Eine drohende Katastrophe: Heuschreckenplage in Ostafrika

Die Heuschreckenplage betrifft Teile Asiens und Ostafrika. Besonders Somalia, Kenia und Äthiopien leiden unter dem zerstörerischen Befall durch Wüstenheuschrecken. Ganze Ernten werden ‚weggefressen‘, im wahrsten Sinne des Wortes.

Diese Naturkatastrophe trifft eine ohnehin schon von Dürren geschwächte Region und Bevölkerung. In diesen Ländern sind ungefähr 10 Millionen Menschen von der Heuschreckenplage betroffen. ADRA ist in allen drei Ländern aktiv und koordiniert mit dem Bündnis ‚Aktion Deutschland Hilft‘ Gegenmaßnahmen vor Ort.

Eine Heuschrecke wiegt zirka 2 Gramm und kann an einem Tag das eigene Gewicht an Nahrung zu sich nehmen. In einem Heuschreckenschwarm versammeln sich bis zu 80 Millionen Tiere, die dann an einem Tag unvorstellbare 160 Tonnen vernichten. In Ostafrika sind Heuschreckenschwärme von der Fläche des Saarlands unterwegs. Ohne sofortige Hilfe droht dort die nächste Hungerkatastrophe.

Die Zeit drängt also doppelt.

Im April wird am Horn von Afrika die Ernte eingebracht. Die Heuschrecken, die jetzt schon unterwegs sind, haben es auf die Pflanzen abgesehen und fressen die Ernte auf. Doch das Problem kann noch größer werden. Denn eine weibliche Heuschrecke kann, unter guten Bedingungen, bis zu 20 Nachkommen in die Welt setzen. Das bedeutet, dass sich die Heuschreckenplage noch verstärkt, wenn jetzt nicht entschlossen gehandelt wird.

Wenn der Schwarm weiterzieht, ist es noch nicht vorbei!

Die Wüstenheuschrecke nimmt tätlich etwa 2 Gramm grüne Vegetation, wie Blätter, Blüten, Rinde, Stängel, Früchte und Samen zu sich. Fast jede Pflanze steht auf dem Speiseplan der 7 bis 9 Zentimeter großen Insekten, darunter Hirse, Reis, Mais, Zuckerrohr, Gerste, Baumwolle, Obstbäume, Dattelpalmen, Gemüse. Die verdaute Nahrung scheidet die Wüstenheuschrecke als giftigen Kot[1] aus.

Heuschrecken mit Chemie bekämpfen?

In den ADRA-Projekten wollen die Bauern ohne chemische Pestizide und Insektizide auskommen. Dazu tauschen sie sich untereinander intensiv aus und setzen auf natürliche Schädlingsbekämpfung. Die natürliche Bekämpfung stößt bei Plagen in diesem Ausmaß an ihre Grenzen. Dennoch ist der Einsatz von Chemikalien kritisch. Chemische Insektizide werden über die Atemwege aufgenommen, verändern den Boden und landen schlussendlich über die Pflanzen wieder in unserem Essen.

Faktor Klimawandel

Der Niederschlag in der Region war in den letzten Monaten ungewöhnlich stark. Nach Prognosen der internationalen Klimaforscher[2] ist dieser Niederschlag, der in Kenia sogar Fluten auslöste, eine Folge des Klimawandels. Diese Phänomene können mit Fortschreiten der Erderwärmung zunehmen und solche Schwärme werden häufiger auftreten.

Die Hilfe läuft an.

Im Bündnis ‚Aktion Deutschland Hilft‘ planen derzeit die Mitgliedsorganisationen, wie sie den Menschen in Ostafrika Hilfe bringen können. Dafür sind wir auf ihre Unterstützung angewiesen und bitten um ihre Spende. >> zum Spendenformular

[1] http://tierdoku.com/index.php?title=W%C3%BCstenheuschrecke

[2] https://www.deutschlandfunk.de/heuschreckenplage-in-ostafrika-in-kurzer-zeit-die-gesamte.676.de.html?dram:article_id=468660

Mädchen können mit uns rechnen!

In Somalia Bildung fördern und Zukunft schenken dank ADRAMuna aus Somalia hat nie eine Grundschule besucht. Ihre Eltern entschieden sich dafür, ihre Brüder zur Schule zu schicken, während sie bei der Hausarbeit helfen musste. So wie Muna geht es vielen Mädchen und jungen Frauen. Sie gehen seltener zur Schule als Jungen und werden häufiger Opfer von Diskriminierung und Gewalt. In Sachen Gleichberechtigung gibt es weltweit große Unterschiede, wie der jährliche Index der geschlechtsspezifischen Ungleichheit der Vereinten Nationen zeigt. Dieser bewertet die Diskriminierung von Mädchen und Frauen in den Bereichen Gesundheit, Erwerbschancen, Mitsprache und Bildung. ADRA setzt sich für das globale Nachhaltigkeitsziel 5 (Sustainable Development Goal/SDG 5) der Geschlechtergleichstellung ein.

Muna aus Somalia hat es geschafft! Sie besuchte ein EU-finanziertes Bildungsprojekt von ADRA in Mogadischu und hat dort grundlegende Rechen- und Lesefähigkeiten erlernt. Jetzt hat sie bessere Chancen für ihre Zukunft. ADRA erzieht durch Bildungsangebote mündige Bürgerinnen und Bürger, die sich für ihre Rechte einsetzen und sich Zukunftschancen erarbeiten. Ganzheitliche Bildung vermittelt auch Wissen über gesunde Ernährung und andere Gesundheitsthemen. Durch Wissensvermittlung über Zusammenhänge in der Natur im Kontext des Klimawandels können Naturkatastrophen besser bewältigt werden. Auf diesem Weg kann der Lebensraum von Menschen verbessert und die Umwelt nachhaltig geschützt werden. „Das Ziel der Bildung ist nicht nur Wissen, sondern auch Handeln“, so der englische Soziologe Herbert Spencer. Wenn jedes Kind Bildung erhält, profitiert davon die gesamte Gesellschaft.

Unterstützen Sie unsere Projekte mit Ihrer Spende. Unter dem Stichwort „BILDUNG“ >> ZUM SPENDENFORMULAR

Diese Projekt wird von der EU gefördert

Ein Beitrag zum Friedensprozess in Somalia

Ein Beitrag zum Friedensprozess in Somalia von ADRAADRA engagiert sich seit über 25 Jahren für den Wiederaufbau des Bildungssektors in Somalia. In der laufenden Programmphase bauen wir 12 Modellschulen, in denen Kinder eine gute, kostenfreie Schulausbildung erhalten werden. Dazu kommen Stipendien für Schuluniformen und Lernmaterial. Wir unterstützen auch Berufsschulen, damit Jugendliche dort eine Ausbildung nachholen können. Derzeit holen 116 junge Frauen und Männer einen Berufsbildungsabschluss in einem Handwerk nach. ADRA hat in der vorherigen Programmphase zehn Schulen gebaut. Insgesamt erhalten 60.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Zugang zu Bildung. Neben den Modellschulen werden weitere Schulen sowie Ausbildungsstätten im Süden Somalias renoviert und unterstützt.

Wenn Sie auch unsere Bildungsprojekte unterstützen möchten, dann können Sie dies mit einer Spende unter dem Kennwort „BILDUNG“ auf https://adra.de/spendenformular/ tun.

Dieses Projekt wird unterstützt von der Europäischen Union.

BEKÄMPFUNG DER DÜRRE IM SÜDWESTEN SOMALIAS

Dürre in SomaliaSomalia gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Neben bewaffneten Konflikten herrscht in Teilen des Landes zusätzlich eine Nahrungsmittelknappheit, ausgelöst durch extreme Dürre.
Im Somalia Resilience Program verpflichteten sich sieben internationale NGOs gemeinsam mit der somalischen Regierung ein Resilienzmodell zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit aufzubauen. ADRA und seine Partner wollen dadurch die Folgen der Dürre mildern und die Widerstandsfähigkeit gegen künftige Dürren stärken.

Die Maßnahmen, die ADRA in Somalia durchführt, werden partizipativ mit der Bevölkerung geplant und umgesetzt. Zu den Aktivitäten gehören unter anderem die Verteilung von landwirtschaftlichen Gütern, gemeinschaftliche Initiativen zur Nutztiergesundheit und der Bau bzw. Modernisierung wichtiger Wasserentnahmestellen. Wir wollen die Menschen in Somalia dabei unterstützen, sich an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen und sich langfristig selbst zu versorgen.

Unterstützen Sie die Arbeit von ADRA in Somalia: Spendenstichwort „Bildung“ oder online direkt über das Spendenformular.

Projektlaufzeit: 06/2019 – 11/2019

Dieses Projekt wird gefördert durch 

Wenn die Heimat verschwindet… durch Vertreibung

Wenn Heimat verschwindet durch Vertreibung„Ich bin wie ein Baum, der ohne Wurzeln leben muss!“ Keynan ist 28 Jahre alt und in einem kleinen Dorf im Süden Somalias zuhause. Seine Heimat hat er seit fünf Jahren nicht mehr gesehen. Bürgerkrieg, religiöser Extremismus mit wiederkehrenden Anschlägen und Gewalt versetzten Keynan in Angst und Schrecken.

Die unsichere Lage für die Bevölkerung wird durch Dürre und Hunger verstärkt und macht wie Keynan über 2 Million Menschen in Somalia zu Vertriebenen im eigenen Land. Damit steht Somalia auf Platz 5 der Länder mit den meisten Binnenvertriebenen. Weltweit waren 2018 laut UN 68,8 Millionen Frauen, Männer und Kinder auf der Flucht.
Vor zehn Jahren waren es nur 37,5 Millionen.

Keynan nahm große Risiken in Kauf und ließ alles zurück, was ihm lieb und teuer ist. „Flucht war der einzige Ausweg, doch ich habe alles verloren. Ich habe meine Heimat, meinen ganzen Besitz, Freunde und Familie verlassen, um in Sicherheit zu sein. Jetzt habe ich Schutz, lebe aber an einem fremden Ort mit Fremden auf engstem Raum zusammen“, beschreibt er die Situation im Flüchtlingscamp. „Wir Geflüchtete befinden uns in einem Schwebezustand. Wir wissen nicht, wie lange er andauert und können nicht selbst bestimmen, was wir essen, kaufen oder arbeiten dürfen!“ ADRA setzt mit seiner Projektarbeit genau an dieser Stelle an. Die Hilfsmaßnahmen werden an die Verhältnisse der Notleidenden angepasst. Die vertriebenen Menschen werden in die Planung und Umsetzung mit einbezogen. Wenn sich Somalia eines Tages stabilisiert hat, möchte Keynan in seine Heimat zurückkehren. Sie können ihn dabei unterstützen!

Unterstützen Sie die Arbeit von ADRA für Vertriebene unter dem Spendenstichwort „Heimat“ oder online direkt über das Spendenformular.

Dürre in Somalia, Kenia und Äthiopien: ADRA hilft!

Es hat seit Monaten in Somalia nicht geregnetNicht nur in Deutschland, sondern auch in den Ländern Somalia, Kenia und Äthiopien hat es viel zu wenig geregnet. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist gefährdet, es droht die nächste Hungerkrise nach 2017.

Die Region Ostafrika leidet seit mehreren Jahren unter ausbleibenden Regenfällen. Die sich verschärfende Trockenheit verschlechtert die Agrarwirtschaft- und Nutztierhaltung. Das bleibt nicht ohne Auswirkung auf die Ernten der Menschen in den nördlichen und zentralen Regionen Somalias und im Nordosten Kenias. Der Rückgang der landwirtschaftlichen Produktivität trifft die arme Bevölkerung ins Mark. Meteorologen sagen auch für Mai und Juni unterdurchschnittliche Regenwahrscheinlichkeiten voraus.

ADRA ist vor Ort aktiv

Die anhaltende Dürre sorgt für Binnenmigration und Spannungen in den betroffenen Ländern. ADRA ist vor Ort und unterstützt die Menschen. Wir haben uns langfristig zu folgenden Zielen verpflichtet:

  • Bereitstellung lebensrettender und lebenserhaltender Hilfe für Menschen in Not, wobei den Schwächsten Vorrang einzuräumen ist.
  • Wiederherstellung und Stärkung der Lebensgrundlagen und der Grundversorgung, um die Widerstandsfähigkeit gegen wiederholte Naturkatastrophen wie zum Beispiel Dürre zu erhöhen.
  • Stärkung des Schutzes der Vertriebenen und anderer gefährdeter Gruppen und ausloten dauerhafter Lösungen.

Auch Sie können helfen

  • Eine Spende von 13 Euro entspricht dem Preis eines Nahrungsmittelpakets für 1 Person in Somalia (Reis, Öl und roten Bohnen).
  • Eine Spende von 90 Euro deckt den täglichen Wasserbedarf einer Schule mit bis zu 2.000 Schülerinnen und Schülern in Somalia.

Bitte unterstützen Sie mit einer Spende die Menschen in der Dürreregion unter dem Stichwort „Hungersnot“ auf https://adra.de/spendenformular/.

Armutsbekämpfung in Somalia durch Stärkung des Bildungssystems

Das Bildungssystem Somalias ist aufgrund jahrelanger politischer Konflikte und Bürgerkriege fast völlig zerbrochen und ist bis heute stark geschwächt. Die Quote der Analphabeten ist eine der höchsten weltweit. ADRA engagiert sich in Somalia seit 25 Jahren im Bildungssektor, um zur Armutsreduzierung beizutragen und Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu fördern und auszubilden.

Somalia gehört zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. 60 Prozent der Bevölkerung leben als viehzüchtende Nomaden und Halbnomaden. Durch die damit verbundene Lebensweise der Wanderwirtschaft und die bis heute andauernde Dürre können Kinder nicht regelmäßig eine Schule besuchen. Ein weiterer Grund ist der Jahrzehnte anhaltende Bürgerkrieg. Aufgrund der jahrelang nicht funktionierenden Regierung wurden zerstörte Schulen nicht instandgesetzt und der Bildungssektor vernachlässigt. Kostengünstige öffentliche Schulen waren kaum vorhanden und es gab wegen der fragilen Sicherheitslage wenig Lehrer, die unterrichteten. Bildungsangebote gab es hauptsächlich an privaten und religiösen Schulen sowie an Einrichtungen, die von internationalen Organisationen geführt werden. Die Analphabetenquote Somalias liegt bei 62 Prozent und ist eine der zehn höchsten weltweit. Laut UNICEF besuchten 2017 weniger als ein Drittel der Kinder im Einschulungsalter eine Schule. Zudem liegt das Einschulungsalter vieler Schüler deutlich höher als das vorgesehene Alter von sechs Jahren. Das Bildungssystem Somalias wird durch die neue Regierung seit 2012 langsam neu organisiert. 2013 wurde ein Bildungsministerium gebildet.

ADRA arbeitet eng mit dem Bildungsministerium Somalias zusammen

Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben mit eigenem Einkommen. Die Maßnahmen, die ADRA in Somalia realisiert, erfolgen nach einem ganzheitlichen Ansatz auf mehreren Ebenen. ADRA unterstützt das Bildungsministerium dabei, neue Schulgebäude zu bauen und nutzbare auszubessern. In der Hauptstadt Mogadishu wurde kürzlich die erste staatliche Schule eröffnet, die ADRA gemeinsam mit dem somalischen Bundesministerium errichtet hat. Im Rahmen dieser Projektmaßnahmen erhalten 49.990 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Zugang zu Bildungsangeboten, darüber hinaus werden 8.500 Kinder und 1.200 Jugendliche aus Vertriebenen- und Rückkehrer-Familien in das somalische Schulsystem integriert. Hier liegt der Fokus besonders auf der Förderung von Mädchen sowie der gleichberechtigten Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Krankheiten und Behinderungen. Zusätzlich zu der Verbesserung der Situation für die Schülerinnen und Schüler ist es für ADRA wichtig, staatliche Institutionen mit aufzubauen und die erforderlichen Voraussetzungen zu schaffen, Lehrerinnen und Lehrer fort- und weiterzubilden sowie neue Lehrer auszubilden. Hier arbeitet ADRA eng mit den staatlichen Akteuren wie der nationalen Universität zusammen, stellt Lehrmaterialien zur Verfügung und unterstützt bei der Vermittlung von psychosozialer Hilfe für Schüler, Eltern und Lehrer, um die Folgen des Bürgerkrieges zu verarbeiten.

 

Projektlaufzeit: 04.11.17 – 03.11.21

Dieses Projekt wird gefördert durch