Zwei Frauen mit geernteten Süßkartoffeln auf einem Feld in Nordmosambik.
Zwei Frauen mit geernteten Süßkartoffeln auf einem Feld in Nordmosambik.
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Bessere Lebens- und Einkommenschancen für benachteiligte Frauen in Mosambik

Über 2.000 Frauen ler­nen im Norden Mosambiks aus­rei­chend und gesun­de Lebensmittel anzu­bau­en und ihre Lebensgrundlagen zu sichern. Sie schlie­ßen sich in Verbänden zusam­men, ler­nen umwelt­freund­li­che Anbaumethoden ken­nen und erschlie­ßen neue Absatzmärkte. Frauen grün­den Kleinunternehmen, um eige­nes Geld zu ver­die­nen. Zudem erhal­ten sie Schulungen in gesun­der Ernährung und Hygiene. Die Menschen wer­den über Frauenrechte infor­miert und die Frauen selbst dazu befä­higt, sich an poli­ti­schen Entscheidungsprozessen zu betei­li­gen.

Projektinfos

Florian Diegmann, Referent für Freiwilligendienste und entwicklungspolitische Bildungsarbeit bei ADRA Deutschland e.V. (Foto: ADRA)
Einkommen, Nahrung, Gendergerechtigkeit
Mosambik
2026 – 2030
PROJEKTZIELE

Armut und Ungleichheit in Mosambik: eine große Herausforderung für Frauen

Mosambik gehört zu den ärms­ten Ländern der Welt. Ein ent­schei­den­der Grund dafür ist, dass das Land nach einem lan­gen Bürgerkrieg vie­le Jahre für den Wiederaufbau benö­tigt hat. Bis heu­te feh­len in vie­len Regionen gut aus­ge­bau­te Straßen, Schulen, Gesundheitszentren und wirt­schaft­li­che Perspektiven. Gleichzeitig leben über zwei Drittel der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Da die­se stark vom Regen abhängt, füh­ren Dürren, Überschwemmungen und Wirbelstürme immer wie­der zu Ernteausfällen und Einkommensverlusten.

Besonders in der Provinz Nampula, im Norden des Landes, leben vie­le Menschen in Armut. Fehlende Einkommensmöglichkeiten und wie­der­keh­ren­de Naturkatastrophen füh­ren dazu, dass vie­le Familien nicht aus­rei­chend und aus­ge­wo­gen mit Nahrung ver­sorgt sind.

Von die­ser Situation sind Frauen am stärks­ten getrof­fen. Sie tra­gen einen Großteil der land­wirt­schaft­li­chen Arbeit, ohne dass sie davon leben kön­nen. Das Grundstück, wel­ches sie bestel­len, gehört ihnen in der Regel nicht, son­dern ihrem Ehemann oder dem Grundbesitzer. Kulturell bedingt ver­wal­tet der Ehemann die Einkünfte aus dem Verkauf der Ernten. Das bedeu­tet, dass Frauen kein unab­hän­gi­ges Einkommen haben. Aufgrund des Mangels an Eigenkapital und der gerin­gen Einkommensmöglichkeiten außer­halb der Landwirtschaft sind sie stär­ker von Armut und Missbrauch betrof­fen als Männer. Außerdem wer­den sie bei wich­ti­gen Entscheidungen in ihren Gemeinden nur sel­ten mit­ein­be­zo­gen. Traditionelle Rollenbilder, hohe Arbeitsbelastung und man­geln­de Bildung erschwe­ren ihre Teilhabe an poli­ti­schen Entscheidungen, die das Wohlergehen der Gemeinschaft betref­fen. Auch Jugendliche und ins­be­son­de­re Frauen mit Behinderungen sind häu­fig von sozia­ler und wirt­schaft­li­cher Ausgrenzung betrof­fen.

Wie ADRA Deutschland e.V. Frauen im Norden Mosambiks stärkt und neue Perspektiven schafft

Gemeinsam mit der mosam­bi­ki­schen Hilfsorganisation Livaningo und den Menschen im Projektgebiet arbei­tet ADRA Deutschland e.V. dar­an, sozia­le Ungleichheiten zwi­schen Frauen und Männern zu redu­zie­ren. In die­sem Sinne folgt das Projekt der Regierungspolitik, die die Gleichstellung der Geschlechter för­dert.

Das Vorhaben baut auf die Erkenntnisse und Erfolge aus einem frü­he­ren Projekt  in der­sel­ben Region auf. Dieses Folgeprojekt fin­det in den Landkreisen Ribaué, Mogovolas, Meconta und Nampula in der gleich­na­mi­gen Provinz Nampula statt. Das Ziel des Projekts ist es, die Beteiligung von weib­li­chen Gemeindemitgliedern an Entscheidungsprozessen zu stär­ken und nach­hal­ti­ge Lebensgrundlagen für 2.160 Frauen, ein­schließ­lich Jugendlichen und Frauen mit Behinderung, zu schaf­fen. Dazu ver­folgt das Projekt drei mit­ein­an­der ver­bun­de­ne Schwerpunkte:

  • a)
    Landwirtschaftliche Produktivität stei­gern und Qualität der Ernährung ver­bes­sern:

    Frauen ler­nen nach­hal­ti­ge Anbaumethoden ken­nen, die auch hel­fen, die nega­ti­ven Folgen des Klimawandels zu lin­dern. Dadurch wird sicher­ge­stellt, dass Familien gesun­de Lebensmittel wie Obst und Gemüse für eine aus­ge­wo­ge­ne Ernährung anbau­en kön­nen. Ergänzende Schulungen ver­mit­teln Wissen über aus­ge­wo­ge­ne Essgewohnheiten und eine gesun­de Lebensweise.

  • b)
    Frauenrechte und poli­ti­sche Teilhabe stär­ken:

    Frauen wer­den dabei unter­stützt, ihre Rechte bes­ser ken­nen­zu­ler­nen und aktiv an Entscheidungen in ihren Gemeinden mit­zu­wir­ken.

  • c)
    wirt­schaft­li­che Stellung der Frauen in der Gesellschaft ver­bes­sern:

    Frauen erhal­ten Unterstützung, um eige­nes Einkommen zu erwirt­schaf­ten. Dazu gehö­ren Spargruppen, Hilfe bei der Gründung von Kleinunternehmen sowie Schulungen im Umgang mit Geld und zur finan­zi­el­len Planung.

Männliche Mitglieder der Gemeinschaft sowie loka­le und regio­na­le Behörden wer­den in die Planung und Umsetzung des Projektes mit­ein­be­zo­gen, um die ange­streb­ten Ziele zu errei­chen. Im Folgenden wird ein Überblick über die wich­tigs­ten Hilfsmaßnahmen gege­ben.

Die Hilfsmaßnahmen im Überblick

Steigerung der land­wirt­schaft­li­chen Produktivität, Verbesserung und Diversifizierung der Ernährung
  • Gründung von 54 neu­en Kleinbäuerinnenverbänden, damit Frauen sich unter­ein­an­der unter­stüt­zen, Wissen aus­tau­schen und von­ein­an­der ler­nen kön­nen 
  • Vernetzung der neu gegrün­de­ten Verbände mit den 18 bereits aus dem Vorgängerprojekt bestehen­den Kleinbäuerinnenverbänden  
  • Frauen aus bestehen­den Kleinbäuerinnenverbänden wer­den als Trainerinnen aus­ge­bil­det und geben ihr Wissen an neue Kleinbäuerinnenverbände wei­ter 
  • Schulung in Agrarökologie [1] , die weit über nach­hal­ti­ge Anbaumethoden hin­aus geht. Die Umwelt, die Qualität der Böden und der erzeug­ten Produkte sowie die Fauna und Flora wer­den beson­ders geschützt und geför­dert wäh­rend Landwirtinnen und Landwirte sowie die loka­le Bevölkerung in die Gestaltung des Umwandlungsprozesses ein­be­zo­gen wer­den. 
  • Errichtung von Demonstrationsfeldern, um die neue gewon­nen Kenntnisse in Agroökologie in der Praxis anzu­wen­den
  • Schulung über die Herstellung von orga­ni­schem Dünger, Mulch und Kompost zur Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit
  • Schulungen zu nach­hal­ti­gen Bewässerungsmethoden 
  • Ausstattung von Kleinbäuerinnen mit manu­el­len Wasserpumpen zur Bewässerung ihrer Felder 
  • Verteilung und anschlie­ßen­de Vermehrung von loka­lem Saatgut (Bohnen, Mais, Erdnüsse, Sesam, Maniok, Amaranth, Obst und Gemüse). In Schulungen ler­nen die Frauen es zu ver­meh­ren und bis zur nächs­ten Pflanzsaison in neu ein­ge­rich­te­ten Saatgutbänken zu lagern. 
  • Verteilung von land­wirt­schaft­li­chen Geräten wie Hacken, Sprühgeräten, Rechen oder Gießkannen 
  • Förderung des Obstbaus durch die Einrichtung von Baumschulen 
  • Schulungen zur Vermehrung von Setzlingen, zum Management von Baumschulen, zu grund­le­gen­den Schnitttechniken sowie zur Vermehrung und Aufzucht an das loka­le Klima ange­pass­ter Arten wie Mango, Guave, Avocado, Orange, Banane, Papaya und Passionsfrucht 
  • Organisation von Gemeindefesten, auf denen Kleinbäuerinnen ihre Produkte ver­kau­fen und Kontakte zu Händlerinnen und Händlern knüp­fen kön­nen 
  • Ausbildung von Ernährungsberaterinnen, die ihr Wissen zu gesun­der Ernährung, Hygiene und Gesundheit in ihren Gemeinden wei­ter­ge­ben und Kochvorführungen durch­füh­ren. 
  •  

 

[1] Bei der Agrarökologie geht es um eine an die regio­na­len Gegebenheiten ange­pass­te, nach­hal­ti­ge Landwirtschaft ohne den Einsatz von Pestiziden und che­mi­schen Mitteln, die der Natur und den Menschen zugu­te­kommt.

Stärkung der Frauenrechte und ihrer poli­ti­schen Teilhabe
  • Einführung von monat­li­chen Austauschrunden unter Frauen in jedem Kleinbäuerinnenverband, um Herausforderungen zu bespre­chen, gemein­sa­me Lösungen zu ent­wi­ckeln und ihre Teilnahmen am Gemeinschaftsleben zu stär­ken. Männer wer­den bei bestimm­ten Themen in die Diskussionen mit­ein­be­zo­gen, mit dem Ziel, die Anliegen der Frauen bes­ser zu ver­ste­hen 
  • Schulungen für Frauen und Männer zu Gleichstellung, Frauenrechten und gemein­sa­mer Entscheidungsfindung, um Frauen in Führungsrollen zu stär­ken 
  • Schulungen zur Interessenvertretung, damit Frauen ihre Anliegen gegen­über Behörden und poli­ti­schen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern wirk­sam ver­tre­ten kön­nen 
Verbesserung der wirt­schaft­li­chen Teilhabe von Frauen
  • Schulungen zu Sparmethoden und dem Aufbau finan­zi­el­ler Rücklagen, damit Frauen finan­zi­el­le Spielräume schaf­fen und ein eige­nes Unternehmen auf­bau­en kön­nen 
  • Schulungen zu Finanzkompetenz und Finanzmanagement damit Kleinbäuerinnen ihr Geld bes­ser ver­wal­ten und gemein­sa­me finan­zi­el­le Entscheidungen tref­fen kön­nen 
  • Förderung von Kleinunternehmen durch die Bereitstellung von Zuschüssen, die Frauen nach einer ver­ein­bar­ten Zeit an ihren Kleinbäuerinnenverband zurück­zah­len, damit das Geld an wei­te­ren Frauen ver­ge­ben wer­den kann 

Langfristige Wirkung des Projektes

Durch Schulungen zu Landwirtschaft, Ernährung, Hygiene, Finanzen und Unternehmensgründung ver­bes­sern Frauen ihre Lebensgrundlagen im Projektgebiet und kön­nen lang­fris­tig selbst­stän­di­ger wirt­schaf­ten. Nachhaltige Anbaumethoden schüt­zen die Umwelt, ver­bes­sern die Erträge und hel­fen den Familien, bes­ser mit den Folgen des Klimawandels umzu­ge­hen.  

Die Maßnahmen errei­chen unmit­tel­bar 2.600 Menschen. Die geschul­ten Frauen und Gemeindemitglieder geben ihr Wissen auch nach Projektende wei­ter, sodass lang­fris­tig wei­te­re Menschen von den ver­bes­ser­ten Kenntnissen und Praktiken pro­fi­tie­ren. 

Jetzt für Mosambik spenden

30 Euro

ermög­lichen es Klein­bäue­rin­nen, mit Samen und land­wirt­schaft­li­chen Werkzeugen für die Produktion von Obstbaumsetzlingen aus­zu­stat­ten

70 Euro

ermög­li­chen die Schulung eines Kleinbäuerinnenverbands in Agraökologie

161 Euro

ermög­li­chen die Schulung eines Kleinbäuerinnenverbands zu den Themen Sparmetho­den und Aufbau finan­zi­el­ler Rücklagen

350 Euro

ermög­li­chen den Kauf und die Installation einer manu­el­len Wasserpumpe 

Die ver­wen­de­ten Icons wur­den
mit­hil­fe der KI recraft.ai gene­riert.

Über Mosambik

Mosambik ist eines der ärms­ten Länder die­ser Welt. Anfang der neun­zi­ger Jahre ende­te ein zwan­zig­jäh­ri­ger Bürgerkrieg, der Leid und Zerstörung hin­ter­ließ. Im Rahmen des Projektes unter­stützt ADRA Deutschland e.V. die Bevölkerung in der Region Nampula ein neu­es Kapitel in ihrer Geschichte auf­zu­schla­gen und bie­tet Zukunftsperspektiven für Frauen an. Frauen ler­nen eigen­stän­dig Geld zu ver­die­nen und ihre Rechte ein­zu­for­dern, um am Wiederaufbau des Landes und der Gesellschaft teil­zu­neh­men.

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