Jemen – der vergessene Krieg

Seit dem Jahr 2015 herrscht im Jemen ein blutiger Krieg, ausgetragen auf dem Rücken der Bevölkerung. Ein Krieg, der die Infrastruktur und die Verwaltung des Landes zerstört und noch immer viele Menschen vertreibt. Vier von fünf Menschen im Jemen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mehr als die Hälfte aller Gesundheitseinrichtungen im Land funktioniert nicht mehr. Der Zugang zu Medikamenten ist kaum möglich.

Seit 2012 ist ADRA Deutschland einer der Protagonisten im Wiederaufbau des Gesundheitssystems im Jemen. So stellt ADRA umfassende lebensrettende Gesundheits- und Ernährungshilfe für fast eine halbe Million Menschen in Al-Hudaydah, Hajjah und Saada bereit. Durch die Einführung einer medizinischen Grundversorgung, die zunächst im ADRA Krankenhaus Kamaran umgesetzt und langfristig landesweit zugänglich sein soll, werden grundlegende Gesundheitsbedürfnisse gestillt. Ein Baustein des Engagements ADRAs im Jemen ist die Hilfe zur Selbsthilfe mittels Gesundheitsschulungen. Patientinnen und Patienten und deren Angehörige erhalten in den Wartebereichen der Krankenhäuser und Gesundheitszentren Schulungen über Gesundheitsthemen. Davon profitierten im Jahr 2018 über 30.000 Menschen.
Wiederkehrende Cholera-Epidemien sind für die Kliniken eine Herausforderung. Allein im Krankenhaus Kamaran wurden im vierten Quartal 2018 über 750 Patienten mit dieser Durchfallerkrankung behandelt. Die Cholera-Ausbrüche gehen zurück auf verunreinigtes Trinkwasser, um dem zuvorzukommen werden präventiv Hygieneschulungen durchgeführt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit von ADRA im Jemen liegt auf Schwangeren und stillenden Müttern mit ihren Babys und Kleinkindern. Wir versorgen Mütter und ihre Kinder bei Krankheiten und Unterernährung. Mangel- und Unterernährung können bei Kleinkindern zu Entwicklungsverzögerungen oder dauerhaften physischen und geistigen Einschränkungen führen. Um sie kümmert sich ADRA ganz besonders. Dies geschieht sowohl ambulant als auch stationär. Bisher konnten dadurch 8.000 Menschen stabilisiert und gerettet werden.
Nach dem Vorbild des gut funktionierenden ADRA Krankenhauses Kamaran soll nun auch ein Krankenhaus in der Region Saada ausgebaut werden. Gut eingerichtet und mit adäquatem Fachpersonal, einer Apotheke und einem Medikamentenlager ausgestattet, soll dieses Krankenhaus für die medizinische Versorgung vieler Patienten sorgen.
In Zeiten von Not und Armut stellt eine medizinische Versorgung das Überleben sicher. Solange die Infrastruktur im Jemen brachliegt, sind die Menschen besonders im Gesundheitsbereich auf humanitäre Hilfe angewiesen. Als zweitgrößte Hilfsorganisation im Jemen setzt sich ADRA dafür ein, das Leid der Menschen durch die gesundheitliche Versorgung zu mindern und unterstützt nachfolgende Generationen, eine Perspektive für die Zukunft zu bekommen.

ADRA Jemen ist:

  • seit 1995 im Einsatz
  • in 15 Regionen
  • mit 20 Projekten
  • 1500 Mitarbeitern
  • mit einem internationalen Team
  • für 2 Millionen Begünstigte aktiv

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt unterstützt.

Unterstüzten Sie die Arbeit von ADRA, um Menschen in vergessenen Krisen wieder Hoffnung zu schenken. >> zum Spendnformular

ADRAdirekt zur Lage im Jemen

Seit Generationen gilt der Jemen als das Armenhaus der arabischen Halbinsel. Der Krieg hat die Lage noch schlimmer gemacht. Wir sprechen darüber in der Sendung ADRAdirekt

Im Jahr 2014 besetzen schiitischen Huthi-Rebellen strategisch wichtige Orte im Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa und die wichtige Hafenstadt Aden. Im darauffolgenden Jahr stellt sich eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition an die Seite der international anerkannten Regierung und startet Luftangriffe auf die Rebellen.

Laut Vereinten Nationen ist der Krieg im Jemen „die schlimmste humanitäre Krise der Welt“: Zerstörte Infrastruktur, Hunger, Krankheiten und über 2 Millionen Binnenvertriebene im Land. Mehr als 24 Millionen Menschen, also 80 Prozent der Bevölkerung, sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Keine Hoffnung für den Jemen? Der Kampf gegen den Hunger geht weiter

Seit vier Jahren befindet sich der Jemen im Krieg. Die Folgen für die Bevölkerung sind groß, sie leben mit Zerstörung, Angst und Mangel: Mangel an sauberem Trinkwasser, Nahrung, Medikamenten und medizinischer Versorgung. Fast 16 Mio. Jemeniten leiden Hunger.

Nur knapp die Hälfte der medizinischen Einrichtungen sind arbeitsfähig. Dringend benötigte Materialien und Lebensmittel müssen aus dem Ausland angeliefert werden, da die eigene Produktion und Versorgung nicht ausreicht. Wiederkehrende Hafenblockaden erschweren die Hilfslieferungen lebensnotwendiger Mittel zusätzlich.

Über 22 Mio. Kinder, Frauen und Männer benötigen humanitäre Hilfe

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ADRA im Jemen sind immer noch einem hohen Sicherheitsrisiko während ihrer Arbeit ausgesetzt. Dabei steigen die Patientenzahlen in den medizinischen Einrichtungen, die noch arbeitsfähig sind, weiter an. Zur Eindämmung von Cholera und Diphterie wird im Kamaran-Krankenhaus im Norden des Landes ein separater Eingang geplant, damit andere Patienten nicht angesteckt werden. In den Wartebereichen der medizinischen Einrichtungen werden von ADRA erfolgreich Gesundheitsschulungen durchgeführt, um Gesundheits- und Ernährungsbewusstsein zu fördern. In den letzten zwei Jahren haben wir 57.786 Personen durch diese Gesundheitsschulungen erreicht. Schulungen von medizinischem Personal in psychologischer Erster Hilfe wurden bereits erfolgreich abgeschlossen.

Durch die große Unterstützung mit Spendengeldern konnte ADRA im Jemen seine Hilfsleistungen deutlich ausweiten. ADRA ist inzwischen die zweitgrößte Hilfsorganisation vor Ort und stellt in einer der ärmsten Regionen im Norden des Landes lebensrettende Gesundheits- und Ernährungshilfe für etwa 445.150 Menschen bereit. „Der Jemen ist weiterhin von Importen abhängig“, so Nikolaus Kirchler, Nothilfekoordinator von ADRA Deutschland, „mehr als drei Viertel der Bevölkerung sind auf Hilfe von außen angewiesen. Eine Hungerkatastrophe steht bevor, aber wir haben jetzt noch die Chance, das Schlimmste abzuwenden!“ ADRA konnte bisher 1.428 schwer und 3676 moderat unterernährte Kinder sowie 2.372 Schwangere und stillende Mütter mit Aufbaunahrung behandeln.

Der Kampf gegen die Hungersnot geht weiter 

Nach Analysen der Vereinten Nationen werden in Kürze über 20 Mio. Jemeniten von der Hungerskatastrophe betroffen sein, wenn keine humanitäre Nahrungsmittelhilfe geleistet wird!  Drei von vier Personen wissen nicht, wo sie ihre nächste Mahlzeit herbekommen sollen. Zudem infizieren sich aktuell jede Woche 10.000 Personen mit Cholera; das ist eine tödliche Gefahr für geschwächte Menschen. Der UN-Nothilfekoordinator Marc Lobcock warnt: „Wir könnten den Kampf gegen den Hunger verlieren. Die Lage hat sich in den letzten Wochen auf alarmierende Weise verschlechtert.“

Bitte unterstützen Sie ADRA bei dieser wichtigen Arbeit! Gegen den Hunger. Für die Menschen im Jemen.
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Storyfinding im vergessenen Jemen

Das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“ lädt Journalistinnen und Journalisten zum Thema „Humanitäre Krisen im Schatten der Berichterstattung“ ein. Die Veranstaltung findet am 23. Januar 2019 im Bellevue di Monaco, Müllerstraße 2, 80469 München statt.

Wie funktioniert humanitäre Hilfe? Wie können Journalisten über die vergessene Krise im Bürgerkriegsland Jemen berichten? Und welche Herausforderungen erwarten Journalisten bei ihrer Arbeit in Krisengebieten?

Millionen Menschen weltweit leben in humanitären Krisen, aber es mangelt an politischer und medialer Aufmerksamkeit. Aktion Deutschland Hilft will mit Hilfe der Veranstaltung deutsche Journalisten und Journalistinnen über Hintergründe der humanitären Katastrophe im Jemen aufklären, ein realistisches Bild von humanitärer Hilfe, Hilfsmaßnahmen und Bedürfnissen vermitteln. Wir wollen somit die Möglichkeiten aufzeigen über vergessene Krisen, wie die im Jemen, aber auch über humanitäre Krisen generell, zu berichten.

PROGRAMM

17:30 Einlass
18:00 Wer steckt hinter Aktion Deutschland Hilft und was ist humanitäre Hilfe?
18:30 Warum ist die humanitäre Situation im Jemen so katastrophal (Referent: Nikolaus Kirchler, ADRA Deutschland Nothilfekoordinator für den Jemen)
19:15 Pause
19:20 Storyfinding im Jemen (Referent: Volker Schwenck, Korrespondent der ARD im Hauptstadtstudio)
20:05 Get-together mit Snacks und Getränken
— Der Eintritt ist frei —

>> Aktion Deutschland Hilft bittet um Anmeldung bis zum 16. Januar 2019 per E-Mail an presse(at)aktion-deutschland-hilft.de.

Den Veranstaltungsflyer mit allen Informationen auf einen Blick finden Sie hier.

Aktion Deutschland Hilft ist das 2001 gegründete Bündnis von deutschen Hilfsorganisationen, die im Falle großer Katastrophen ihre Kräfte bündeln, um schnelle und effektive Hilfe zu leisten. Weitere Informationen über Aktion Deutschland Hilft gibt es hier: https://www.aktion-deutschland-hilft.de/ .

Hilfsgüter für den Jemen

Durch den Bürgerkrieg und die extreme Hungersnot ist die Bevölkerung im Jemen zu drei Vierteln auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mit einer Hilfsgüterlieferung von humedica und ADRA konnten nun sechs Krankenhäuser und Kliniken mit Medikamenten, Cholera-Kits und medizinischen Geräten versorgt werden.

Im Jemen engagiert sich ADRA vor allem für eine medizinische Grundversorgung der Menschen. In Krankenhäusern und Gesundheitsstationen werden sie ärztlich versorgt; unterernährte Babys und Kleinkinder werden mit Notfallnahrung wieder aufgepäppelt. Besondere Sorge gilt vor allem der großen Anzahl von Cholera-Fällen.

Nach einer ersten Hilfsgüterlieferung im Juli 2017 konnten die Partner ADRA und humedica nun erneut wichtige Medikamente und medizinische Geräte an sechs Krankenhäuser und Kliniken verteilen. Alleine 1,8 Tonnen Medikamente und 6,2 Tonnen Cholera-Kits, sogenannte DDKs (Interagency Diarrhoeal Disease Kits), erreichten die Stationen. Mit jedem dieser DKKs können 100 schwere und 400 moderate Cholera-Fälle behandelt werden – und je weitere 100 Personen, die Shigella-Dysenteriae-Bakterien mit sich tragen.

Die Lieferung geht an Einrichtungen in Hodeida, Al-Jawf und Hajjah. Durch die weiterhin schwierige Sicherheitslage musste die ursprünglich per Flugzeug geplante Lieferung der Hilfsgüter über Containerschiff und über den Landweg gelöst werden.

>> ADRA benötigt weiterhin dringend Unterstützung für den Einsatz im Jemen, um die von Hungernot und Krieg belastete Bevölkerung medizinisch versorgen zu können. Jeder Cent hilft! >> ZUM SPENDENFORMULAR