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Stärkung der Lebensgrundlagen durch Wasser, Einkommen und Schutz in der Demokratischen Republik Kongo
Unsere Antwort auf den aktuellen Ebola-Ausbruch: Prävention und Nothilfe im Ostkongo
Im Osten der Demokratischen Republik Kongo verschärft der aktuelle Ebola-Ausbruch die ohnehin schwierige Situation vieler Menschen. Im Rahmen des hier vorgestellten Projekts unterstützt ADRA die Ebola-Prävention und Nothilfe durch Maßnahmen in den Bereichen Wasser, Sanitärversorgung, Hygiene, Gesundheit und Aufklärung.
In Nord-Kivu steht ADRA in dieser schwierigen Situation an der Seite der Menschen. Gemeindemitglieder, Gesundheitshelferinnen und ‑helfer sowie Hebammen werden zu Hygiene und Krankheitsprävention geschult und geben ihr Wissen in den Gemeinden weiter. Gleichzeitig verbessert ADRA den Zugang zu sauberem Wasser, Sanitäranlagen und Handwaschmöglichkeiten an öffentlichen Plätzen. Auch Gesundheitseinrichtungen werden bei der Stärkung von Hygienestandards und bei der Infektionsprävention unterstützt.
Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Bevölkerung besser vor Ebola zu schützen und die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.
Projektinfos
Demokratische Republik Kongo
- Der Zugang zu sicherem Trinkwasser sowie verbesserte Hygienebedingungen tragen zur Prävention und Eindämmung von Ebola bei
- Landwirtinnen und Landwirte wissen, ihre Ernte zu steigern und umweltfreundlich anzubauen
- Familien erhöhen ihr Einkommen durch zusätzliche Erwerbsmöglichkeiten
- Frauen und Mädchen sind gleichberechtigt in das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben eingebunden
- Frauen sind vor Gewalt besser geschützt
- Projektnummer: 2080002
Die humanitäre Krise in der demokratischen Republik Kongo dauert an
Die humanitäre Lage in der Demokratische Republik Kongo gehört weiterhin zu den größten Krisen weltweit. Laut den aktuellen Zahlen der Vereinten Nationen sind im Jahr 2026 rund 15 Millionen Menschen, von insgesamt etwa 112 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern, auf humanitäre Hilfe angewiesen.1 Besonders betroffen ist die Provinz Nord-Kivu im Osten des Landes. Dort ist der Konflikt seit Anfang 2025 stark eskaliert. Bewaffnete Gruppen kontrollieren Teile der Region, während die Kämpfe mit der kongolesischen Armee immer wieder aufflammen. Der Konflikt hat eine Bevölkerung getroffen, die bereits durch eine Naturkatastrophe geschwächt war. Im Jahr 2021 zerstörte der Ausbruch des Vulkans Nyiragongo zahlreiche Häuser in der Provinzhauptstadt Goma und Umgebung, wodurch Tausende von Menschen zur Flucht gezwungen wurden und ihr Zuhause verloren. Seitdem hat sich die humanitäre Lage weiter verschlechtert. Die Folgen für die Bevölkerung sind gravierend: über fünf Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht, allein rund zwei Millionen in der Provinz Nord-Kivu. Viele leben unter schwierigen Bedingungen in Aufnahmegemeinden ohne Schutz vor der anhaltenden Gewalt. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser ist unzureichend, sodass sich Krankheiten, wie zum Beispiel Ebola ausbreiten und Spannungen um Ackerländer und Wasserstellen steigen. Der Konflikt in Ostkongo und die daraus resultierende Unsicherheit führt dazu, dass Frauen und Mädchen besonders stark gefährdet sind. Sie erleben oft Gewalt, zum Beispiel wenn sie Wasser holen oder Holz sammeln. Viele Frauen müssen gleichzeitig Geld verdienen und sich um ihre Familien kümmern, etwa durch kleine Arbeiten oder schwere körperliche Jobs. Sie unterstützen sich oft gegenseitig in Gruppen, weil es sonst kaum Hilfe gibt. Viele Männer haben keine Arbeit und können ihre Familien nur schwer versorgen. Hintergrund der Gewalt in Ostkongo sind neben ethnischen Spannungen auch wirtschaftliche Interessen – insbesondere der Konflikt um wertvolle Rohstoffe wie Coltan, Gold und Zinn.
Wie ADRA vor Ort Hilft
Mit der finanziellen Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung reagiert ADRA mit einem Hilfsprojekt auf die Notlage in der Provinz Nord-Kivu in Ostkongo. Gemeinsam mit den lokalen Partnerorganisationen SAD-International und ASDERU verbessert ADRA die Lebensbedingungen von 30.000 Menschen im Bezirk Nyiragongo (Provinz Nord-Kivu). Dazu gehören a) ein besserer Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Anlagen und öffentlicher Gesundheit, b) die Unterstützung beim Anbau von Lebensmitteln sowie c) Hilfe und Schutz für Frauen. Ziel ist es, die Lebensgrundlagen der Menschen so zu stärken, dass sie Krisen besser lösen und langfristig für sich selbst sorgen können.
Die Hilfe kommt Binnenvertriebenen, Rückkehrenden und Gastgemeinschaften zugute. Dadurch werden alle vom Konflikt betroffenen Menschen in die Projektarbeit einbezogen, ihre unterschiedlichen Bedürfnisse gemeinsam besprochen und passende Lösungen entwickelt. Im Folgenden wird ein Überblick über die wichtigsten Hilfsmaßnahmen gegeben.
Die Hilfsmaßnahmen im Überblick
- Bau oder Sanierung von Gemeinschaftstoiletten und ‑duschen für 6.000 Familien
- Instandsetzung beschädigter Wasserstellen durch die Umstellung auf solarbetriebene Pumpensysteme
- Einrichtung von Handwaschstationen
- Einrichtung und Schulung von Wasserkomitees zur Verwaltung und Instandhaltung der Wasser- und Sanitäranlagen
- Schulung von Gemeindekomitees und Gesundheitsfachkräften zu Ebola- und Affenpockenprävention, Hygiene und Abfallentsorgung
- Verteilung von Hygieneartikeln wie Damenbinden, Shampoo, Seife usw. an Frauen und Mädchen
- Aufklärung über Menstruationsgesundheit und Hygienepraktiken für Frauen und Mädchen
- Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung in sechs Schulen durch neue Anlagen und der Bereitstellung von Hygieneartikeln wie Seife und Reinigungsartikel
- Einführung eines gemeinschaftlichen Systems zur Müllsammlung und Abfallentsorgung durch regelmäßige Reinigungsaktionen und Zusammenarbeit mit zwei Recyclingfirmen aus Goma
- Anschluss von drei Gesundheitseinrichtungen an die öffentliche Wasserversorgung zur Verbesserung der Hygiene und Infektionsprävention
- Ausbildung von Frauen und Jugendlichen im Abfall- und Sanitärmanagement zur Förderung einkommensschaffender Tätigkeiten
- Verteilung von verbessertem Saatgut für den Anbau von Kartoffeln, Mais, Sorghum und Hülsenfrüchten
- Bereitstellung von landwirtschaftlichen Geräten wie Hacken, Spaten oder Karren
- Schulungen über nachhaltige Anbaumethoden und Tierhaltepraktiken
- Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit durch Fruchtfolge und Mischkulturen
- Verhinderung der Bodenerosion dank Aufforstungsmaßnahmen
- Sicherung von Ackerland für junge Binnenvertriebene durch Absprachen und Verhandlungen mit Behörden und lokalen Gemeinschaften
- Unterstützung von landwirtschaftlichen Genossenschaften durch Schulungen und Vernetzung mit Händlerinnen und Händlern, damit die Produktion und das Einkommen steigen
- Verteilung von Hähnen und Hühnern für den Aufbau einer eigenen Zucht als zusätzliche Einkommens- und Nahrungsquelle
- Ausbildung von Frauen zur Herstellung energiesparender Öfen und Herstellung von Briketts aus Abfall
- Durchführung von Kochschulungen, um ausgewogene Speisen aus lokalen Produkten für Babys und Kinder zuzubereiten
- Errichtung von drei Gemeinschaftsräumen für Frauen und Kinder mit Betreuungsmöglichkeiten und psychologischen Unterstützungsangeboten
- Unterstützung für Frauen, die Gewalt erlebt haben, durch Geld oder Hilfsgüter wie Kleidung und Hygieneartikel
- Förderung motivierter Frauen in Führungspositionen innerhalb der landwirtschaftlichen Organisationen oder Gemeindegruppen
- Unterstützung von Frauen durch Workshops zu beruflicher Weiterbildung und Schulungen im Umgang mit Finanzen
- Aufklärung in den Projektgemeinden über Frauenrechte und die Herausforderungen im Arbeitsalltag
- Einbindung von Männern und Jungen durch Gespräche und Aktivitäten, damit sie die Gleichstellung von Frauen unterstützen und respektieren
Menschen mit Beeinträchtigungen werden besonders unterstützt
Durch das Projekt erfahren Menschen mit Beeinträchtigungen einen vereinfachten Zugang zu sanierten Wasserstellen sowie zu geschlechtergerechten Latrinen. Außerdem profitieren sie von verbesserten hygienischen Bedingungen in Gesundheitseinrichtungen. Diese Verbesserungen tragen dazu bei, Würde, Sicherheit und öffentliche Gesundheit zu fördern und gleichzeitig sicherzustellen, dass benachteiligte Gruppen beim Zugang zu grundlegenden Wasser‑, Sanitär- und Gesundheitsdiensten nicht zurückgelassen werden.
Jetzt für den Ostkongo spenden
60 Euro
für die persönliche Schutzausrüstung einer Gesundheitsfachkraft
85 Euro
für ein Hygieneset mit Chlor, Mülltonnen, Rechen und Schaufeln
Die verwendeten Icons wurden
mithilfe der KI recraft.ai generiert.
Über die Demokratische Republik Kongo
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- Letzte Aktualisierung:
- Autor: Pierre Schweitzer
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