Welttag der Armen am 18. November

Das Leitwort des diesjährigen katholischen Welttages der Armen steht in Psalm 34 Vers 7: „Da rief ein Armer und der Herr erhörte ihn.“ In diesem Bibelwort steckt die Aufforderung an uns, in unserem Umfeld genauer hinzusehen, den Mitmenschen in seiner
Situation anzusehen und der Not des Nächsten zu begegnen.

Die Welt mit Extremen wie Armut und Ungerechtigkeit nicht aus den eigenen Sichtfeld auszublenden, dazu lädt dieser Gedenktag ein. Das Wahrnehmen und Ernstnehmen der Not des anderen und ihr und ihm in Mitmenschlichkeit und Liebe zu begegnen und zu unterstützen, daran sollen wir Menschen uns gegenseitig ermutigen. Damit das Leben in Würde wieder aufgenommen und fortgeführt werden kann. Damit ein Stück Gerechtigkeit wiederhergestellt wird. Durch das persönliche Engagement wird das Mitfühlen sichtbar gemacht. Jeder nach seinen Möglichkeiten. Damit Menschen wieder Hoffen können und ihre Not gelindert wird, dafür setzen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom weltweiten ADRA-Netzwerk ein.
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ADRA setzt sich in verschiedenen Projekten weltweit gegen Armut und ihre Auswirkungen ein. So zum Beispiel auch in

  • Äthiopien: Mit einer Ausbildung im Bereich erneuerbare Energien können sich junge Arbeitslose langfristig ein Einkommen für sich und ihre Familien sichern. >> ZUM PROJEKT
  • Afghanistan: Aufgrund der langanhaltenden Konflikte des Landes sind viele Menschen auf der Flucht und benötigen Nahrungsmittel und Heizmaterialien gegen den eisigen Winter. >> ZUM PROJEKT

ADRA verbessert die Ernährungssituation für Andenbauernfamilien in Peru

Der Anbau von Quinoa und anderen Andenkörnern hat eine lange Tradition. Sie werden seit 6000 Jahren vor allem in Bolivien, Ecuador und Peru angebaut und dienen als Grundnahrungsmittel. Doch auf den Märkten bringen die Körner kaum etwas ein. ADRA verhilft Kleinbauern und ihren Familien in Peru mit umfassenden Maßnahmen zu einer gesunden andenkörner-basierten Ernährung.

Quinoa, Canihua und andere Andenkörner sind kleine Kraftpakete mit wertvollen Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen und essentiellen Aminosäuren. Diese Fuchsschwanzgewächse gehören nicht zu den Getreidesorten und sind daher glutenfrei. Quinoa gehört zu den besten pflanzlichen Eiweißquellen der Welt. Andenkörner wachsen und gedeihen sogar in hochgelegenen Gebieten bis 4200 Metern, auf wenig fruchtbaren Boden sowie bei Hitze und Trockenheit gut. Die spanische Eroberung brachte eine Wende für die Kleinbauern. Sie verboten den Anbau des einheimischen „Teufelszeugs“ und führten Rinderhaltung und Weizenanbau ein. Das empfindliche Ökosystem der Andenregion hielt dem Wandel nicht stand. Die Böden erodierten und die ausgelaugten Felder brachten den Kleinbauern kaum Erträge ein. Für die Wildsorten der Quinoa, die die spanische Conquista überdauerten, gab es keinen Markt. Zudem ist die Verarbeitung sehr aufwändig, denn die Stauden müssen nach der Ernte getrocknet, von Hand ausgeklopft und die Körner herausgelesen werden. Vor dem Verzehr werden die Körner mehrmals gewaschen, um die Bitterstoffe zu entfernen. Eine weitere Schwierigkeit, mit der die Kleinbauern zu kämpfen haben, sind die seit Jahren stärker werdenden Kälteeinbrüche. Hatten die zwei vorherigen Generationen nur alle drei bis viere Jahre Minusgrade zu erwarten, müssen jetzige Bauern jedes Jahr mit Frost rechnen. Ausgelaugte Böden und Frost bringen die Ernten und damit die Versorgung ihrer Familien mit Nahrung und Einkommen in Gefahr.

Nachhaltige und vielfältige Landwirtschaft

Der von ADRA unterstützte Bezirk Caminaca in der peruanischen Region Puno weist eine Armutsrate von 85,8 Prozent auf. 55,9 Prozent der Bevölkerung lebt in extremer Armut. ADRA entwickelt mit 400 Familien Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität der Andenkörnerernte. Das steigert die Menge für den Selbstverbrauch in den Familien und für den Verkauf. Mit höheren Erlösen können die Kleinbauern ihre Familien mit ergänzende Nahrungsmitteln wie Obst oder Fisch versorgen. Verbessertes Saatgut erzeugt eine höhere Qualität der angebauten Produkte und einen höheren Preis auf den Märkten. Gleichzeitig werden die Kapazitäten von kleinbäuerlichen Kooperativen zur Nutzung von Verarbeitungsanlagen gestärkt. Zur Sicherstellung der Bewässerung der Felder in Trockenzeiten werden röhrenförmige solarbetriebene Brunnen aufbereitet. Bei einem funktionierenden Bewässerungssystem können die Kleinbauern zweimal im Jahr ernten. In 12 kleinen Vereinen erhalten Frauen Bildungsangebote, um ihnen Führungsaufgaben zu übertragen. Die Produkte der Andenbauern werden für den Biohandel und Fair Trade-Markt vorbereitet. Insgesamt kommt dieses Projekt 2400 Personen zugute.

 

 Projektlaufzeit: 01.12.17 – 31.05.20

Dieses Projekt wird gefördert durch 

ADRA sichert Lebensgrundlage nach Überflutung

Dominikanische Republik, das sind Palmen, Strand und Traumurlaub. Doch der Karibikstaat wurde im Oktober 2016 von Hurrikan Matthew stark getroffen. Weite Teile des Nordens wurden durch den Wirbelsturm unter Wasser gesetzt, dazu kamen heftige Regenfälle. 20.000 Menschen mussten evakuiert werden und vier Personen verloren ihr Leben. Insgesamt sind 100.000 Bewohner von der Katastrophe betroffen. ADRA leistet Nothilfe in zwei Provinzen.

Die Hurrikan-Saison dauert von Juni bis November. Die Wirbelstürme, die die Karibik treffen, formen sich an der Westküste Afrikas und überqueren dann den Atlantik. Hurrikan Matthew war der schlimmste Wirbelsturm seit zehn Jahren. Mit einer Windgeschwindigkeit von 230 Stundenkilometer traf er die karibischen Inseln. Er brachte nicht nur starke Sturmböen, sondern auch Starkregen, Überschwemmungen und Erdrutsche. Flüsse traten über die Ufer. Straße und Felder wurden überflutet, Bäume und Strommasten knickten um. Häuser wurden abgedeckt und beschädigt, 200 wurden völlig zerstört. Viele Menschen wurden obdachlos, 31 Ortschaften waren von der Außenwelt abgeschnitten. In der Dominikanischen Republik sind 15 von 30 Provinzen betroffen.

ADRA stellt Existenzgrundlage sicher

ADRA unterstützt die Menschen in den Provinzen Maria Trinidas Sanches und Duarte`s Province. Dort gibt es bisher keine Hilfe seitens der Regierung oder von anderen Hilfsorganisationen. Mehr als 100.000 Menschen leben in diesem Gebiet entlang des über die Ufer getretenen Yuna-Flusses, fast ein Drittel ist von den Auswirkungen Matthews betroffen. Sie haben ihr Hab und Gut verloren und auch die Grundlage, ihren Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft, Hauptanbauprodukte in dieser Region sind Reis, Bananen, Yams, Maniok und andere Wurzelgemüse. Matthew hat die Ernten vernichtet. Und damit die Grundnahrungsmittel zum eigenen Gebrauch, aber auch für den Verkauf, um Bargeld erwirtschaften zu können. ADRA sorgt für die Bereitstellung von Nahrungsmitteln, neuem Saatgut und Material für die kommende Aussaat, die Ende Januar beginnt. 250 Familien werden durch dieses Nothilfeprojekt unterstützt, um die Familien zu ernähren und ihre Höfe bald wieder bewirtschaften zu können. Der Zugang zu Smartphones und Internet soll als Kontroll- und Frühwarnsystem zur Verfügung gestellt werden.

 

Projektlaufzeit: 01.12.16 – 31.03.17

Das Projekt wird gefördert durch

Erste Cholerafälle in Haiti – ADRA hilft nach Hurrikan „Matthew“

Nach dem schweren Erdbeben 2010 in Haiti leben viele Einwohner noch immer in Übergangshütten und Zelten. Sie bieten vor starken Stürmen nicht genug Schutz. Hurrikan „Matthew“ sorgte im Herbst 2016 dafür, dass sie evakuiert werden mussten und jetzt in Notunterkünften leben. Doch die Kapazitäten sind knapp. „Matthew“ zerstörte tausende Häuser, Bäume knickten um, Straßen und Felder wurden überflutet. Es fehlt an Unterkünften, Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser. In den südlichen Bezirken Haitis sind ca. 80 Prozent der Brunnen, Wasser- und Sanitäranlagen beschädigt. 67 Prozent der  Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und beziehen dieses aus unsauberen Quellen und Flüssen. Durch die Überschwemmungen wurde ein Großteil der Ernten zerstört. Die Versorgung der Hilfebedürftigen mit Nahrung und medizinischer Hilfe ist schwierig, denn viele Gemeinden sind von der Unterstützung abgeschnitten. Viele Zufahrtsstraßen sind nicht passierbar. Der Mangel an sauberem Wasser und Nahrung führt zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und gibt Anlass zur Sorge. Die Gefahr der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten wie Cholera wächst. Die Erkrankung kann schnell lebensbedrohlich werden, da der Körper viel Flüssigkeit und Mineralstoffe verliert und schnell austrocknet. Das wichtigste, um einen Ausbreitung der Cholera zu verhindern, ist die Versorgung der Bewohner mit sauberem Trinkwasser und die Verbesserung der Abwasserentsorgung.

Ban Ki Moon appelliert an helfende Hände

„Die derzeitige Situation, die derzeitige Katastrophe, die „Matthew“ in diesem Land verursacht hat, ist unbeschreiblich“, so Ban. Der UNO-Generalsekretär traf Mitte Oktober in Haiti zur Visite ein. „Ich fordere alle mit Haiti befreundeten Länder auf, die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, die die Menschen so dringend brauchen“, sagte er in Les Cayes. Genau hier hat ADRA ein Projekt für die betroffenen Kommunen begonnen, um die Trinkwasserversorgung zu stabilisieren und hygienische Vorsorgemaßnahmen zu treffen. An 1.500 Haushalte werden Wasserfilter und Hygieneartikel verteilt. Bei dem Aufbau, der Instandhaltung und dem Management der Wasser- und Sanitäranlagen sind die Gemeinden beteiligt. Außerdem werden Hygieneausbildungen über Risiken und vorbeugenden Maßnahmen durchgeführt. Dieses Projekt sichert 9.000 Haitianern die Trinkwasser- und Sanitärversorgung.

Projektlaufzeit: 01.11.16 – 15.02.17

Dieses Projekt wird gefördert durch: