Zuverlässige Trinkwasserversorgung für Schulzentrum in Kenia

Das Schul- und Rettungszentrum Kajiado in Kenia bietet Mädchen der Massai Schutz vor Zwangsheirat und Genitalverstümmelung. Doch schon mehrere Jahre in Folge ist diese Region stark von Dürreperioden betroffen. Der Bau eines Brunnens sorgt für eine zuverlässige Versorgung mit aufbereitetem Wasser.

Ausgeprägte Trockenzeiten im Osten Kenias führen zu unfruchtbaren Böden und zur Absenkung des Grundwasserspiegels. So auch in dem von ADRA unterstützten Schul- und Rettungszentrum Kajiado. Da der nächstgelegene Brunnen nicht funktionstüchtig ist, war das Zentrum auf mobile Versorgung durch Wassertankwagen angewiesen: eine kostspielige und nicht nachhaltige Angelegenheit. Nach Probebohrungen wurde jedoch ausreichend Grundwasser zur Förderung gefunden und ein eigener Brunnen für das Schul- und Rettungszentrum gebaut.

Nachhaltige Versorgung durch einen Brunnen und Wasserbehandlung

Das Wasser aus dem neuen Brunnen, der mit einer Solarpumpe ausgestattet ist, kann nun zur persönlichen Hygiene, zum Wäschewaschen, für die Schulküche und zur Bewässerung der Felder genutzt werden. Es wird mittels sogenannter Umkehrosmose aufbereitet. Auf diese Weise wird der Salz- und Fluoridwert stark reduziert, was die Wasserqualität und Verträglichkeit steigert; sowohl für den Gebrauch als Trinkwasser als auch für die Bewässerung der Nutzpflanzen.

Projektlaufzeit: 15.09.2018 – 31.12.2018

Dieses Projekt wird gefördert durch 

Brunnenbau in Kenia sichert die Wasserversorgung von 170 Mädchen

Mädchen in Kajiado nach den ersten Bohrmaßnamen.

Das von ADRA unterstützte Schul- und Rettungszentrum Kajiado in Kenia bietet Mädchen der Massai Schutz vor Zwangsheirat und Genitalverstümmelung. Schon mehrere Jahre in Folge ist diese Region stark von Dürreperioden betroffen. Diese führen zu unfruchtbaren Böden und zur Absenkung des Grundwasserspiegels. Gabriele Hansch, Abteilungsleiterin Afrika, berichtet im Interview, wie ein neuer Brunnen die Mädchen stärkt.

Wie kam es zu dem Vorhaben, einen eigenen Brunnen für das Schul- und Rettungszentrum zu bauen?
Wasser ist ein kostbarer Schatz in Afrika und Lebenselixier für Menschen, Tiere und Pflanzen. Bei Gründung des Zentrums in Kajiado wurde ein Brunnen in zu großer Entfernung gebaut, der letztendlich wegen Überlastung schnell funktionsuntüchtig wurde. Seitdem wurde die Schule über mobile Wassertankwagen versorgt. Eine kostspielige Angelegenheit, welche nicht nachhaltig ist und nicht zur Bewässerung von Nutzpflanzungen ausreichte. So entstand der Plan, neue Probebohrungen nach Wasser auf dem Grundstück vorzunehmen. Dieses Vorhaben glückte im März dieses Jahres und es konnte ausreichend Grundwasser zur Förderung gefunden werden. Nun steht der Brunnen und die Schule ist rundum versorgt und kann die Ablaufwasser zur Bewässerung von nahen Maisfeldern nutzen.

Was ändert sich für die jungen Bewohnerinnen des Schul- und Rettungszentrums mit dem Brunnen?
Für die Mädchen ist jetzt ausreichend Wasser vorhanden für die persönliche Hygiene, zum Wäschewaschen, für die Schulküche und zum Bewässern von Nutzpflanzen. Vorher musste der Wasserverbrauch notgedrungen sehr eingeschränkt werden. Die Abhängigkeit von externen Wasserlieferungen hat die Weiterentwicklung und Verbesserung dieser Institution sehr erschwert. Das ist nun vorbei. Die Mädchen können frisches, fließendes Wasser genießen. Es soll nun auch in Kajiado eine Selbstverständlichkeit werden, denn jeder Mensch hat ein Recht auf sauberes Wasser.

Für was genau wird der Brunnen verwendet?
Da der neue Brunnen nur eine genau berechnete Wassermenge pro Tag fördern kann, welche nur für die Versorgung des Zentrums und seiner Bewohnerinnen ausreichend ist, versorgt er exklusive das Schul- und Rettungszentrum in Kajiado und deren Bewohnerinnen. Weitere Nutzer können aber auch aus Sicherheitsgründen nicht berücksichtigt werden, da der Brunnen direkt auf dem Gelände des Schul- und Rettungszentrums mit Internat steht.

Die neue Brunnenanlage liefert Trinkwasser in guter Qualität und das Wasser dient der Körperpflege und Wäschehygiene. Des Weiteren wird die Bewässerung naher Felder und Gemüsegärten ermöglicht, unter Einbezug der Ablauf- und gebrauchten Wasser.  

Afrika im Fokus – Nachhaltigkeit für alle

Mädchen im Schul- und Rettungszentrum Kajiado, Kenia.

Afrika gibt es nur im Plural, denn der zweitgrößte Kontinent ist voller Gegensätze und Vielfalt. ADRA setzt hier einen Schwerpunkt der Arbeit und wirkt im Sinne des sechsten der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Welt im Bereich Wasser und Sanitär. Wie das gelingt, zeigen zwei Beispiele aus dem kenianischen Kajiado sowie aus der Ostprovinz Sambias.

„Niemand soll zurückgelassen werden!“ Dieses Versprechen prägt die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDGs), die sich die UN-Mitgliedstaaten bis zum Jahr 2030 gesetzt haben. Das sechste der 17 Ziele ist zugleich Tätigkeitsfeld von ADRA und strebt an, sicheres Trinkwasser für jeden Menschen gleichermaßen zugänglich zu machen sowie angemessene Sanitärversorgung und Hygieneverhältnisse zur Verfügung zu stellen.

Eine eigene Wasserversorgung für das Schul- und Rettungszentrum in Kenia

Das von ADRA unterstützte Schul- und Rettungszentrum im kenianischen Kajiado bietet Mädchen der Massai Schutz vor Zwangsheirat und Genitalverstümmelung. Schon mehrere Jahre in Folge ist diese Region stark von Dürreperioden betroffen. Nun wurde durch ADRA ein eigener Brunnen für das Schulzentrum gebaut. Denn der alte Brunnen war überlastet und die Mädchen waren von der Versorgung mittels mobiler Wassertankwagen abhängig. „Eine kostspielige Angelegenheit, welche nicht nachhaltig ist und zur Bewässerung von Nutzpflanzen nicht ausreichte“, berichtet Gabriele Hansch, Abteilungsleiterin Programme Afrika. Der Verbrauch musste zuvor notgedrungen sehr eingeschränkt werden – nun stehe ausreichend Wasser für die persönliche Hygiene, zum Wäschewaschen, für die Schulküche und zum Bewässern der Nutzpflanzen zur Verfügung. „Das soll auch in Kajiado eine Selbstverständlichkeit werden, denn jeder Mensch hat ein Recht auf sauberes Wasser“, so Gabriele Hansch weiter.

Sauberes Trinkwasser gegen die Ausbreitung der Cholera in Sambia

Zwei Mädchen in Sambia.

Sauberes Trinkwasser ist auch in Sambia lebenswichtig, und das in mehr als nur einer Hinsicht – denn es legt die Basis für eine Vermeidung von weiteren Cholera-Ansteckungen. Die bakterielle Infektionskrankheit breitet sich schnell über verunreinigtes Wasser aus. Seit deren Beginn im Oktober 2017 sind laut WHO bis Ende Januar 3.635 Menschen in Sambia an Cholera erkrankt und 78 Personen gestorben.  Das ADRA-Büro in Sambia arbeitet eng mit lokalen Koordinierungsstellen zusammen und unterstützt das sambische Ministerium für Gesundheit und Sanitärversorgung. Diese Zusammenarbeit ermöglicht wirkungsvollere Maßnahmen gegen die derzeitige Epidemie. Viele öffentliche Gebäude und Schulen in der Ostprovinz Sambias bleiben wegen unhygienischer Bedingungen der Sanitäranlagen geschlossen. Besonders Mädchen bleiben deshalb der Schule fern, da sie sich während ihrer Menstruation nicht ausreichend versorgen können.

Die lokalen Mitarbeiter von ADRA verschaffen den Menschen mit Brunnenbohrungen Zugang zu sauberem Trinkwasser und installieren zusätzlich Handwaschanlagen. 2.244 Kinder und Jugendliche erhalten Sanitäreinrichtungen an ihren Schulen.

>> ADRA setzt sich in Afrika für das Recht auf Wasser und eine angemessene sanitäre Versorgung ein. Mit Ihrer Spende können Sie ADRA dabei unterstützen! > Zum Online-Spendenformular.

Hygienemaßnahmen und Ausbildung gegen Cholera in Sambia

Seit Beginn der Cholera-Epidemie im Oktober 2017 sind laut WHO bis Ende Januar 2018 in Sambia 3635 Menschen an Cholera erkrankt und 78 Personen gestorben. Cholera breitet sich schnell durch verunreinigtes Wasser aus. ADRA stellt mit seinem Netzwerk in der Ostprovinz Sambias Hygienesets sowie Wassercontainer bereit und führt Hygieneschulungen und Aufklärungseinsätze durch.

Der Binnenstaat Sambia im südlichen Zentralafrika wird durch einen Landzipfel der Demokratischen Republik Kongo in einen südlichen und einen nördlichen Landesteil getrennt. Entlang dieses Länderzipfels verläuft der Copperbelt, ein bedeutendes Kupferabbaugebiet, das die Republik Sambia zum weltweit größten Produkteur und Exporteur von Kupfer macht. Auf einer Gesamtfläche, die mehr als doppelt so groß wie Deutschland ist, leben 70 ethnische Gruppen. ADRA ist seit 13 Jahren in der Ostprovinz tätig, eine von zehn Provinzen der Republik Sambia. Die Region ist ein wichtiger Handelsstandort und Umschlagplatz für die Menschen aus den umliegenden Ländern.

ADRA ist im WASH-Sektor aktiv

Unbehandelt ist Cholera für Alte, Geschwächte und Kinder lebensbedrohlich, da der Körper viel Flüssigkeit verliert und stark austrocknet. Die Ostprovinz Sambias hat die größte Zahl Cholerafälle zu verzeichnen. Die Provinz bildet einen Korridor für die Pendler zwischen Lusaka und Malawi, staatliche Impfkampagnen haben diese Region nicht erreicht. Viele öffentlichen Gebäude und Schulen bleiben wegen unhygienischer Bedingungen der Sanitäranlagen geschlossen.

WASH steht für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene. ADRA ist eine von 20 deutschen Nichtregierungsorganisationen aus der humanitären Not- und Übergangshilfe und der internationalen Entwicklungszusammenarbeit, die sich zu einem WASH-Netzwerk zusammengeschlossen haben. ADRA verschafft den Menschen in Sambia mit Bohrungen Zugang zu sauberem Trinkwasser und installiert Handwaschanlagen. 2244 Schüler erhalten Sanitäreinrichtungen, um die Ausbreitung der Cholera unter Kindern und Jugendlichen zu verhindern. Darüber hinaus verteilt ADRA Hygienekits, Seife und Wasserkanister und führt für 1200 Haushalte WASH-Trainings und Schulungen über Hygiene und die Vermeidung von Krankheiten durch. Das Projekt ist gemeindebasiert, die geförderten Haushalte beteiligen sich eigenverantwortlich an der Umsetzung der Maßnahmen. Insgesamt kommt dieses Projekt 7200 Menschen zugute.

 

Projektlaufzeit: 19.02.18 – 19.05.18

Dieses Projekt wird gefördert durch 

ADRA unterstützt in der anhaltenden Dürre in Somalia

Eine erneute Dürreperiode hat die kritische Situation in Somalia noch verschärft: Hunger und Unterernährung bedrohen die Menschen. Auch Krankheiten wie Cholera und Masern grassieren. ADRA unterstützt die Bevölkerung mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Hygienemaßnahmen.

Die anhaltende Dürre in Somalia hat hunderttausende Menschen dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und in anderen Regionen Somalias oder im benachbarten Äthiopien Zuflucht zu suchen. Im vergangenen Jahr hat sich die Lage erneut verschärft: Die Regenzeit zwischen März und Mai war deutlich trockener als gewöhnlich. In ganz Somalia ist rund ein Drittel weniger Regen heruntergegangen, in den besonders betroffenen Gebieten sogar nur die Hälfte der üblichen Menge. Die Folgen für die Bevölkerung sind dramatisch, da die Nahrungsmittel schon bisher knapp waren. Die Bedrohung durch Hunger und Unterernährung steigt nochmals enorm. In der Bay-Region wird davon ausgegangen, dass die Ernte komplett ausfällt und das Vieh die Dürre nicht überlebt.
Und auch das vorhandene Wasser birgt Gefahren: Durch Verunreinigung können sich Krankheiten ausbreiten. So wurden zum Beispiel bis Mitte des Jahres 2017 rund 51.000 Cholerafälle registriert.

Trinkwasserverteilung und Erweiterung von Brunnen

Um die Menschen in Somalia gegen diese vielfältigen, kritischen Bedrohungen zu stärken, ist ADRA hier in drei Bereichen tätig: in der Versorgung mit Trinkwasser, der Sicherstellung der Ernährung sowie der Verbesserung von Hygieneversorgung und -praktiken.
In den besonders trockenen Monaten zwischen Juli und September wurden rund 10.800 Menschen mittels Gutscheinen täglich mit Trinkwasser versorgt. Ein öffentlicher Brunnen wurde erweitert und mit einem Leitungssystem ausgerüstet, mit dessen Hilfe drei weitere Siedlungen dauerhaft versorgt werden können. Darüber hinaus wurden zehn Brunnen gereinigt, gewartet und Gesundheitsstationen mit Chlor versorgt, damit diese ihr Wasser behandeln können.

Schulungen und Materialien für eine bessere Hygienesituation

Verbesserte Hygienemaßnahmen helfen dabei, die Ausbreitung von Krankheiten wie Cholera und Masern effektiv zu bekämpfen. Aus diesem Grund bildet ADRA 50 Hygienepromoter aus, die gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung Arbeitspläne zum Thema Hygiene ausarbeiten. Diese beinhalten beispielsweise Besuche bei Familien, um wichtiges Wissen zur sicheren Lagerung und Behandlung von Trinkwasser sowie zur Abfallentsorgung weiterzugeben. Durch Radiospots und unterstützendes Informationsmaterial erreicht dieses Thema eine noch größere Anzahl an Haushalten. Hygiene-Sets für Privathaushalte und speziell für Frauen helfen dabei, die gelernten Hygienemaßnahmen umzusetzen.

Lebensmittelversorgung für tausend Haushalte

Im Bereich Ernährung erhalten 1.000 Haushalte monatlich über einen Zeitraum von vier Monaten Gutscheine, mit denen Lebensmittel gekauft werden können. Sie werden darüber hinaus mit Gutscheinen versorgt, die keiner Einschränkung unterliegen, und mit denen eine eventuell noch größere Not als der Mangel an Nahrungsmitteln behoben werden kann.

Im Fokus: besonders bedürftige Personengruppen

Die von ADRA in diesem Projekt unterstützten Menschen sind zum größten Teil Binnenflüchtlinge. Da der humanitäre Bedarf sehr viel größer ist als die zur Verfügung stehenden Mittel, liegt der Fokus auf besonders bedürftigen Personen. Dies sind vor allem Haushalte, die von Frauen oder sogar Kindern geführt werden, Haushalte mit Kindern unter fünf Jahren sowie Schwangere und stillende Mütter.

 

Projektlaufzeit: 01.02.17 – 08.02.18.

 Das Projekt wird gefördert durch 

Denk mal über Wasser nach! Am 22. März ist Weltwassertag

 An diesem internationalen Gedenktag soll dem Thema Wasser besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Warum ist das wichtig? 750 Millionen Menschen leben ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser und 2,4 Milliarden ohne sanitäre Grundversorgung. Weltweit fließen 80 Prozent des Abwassers ungereinigt und ohne Weiternutzung zurück in die Umwelt.

1993 haben die Vereinten Nationen den 22. März zum Weltwassertag ausgerufen. Jedes Jahr gibt es einen neuen Fokus. 2017 werden sich die Veranstaltungen zum Weltwassertag mit dem Themen Abwasser und Abwassernutzung beschäftigen. Bei uns in Deutschland gibt es Wasser im Überfluss. In Afrika südlich der Sahara dagegen herrscht dauerhaft Wasserknappheit. Weltweit hat jeder achte Mensch keinen Zugang zu sauberem Wasser. Derzeit sind 30 Länder der Welt von akutem Wassermangel bedroht. Dabei ist der Zugang zu sauberem Trinkwasser ein Menschenrecht.

Ohne Wasser ist kein Leben möglich

Wasser wird als Trinkwasser für Menschen und Tiere, für die Zubereitung von Speisen und für die Hygiene verwendet. Um Lebensmittel zu erzeugen, benötigen wir Wasser in der Landwirtschaft. In einigen Ländern werden 70 Prozent der Wasserressourcen für die Bewässerung der Felder verbraucht. Wasser in hohen Mengen steckt beispielsweise auch in der Produktion von Rindfleisch (15.000 Liter für 1 Kilogramm), Jeans (8000 Liter für ein Exemplar), Büchern (1650 Liter für einen umfangreichen Roman),) oder Tetra-Pack (4 Liter pro Behälter). Während in den Industrieländern Wasser zum Trinken jederzeit aus den Wasserhähnen und in den Supermärkten verfügbar ist, sieht es in Entwicklungsländern ganz anders aus. Oder können Sie sich vorstellen, Fußmärsche bis zu drei Tagen zurückzulegen und sich Flaschen oder Kanister aus Brunnen oder anderen Quellen abzufüllen? Oder einen offenen Eimer auf dem Kopf vom Brunnen nach Hause zu tragen? In vielen Regionen der Welt ist diese schwere körperliche Arbeit die Aufgabe der Frauen und Mädchen. Sie sind es, die täglich ihre Dörfer mit Wasser versorgen. 

ADRA ist Mitglied im WASH-Netzwerk

ADRA engagiert sich in den Bereichen Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) und ist mit 20 deutschen Nichtregierungsorganisationen aus der humanitären Hilfe Mitglied im WASH-Netzwerk. Das Netzwerk wurde 2011 gegründet und teilt die Vision, allen Menschen zum Recht auf sicheren Zugang zur Wasser- und Sanitärversorgung zu verhelfen. ADRA transportiert in Krisengebieten Trinkwasser mit LKW in die Dörfer und verteilt es an die Bedürftigen. Des Weiteren werden Brunnen und Sanitäranlagen gebaut und Wasseraufbereitungsanlagen zur Verfügung gestellt. Sanitäranlagen reichen von Grubenlatrinen einfachster Ausstattung bis zur Spültoilette. Hierfür ist die Installation eines Abwassersystems mit Leitungen Voraussetzung. Bei fehlenden oder unzureichenden sanitären Anlagen gelangen Fäkalien und Keime schnell ins Trinkwasser. Das Wasser wird verunreinigt und verursacht Krankheiten, die zum Tode führen können. 5.000 Menschen kostet verunreinigtes Wasser täglich das Leben. Eine gute Wasser- und Sanitärversorgung kann Krankheiten vorbeugen und schützt die Umwelt. Wasser ist ein kostbares Gut!

Erste Cholerafälle in Haiti – ADRA hilft nach Hurrikan „Matthew“

Nach dem schweren Erdbeben 2010 in Haiti leben viele Einwohner noch immer in Übergangshütten und Zelten. Sie bieten vor starken Stürmen nicht genug Schutz. Hurrikan „Matthew“ sorgte im Herbst 2016 dafür, dass sie evakuiert werden mussten und jetzt in Notunterkünften leben. Doch die Kapazitäten sind knapp. „Matthew“ zerstörte tausende Häuser, Bäume knickten um, Straßen und Felder wurden überflutet. Es fehlt an Unterkünften, Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser. In den südlichen Bezirken Haitis sind ca. 80 Prozent der Brunnen, Wasser- und Sanitäranlagen beschädigt. 67 Prozent der  Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und beziehen dieses aus unsauberen Quellen und Flüssen. Durch die Überschwemmungen wurde ein Großteil der Ernten zerstört. Die Versorgung der Hilfebedürftigen mit Nahrung und medizinischer Hilfe ist schwierig, denn viele Gemeinden sind von der Unterstützung abgeschnitten. Viele Zufahrtsstraßen sind nicht passierbar. Der Mangel an sauberem Wasser und Nahrung führt zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und gibt Anlass zur Sorge. Die Gefahr der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten wie Cholera wächst. Die Erkrankung kann schnell lebensbedrohlich werden, da der Körper viel Flüssigkeit und Mineralstoffe verliert und schnell austrocknet. Das wichtigste, um einen Ausbreitung der Cholera zu verhindern, ist die Versorgung der Bewohner mit sauberem Trinkwasser und die Verbesserung der Abwasserentsorgung.

Ban Ki Moon appelliert an helfende Hände

„Die derzeitige Situation, die derzeitige Katastrophe, die „Matthew“ in diesem Land verursacht hat, ist unbeschreiblich“, so Ban. Der UNO-Generalsekretär traf Mitte Oktober in Haiti zur Visite ein. „Ich fordere alle mit Haiti befreundeten Länder auf, die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, die die Menschen so dringend brauchen“, sagte er in Les Cayes. Genau hier hat ADRA ein Projekt für die betroffenen Kommunen begonnen, um die Trinkwasserversorgung zu stabilisieren und hygienische Vorsorgemaßnahmen zu treffen. An 1.500 Haushalte werden Wasserfilter und Hygieneartikel verteilt. Bei dem Aufbau, der Instandhaltung und dem Management der Wasser- und Sanitäranlagen sind die Gemeinden beteiligt. Außerdem werden Hygieneausbildungen über Risiken und vorbeugenden Maßnahmen durchgeführt. Dieses Projekt sichert 9.000 Haitianern die Trinkwasser- und Sanitärversorgung.

Projektlaufzeit: 01.11.16 – 15.02.17

Dieses Projekt wird gefördert durch: