Weniger ist mehr! CO²-Reduzierung bei ADRA

Die Auswirkungen des Klimawandels halten ADRA in der Katastrophenhilfe und Entwicklungszusammenarbeit auf Trab. Wir sind da, um Menschen nach ei­ner Katastrophe zu helfen und sie gegen künftige Naturkatastrophen zu wappnen. Auch in Deutschland ist ADRA nicht untätig. Wir unternehmen alle Anstrengun­gen, um möglichst klimaneutral zu wirtschaften. So haben wir auf unserem Gebäu­de in Weiterstadt eine Solaranlage installiert, mit der wir einen Großteil des Strombedarfs decken und über 23 Tonnen CO² jährlich einsparen. Dies entspricht in etwa dem Ausstoß an CO² eines Fluges von Frankfurt nach New York und zu­rück. Dennoch sind Flugreisen unser größter CO²-Treiber. Für den CO²-Ausstoß, den wir selbst nicht einsparen können, unterstützen wir ein Wiederauf­forstungsprojekt auf Madagaskar. ADRA ist deshalb einem internationalen Koh­lenstoffregister beigetreten. Nur so kann der ausgestoßene Kohlenstoff über CO²-Zertifikate kompensiert werden. Überzählige Zertifikate können am Markt gehan­delt werden. Fast getreu dem ADRA-Motto: Gutes Kaufen. Gutes Tun.

Im Klimawandel geben wir unser Bestes. Seien auch Sie Teil unserer Arbeit >> zum Spendenformular

Bong Lai lernt fleißig für ihre Kinder

Auf der ganzen Welt gibt es keine festere Bindung, als die zwischen einer Mutter und ihrem Kind. Eine Mutter nimmt die härtesten Leiden auf sich, damit es ihrer Familie gut geht, um ihre Kinder in die Schule zu schicken und ihnen eine gute Zukunft zu ermöglichen. Wir unterstützen Mütter wie die 26-jährige Bong Lai dabei.

Sie lebt mit drei Kindern im Kambodscha von Reisanbau und Viehzucht. Doch für eine ausgewogene Ernährung fehlte die Abwechslung und das Wissen. Bong Lai wollte für ihre Kinder ein besseres Leben und beschloss in einem ADRA-Programm Hilfe zu suchen. „Bevor ich der Lerngruppe beitrat, wusste ich nicht, wie ich meine Kinder gesund ernähren konnte. Wir hatten keine Latrine, kein sauberes Wasser und mein jüngstes Kind (11 Monate) war stark unterernährt“, erklärt Bong Lai die Situation ihrer Familie. Dank der Lerngruppe und ihrem Fleiß stellten sich schnell erste Verbesserungen ein.

„Wir haben eine Menge gelernt und viel Unterstützung bekommen. Ich bekam eine Latrine, einen Wasserfilter, landwirtschaftliche Geräte und Saatgut. Und die Mitarbeiter von ADRA haben mir erklärt, wie ich Malaria und Dengue-Fieber vorbeugen kann. Wir trinken seitdem sauberes Wasser, wissen wie wichtig Hygiene, Pflege und Ernährung speziell der Kinder ist. Und ich weiß jetzt besser, was zu tun ist, wenn meine Kinder krank sind, Fieber oder Durchfall haben“ sagt Bong Lai.
Nicht nur die Familie von Bong Lai hat davon profitiert. Sie gibt ihr Wissen an die Nachbarschaft weiter.

„Ich möchte, dass es meiner Familie gut geht, dass meine Kinder gesund sind. Und ich möchte mein eigenes Geschäft haben, damit meine Kinder zur Schule gehen können“ sagt Bong Lai. Bong Lai steht stellvertretend für alle Mütter.

Ihnen wollen wir am Muttertag danken und Geschichten wie Bong Lais als Inspiration und Ansporn nehmen. Wir wollen noch mehr Frauen dabei unterstützen, bitte helft uns dabei!

Spendet den Geldwert eines Blumenstraußes für Mütter auf der ganzen Welt. Eine kleine Spende bewirkt bereits viel, auch dann noch, wenn die Muttertagssträuße längst verwelkt sind.

„In meinen 57 Jahren habe ich so etwas noch nie gesehen!“

Die Bäuerin Mwikali Nzoka (siehe Foto) lebt in Kenia. Sie gehört zu den Menschen, die durch die Heuschreckenplage alles verloren haben.

Alles begann am Nachmittag des 5. Februar 2020“, erzählt sie. „Es war ein Mittwoch. Mein Mann und ich saßen vor unserem Haus, nachdem wir den ganzen Morgen auf dem Bauernhof gearbeitet hatten. Plötzlich fiel ein großer Heuschreckenschwarm in unseren Hof ein. Es waren so viele, dass sie wie eine dunkle Wolke im Himmel aussahen! In meinen 57 Jahren habe ich so etwas noch nie gesehen!

Die Heuschrecken blieben zwei Wochen auf ihrem Hof und vernichteten die komplette Ernte. „Wir waren erleichtert, als sie weg waren!„, erzählt sie weiter. „Wir dachten, das war es, bis wir nur zwei Tage später, am frühen Morgen des 21. Februar, den größten Schock unseres Lebens bekamen.“ Ihr Land war von Millionen schwarzer Nymphen bedeckt.

Der Schwarm hatte offenbar Eier gelegt, die geschlüpft waren (siehe Foto). „Das sind die hungrigsten Insekten, die ich je gesehen habe. Sie ernähren sich von allem, auch vom Stamm der Pflanzen! Der gesamte Betrieb ist befallen. Jeden Tag schlüpfen mehr Eier. Die Heuschrecken haben uns alles genommen und zu Bettlern gemacht!fügt sie beschämt hinzu.

Sie sind auf ihre Ernte angewiesen, um ihre Familie zu ernähren und die Schulgebühren ihrer drei Kinder zu bezahlen.

Die Menschen in den betroffenen Gebieten brauchen unsere Hilfe, um wieder auf die Beine zu kommen. Sie brauchen Saatgut und Lebensmittel.

Wie Familie Nzoka geht es sehr vielen Bauern. Bis vor kurzem  waren sie unabhängig und konnten von ihrer Landwirtschaft gut leben. Sie leiden sehr darunter, um Hilfe bitten zu müssen.

Gemeinsam können wir den kenianischen Bauern helfen, einen Neuanfang zu wagen, damit sie wieder unabhängig werden.

Deine Spende macht diesen Neuanfang möglich!

Corona Update Mali: „Das kann viel Leid bedeuten“

Viele Menschen in Mali machen sich große Sorgen wegen des Virus und haben Angst vor den Einschränkungen. Eine von ihnen ist Kamissoko Nana Sidibe. Sie ist Mutter von drei Kindern, mit denen sie und ihr Ehemann zusammenleben. Im Haushalt wohnen außerdem ihre Schwiegermutter und ihr Schwager.

Kamissoko Nana Sidibe lebt mit ihrer Familie in Mali„Viele Menschen glauben nicht an die Existenz der Krankheit“, sagt Kamissoko. „Die von den Behörden empfohlenen Präventionsmaßnahmen werden kaum befolgt. Menschen kommen weiterhin zu Hauf auf den Markt oder drängen sich am Bahnhof. Es gibt keinen Platz zum Händewaschen und es gibt auch keine Seife. Es muss viel mehr aufgeklärt werden. Die Bevölkerung, auch die Analphabeten, müssen informiert werden und man muss ihnen sagen, wie sie sich verhalten sollen. Sie müssen an die Existenz der Krankheit glauben, sonst wird hier niemand die Einschränkungen akzeptieren oder befolgen“ sagt Kamissoko.

Um das schlimmste zu verhindern, ist ADRA dabei, die Bedeutung von Hygiene, Ernährung und Gesundheit in jeder Gemeinde, in der wir arbeiten, zu vermitteln.

Ein Mitarbeiter von ADRA beim HändewaschenDie ADRA-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erklären den Teilnehmern anhand von konkreten Beispielen wie mangelnde Hygiene Krankheiten verursachen kann, die oft unheilbar sind. Und sie erklären, was jede Person routinemäßig tun muss, um Krankheiten zu verhindern.
Die Teilnehmer wiederum sind MultiplaktorInnen und vermitteln ihr wissen weiter.

Durch die neuen Hygieneregeln fühlen sich Kamissoko und ihre Familie etwas besser. Sie weiß, dass sie ihre Familie und sich schützen muss, da die medizinische Versorgung kaum vorhanden ist. Sie ist sich aber auch sicher, wenn die Krankheit ihre Region erreicht „wird es schwerwiegende Folgen haben. Wenn die Maßnahmen härter werden, z.B. die Märkte geschlossen werden, werden viele Familien hungern. Das kann viel Leid bedeuten.“

Zum Projekt:
Ziel des Projektes ist es, 4.500 arme Kleinbauern dabei zu unterstützen ihre Landwirtschaft an den Klimawandel anzupassen und ihre Ernten zu steigern. Das Projekt wird unterstützt durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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Medizinische Produkte für die Elfenbeinküste

Kennt ihr die Support Africa gGmbH? Es handelt sich dabei um die jüngste Auskoppelung aus einer gemeinsamen Unternehmung von ADRA und dem Support Africa e.V. Ziel ist es, medizinische Produkte in entlegene Regionen der Welt zu bringen. Gerade in Corona-Zeiten wird die Unterversorgung schmerzhaft deutlich.

Am Dienstag nach Ostern gingen zwei Schiffscontainer mit Betten, Liegen und allem, was im Krankenhaus benötigt wird, auf die Reise nach Abidjan, der Hauptstadt der Elfenbeinküste. Von dort aus werden die Gerätschaften durch unser ADRA-Büro dorthin gebracht, wo sie am dringendsten benötigt werden.

© Foto ADRA Cote d’Ivoire

Das Gesundheitssystem der Elfenbeinküste ist, wie so viele auf dem afrikanischen Kontinent, nur bedingt vorbereitet auf eine Pandemie. Die Arbeit von ADRA Elfenbeinküste und Support Africa gGmbH ist als langfristige Partnerschaft angelegt. In Deutschland akquirieren wir medizinisches Gerät, das in den Krankenhäusern und Gesundheitsstationen der Elfenbeinküsten hilft, Menschenleben zu retten.

Bislang gibt es 1.150 bestätigte Fälle von Covid-19 und 14 Todesopfer zu beklagen. Mit der Unterstützung von Support Africa wird das medizinische Niveau des Landes angehoben. 

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Corona-Update Somalia

Wie
soll sich ein Land, das seit 30 Jahren im Bürgerkrieg befindet, auf die
Corona-Pandemie vorbereiten? Die islamistische al-Shabaab-Miliz kontrolliert
viele Regionen im Land, das Gesundheitssystem ist privatisiert und die Quote an
Analphabeten liegt bei über 40 Prozent. Riesige Herausforderungen für
alle Beteiligten. 

Als
Folge des jahrzehntelangen Bürgerkriegs gibt es kein
öffentliches Gesundheitswesen. Die Regierung verlässt sich auf
die Bemühungen von NGOs bzw. Privatkliniken. In einem der ärmsten
Länder der Welt kann sich ein Großteil der Bevölkerung keine ärztliche
Untersuchung leisten.  

Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt in ländlichen Gebieten mit sehr geringer Gesundheitsversorgung. In Somalia liegt die Arztquote bei 0,03 (Ärzte je 1.000 Einwohner), in Deutschland liegt die Quote bei 4,33.

Bestätigte Corona-Fälle gibt es Somalia 237 (Stand 21.4.), aber weil kaum getestet wird, sagt die Zahl wenig aus. Vielmehr berichten Augenzeugen, dass die Zahl der Beerdigungen seit Ausbruch der Corona-Pandemie steigt, was auf eine weit höhere Zahl an potentiellen Infizierten hinweist.  

Auf
der ganzen Welt finden nun Aufklärungskampagnen über das Virus und
Hygienemaßnahmen statt. So auch in Somalia, wenn auch unter anderen
Bedingungen. Eine hohe Zahl an Analphabeten, eine fragile Sicherheitslage und
vorhandener Wassermangel machen es den Menschen nahezu unmöglich vernünftig
vorzubeugen. 

Als
Schutzmaßnahme hat die Regierung die Grenzen geschlossen. Zwar können
sich unsere somalischen Kolleginnen und Kollegen noch unter Auflagen bewegen,
MitarbeiterInnen aus Kenia mussten jedoch Somalia verlassen und arbeiten nun aus
dem Nachbarstaat.  

ADRA
ist stark im Bildungssektor und Schul(auf)bau
in Somalia vertreten. Doch seit 19. März sind die Schulen geschlossen.
Homeschooling, so wie wir es aus Deutschland kennen, kann in Somalia kaum
stattfinden, denn ein Großteil der erwachsenen Bevölkerung sind Analphabeten.
Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten mit Hochdruck daran, die Regierung zu unterstützen E-Learning-Kurse und
Radiounterricht für alle Altersgruppen anzubieten. 

Immerhin
konnten die Berufsschulen nach zweiwöchigem Shutdown wieder öffnen. Auch hier
ist physische Distanz das Gebot der Stunde (siehe Foto).  

Auch
der Schulbau findet weiterhin statt, wenn auch unter Einschränkungen. Eine neue
Schule im langjährigen ADRA Bildungsprogramm ist unterdessen gerade fertiggestellt,
zwei weitere Schulen sind zu 95% fertiggestellt. Dazu kommen noch zwei
Berufsschulzentren, die bereits in Nutzung sind.  
Wir freuen uns sehr auf den Moment, an dem in
den Gebäuden endlich Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden.  

Spendenstichwort „Corona“

Ukraine: Natalia hat ihre Angst überwunden

Natalia* gehört zu Hochrisikogruppe qua Alter. Sie ist 72 Jahre und lebt in der Nähe der Frontlinie auf ukrainischer Seite. Wie viele Menschen auch ist Natalia höchst verunsichert über die Corona-Pandemie. Sie hat Angst und schließt sich in der Wohnung ein. Sie nimmt keine Medikamente mehr und will noch nicht einmal die Lebensmittel annehmen, die ihre Tochter ihr bringt. Die Tochter Alina macht sich große Sorgen und bittet ADRA um Hilfe. Oksana, eine Psychologin von ADRA, nimmt mit Natalia telefonisch Kontakt auf. In einem einstündigen Telefonat klärt Oksana über das Virus auf und schafft es, dass Natalia wieder Lebensmittel und die lebenswichtigen Medikamente annimmt.

Die psychosoziale Betreuung findet während Corona digital statt.

Die Hintergründe der Angst von Natalia sind vielfältig. Sie selbst hat den Zweiten Weltkrieg nicht miterlebt, die entbehrungsreiche Zeit danach hat sie jedoch geprägt. Die Menschen waren häufig krank, der Mangel an Lebensmittel und Medizin war furchtbar. In dieser Zeit wurde Natalia zur Waisen, die Eltern starben an einer Infektionskrankheit. Die Angst davor hat sie seitdem nicht mehr losgelassen. Die Berichterstattung in den Medien über das Corona-Virus und die große Ungewissheit aufgrund der Kriegssituation, der sie ausgesetzt ist, hat die Angst nur verstärkt.

In den weiteren Sitzungen zeigt Oksana Techniken auf, mit denen sich das Stressniveau reduzieren und die Betroffenen beruhigen lassen. Natalia arbeitet mit Oksana weiter an ihren Ängsten und ihren schmerzhaften Erinnerungen. „Bald teilte Natalia uns die großartige Nachricht über ihren Erfolg mit – sie begann, Fenster und Balkon in ihrer Wohnung zu öffnen, und sie hat auch keine Angst, die Tür zu öffnen. Mit der großzügigen Unterstützung der deutschen Regierung, Aktion Deutschland Hilft und ADRA wird in der Ukraine weiterhin psychosoziale Unterstützung für die am stärksten gefährdeten Gruppen von Menschen in den von Konflikten und COVID-19 betroffenen Gebieten geleistet“ sagt Oksana mit Blick auf ihre Patientinnen und Patienten.

Das Projekt in der Ukraine wird unterstützt von Aktion Deutschland Hilft und dem Auswärtigen Amt
Das Team von ADRA in der Ukraine

*Name geändert, zum Schutz der Betroffenen.