breiten sich aus. ADRA baut zehn sichere, nach Geschlechtern getrennte, Latrinen und informiert die Familien über gute Hygienepraktiken. › mehr dazu

Schutz vor Menschenhandel und Ausbeutung in Thailand
In Thailand gehört Menschenhandel immer noch zur bitteren Realität. Die meisten Opfer sind minderjährig und gehören ethnischen Minderheiten an. Sie werden sexuell ausgebeutet oder zur Zwangsarbeit gezwungen. In seinem langjährigen Projekt Keep Girls Safe, widmet sich ADRA den Ursachen und Folgen des Menschenhandels zu. ADRA übernimmt die Schulkosten für Kinder aus verarmten Familien, um zu verhindern, dass sie in die Zwangsarbeit geraten. › mehr dazu