„…zusehen, wie der Jemen von der Klippe stürzt“

Dass die Lage im Jemen ernst ist, das ist seit Ausbruch des Kriegs klar. Die Corona-Krise hat die ohnehin unmenschlichen Zustände weiter verschärft. Dazu kommt, dass zugesagte Hilfsgelder nicht gezahlt werden.

Mitten in der Pandemie, die eine geschwächte, unterversorgte Bevölkerung im Jemen trifft, steht die Zahlung vieler, von Geberregierungen bereits zugesagten, Hilfsgelder leider noch aus. Die Vereinten Nationen schlagen Alarm, bis zu drei Viertel der ohnehin knappen Gesundheitseinrichtungen stehen vor dem Aus. Es fehlt an Schutzkleidung, Medikamenten und medizinischen Geräten. Fast 20 Millionen Jemenitinnen und Jemeniten haben keinen Zugang zu ärztlicher Versorgung.

Die Corona-Pandemie trifft ein schlecht ausgestattetes Land im Ausnahmezustand. Bei den gemeldeten Fällen von Covid-19 liegt die Sterblichkeit bei jedem vierten Patienten. Im weltweiten Durchschnitt liegt die Sterblichkeit bei unter fünf Prozent. Das Corona-Virus trifft auf eine geschwächte Bevölkerung, die unter fehlenden sanitären Einrichtungen und massiver Unterernährung leidet.

Im Jemen haben 18 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Folge davon sind Infektionskrankheiten, wie die Cholera, an der im vergangenen Jahr über 1.000 Menschen gestorben sind. Fehlende sanitäre Einrichtungen und mangelnde Frischwasserversorgung machen auch den Schutz vor dem Corona-Virus fast unmöglich. Wer es sich leisten kann, bleibt zu Hause. Doch die meisten Menschen sind Tagelöhner, sie können sich „soziale Distanz“ nicht leisten. Gehen sie nicht arbeiten, verdienen sie kein Geld.

Mark Lowcock, UN-Hilfschef, warnte davor, dass die Weltgemeinschaft die Wahl habe, „die humanitäre Hilfe im Jemen zu unterstützen und dabei zu helfen, den Raum für eine nachhaltige politische Situation zu schaffen oder zuzusehen, wie der Jemen von der Klippe fällt„.

Ein breites Lächeln auf den Gesichtern

Zum ersten Mal fand im Distrikt Phoukoud in Laos ein lnklusionsfest statt. Mit Spielen, Unterhaltung und viel Liebe gestaltete ADRA einen ganzen Tag im Zeichen der Gemeinsamkeit. Un­ser Ziel ist es, Menschen mit Behinderung das Leben zu erleichtern und das Mitgefühl der Menschen ohne Behinderung zu wecken.

Tai Soudalat und Porm Keosamone arbeiten für ADRA Laos. Ihr Ziel ist es, den Respekt gegenüber Menschen mit Behinderung zu steigern. In Laos ist das noch nicht selbstverständlich. Deshalb veranstaltete ADRA in drei Dörfern ein Inklusionsfest, zu dem die Dorfbewohner eingeladen wurden. Menschen mit und ohne Behinderung feierten, aßen und spiel­ten zum ersten Mal gemeinsam. Bei spielerischen Aktionen, wie z.B. ei­nem „Wettrennen“ mit Gehhilfen, erlebten die Dorfbewohner ein Stück weit den Alltag der Menschen mit Behinderung. ,,Es gab sofort eine Hal­tungsänderung gegenüber den Menschen mit Behinderung“, sagt Porm. Das Fest war ein toller Erfolg. Es nahmen mehr Menschen als erwartet teil. Einige fanden es lustig und gesellig, andere fanden es informativ und wie­der andere waren emotional berührt. Alle Beteiligten kamen sich näher und fühlten, dass sie glücklich waren.

,,Auf den Gesichtern der eingeladenen Menschen mit Behinderungen war ein breites Lächeln zu sehen. Einige konnten ihre Freudentränen nicht zurückhalten“, freut sich Tai. Inklusion von Menschen mit Behinderung ist ein wichtiges Ziel des Projektes. Je nach Grad der Behinderung kann jede Person einen wertvollen Beitrag leisten, um die Lebensgrundlage zu verbessern. Menschen mit Behinderung sind ein Teil des Teams in dieser ADRA-Projektarbeit für klimaresiliente Landwinschaft. Dank der Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender, sowie der Finanzierung des Bundesministeriums für wirtschafrliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), werden die Projektaktivitäten gemeinsam umgesetzt.

 

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Kampf gegen Genitalverstümmelung in Westkenia

Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, kurz FGM) ist leider immer noch ein Problem in Kenia, auch wenn die Praxis längst verboten ist. Die traditionelle Zeremonie symbolisiert den Übergang eines Mädchens zur Frau, Teil dieser Zeremonie ist die Beschneidung der Genitalien. Unter den Folgen von FGM leiden junge Mädchen ein Leben lang .  Inkontinenz, Schmerzen beim Urinlassen und beim Geschlechtsverkehr gehören dann zum Alltag. Die Frauen sind einem hohen Risiko für Entzündungen der Harnwege oder Nieren ausgesetzt und demensprechend auch im Alltag eingeschränkt. Besonders gravierende Schmerzen erleiden Frauen während der Entbindung, die oft mit schweren Blutungen einhergehen, wiederkehrenden Infektionen und drohenden Geburtsfisteln.

Um die Situation der Frauen und Mädchen zu verbessern, arbeitet ADRA mit einem ganzheitlichen gesellschaftlichen Ansatz gemeinsam mit gefährdeten Mädchen im beschneidungsreifen Alter, ihre Eltern und Verwandten – vor allem auch männliche Familienmitglieder – und andere relevante Interessengruppen aus den politischen und religiösen Bereichen in Westkenia.

Durch gezielte Sensibilisierung und den Einbezug von Familien in den Kommunen, lokalen Repräsentanten und Amtsträger*innen und der Einführung von alternativen Ritualen, die den Übergang vom Mädchensein zum Frausein schmerzfrei und ohne Verstümmelungen erlauben, wird eine gesundheitsschädigende Tradition langsam verändert. Durch die Arbeit mit allen Personengruppen einer Gemeinschaft wird ein gemeinsamer Konsens geschaffen, auf die Verstümmelung von Mädchen und jungen Frauen zu verzichten. Zudem werden vor Verstümmelung geflüchtete Mädchen durch eine Schulgeldpatenschaft unterstützt, um sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen.

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Menschen retten und Schulen wiederaufbauen

„Hurrikan Dorian ist der schlimmste und größte Sturm, den die Bahamas je erlebt haben. Dorian verursachte vor allem auf den Inseln Abaco und Grand Bahama Verwüstungen, was dazu führte, dass Kommunikation und Strom auf beiden Inseln unterbrochen wurden“ – Leonardo Rahming, Generalsekretär der Südbahamas-Konferenz und ehrenamtlicher Helfer bei ADRA.

Anfang September 2019 wurden die Bahamas durch den Hurrikan „Dorian“ verwüstet. Der Wirbelsturm blies heftig mit über 250 Stundenkilometer, hing jedoch lange über den Inseln fest. Dadurch konnten die zerstörerischen Kräfte des Hurrikans besonders heftig wüten. Hurrikan Dorian, war mit der Kategorie 5 der zweitstärkste jemals registrierte Atlantiksturm und der stärkste jemals auf den Bahamas aufgetretene Sturm. Er traf am 1. September auf die nordbahamaischen Insel Abaco und tags darauf auf die Grand Bahama Island. Die langsame Bewegung des Sturms führte zu weitreichenden Verwüstungen auf diesen beiden Inseln. Die Zahl der Todesopfer beträgt 70, die Zahl der Vermissten beträgt noch immer über 200 Menschen. In der Folge des Hurrikans waren rund 70.000 Menschen unmittelbar auf humanitäre Hilfe angewiesen. Es fehlte auf den Inseln an Nahrung, sauberem Wasser und Unterkünften.

ADRA schickte Notfallteam

Eine große Stärke des ADRA Netzwerks ist es, dass es Expertinnen und Experten auf der ganzen Welt gibt, die im Ernstfall unverzüglich handeln können. So auch auf den Bahamas. Das internationale ADRA-Notfallteam wurde umgehend mobilisiert, um in die betroffenen Gebiete vorzudringen.

Ein Vorabteam sondierte die Lage und sprach mit den Betroffenen, um zu erfahren, was genau benötigt wurde. Die Menschen brauchten am dringendsten Nahrungsmittel und Schutzmaterial. Also organisierte und verteilte ADRA Wasser und Nahrung (Soja, Reis u.a.) an die Menschen. Zu den Schutzmaterialien gehörten Decken, Plastikplanen und Behälter für Wasser.

Ein besonderes Augenmerk legt ADRA auf die Kinder und Heranwachsende. Knapp 7.000 Schülerinnen und Schüler konnten nicht in die Schule gehen, weil die Gebäude zerstört oder Lernmaterial unbrauchbar war. Die Kinder wurden umgehend mit Schulmaterial versorgt. Darüber hinaus kümmerte sich ADRA um die Schulen, damit schnell wieder unterrichtet werden konnte.

Nach der Erstversorgung

Familien, in den an den stärksten betroffenen Gemeinden, wurden mit Lebensmittelpaketen und falls nötig auch mit Matratzen versorgt.

Damit Kinder wieder zur Schule gehen konnten hat ADRA
– 5.142 Rucksäcke und Schulmaterial
– 3.000 Tische und Stühle und
– die Wasserversorgung für 8 Schulen
organisiert und verteilt.

Mit unseren Maßnahmen haben wir zunächst das Überleben der Menschen sichergestellt. Mit Blick auf die Kinder haben wir alles unternommen, damit sie schnellstmöglich wieder zur Schule gehen können. Das hätten wir nicht ohne die Unterstützung unserer Spenderinnen und Spender erreicht. Ein ganz besonderer Dank geht an die STERN-Stiftung, die unsere Arbeit mit
10.000 Euro unterstütze.

Nachhaltigkeitskonferenz

Die Nachhaltigkeitskonferenz von ADRA Deutschland findet am letzten Wochenende im August statt. Wir halten Euch über Neuigkeiten gerne auf dem Laufenden.

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Naw Eh Khu Paw träumt von einem eigenen Restaurant

ADRA unterstützt Geflüchtete aus Myanmar in einem thailändischen Flüchtlingslager. Sie erhalten eine Berufsausbildung, mit der sie sich selbstständig machen oder eine Arbeit finden können. Eine von ihnen ist die alleinerziehende Mutter Naw Eh Khu Paw.

Naw Eh in der Küche ihre Restaurants

Die zweifache Mutter Naw Eh stammt aus der Region Bago (Myanmar) und lebt im Flüchtlingslager Umphien (Thailand). Dorthin ist sie geflohen, nachdem ihr Vater im Bürgerkrieg in Myanmar getötet wurde und ihre Mutter an einem Herzleiden verstarb. Auch ihre Ehe ging in die Brüche, so dass sich Naw Eh nun allein um die beiden Kinder kümmert. 

Naw Eh ist eine ungelernte Arbeiterin und hielt sich und ihre Familie über Wasser, indem sie Lebensmittel und Snacks auf der Straße verkaufte. Diese Arbeit machte sie krank und sie konnte damit nicht weitermachen, wusste nicht, wie sie ihre Kinder künftig ernähren und in die Schule schicken soll. 

In dem Flüchtlingslager, in dem Nah Eh mit ihren beiden Kindern lebt, wird ein Ausbildungsprogramm angeboten, finanziert aus Spenden und mit der Unterstützung der Europäischen Union. Naw Eh hat sich dafür beworben und wurde angenommen. Sie möchte Köchin werden. 

Während der Ausbildung lernt Naw Eh die wirtschaftlichen Grundlagen, für KleinunternehmerInnen, aber auch Kochen, Backen und Lebensmittelkunde. Noch während der Ausbildung eröffnet die fleißige Mutter ein erfolgreiches kleines Restaurant. Im Lager übernimmt sie das Catering für Schulungen, Meetings und Feierlichkeiten.

Alles lief gut, doch dann kam die Corona-Krise auch im Lager Umphien an. 

Das Lager wurde abgeriegelt, es kamen keine Aufträge mehr rein, genauso wie niemand mehr in das Lager hinein oder heraus kam. Naw Eh musste ihr Geschäft schließen und konnte erst vor Kurzem wieder öffnen. Sie verdient immer noch weniger als zuvor. Doch ist sie in der glücklichen Situation wenigstens etwas Geld zu verdienen. Vielen Bewohner des Lagers geht es nicht so gut.

Dank der Ausbildung, die Naw Eh absolvierte, verdient sie jeden Monat genug Geld, um etwas für Anschaffungen zu sparen und ihre Kinder in die Schule zu schicken. Sie träumt davon irgendwann ihr eigenes Restaurant mit Angestellten zu eröffnen. Irgendwann, außerhalb des Flüchtlingslagers.

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Weniger ist mehr! CO²-Reduzierung bei ADRA

Die Auswirkungen des Klimawandels halten ADRA in der Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit auf Trab. Wir sind da, um Menschen nach ei­ner Katastrophe zu helfen und sie gegen künftige Naturkatastrophen zu wappnen. Auch in Deutschland ist ADRA nicht untätig. Wir unternehmen alle Anstrengun­gen, um möglichst klimaneutral zu wirtschaften. So haben wir auf unserem Gebäu­de in Weiterstadt eine Solaranlage installiert, mit der wir einen Großteil des Strombedarfs decken und über 23 Tonnen CO² jährlich einsparen. Dies entspricht in etwa dem Ausstoß an CO² eines Fluges von Frankfurt nach New York und zu­rück. Dennoch sind Flugreisen unser größter CO²-Treiber. Für den CO²-Ausstoß, den wir selbst nicht einsparen können, unterstützen wir ein Wiederauf­forstungsprojekt auf Madagaskar. ADRA ist deshalb einem internationalen Koh­lenstoffregister beigetreten. Nur so kann der ausgestoßene Kohlenstoff über CO²-Zertifikate kompensiert werden. Überzählige Zertifikate können am Markt gehan­delt werden. Fast getreu dem ADRA-Motto: Gutes Kaufen. Gutes Tun.

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