Mit der Dürre in Madagaskar kommt die Hungersnot

Die Menschen sind verzweifelt. Im Süden des tropischen Inselstaates an der Ostküste Afrikas herrscht die größte Dürre seit 40 Jahren. Auf den Feldern wächst schon lange nicht mehr genug. Seit vier Jahren hat es nicht mehr geregnet, oder wenn, dann war es viel zu wenig und die ausgetrockneten Böden konnten das Wasser gar nicht aufnehmen. Flüsse und Seen sind ausgetrocknet, viele der Nutztiere sind verdurstet. Die Familien von Kleinbauern essen inzwischen das Saatgut, dass die eigentlich einpflanzen wollen. Aber ohne Samen können die Felder nicht bestellt und die kommende Ernte nicht vorbereitet werden. Viele haben alles verkauft, um ihren Familien Nahrung kaufen zu können.

ADRA setzt langfristiges Projekt gegen den Hunger um

Sauberes Trinkwasser ist eine Voraussetzung dafür, dass Mensch und Tier am Leben bleiben und die Felder und Gemüsegärten Ertrag bringen können. Durch den Bau von Brunnen ermöglicht ADRA 68.000 Menschen sicheres Trinkwasser. Kleinbäuerliche Familien lernen alternative Anbaumethoden kennen. Der Einsatz von klimaangepasstem Saatgut lassen die Ernten sicherer werden und die Erträge steigern.

Umweltzerstörung, bewaffnete Konflikte und Corona – die Ursachen für Hunger sind vielfältig

„Hungersnöte sind zurück und multiple Krisen lassen die Zahl der Hungernden immer weiter steigen. Die Corona-Pandemie hat die angespannte Ernährungslage in vielen Ländern des Südens noch einmal verschärft und Millionen Familien haben ihre Existenzgrundlage verloren. Die größten Hungertreiber bleiben aber Konflikte und der Klimawandel. Die Ärmsten und Schwächsten werden von den Folgen des Klimawandels besonders hart getroffen, obwohl sie am wenigsten dazu beitragen. Die Klimakrise ist eine Frage der Gerechtigkeit. Daher brauchen wir auf der anstehenden Klimakonferenz im November in Glasgow klare und verbindliche Ziele für die Reduzierung des CO² Ausstoßes sowie finanzielle Unterstützung für die Förderung von Klimaresilienz“, fordert Marlehn Thieme, Präsidentin der Welthungerhilfe.

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Welternährungstag – Die nächste Hungerkrise ist schon da!

Die Welt war auf einem guten Weg! Das Ziel „Eine Welt ohne Hunger bis 2030“, ausgegeben von den Vereinten Nationen (UN) als eines der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele, schien möglich. Bis 2015 mussten immer weniger Menschen hungern. Doch seitdem steigt die Zahl wieder an. Die Gründe dafür sind altbekannt: Armut, Kriege und der Klimawandel. ADRA stemmt sich in den Projekten gegen diesen Trend.

Hungerkrisen schaffen es bei uns meist nicht in die Nachrichten. Wenn, dann nur als Kurzmeldung oder Randnotiz. Dabei ist das Problem global und betrifft ein Drittel der Weltbevölkerung. Nach Angaben der UN leben 2,37 Milliarden Menschen ohne Zugang zu ausreichend gesundem Essen. Die Corona-Pandemie war ein echter Brandbeschleuniger: gegenüber 2019 ist die Zahl um 320 Millionen Menschen angestiegen. Menschen sind mangelernährt, wenn ihre Ernährung einseitig und arm an lebenswichtigen Nährstoffen ist. Das hemmt ihre Leistungsfähigkeit und führt zu einem insgesamt ungesunden Leben. Besonders betroffen davon sind Kinder, die durch den Mangel in ihrer Entwicklung verzögert sind. Drei Viertel
aller Unter- und Mangelernährten leben im ländlichen Raum. Dort gibt es zwar landwirtschaftliche Anbauflächen, doch es fehlt an Arbeit und Lohn. Dort, wo die Armut am größten ist, da herrscht Hunger.

Fast 1 Milliarde Menschen leben in extremer Ernährungsunsicherheit

Extreme Ernährungsunsicherheit, hinter diesem technischen Begriff versteckt sich Hunger in seiner brutalsten Form. Menschen, die in ihrer Verzweiflung alles halbwegs Essbare zu sich nehmen, wie Blätter oder Insekten. Eltern, die den ganzen Tag nichts essen, um ihren Kindern wenigstens eine Mahlzeit zu ermöglichen. Und Babys, die noch nie in ihrem Leben satt waren. Die Zahl der Menschen in einer Hungersnot ist gegenüber 2019 um 148 Millionen Menschen gestiegen und beträgt nun 928 Millionen Menschen.

Drei Gründe und ein Brandbeschleuniger

Leidtragende von Konflikten, Klima- und Konjunkturkrisen sind immer die Ärmsten einer Bevölkerung. Sie können keine Rücklagen bilden, sie leben von der Hand in den Mund. Ohne Rücklagen trifft sie eine Naturkatastrophe, ein bewaffneter Konflikt oder eine Phase der Arbeitslosigkeit härter. So zum Beispiel in Ostafrika. Dort hat im letzten Jahr eine Heuschreckenplage ungekannten Ausmaßes die Feldfrüchte vernichtet. In Kenia, Somalia und Äthiopien konnten die Landwirte nichts ernten und waren, sofern sie keine Vorräte hatten, auf Unterstützung angewiesen. Die Heuschreckenplage fordert
die Bevölkerung auch 2021 heraus, wie Dawit Mehari, Äthiopien-Referent von ADRA Deutschland e.V., berichtet.

Pandemie und Hungersnot

Durch den Ausbruch der weltweiten Corona-Pandemie hat sich die Hungerkrise noch verstärkt. Lockdowns, unterbrochene Lieferketten und geschlossene Schulen stürzen arme Menschen vor nahezu unlösbare Aufgaben. Ihnen zu helfen hat sich ADRA Deutschland e.V. zum Ziel gesetzt. Deshalb hat die Hilfsorganisation im vergangenen Jahr fast 2 Millionen Euro in Ernährungsprojekte investiert. Das jahresübergreifende Budget beläuft sich auf über 12,6 Millionen Euro und hilft mehr
als 370.000 Menschen. ADRA bekämpft die Wurzeln der Hungersnot, die Armut und die Klimakrise. Durch Einkommens- und Ernährungsprojekte sowie durch Klimaanpassungsmaßnahmen hilft ADRA der Bevölkerung, widerstandfähiger gegen Katastrophen, Krisen und Kriege zu werden. Und ADRA leistet Nothilfe mit Lebensmittellieferungen. Durch die ADRA-Projekte wird mittel- bis langfristig die Resilienz gesteigert, damit Menschen wieder hoffen können.
Jedes Jahr am 16. Oktober findet der Welternährungstag oder Welthungertag statt. Er macht darauf aufmerksam, dass noch immer zu viele Menschen auf der Welt an Hunger leiden.

Unterstützen auch Sie unsere Projekte im Bereich Ernährung unter dem Spendenstichwort „Hunger“.
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Hunger nach Leben

Das germanische Wort „Danc“ bedeutet „ich denke, ich gedenke“. Beim Erntedankfest kommen beide Aspekte zusammen. Das Fest wird in vielen Kulturen gefeiert, es macht uns bewusst, dass es nicht selbstverständlich ist, jeden Tag gesund und ausreichend Nahrung zur Verfügung zu haben. Wir werden eingeladen, über den Wert der Schöpfung nachzudenken und Gott „Danke“ zu sagen, für alles, was er uns gibt.

Dass, was wir mit unserer Arbeit und in unserem Leben erreichen, haben wir nicht uns selbst zu verdanken. Das betrifft auch unsere Mittel, die wir zum Leben brauchen. Sind wir uns des Wertes unserer Lebensmittel bewusst? All den Anstrengungen der
Landwirte, abhängig von Wetter und Wasser, für uns Nahrungsmittel anzubauen? Gemeinsam mit unseren starken Partnern in
aller Welt setzen wir uns dafür ein, dass sich Familien das ganze Jahr gesund und ausreichend ernähren können. Bauern unterstützen wir darin, ihre Landwirtschaft an den Klimawandel anzupassen und ihre Böden langfristig fruchtbar zu halten. Eine Ernährungssicherung mit dem Ziel, Mangel- und Unterernährung sowie Hunger zu beseitigen, erfordert neben notwendigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor allem Bildung und Aufklärung.

Lasst uns zusammen Gutes säen, um Gutes zu ernten!

Mehr zu unserer Kampagne “HUNGER NACH LEBEN” finden Sie hier: https://adra.de/kampagne/

 

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Verschärfung des Tigray-Konfliktes – Humanitäre Hilfe jetzt!

In der äthiopischen Region Tigray herrscht seit November 2020 Bürgerkrieg zwischen der Zentralregierung und der Regionalmacht TPLF. In Tigray ist ADRA mit verschiedenen Projekten vertreten. Wir unterstützen die Mekele Seventh Day Adventist – Kinderklinik in der Regionalhauptstadt Mekele.

Außerdem bildet ADRA junge Äthiopier*innen in der Region zu Solartechniker*innen aus. Jüngst kam ein Nothilfeprojekt hinzu, in dessen Rahmen ADRA den Menschen hilft, mit Traumabewältigung, psychosozialer Betreuung und Unterstützung bei der Einkommensgenerierung zurück in den Alltag zu finden.

Seit einer Woche kein Kontakt

„Leider besteht momentan kein Kontakt zu unseren Kolleginnen und Kollegen in Tigray, weder per Telefon noch über das Internet. Deshalb wissen wir auch nicht, wie es den Mitarbeitenden dort geht. Wir sind in Gedanken bei ihnen und beten dafür, dass alle gesund sind. Die Hilfe von ADRA ist jetzt in Tigray wichtiger denn je. Über 90 Prozent der landwirtschaftlichen Erzeugnisse des Vorjahres wurden vernichtet, da der Konflikt die Ernte behinderte oder es zu Plünderungen kam. Als Folge dessen müssen etwa 5,5 Millionen Menschen hungern“, sagt Lukas Driedger, Abteilungsleiter für die Internationale Zusammenarbeit bei ADRA Deutschland e.V.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen (VN), António Guterres, hat die Lage als „äußerst besorgniserregend“ bezeichnet. Nach Angaben der VN stehen 350.000 Menschen[1] an der Schwelle zur Hungersnot. Vor der Gewalt in Tigray sind 1,7 Millionen Menschen[2] geflohen, ein Großteil innerhalb des Landes. Aber selbst bis in das benachbarte Bürgerkriegsland Jemen flüchten die Menschen aus Verzweiflung. Auch dort werden sie von ADRA unterstützt.

[1] http://www.ipcinfo.org/ipcinfo-website/alerts-archive/issue-42/en/

[2] Siehe https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/informieren/aktuelles/pressemeldung/artikel/aethiopien-17-millionen-auf-der-flucht-vor-gewalt-in-tigray

 

Essensverteilung in Mekele (Äthiopien))28. Mai 2021 | Matthias Münz
Tigray: Humanitäre Hilfe zulassen, Hunger bekämpfen

Die Lage in der äthiopischen Konfliktregion Tigray, in der ADRA Projekte unterhält, wird immer unübersichtlicher. Vergangenen November ist in der Region ein militärischer Konflikt zwischen äthiopischen Regierungstruppen und der Tigray People’s Liberation Front ausgebrochen.

Auf die bewaffneten Auseinandersetzungen folgte eine dreiwöchige ganztägige Ausgangssperre. Die Versorgung mit Lebensmitteln, Medikamenten und Benzin wurde zusehends schwieriger. Hunderttausende Menschen sind von Hunger bedroht. Schätzungsweise sechs Millionen Einwohner*innen sind größtenteils von der Außenwelt, und damit von humanitärer Hilfe, abgeschnitten.

Vereinte Nationen warnen vor Hungersnot

Mark Lowcook ist Nothilfekoordinator der Vereinten Nationen. Er warnt: „Konkrete Maßnahmen sind dringend erforderlich, um den Teufelskreis zwischen bewaffnetem Konflikt, Gewalt und Ernährungsunsicherheit zu durchbrechen.“ Laut Nothilfekoordinator Lowcook sind Ernten und Nutztiere vernichtet oder geplündert worden, Helfer*innen wird der Zugang erschwert.

Um die größte Not zu lindern, organisierte ADRA eine Lebensmittellieferungen für die Regionalhauptstadt Mekele (siehe Foto). Doch es braucht eine Ausweitung der humanitären Hilfe und einen ungehinderten Zugang zur Region.

Vor der Gewalt in der Region flohen nach Angaben des UN-Nothilfebüros OCHA mehr als 500.000 Menschen. Davon sind rund 60.000 Menschen in den benachbarten Sudan geflohen.

Äthiopien, ein Land im Osten Afrikas, gehört zu den langjährigen Projektländern von ADRA. Das Land grenzt im Süden an Kenia und im Osten an Somalia, ebenfalls zwei Projektländer von ADRA. Auf einer Fläche von 1.104.300 km² wohnen ca. 112 Mio. Menschen. Gemeinsam mit ADRA Äthiopien führt ADRA Deutschland in dem Land Projekte im Bereich Bildung, Ernährung und Gesundheit durch.

Helfen Sie den Menschen in Äthiopien mit Ihrer Spende unter dem Spendenstichwort „HUNGERSNOT“
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Vorbildliches ADRA-Projekt für nachhaltige Veränderung

Kleinbauern in der MongoleiIn der nordmongolischen Provinz Selenge haben sich Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Kooperativen zusammengeschlossen. Mit Unterstützung von ADRA produzieren sie Lebensmittel, die die Bio-Zertifizierung erhalten haben. Das Projekt strebt den Aufbau einer nachhaltigen und gerechten Wertschöpfungskette für ökologische Landwirtschaft in der Mongolei an. Dazu müssen Kleinbauern, Verarbeiter, Käufer, staatliche Institutionen sowie (über)regionale Plattformen und Verbände zusammenarbeiten. Die sogenannte Multi-Stakeholder-Partnerschaft wird in dem jüngst erschienenen Fachbuch „Leading Transformative Change Collectively“ von Petra Künkel u.a. besprochen.

Was bedeutet Multi-Stakeholder-Partnerschaft?
ADRA arbeitet in komplexen sozialen, ökologischen und ökonomischen Bereichen. ADRA ist der Überzeugung, dass die Herausforderungen der Zukunft nur gemeinsam und in enger Zusammenarbeit verschiedener gesellschaftlicher Gruppen aus Zivilgesellschaft und Politik, Wissenschaft und Privatwirtschaft bewältigt werden können. Multi-Stakeholder-Partnerschaften sind ein zukunftsweisender neuer Ansatz in der Entwicklungszusammenarbeit, der auf nachhaltige Entwicklung (SDGs, insbesondere Ziel 17: Globale Partnerschaften) ausgerichtet ist. Durch den Ansatz der Multi-Stakeholder Partnerschaften steht die gemeinsame Umsetzung von Projektzielen im Vordergrund. Die Partnerschaften bringen Vertreter*innen aus Verbänden, Initiativen, dem öffentlichen Sektor und Privatwirtschaft zusammen. Dabei sind sich die Akteure einig, dass Probleme am ehesten durch gemeinsames Handeln gelöst werden können. Die unterschiedlichen Teilnehmer*innen bringen ihre verschiedenen Fähigkeiten, Ressourcen und Fachwissen ein. Jeder Partner erfüllt eine vorher vereinbarte Rolle und ist verantwortlich für die Umsetzung einzelner Aspekte des Projekts.

Zu den Akteuren des ADRA-Projekts gehören der Nationale Verband der mongolischen Agrargenossenschaften (NAMAC), ein Genossenschaftsverband, das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft der Mongolei (MoFALI) sowie verschiedene Provinz- und Kommunalverwaltungen und 30 bäuerliche Kooperativen.

Die Koordinierung von derart vielen Stakeholdern ist aufwendig. Doch wenn es so gut funktioniert, wie in der Mongolei, sind die Erfolge nachhaltig. Alle Partner haben an einem Strang gezogen und viel gelernt. Der Multi-Stakeholder-Ansatz kommt in vielen ADRA-Projekten zum Einsatz. Wir sind stolz und dankbar, dass unsere Arbeit als Fallbeispiel herangezogen wurde.

Mehr über das Fachbuch und das Collective Leadership Institute finden Sie unter https://www.collectiveleadership.de/blog/article/map/

Wir danken dem Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit für die Förderung des Projekts.

Madagaskar: Viele Kinder sind nur noch Haut und Knochen – schlimmste Dürre seit 40 Jahren

Update 14.05.2021

Der Süden Madagaskars zählt schon lange zu den ärmsten Regionen der Erde. Doch durch Klimawandel und Dürre ist eine lebensgefährliche Situation für 1 Millionen Menschen entstanden. Die Lage ist verheerend.

Durch die anhaltende Dürre ist keine Besserung in Sicht. Die jetzige Ernte fällt deutlich geringer aus als in den Vorjahren, denn die Felder haben sich in Staubwüsten verwandelt. Aus eigener Kraft können die Menschen die Krise nicht abwenden.

Rund 1,14 Millionen Menschen im Süden Madagaskars sind vom Hunger bedroht. Fast 14.000 von ihnen befinden sich in einem katastrophalen Zustand (IPC V[1]).

Wenn jetzt keine dringenden Maßnahmen ergriffen werden, wird sich der Hunger ausbreiten. Dann sind noch mehr Frauen, Männer und vor allem Kinder bedroht. Das Welternährungsprogramm (WFP) warnt, dass die Situation sich schnell verschlechtert und die derzeitige Unterstützung nicht ausreicht, um eine Hungersnot zu verhindern. Nur durch eine gemeinsame Anstrengung von UN-Organisationen, Partnerregierungen und Nichtregierungsorganisationen können Leben gerettet werden.

Das WFP hat die Höhe der nötigen humanitären Hilfe auf 75 Millionen US-Dollar beziffert. Mit diesem Geld können die Menschen für die nächsten sechs Monate sicher überleben. Doch was ist dann? Der Ausweg aus dieser Krisensituation ist noch lang. Ohne unsere gemeinsame Unterstützung schaffen es die Menschen nicht.

[1] Eine Hungersnot wird von den Vereinten Nationen ausgerufen, wenn
·        mindestens 30 Prozent der Bevölkerung akut unterernährt sind
·        pro Person weniger als vier Liter Wasser am Tag zur Verfügung stehen
·        die Menschen am Tag weniger als 2.100 Kilokalorien Nahrung zu sich nehmen,
·        kein eigenes Einkommen mehr erwirtschaftet werden kann und
·        mindestens zwei von 10.000 Menschen täglich aus Nahrungsmittelmangel sterben

Kinder verhungern in Madagaskar

07. Mai 2021 | Pierre Schweitzer

Im Süden Madagaskars gibt es kaum Essen mehr für die Bevölkerung. Aufgrund einer jahrelangen Dürre ging die Ernte verloren. Mehr als eine Million Menschen leiden unter Hunger. Immer mehr Kinder unter fünf Jahren sind unterernährt. Laut Angaben des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen hat sich ihre Zahl in den letzten vier Monaten verdoppelt und liegt nun bei 16,5 Prozent.

Madagaskar zählt zu den ärmsten Ländern dieser Welt. Nun droht in dem Inselstaat eine Hungersnot. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft. Aufgrund hoher Ernteausfälle in den letzten Jahren, haben sie kein ausreichendes Saatgut mehr für die nächste Aussaat. In ihrer Verzweiflung greifen die Menschen zu allem, was ihr Überleben kurzfristig sicher kann. Sie essen Heuschrecken und Blätter. ADRA Madagaskar berichtet von hungernden Familien und Kinder, die nur noch der Schatten ihres Selbst sind.

Mit der Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit ist ADRA im Rahmen eines mehrjährigen Projektes vor Ort und hilft den Menschen, ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. Mit dem Bau von Brunnen erhalten 68.000 Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Zudem lernen 7.500 Kleinbauern neue Anbaumethoden kennen, um ihre Ernteerträge zu steigern. Die Hilfe reicht dennoch nicht aus.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen hat die Höhe der nötigen humanitären Hilfe auf 75 Millionen US-Dollar beziffert. Mit diesem Geld können die Menschen für die nächsten sechs Monate sicher überleben. Doch was ist dann? Der Ausweg aus dieser Krisensituation ist noch lang. Ohne unsere gemeinsame Unterstützung schaffen es die Menschen nicht.

Madagaskar ist eine Insel im indischen Ozean und gehört zum afrikanischen Kontinent. Auf einer Fläche von 587.295 km² wohnen 27 Mio. Menschen. Gemeinsam mit der Unterstützung des BMZ führt ADRA in dem Land ein mehrjähriges Projekt im Bereich Ernhährung durch.

Bitte unterstützen Sie die Menschen in Madagaskar mit Ihrer Spende!

Hoffnung spenden in Bergkarabach

Am 09. November 2020 unterzeichneten, mit der Vermittlung Russlands, Armenien und Aserbaidschan ein Waffenstillstand.
Das Abkommen beendete einen sechswöchigen Krieg in der Region Bergkarabach, der nach offiziellen Schätzungen 4.800 Leben kostete und mehr als 100.0000 Menschen aus ihrer Heimat vertrieb.

Das Abkommen sieht unter anderem vor, dass Aserbaidschan Gebiete behält, die es während des Konflikts eingenommen hat, und die Kontrolle über sieben armenisch besetzte Bezirke um Bergkarabach übernimmt. Russische Soldaten sollen die Einhaltung des Waffenstillstandes überwachen.

Leidtragende der gewaltsamen Auseinandersetzung waren und sind immer noch Zivilisten, die entweder die Bombardierungen ertragen oder fliehen müssen. Mit der Beendigung des Konfliktes ist das Leid der Zivilbevölkerung nicht erloschen. Tausenden Familien sind obdachlos und haben ihr ganzes Hab und Gut verloren. Die politischen Gründe der kriegerischen Auseinandersetzung spielen für uns keine Rolle. Wir schlagen uns nicht auf die Seite einer Konfliktpartei, wir haben die Menschen, die darunter leiden im Blick und in unseren Herzen.

InformationBERGKARABACH
liegt im Südosten des kleinen Kaukasus mehrheitlich von Armeniern bewohnt ADRA Deutschland ist seit Februar 2021 unterstützend an einem Hilfsprojekt von ADRA Armenien beteiligt

Seit der Unterzeichnung des Waffenstillstandes ist für Hilfsorganisationen der Zugang in das umkämpfte Gebiet leichter geworden. Seit Februar 2021 unterstützt ADRA Deutschland ein Hilfsprojekt von ADRA Armenien in Bergkarabach. In der Region Bergkarabach werden 10.000 Menschen mit Hygieneartikeln und Lebensmitteln für einen Zeitraum von drei Monaten versorgt. Das Essen und die Hygieneartikel werden auf dem lokalen Markt gekauft, um einheimische Händler und Produzenten zu unterstützen. Die Hilfe richtet sich an Vertriebene oder zurückkehrende Menschen. Erst wenn ein Mensch satt ist, kann er über seine Zukunft nachdenken und nach vorne schauen.

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