Zwei Frauen tragen Wasserkanister durch ein Dorf in der Demokratischen Republik Kongo, um ihre Wasserversorgung und Lebensgrundlagen zu sichern.
Zwei Frauen tragen Wasserkanister durch ein Dorf in der Demokratischen Republik Kongo, um ihre Wasserversorgung und Lebensgrundlagen zu sichern.
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Stärkung der Lebensgrundlagen durch Wasser, Einkommen und Schutz in der Demokratischen Republik Kongo

Humanitäre Hilfe in Ostkongo

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind die Menschen seit Jahren von bewaff­ne­ter Gewalt, Vertreibungen und den Folgen eines Vulkanausbruchs 2021 betrof­fen. Zahlreiche Familien flo­hen in und um die Städte Goma und Nyiragongo. Gemeinsam mit loka­len Partnern unter­stützt ADRA rund 30.000 Menschen dabei, ihre Lebensgrundlagen zu sichern, etwa durch Lebensmittel, ver­bes­ser­tes Saatgut und Vieh. Wasserstellen und Sanitäranlagen wer­den errich­tet und Hygieneschulungen durch­ge­führt. ADRA för­dert außer­dem den Zusammenhalt zwi­schen Binnenvertriebenen, Rückkehrern und den Menschen in den Aufnahmegemeinden. Am Ende des Projektes kön­nen sie dadurch bes­ser mit sozia­len, öko­lo­gi­schen und wirt­schaft­li­chen Krisen umge­hen.

Projektinfos

Nahrung, Einkommen, Gesundheit,Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, Geflüchtetenhilfe
Demokratische Republik Kongo
2026 – 2029
PROJEKTZIELE

Die humanitäre Krise in der demokratischen Republik Kongo dauert an

Die huma­ni­tä­re Lage in der Demokratische Republik Kongo gehört wei­ter­hin zu den größ­ten Krisen welt­weit. Laut den aktu­el­len Zahlen der Vereinten Nationen sind im Jahr 2026 rund 15 Millionen Menschen, von ins­ge­samt etwa 112 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern, auf huma­ni­tä­re Hilfe ange­wie­sen.1 Besonders betrof­fen ist die Provinz Nord-Kivu im Osten des Landes. Dort ist der Konflikt seit Anfang 2025 stark eska­liert. Bewaffnete Gruppen kon­trol­lie­ren Teile der Region, wäh­rend die Kämpfe mit der kon­go­le­si­schen Armee immer wie­der auf­flam­men. Der Konflikt hat eine Bevölkerung getrof­fen, die bereits durch eine Naturkatastrophe geschwächt war. Im Jahr 2021 zer­stör­te der Ausbruch des Vulkans Nyiragongo zahl­rei­che Häuser in der Provinzhauptstadt Goma und Umgebung, wodurch Tausende von Menschen zur Flucht gezwun­gen wur­den und ihr Zuhause ver­lo­ren. Seitdem hat sich die huma­ni­tä­re Lage wei­ter ver­schlech­tert. Die Folgen für die Bevölkerung sind gra­vie­rend: über fünf Millionen Menschen sind inner­halb des Landes auf der Flucht, allein rund zwei Millionen in der Provinz Nord-Kivu. Viele leben unter schwie­ri­gen Bedingungen in Aufnahmegemeinden ohne Schutz vor der anhal­ten­den Gewalt. Die Versorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser ist unzu­rei­chend, sodass sich Krankheiten aus­brei­ten und Spannungen um Ackerländer und Wasserstellen stei­gen. Der Konflikt in Ostkongo und die dar­aus resul­tie­ren­de Unsicherheit führt dazu, dass Frauen und Mädchen beson­ders stark gefähr­det sind. Sie erle­ben oft Gewalt, zum Beispiel wenn sie Wasser holen oder Holz sam­meln. Viele Frauen müs­sen gleich­zei­tig Geld ver­die­nen und sich um ihre Familien küm­mern, etwa durch klei­ne Arbeiten oder schwe­re kör­per­li­che Jobs. Sie unter­stüt­zen sich oft gegen­sei­tig in Gruppen, weil es sonst kaum Hilfe gibt. Viele Männer haben kei­ne Arbeit und kön­nen ihre Familien nur schwer ver­sor­gen. Hintergrund der Gewalt in Ostkongo sind neben eth­ni­schen Spannungen auch wirt­schaft­li­che Interessen – ins­be­son­de­re der Konflikt um wert­vol­le Rohstoffe wie Coltan, Gold und Zinn.

Wie ADRA vor Ort Hilft

Mit der finan­zi­el­len Unterstützung des Bundesministeriums für wirt­schaft­li­che Zusammenarbeit und Entwicklung reagiert ADRA mit einem Hilfsprojekt auf die Notlage in der Provinz Nord-Kivu in Ostkongo. Gemeinsam mit den loka­len Partnerorganisationen SAD-International und ASDERU ver­bes­sert ADRA die Lebensbedingungen von 30.000 Menschen im Bezirk Nyiragongo (Provinz Nord-Kivu). Dazu gehö­ren a) ein bes­se­rer Zugang zu sau­be­rem Wasser, sani­tä­ren Anlagen und öffent­li­cher Gesundheit, b) die Unterstützung beim Anbau von Lebensmitteln sowie c) Hilfe und Schutz für Frauen. Ziel ist es, die Lebensgrundlagen der Menschen so zu stär­ken, dass sie Krisen bes­ser lösen und lang­fris­tig für sich selbst sor­gen kön­nen.

Die Hilfe kommt Binnenvertriebenen, Rückkehrenden und Gastgemeinschaften  zugu­te. Dadurch wer­den alle vom Konflikt betrof­fe­nen Menschen in die Projektarbeit ein­be­zo­gen, ihre unter­schied­li­chen Bedürfnisse gemein­sam bespro­chen und pas­sen­de Lösungen ent­wi­ckelt. Im Folgenden wird ein Überblick über die wich­tigs­ten Hilfsmaßnahmen gege­ben.

Die Hilfsmaßnahmen im Überblick

a) Zugang zu siche­rem Trinkwasser schaf­fen und Hygienebedingungen ver­bes­sern
  • Bau oder Sanierung von Gemeinschaftstoiletten und ‑duschen für 6.000 Familien
  • Instandsetzung beschä­dig­ter Wasserstellen durch die Umstellung auf solar­be­trie­be­ne Pumpensysteme
  • Einrichtung von Handwaschstationen
  • Einrichtung und Schulung von Wasserkomitees zur Verwaltung und Instandhaltung der Wasser- und Sanitäranlagen
  • Schulung von Gemeindekomitees und Gesundheitsfachkräften zu Ebola- und Affenpockenprävention, Hygiene und Abfallentsorgung
  • Verteilung von Hygieneartikeln wie Damenbinden, Shampoo, Seife usw. an Frauen und Mädchen
  • Aufklärung über Menstruationsgesundheit und Hygienepraktiken für Frauen und Mädchen
  • Verbesserung der Wasser- und Sanitärversorgung in sechs Schulen durch neue Anlagen und der Bereitstellung von Hygieneartikeln wie Seife und Reinigungsartikel
  • Einführung eines gemein­schaft­li­chen Systems zur Müllsammlung und Abfallentsorgung durch regel­mä­ßi­ge Reinigungsaktionen und Zusammenarbeit mit zwei Recyclingfirmen aus Goma
  • Anschluss von drei Gesundheitseinrichtungen an die öffent­li­che Wasserversorgung zur Verbesserung der Hygiene und Infektionsprävention
  • Ausbildung von Frauen und Jugendlichen im Abfall- und Sanitärmanagement zur Förderung ein­kom­mens­schaf­fen­der Tätigkeiten
b) Bessere Ernten und Einkommen erzie­len
  • Verteilung von ver­bes­ser­tem Saatgut für den Anbau von Kartoffeln, Mais, Sorghum und Hülsenfrüchten
  • Bereitstellung von land­wirt­schaft­li­chen Geräten wie Hacken, Spaten oder Karren
  • Schulungen über nach­hal­ti­ge Anbaumethoden und Tierhaltepraktiken
  • Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit durch Fruchtfolge und Mischkulturen
  • Verhinderung der Bodenerosion dank Aufforstungsmaßnahmen
  • Sicherung von Ackerland für jun­ge Binnenvertriebene durch Absprachen und Verhandlungen mit Behörden und loka­len Gemeinschaften
  • Unterstützung von land­wirt­schaft­li­chen Genossenschaften durch Schulungen und Vernetzung mit Händlerinnen und Händlern, damit die Produktion und das Einkommen stei­gen
  • Verteilung von Hähnen und Hühnern für den Aufbau einer eige­nen Zucht als zusätz­li­che Einkommens- und Nahrungsquelle
  • Ausbildung von Frauen zur Herstellung ener­gie­spa­ren­der Öfen und Herstellung von Briketts aus Abfall
  • Durchführung von Kochschulungen, um aus­ge­wo­ge­ne Speisen aus loka­len Produkten für Babys und Kinder zuzu­be­rei­ten
c) Hilfe und Schutz für Frauen ermög­li­chen
  • Errichtung von drei Gemeinschaftsräumen für Frauen und Kinder mit Betreuungsmöglichkeiten und psy­cho­lo­gi­schen Unterstützungsangeboten
  • Unterstützung für Frauen, die Gewalt erlebt haben, durch Geld oder Hilfsgüter wie Kleidung und Hygieneartikel
  • Förderung moti­vier­ter Frauen in Führungspositionen inner­halb der land­wirt­schaft­li­chen Organisationen oder Gemeindegruppen
  • Unterstützung von Frauen durch Workshops zu beruf­li­cher Weiterbildung und Schulungen im Umgang mit Finanzen
  • Aufklärung in den Projektgemeinden über Frauenrechte und die Herausforderungen im Arbeitsalltag
  • Einbindung von Männern und Jungen durch Gespräche und Aktivitäten, damit sie die Gleichstellung von Frauen unter­stüt­zen und respek­tie­ren

Menschen mit Beeinträchtigungen werden besonders unterstützt

Durch das Projekt erfah­ren Menschen mit Beeinträchtigungen einen ver­ein­fach­ten Zugang zu sanier­ten Wasserstellen sowie zu geschlech­ter­ge­rech­ten Latrinen. Außerdem pro­fi­tie­ren sie von ver­bes­ser­ten hygie­ni­schen Bedingungen in Gesundheitseinrichtungen. Diese Verbesserungen tra­gen dazu bei, Würde, Sicherheit und öffent­li­che Gesundheit zu för­dern und gleich­zei­tig sicher­zu­stel­len, dass benach­tei­lig­te Gruppen beim Zugang zu grund­le­gen­den Wasser‑, Sanitär- und Gesundheitsdiensten nicht zurück­ge­las­sen wer­den.

Eine Frau nutzt Wasser aus einem gelben Kanister für den Haushalt vor ihrem Haus in der Demokratischen Republik Kongo.
Wasser fließt aus einer Zapfstelle in einen gelben Wasserkanister in einem Dorf der Demokratischen Republik Kongo.
Eine Frau füllt Wasser aus einem Kanister in einen Eimer vor einem Haus in einem Dorf der Demokratischen Republik Kongo.
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25 Euro

für 25 Mangrovenpflanzen ermög­li­chen uns, einen Beitrag zur Aufforstung zu leis­ten

50 Euro

für den Kauf von einem Hahn und fünf Hühnern, die einer Familie ver­hel­fen eine Hühnerzucht lang­fris­tig auf­zu­bau­en

125 Euro

für die Beschaffung von Notunterkünften und lebens­wich­ti­gen Hygieneartikeln für eine Familie als Vorbereitung für den Ernstfall

Die ver­wen­de­ten Icons wur­den
mit­hil­fe der KI recraft.ai gene­riert.

Über die Demokratische Republik Kongo

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind die Menschen seit Jahren von bewaff­ne­ter Gewalt, Vertreibungen und den Folgen eines Vulkanausbruchs 2021 betrof­fen. Zahlreiche Familien flo­hen in und um die Städte Goma und Nyiragongo. Gemeinsam mit loka­len Partnern unter­stützt ADRA rund 30.000 Menschen dabei, ihre Lebensgrundlagen zu sichern, etwa durch Lebensmittel, ver­bes­ser­tes Saatgut und Vieh. Wasserstellen und Sanitäranlagen wer­den errich­tet und Hygieneschulungen durch­ge­führt. ADRA för­dert außer­dem den Zusammenhalt zwi­schen Binnenvertriebenen, Rückkehrern und den Menschen in den Aufnahmegemeinden. Am Ende des Projektes kön­nen sie dadurch bes­ser mit sozia­len, öko­lo­gi­schen und wirt­schaft­li­chen Krisen umge­hen.

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