SOS MEDITERRANEE ist zurück im Einsatzgebiet

Nach über fünfmonatiger Zwangspause ist die Ocean Viking, das Rettungsschiff von SOS MEDITERRANEE, zurück im Mittelmeer. Das Schiff wurde im Sommer von italienischen Behörden aufgrund neuer Auslegungen der Sicherheitsanforderungen auf Sizilien festgesetzt und erst kurz vor Weihnachten wieder freigegeben. Momentan ist die Ocean Viking das einzige Rettungsschiff in besagtem Gebiet.

Klaus Vogel, selbst Handelsschifffahrtskapitän, hat vor fünf Jahren die zivile Seenotrettungsorganisation SOS MEDITERRANEE gegründet: „Es ist unmenschlich und skandalös, schutzsuchende Menschen im Mittelmeer wissentlich ertrinken zu lassen. Wir wollen keine derart tödliche europäische Außengrenze. Denn auf dem Mittelmeer wird Recht gebrochen. Das ist inakzeptabel und Europas unwürdig“, sagt Vogel. 

ADRA Deutschland ist Teil eines Konsortiums, das die Arbeit von SOS MEDITERRANEE ideell und finanziell unterstützt.

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Zyklon Yasa: Hat sich die Katastrophenvorsorge auf Fidschi bewährt?

Menschen, die von einer Naturkatastrophe betroffen sind, werden in diesem Jahr kein fröhliches Weihnachtsfest erleben. Aber die Unterstützung aus der ganzen Welt könnte Hoffnung bringen. Während wir uns auf Weihnachten vorbereitet, genießt der südliche Teil der Erdkugel den Sommer, jedoch nicht überall. Die paradiesischen Fidschi-Inseln wurden in der Nacht vom 17. auf 18. Dezember 2020 vom tropischen Wirbelsturm Yasa heimgesucht. Der Zyklon wütete letzte Nacht drei Stunden lang und richtete in Gemeinden verheerende Schäden an.

Durch Katastrophenvorsorge und sorgfältige Planung konnten sich ganze Dörfer in Evakuierungszentren in Sicherheit bringen. ADRA plant, in den nächsten ein bis zwei Tagen Wasser-, Sanitär- und Hygienesets (WASH) an die Familien zu verteilen, gefolgt von einem größeren langfristigen Wiederaufbauprogramm.

Auf Fidschi haben sich verschiedene Hilfsorganisationen und Kirchen, zu einem Netzwerk für Katastrophenvorsorge zusammengeschlossen. Dieser „Church Agency Network for Desaster Operations“ (CANDO) gehören ADRA und mehrere STA-Kirchengemeinden an. Der Zyklon Yasa war vielleicht die erste große Bewährungsprobe der Katastrophenvorsorge.

Unsere Hilfe wurde auch von offizieller Stelle wahrgenommen. Seine Exzellenz Botschafter Sujiro Seam ist Leiter der Delegation der Europäischen Union (EU) für den Pazifik. Und twitterte vor der Katastrophe: „Wir sind schon lange hier in Fidschi, und wir werden noch lange hier in Fidschi sein, was wir brauchen, ist eine Partnerschaft mit zuverlässigen Organisationen, und ich freue mich sagen zu können, dass ADRA eine von ihnen ist„. Das Vertrauen ehr uns und spornt uns an. Auch in der Katastrophe genießt ADRA das Vertrauen der Menschen.

In den nächsten Tagen wird das Ausmaß des Zyklon erst richtig deutlich. Anschließend werden wir die Maßnahmen zur Katastrophenvorsorge erst richtig bewerten und gegebenenfalls anpassen können. Schon heute steht fest, Vorsorge rettet Leben.

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„Und dann hörte ich das schreiende Baby“

Im Jemen fehlt es an allem, außer Gewalt. Durch den Krieg wurden viele Krankenhäuser zerstört und eine vernünftige Behandlung ist nur noch selten möglich. Das hat tödliche Konsequenzen. Umso erfreulicher, wenn gleich zwei Leben gerettet werden, wie uns ein Vater im Jemen berichtete.

„Meine Frau war im neunten Monat schwanger. Als der Geburtstermin näher rückte, stieg bei uns beiden die Nervosität. Was, wenn etwas schief geht? Ich bin ein einfacher Mann ohne viel Geld oder ohne regelmäßiges Einkommen. Als dann schließlich meine Frau in den Wehen lag, kümmerte sich meine Mutter so gut es ging um sie.

Ich wartete angespannt vor der Tür und hoffte.
Plötzlich fing meine schwangere Frau an zu schreien und verlor das Bewusstsein. Meine Mutter war verzweifelt und rief um Hilfe. Ich konnte aber nichts anderes tun, als meine Frau auf den Arm zu nehmen und mit ihr Hilfe zu suchen. Eigentlich wollte ich ins Krankenhaus nach Sana´a, doch wer sollte uns hinbringen? Ich flehte überall um Hilfe. Ein Mann gab uns den Rat in die ADRA Gesundheitsstation zu gehen, die war näher.

Als wir bei ADRA ankamen ging es meiner Frau nicht besser. Ein Arzt und eine Hebamme kümmerten sich sofort um sie. Sie bekam Medikamente und ich hörte, wie die Hebamme sagte, dass meine Frau operiert werden müsse, um ihr Leben und das des Babys zu retten. Ich stimmte einem Kaiserschnitt zu und musste dann warten.

Die Operation dauerte zwei Stunden.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich mich fühlte, als ich mein Baby schreien hörte. Das schönste Geräusch meines Lebens. Die Krankenschwester kam aus dem Kreißsaal und reichte mir das Baby. Mir stiegen Freudentränen in die Augen, als ich sah, dass auch meine Frau wohlauf war!

Ich bin dem Arzt, der Hebamme und all den Freiwilligen so dankbar für ihren Einsatz. Sie haben ihre ganze Arbeit unterbrochen, um das Leben meiner Frau und des Babys zu retten!

Worte sind nicht genug, um all den treuen Menschen zu danken, die sich unermüdlich um die Kranken und Verletzten kümmern.“

ADRA hat einen Schwerpunkt der Arbeit im Jemen auf die Versorgung von Schwangeren und Kleinkindern gelegt. Ihr könnt uns dabei unterstützen, zum Beispiel durch eine Spende in Höhe von € 110: https://adra.de/gift-catalogue/jemen_schwangerschaft/ Wir werden nicht aufhören, uns für die Menschen im Jemen einzusetzen. Bist du dabei?

Große Beteiligung auch im Jahr der Pandemie

Die „Aktion Kinder helfen Kindern!“ fand in diesem Jahr trotz globaler Pandemie statt. Zwar mussten die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer flexibel auf die Corona-Kontakteinschränkungen reagieren, der Empathie für bedürftige und benachteiligte Kinder hat dies aber nicht geschadet. ADRA dankt den kleinen und großen Spender*innen.

„Gestern ging der letzte LKW mit Weihnachtspäckchen auf die Reise. Insgesamt haben die Sammler*innen 26.942 Päckchen gesammelt und damit alle Erwartungen übertroffen. Wir danken ihnen von ganzem Herzen für ihre Großzügigkeit“, sagt Christian Molke, geschäftsführender Vorstand ADRA Deutschland e.V., angesichts des überwältigenden Engagements.

In diesem Jahr liegt die Summe der gesammelten Päckchen unter dem Niveau des Vorjahres. Durch die Corona-Pandemie konnten einige Stadtteil- und Gemeindefeste nicht wie gewohnt stattfinden. Auch mussten sich einige Kindergärten und Schulen aus der Sammlung zurückziehen. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer haben jedoch mit viel Engagement und Eigeninitiative kompensiert, was nur möglich war.

Die Menschen waren froh, etwas Positives zu tun: Päckchen für bedürftige Kinder packen! In den Schulen hatten wir gar nicht damit gerechnet, aber es hieß oft, ‚wegen und trotz Corona machen wir mit! Toll, dass es stattfindet.‘‘ Statement aus Norddeutschland

Parallel dazu haben die Mitarbeiter*innen der ADRA-Zentrale die Transporte in die Zielländer geplant und dabei das Infektionsgeschehen im Auge behalten. „Während wir nach Möglichkeiten suchten, wie wir die Aktion im Jahr der globalen Pandemie durchführen können, haben Kinder, Eltern und Freunde unermüdlich gesammelt. Es ist uns gelungen, fast alle Zielländer zu erreichen und freuen uns über jedes Paket, dass wir ausliefern können. Denn jedes Paket steht für ein Lächeln auf dem Gesicht eines Kindes“, so Michael Weller, kommissarischer Leiter der Aktion.

Sie können die Sammlung weiter unterstützen. Nutzen Sie dazu bitte unser Spendenformular

Mehr über die „Aktion Kinder helfen Kindern!“ erfahren Sie hier: www.kinder-helfen-kindern.org

Covid-19 und Überschwemmungen: ADRA hilft im indischen Bundesstaat Assam

Überschwemmungen kommen in Assam regelmäßig in der Monsunzeit vor. In diesem Jahr ereigneten sich die ersten Hochwasser jedoch ungewöhnlich früh. Wenn es zu Monsunüberschwemmungen kommt, sind mehr als 7 Millionen Menschen in 26 Distrikten mit Leib und Leben bedroht. Die Fluten forderten 133 Todesopfer und in der Folge erkranken die Menschen an dreckigem Trinkwasser, schlechten hygienischen Bedingungen und sie leiden Hunger. Die Corona-Pandemie hat die Lage zusätzlich verschlimmert.

Wir wollen den Menschen helfen

Um den Menschen beizustehen, haben wir gemeinsam mit OXFAM und mit Unterstützung der Europäischen Union ein Nothilfeprojekt ins Leben gerufen. Wir unterstützen sie mit Essen, Notunterkünften und mit Hygieneartikel. Das Projekt richtet sich an fast 100.000 Menschen der ethnischen Minderheiten, alleinerziehende Mütter und Haushalte mit schwangeren bzw. stillenden Müttern.

Wir konnten durch Reinigung, Desinfektion und Chlorierung von 70 Handpumpen 35.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgen. Zusätzlich haben wir 6.000 Haushalte, ca. 36.000 Personen, mit Hygiene-Kits ausgestattet. Um den Hunger zu bekämpfen haben wir 11.600 Menschen (fast 2.000 Haushalte) mit Lebensmittelgutscheinen oder Bargeld versorgt. Insgesamt 800 Haushalten stellten wir Baumaterial mit Planen, Bodenplanen und Moskitonetzen zur Verfügung, damit sie ihre Häuser wieder halbwegs reparieren konnten.

Hierzulande ist der Bundesstaat Assam vor allem für seinen Tee bekannt. Der Schwarztee ist Hauptbestandteil des Ostfriesentees. Denken Sie doch bei Ihrer nächsten Tasse Tee auch einmal an die Menschen in Assam, die jedes Jahr gegen die Wassermassen des Monsuns ankämpfen.

Wir danken unseren Partner*innen vor Ort und der Europäischen Union für die Unterstützung im Dienste der ärmsten Menschen in indischen Bundesstaat Assam.

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„Wir sollten für die Bewohner in Mekelle beten“ – Eskalation der Gewalt in Äthiopien

Der ausgebrochene Konflikt in der Region Tigray, im Norden Äthiopiens, macht uns große Sorgen. Wir hoffen und beten, dass die Menschen dort zum Frieden zurückkehren.

Die Kampftruppen der äthiopische Zentralregierung rücken auf die Regionalhauptstadt Mekelle vor. Dort leben ca. 500.000 Menschen. In Mekelle unterstützt ADRA die Mekelle Adventist School und eine Kinderklinik. Außerdem bildet ADRA junge Äthiopier*innen in der Region zu Solartechniker*innen aus.

Sämtliche Kommunikationsmöglichkeiten wurden gekappt, es gibt keinen Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen oder zu den Menschen in den Projekten.

ADRA Mitarbeiter beten für baldige Beendigung der militärischen Auseinandersetzung und für Frieden.

Sänger Michael Patrick Kelly ist Pate des KiKA Awards 2020

Am 20. November wird der KiKA Award 2020 verliehen. ADRA und die Aktion „Kinder helfen Kindern“ unterstützen den Preis.

„Man merkt, dass Kinder auch ein Herz für andere Kinder haben.“

Der Award wird in vier Kategorien verliehen. Dem Paten der Kategorie „KiKA Kinder für Kinder Award“, dem Sänger Michael Patrick Kelly, konnten wir vorab vier Fragen stellen:

Michael Patrick Kelly ist Pate des „KiKA Kinder für Kinder Award“
(c) Marvin Ströter

1.        Was hat dich motiviert, beim „KiKA Award“ als prominenter Pate mitzumachen?

Ich finde es total schön, Pate für den „KiKA Award“ in der Kategorie „Kinder für Kinder“ sein zu dürfen. Hier werden Kinder ausgezeichnet, die sich für andere, die in Not geraten sind, einsetzen. Man merkt, dass Kinder auch ein Herz für andere Kinder haben. Sie kennen sich untereinander zwar nicht, aber erkennen Situationen, in denen sie sich helfen wollen. Das ist Liebe – und deswegen ist das meine Kategorie!

2.       Du vertrittst die Kategorie KINDER FÜR KINDER-Award. Worauf freust du dich hier am meisten, was sind deine Erwartungen an die Projekte der Kids?

Ich finde es einfach so inspirierend, wenn Kinder aus eigener Initiative Projekte starten, um anderen Kindern zu helfen. Es gibt so viele Projekte, wo Menschen sich für diverse Themen einsetzen. Aber wenn Kinder sich für Kinder einsetzen, obwohl sie ihre Zeit mit Spielen und Freizeit verbringen könnten, zeigt das schon sehr viel Herz und Charakter! Für mich ist das die schönste Kategorie!

3.     Hast du dich aufgrund deiner frühen Popularität auch schon früh in der Öffentlichkeit engagiert?

Meine Eltern waren sehr großzügige Menschen, die sich immer für Leute in Not eingesetzt haben und so bin ich auch groß geworden – das hat mich natürlich sehr geprägt. Ich weiß noch, wie ich als Kind bei einer TV-Show ein Spendenalbum in den Händen hielt und es in die Kamera zeigen sollte. Das war meine erste bewusste Begegnung mit Menschen und vor allem auch Kindern, denen es sehr schlecht geht. In meiner Familie hat man mich immer den „Peace Maker“ genannt, weil ich immer versucht habe, Frieden zu schaffen, wenn Streit war.

4.      Wie könnte auch der KiKA Award mit den Ideen der Kids helfen, unsere Welt ein bisschen besser zu machen?

Sich zu engagieren ist wichtig! Wenn jeder von uns nur ein kleines bisschen Gutes tut, könnten wir eine viel schönere Welt gestalten.


© KiKA

Gemeinsam füreinander da zu sein!

Unter diesem Motto wird am Freitag, dem 20. November um 19:30 Uhr der KiKA Award verliehen. Es handelt sich um einen Kinderpreis, deshalb können sich nur Kinder bewerben und nur Kinder können abstimmen. Wir wünschen den Nominierten alles Gute!

Die Nominierten und weitere Informationen findet ihr unter https://www.kika.de/kika-award/index.html

KiKA ist der Kindersender von ARD und ZDF für Kinder und Jugendliche.