„Der Klimawandel geht uns alle an!“

Die Klimakatastrophe ist real und bedroht schon heute das Leben von Millionen Menschen. Durch die Veränderungen kommt es häufiger zu Naturkatastrophen, Dürren nehmen zu, Überschwemmungen aber auch. An manchen Orten muss sich die Landwirtschaft neu ausrichten, ADRA hilft den Bäuerinnen und Bauern dabei. Auf der Weltklimakonferenz vom 31.10. bis 12.11.2021 in Glasgow berichtet die Hilfsorganisation von ihrer Arbeit.

Die Landwirtin Mwikali Nzoka aus Kenia hat alles verloren. Als Ende 2019 die Heuschrecken in Somalia, Äthiopien, Uganda und Kenia einfallen, fressen sie die Ernten von Hunderttausenden Menschen. In den Monaten zuvor kam es in der Region zu ungewöhnlich starken Regenfällen. Die Feuchtigkeit bietet den Heuschrecken ein optimales Klima, sie vermehren sich rasend schnell und verwüsten auf ihren Routen ganze Landstriche. Auch die Farm von Mwikali.

Die Heuschreckenplage ist ein wiederkehrendes Unheil in der Region

„Alles begann am Nachmittag des 5. Februar 2020 um etwa 15:30 Uhr. Es war ein Mittwoch als ein großer Heuschreckenschwarm in unseren Hof eindrang. Es waren so viele, dass sie wie eine dunkle Wolke am Himmel aussahen“, schildert Mwikali. Die Heuschrecken blieben zwei Wochen auf ihrem Hof und vernichteten alle Nahrungspflanzen und Bäume. Doch damit nicht genug! Der Schwarm hat Eier gelegt, die nächste Generation der zerstörerischen Insekten schlüpft später, nachdem der Schwarm weitergezogen war. „Das sind die hungrigsten Insekten, die ich je gesehen habe. Sie ernähren sich von allem, auch vom Stamm! Sie bedecken eine ganze Pflanze, fressen sie vom Boden, wobei sie jedes Blatt, jeden Halm, auffressen. Der gesamte Betrieb ist befallen. Jeden Tag schlüpfen mehr Eier“, sagt Mwikali.

Die Klimakatastrophe trifft die Ärmsten am schlimmsten

Auf der Weltklimakonferenz sind wir die Stimme von Landwirtinnen wie Mwikali. In unserer Entwicklungszusammenarbeit entwickeln wir gemeinsam mit den Betroffenen Strategien, wie sie sich der Klimaveränderung anpassen können. Auf der Klimakonferenz stellten wir diese Strategien gemeinsam mit der Welthungerhilfe und OroVerde vor. „Der Klimawandel geht uns alle an, nicht nur die gefährdeten Menschen auf diesem Planeten. Er ist eine der größten Bedrohungen, mit denen die Menschheit in der heutigen Zeit konfrontiert ist. Es ist wichtig, die negativen Auswirkungen abzuschwächen und sich schnell und entschlossen an die Veränderungen anzupassen“, bilanziert die ADRA-Mitarbeiterin Carina Rolly.

Die Treiber des Klimawandels sind die Industrienationen

Der CO2-Ausstoß von Kenianerinnen und Kenianern wie Mwikali liegt zwischen 0,3 und 0,4 Tonnen pro Jahr. In Deutschland verbraucht jede/r von uns 8,5 Tonnen CO2. Deshalb müssen auch wir unsere Gewohnheiten ändern. ADRA Deutschland gehört zu einem globalen ADRANetzwerk, dass sich zum Ziel gesetzt hat, CO2-neutral zu werden. Wir verpflichten uns, ausgestoßene
Treibhausgase zu reduzieren und u.a. durch Wiederaufforstung zu kompensieren.

CO2 reduzieren, Resilienz steigern, nachhaltig wirtschaften

In den Projekten stärkt ADRA die Widerstandsfähigkeit, auch Resilienz genannt, gegenüber der Klimakatastrophe und reduziert den eigenen CO2-Anteil. Als dritten Baustein in der Klimastrategie setzt ADRA im In- und Ausland auf
Nachhaltigkeit. So berichtet Anna Krikun, Projektreferentin für Fidschi, davon, wie auf Fidschi die Abhängigkeit von Pestiziden verringert wurde. Die Landwirte leben nun gesünder, nachhaltiger und sparen dabei noch Geld. In Deutschland sind es die ADRAshops, mit denen ADRA einen nachhaltigen Kurs einschlägt. Jedes Stück Kleidung, jede Haushaltsware oder jedes Buch, das nicht produziert wird, spart Geld und Treibhausgase.

Neugierig geworden? Dann holen Sie sich den Nachhaltigkeitsguide von ADRA Deutschland und erfahren Sie mehr über nachhaltiges Leben unter https://adra.de/ueber-adra/nachhaltigkeit/ oder unterstützen Sie uns mit einer Spende unter www.adra.de

 

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Weltfrauentag: Ungleichheit schadet der ganzen Gesellschaft

Anlässlich des heutigen Weltfrauentags erinnert ADRA Deutschland daran, dass der Weltfrauentag noch immer kein Tag zum Feiern ist, da die Ungleichheiten immer noch zu groß sind. Frauen sind häufiger von Armut, Hunger und Krankheit bedroht. Gleichzeitig sind die Bildungs- und Teilhabechancen geringer.

Diese fehlende Teilhabe zeigt sich anhand von drei Faktoren:

  • Mädchen dürfen nicht zur Schule gehen, da sie im Haushalt oder in der Landwirtschaft helfen müssen. Die fehlende Schulbildung führt zu geringerem Einkommen, was wiederum zu Armut und Abhängigkeit führt.
  • Weltweit ist fast ein Drittel der erwerbstätigen Frauen in der Landwirtschaft tätig. Doch nur 13 % der Frauen sind Landbesitzerinnen. Der Zugang zu Ressourcen bleibt ihnen verwehrt. Frauen haben oft keine Wahl, als schlecht bezahlte Arbeit mit geringem sozialen Schutz anzunehmen.
  • Frauen bereiten weltweit die meisten Mahlzeiten zu, sie sind aber auch die Ersten, die selbst verzichten, damit ihre Kinder satt werden. Für schwangere und stillende Frauen bedeuten unzureichende und schlechte Ernährung das Risiko von Blutarmut, einer der häufigsten Ursachen für Müttersterblichkeit.

Diese Faktoren zementieren die Ungleichheit auf Generationen, zum Beispiel wenn Mädchen nicht zur Schule gehen dürfen. Dabei sorgt eine gute Bildung für gute Entwicklungschancen. Wenn alle Mädchen die weiterführende Schule abschließen würden, hieße das:

  • 49% geringere Kindersterblichkeit
  • 64% geringere Kinderhochzeiten und
  • 59% weniger Frühschwangerschaften sowie
  • 45% höheres Einkommen

ADRA setzt sich weltweit für Gleichberechtigung, beginnend bei den Kleinsten, ein

In unseren Projekten achten wir auf Gleichstellung und Gleichbehandlung. Wir wollen Potenziale fördern und berücksichtigen deshalb die unterschiedlichen Bedürfnisse von Frauen und Männern. Beispielsweise in der indonesischen Katastrophenvorsorge. Dort werden Frauen gezielt gestärkt, um sie im Ernstfall vor Übergriffen zu schützen. Und sie werden ermächtigt, damit sie ihrer Gemeinschaft besser helfen können.

Zum Weltfrauentag spenden!

Mit einer Spende von 200 Euro sichern Sie einer schwangeren Frau in einem Krisengebiet die bestmögliche Versorgung für Mutter und Kind.

Nothilfe Ukraine: ADRA bereitet sich auf Notlage vor

Seit vielen Jahren engagiert sich das ADRA-Netzwerk in der Ukraine, auch ADRA Deutschland war bis 2020 mit Projekten entlang der Ostukraine vertreten. Gemeinsam mit Aktion Deutschland Hilft und dem Auswärtigen Amt haben wir psychosoziale Unterstützung für die Menschen an den Grenzen zu Luhansk und Donezk ermöglicht sowie die Bevölkerung mit Trinkwasser versorgt. Nach dem Beginn der Kampfhandlungen in dieser Woche ist die humanitäre Lage in weiten Teilen der Ukraine unübersichtlich.

ADRA Ukraine ist mit 30 Mitarbeitenden in ihren Büros in Kiew, Kramatorsk, Mariupol und Mukachevo sowie lokalen ADRA Koordinatoren und Hunderten von Freiwilligen sehr aktiv und bereitet sich derzeit auf eine mögliche Notlage im Land vor.

Medizinische Hilfe

Momentan betreibt ADRA Ukraine aktive Projekte im Gesundheitssektor (einschließlich medizinischer Notdienste) sowie psychische Gesundheit und psychosoziale Unterstützung. Diese Projekte befinden sich entlang der Kontaktlinie, um die isolierten Siedlungen mit Nötigsten zu versorgen.

Wasserversorgung

Da bereits vor dem Beschuss viele Dörfer und Städte entlang der Kontaktlinie keine oder nur eine sehr eingeschränkte Wasserversorgung hatten, laufen auch in diesem Bereich Projekte, mit denen die Wasserversorgung der Bevölkerung wieder sichergestellt werden soll. Bis zur Fertigstellung sind jedoch weiterhin Wassertransporte in diese Regionen notwendig. Derzeit geht man davon aus, dass bereits in wenigen Tagen ca. 90.000 Menschen auf Wassertransporte angewiesen sein werden.

ADRA Ukraine braucht Unterstützung

ADRA Ukraine hat bereits kommuniziert, in welchen Bereichen Hilfe benötigt wird:

  • Finanzielle Mittel, um das WASH-Programm (Wasserversorgung) im Osten der Ukraine fortzusetzen, da Tausende von Bewohnern in den abgelegenen Dörfern entlang der Kontaktlinie aufgrund des Beschusses keinen Zugang zur Grundversorgung, insbesondere Wasser, haben
  • Unterkünfte für die Überwinterung von Geflüchteten
  • Bevorratung von Nahrungsmitteln, Wasser und Hygieneartikeln, um sie zu einem späteren Zeitpunkt in Flüchtlingslagern an Bedürftige zu verteilen
  • Beschaffung von Benzin zum Betanken von ADRA-/Partnerfahrzeugen, um die gefährdete Bevölkerung zu evakuieren, wenn die lokalen Behörden nicht in der Lage sind, dies zu tun.

ADRA Deutschland prüft Einsatz

Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort sondieren wir die humanitäre Lage und prüfen mögliche Nothilfeeinsätze in der Ukraine und – für den Fall größerer Fluchtbewegungen – auch in den Nachbarländern. Wenn Sie die humanitäre Arbeit von ADRA in der Ukraine unterstützen möchten, spenden Sie bitte unter dem Stichwort „Notfall Ukraine“.

Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Menschen in der Ukraine. Wir hoffen auf ein baldiges Ende der Gewalt und Frieden in der Region.

Quelle: ADRA Ukraine, ADRA Schweiz, APD Schweiz


Mitarbeiter von ADRA Ukraine helfen bei der medizinischen
Versorgung (Foto aufgenommen am 09.02.2022)

Unterstützen auch Sie die Arbeit von ADRA mit Ihrer Spende unter dem Spendenstichwort „Nothilfe Ukraine“

ADRA geht mit E-Learning-Plattform online

In Äthiopien ermöglicht ADRA, gemeinsam mit den Ministerien für Energie und Bildung, jungen Erwachsenen eine Ausbildung zu Solartechniker:innen. Das Projekt findet in zwei Modellregionen im Norden des Landes statt. Dort werden 2.200 junge Erwachsene, davon 30 Prozent Frauen, praktisch und theoretisch im Umgang mit Photovoltaik-Anlagen ausgebildet. Erneuerbare Energien liefern eine saubere, nachhaltige Energie, besonders an Orten, die bisher noch nicht erschlossen waren.

Damit die Schülerinnen und Schüler sich auch digital weiterbilden können, startet ADRA gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Solarenergie eine digitale Lernplattform: ADRA Solar. In sieben Modulen lernen die angehenden Technikerinnen und Techniker alles über Installation und Wartung von Photovoltaik-Anlagen sowie betriebswirtschaftliches Wissen. Die Plattform ist staatlich anerkannt.

Wir danken der Deutschen Gesellschaft für Solarenergie (DGS) und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für die Unterstützung!

Seit Anfang Februar ist die digitale Lernplattform ADRA Solar mit sieben Modulen online (Screenshot https://solar.zabai.org/)

Sie wollen die Arbeit von ADRA Deutschland e.V. mit Ihrer Spende unterstützen?

Taifun Rai (Odette): Hilfe für die Opfer

Der Taifun Rai (lokaler Name Odette) war einer der weltweit stärksten Stürme des vergangenen Jahres. Kurz vor Weihnachten, am 16.12.2021, hat der Taifun Millionen Menschen im zentralen und südlichen Teil der Philippinen getroffen.

Bereits kurz nachdem der Taifun vorübergezogen war, machten sich ADRA-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Freiwillige auf den Weg in die betroffenen Regionen. Dort sprachen sie mit den Menschen, um herauszufinden, was sie am nötigsten brauchten. Vordringlich war der Bedarf an Nahrung, sauberem Wasser, Hygienekits und die Reparatur der Unterkünfte.

Direkte Hilfe für die Menschen

Nachdem der Bedarf festgestellt wurde, begann ADRA mit der Unterstützung. Über ein gemeinsames Projekt verschiedener ADRA-Länderbüros bekommen 1.620 Familien in Cauayan & Ilog, Bayawan, Manjuyod und Baid auf der Insel Negro Hilfe beim Wiederaufbau ihrer Häuser.

 

Weitere Projekte u.a. mit dem World Food Programm sind in Planung. Unterstützen auch Sie die Arbeit von ADRA auf den Philippinen und helfen Sie den Menschen beim Wiederaufbau.

Eine Spende von beispielsweise 30 Euro versorgt eine Familie mit einer Notunterkunft. 

Jahresrückblick 2021

Wir möchten gern mit Ihnen auf unsere drei wichtigsten Hilfseinsätze im Jahr 2021 zurückblicken:

Zwei neue Gesundheitseinrichtungen im Jemen

In vergangenen Jahr hat ADRA die medizinische Hilfe im Jemen um zwei neue Krankenhäuser erweitert. Somit ist die Anzahl unserer Gesundheitseinrichtungen im Land auf acht gestiegen. Diese  Kliniken sind wichtiger denn je! In den letzten Monaten hat der Konflikt im Bürgerkriegsland an Intensität zugenommen. Aus Sicherheitsgründen mussten sich zu Beginn des Jahres 2021 unsere mobilen Kliniken zurückziehen. Derzeit sind die Krankenhäuser die einzige Versorgungsmöglichkeit für viele Jemenitinnen und Jemeniten. In den Regionen Al Hudaydah, Hajjah, Saada, Abyan und Lahj bieten wir kostenlose medizinische Nothilfe für etwa 660.000 Menschen an. Ungeachtet der gefährlichen Lage setzen wir unsere Arbeit vor Ort fort.  Wir lassen die Menschen im Jemen nicht allein.

Der Westen Deutschlands steht unter Wasser

In der Nacht zum 15. Juli 2021 haben schwere Unwetter in Deutschland große Zerstörung und Leid hinterlassen. Die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat es besonders getroffen. In dieser schweren Zeit steht ADRA Betroffenen zur Seite und das, solange Hilfe gebraucht wird. Wir begleiten sie bei den Aufräumarbeiten und beim Wiederaufbau. Die Hilfsmaßnahmen umfassen drei Phasen: Nothilfe, mittelfristige Hilfe und langfristige Hilfe. 

Haiti: Katastrophenhilfe nach Erdbeben und Tropensturm

Am Morgen des 14. August erschütterte ein schweres Erdbeben den Süden Haitis. Wenige Stunden danach verursachte der Tropensturm „Grace“ starke Regenfälle. Die Schäden und Verluste sind groß: 2.200 Menschen haben ihr Leben verloren, mehr als 12.000 wurden verletzt. Über 120.000 Häuser sind schwer beschädigt oder wurden zerstört. In den ersten Tagen nach der Katastrophe wurden Verletzte im Haiti Adventist Hospital in der Hauptstadt Port-au-Prince medizinisch behandelt. Dank einer engen Zusammenarbeit zwischen ADRA Deutschland, ADRA international und weiteren Partnerbüros konnten 6.000 Menschen mit Essen, Trinkwasser, sanitären Einrichtungen und Notunterkünften versorgt werden.

Unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende!

Effektive Mikroorganismen – Warum wir die kleinen Helfer einsetzen

Die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat im Sommer 2021 verheerenden Schaden angerichtet. Über 180 Menschen haben ihr Leben, Tausende haben ihr Hab und Gut verloren. Unmittelbar nach der Katastrophe begann ADRA Deutschland e.V. im Bündnis Aktion Deutschland Hilft mit der Katastrophenhilfe. Ein Baustein unserer Hilfe für den Wiederaufbau sind die sogenannten Effektiven Mikroorganismen.

Bei Effektiven Mikroorganismen (EM) handelt es sich um eine flüssige Mischung von verschiedenen Bakterien und Pilzen. Sie kommen zum Beispiel in der (Bio-)Landwirtschaft, in der Kosmetik und im Haushalt zum Einsatz. Auch nach Überschwemmungen, Flutkatastrophen und Tsunamis helfen EM gegen Fäulnis, Schimmel und (Fäkal-)Geruch.

Nach dem Hochwasser 2013 an Elbe, Saale und weiteren Flüssen wurden EM an Betroffene ausgegeben. Hier berichten Sie von Ihren Erfahrungen: https://www.youtube.com/watch?v=V-fkbUgY6K4

Effektive Mikroorganismen haben den Vorteil, dass sie kostengünstig, nachhaltig und ökologisch unbedenklich sind. Da sie keine chemischen Anteile haben, kommt es auch nicht zu gesundheitlichen Nebenwirkungen durch ihren Einsatz. Die Nutzung von EM – so berichten uns auch Betroffene – wirkt gegen Gerüche und Schimmel in überfluteten Räumen.

Obwohl die Wirkung in der Katastrophenhilfe nur unzureichend wissenschaftlich belegt ist, heißt es nicht, dass der Einsatz von EM nutzlos wäre. Ganz im Gegenteil. Als Hilfsorganisation mit über 30 Jahren Erfahrung in der internationalen Katastrophenhilfe konnten wir viele positive Effekte durch den Einsatz von EM beobachten: Vermeidung von Krankheiten, Regenerierung der Böden sowie Reduzierung von Gestank und Schimmel.

In der Fluthilfe ist ADRA Deutschland e.V. mit über 80 Projekten aktiv. Wir haben bis jetzt 7,3 Millionen Euro ausgezahlt. Die Effektiven Mikroorganismen sind ein Teil der Fluthilfe und stehen Betroffenen kostenlos zur Verfügung. Die Projektkosten belaufen sich auf 65.795 Euro (0,9 %) der ausgezahlten Hilfen.

Elbe-Hochwasser 2013 Die vordere Fläche wurde mit EM behandelt, die hintere Fläche nicht. EM haben dem Boden bei der Regeneration geholfen.

Für Fragen rund um die Anwendung ist ADRA Deutschland e.V. im Flutgebiet mit zwei EM-Beratern unterwegs. Wir bieten Informationsveranstaltungen, auch digital, an und geben Hinweise zur Nutzung. Einer der Berater, Ernst Hammes, erläutert den Einsatz von Effektiven Mikroorganismen (3:33 Minuten): 

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Bei Effektiven Mikroorganismen (EM) handelt es sich um eine flüssige Mischung von verschiedenen Bakterien und Hefen und Pilzen. Sie kommen zum Beispiel in der (Bio-)Landwirtschaft, in der Kosmetik und im Haushalt zum Einsatz. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig.

Nach der Flutkatastrophe von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat ADRA Deutschland e.V. den Betroffenen EM kostenlos zur Verfügung gestellt. Durch ihren Einsatz wird die Vermehrung und Ausbreitung unerwünschter Bakterien unterdrückt, bis sie schließlich weitgehend verdrängt werden.

Effektive Mikroorganismen werden bei Katastrophen auf der ganzen Welt verwendet. Sie helfen zum Beispiel nach Überschwemmungen, Fluten und Tsunamis dabei Geruch zu bekämpfen und hindern Krankheitserreger bei der Ausbreitung.

In über 140 Ländern kommen EM im Alltag und nach Katastrophen zum Einsatz.

Nach dem Hochwasser 2013 an Elbe, Saale und weiteren Flüssen wurden EM an Betroffene ausgegeben. Hier berichten Sie von Ihren Erfahrungen: https://www.youtube.com/watch?v=V-fkbUgY6K4

EM trägt dazu bei, die Vermehrung und Ausbreitung unerwünschter Mikroorganismen zu unterdrücken, sie schließlich weitgehend zu verdrängen und gleichzeitig die Aktivität und Ausbreitung der vorhandenen nützlichen Mikroorganismen zu unterstützen. Auf die Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen angewendet werden EM auf kontaminierte Flächen aufgetragen um dort unerwünschte Organismen (Fäkalien, Schlamm) zu verdrängen, damit Häuser, Gärten und Landschaften wieder nutzbar werden.

Es gibt spezielle Mikroorganismen, die in der Lage sind, Schäden durch Öl-Kontamination zu beheben und die Natur sukzessive wieder in den annähernden Ausgangszustand zurückzuversetzen. Zu diesen Mikroorganismen gehören erdölabbauende Bakterien, Hefen sowie fadenförmige Pilze, die sich durch eine besondere Enzymausstattung inhärenter Kohlenwasserstoffe, wie sie in Erdölprodukten vorkommen, einer Stoffumwandlung und einem effektiven Abbau unterziehen.
Die Wirksamkeit erdölabbauender Mikroorganismen ist allerdings – wie alle EM – von Umweltfaktoren wie der Umgebungstemperatur abhängig.
Quelle: http://www.laborundmore.com/research/1508,807654/Dr.-Rabea-Sietmann/Zur-Rolle-von-Mikroorganismen-bei-der-Eliminierung-von-Oelverunreinigungen.html

Je nach Grad der Verschmutzung müssen EM mehrmals aufgetragen werden.
EM sind vollständig biologisch abbaubar, ungiftig, frei von chemischen Zusätzen und ohne gentechnische Manipulationen. Die Wirkung wurde in vielen Einsätzen der Katastrophenhilfe gezeigt.

ADRA Deutschland bietet als einzige Hilfsorganisation von Aktion Deutschland Hilft EM an. Begleitend bietet ADRA Infoveranstaltungen an, in denen über Einsatz und Anwendung aufgeklärt wird.

Die Ausgabe von EM wird begleitet durch eine kostenlose Ausgabe/ Verleih von notwendigen Drucksprühgeräten sowie schriftlichen Informationen zur Anwendung.

Die Wirksamkeit Effektiver Mikroorganismen ist in vielen Lebensbereichen wissenschaftlich festgeschrieben und erforscht. In Katastrophenfällen jedoch hat niemand die Zeit und das Geld eine wissenschaftliche Studie in Auftrag zu geben. Die Hilfe steht im Vordergrund. Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Katastrophenhilfe haben wir mit Effektiven Mikroorganismen bereits auf der ganzen Welt gearbeitet.

Nach dem Hochwasser 2013 an Elbe, Saale und weiteren Flüssen wurden EM an Betroffene ausgegeben. Hier berichten Sie von Ihren Erfahrungen: https://www.youtube.com/watch?v=V-fkbUgY6K4