Am 19. August ist Welttag der Humanitären Hilfe

Humanitäre Helfer stehen Menschen in Not tagtäglich zur Seite und riskieren dabei mitunter ihr Leben. Sie setzen sich nach Katastrophen verschiedenster Art für die Betroffenen ein, um deren Überleben zu sichern. Der Welttag der Humanitären Hilfe, der am 19. August gefeiert wird, ehrt diesen außerordentlichen Einsatz und erinnert an die Helfer, die dabei ihr Leben verloren haben.

Humanitäre Hilfe bezieht sich im Gegensatz zu langfristig laufenden Projekten auf spontan eintretende Notsituationen. Naturkatastrophen wie Wirbelstürme, Waldbrände oder Tsunamis können Auslöser einer solchen Notsituation sein, aber auch politische Konflikte rufen Katastrophen in Form von Kriegen hervor. Manchmal sind es lebensbedrohliche Krankheiten, die sich rapide verbreiten.

In diesen Momenten kommen Humanitäre Helfer ins Spiel. Sie sind meistens die Ersten vor Ort. Mit Notfallnahrung und provisorischen Unterkünften kämpfen die Helfer mit den Betroffenen um ihr Leben und setzen sich, soweit die Situation es zulässt, auch für das mentale Wohl der Menschen ein. Dafür riskieren sie einiges. Im Jahr 2017 wurden 313 Helfer Opfer von Gewalt, fast die Hälfte von ihnen kam dabei ums Leben.

Ein Beispiel ist Afghanistan, wo aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen im Land Tausende von Menschen die Flucht ergreifen mussten. Da es immer mehr Binnenflüchtlinge gibt, müssen diese in Notunterkünften leben und leiden unter Hunger und Durst. Außerdem bekommen sie keinen Schutz vor der Kälte, was in Bamyan, der ärmsten Region des Landes mit einer Kälte von -25°C eine große Gefahr darstellt. Um die Situation zu entschärfen, hat ADRA den Menschen in den vergangenen Jahren jeden Winter Heizmaterial sowie Brennholz und Steinkohle zur Verfügung gestellt; außerdem noch synthetische Decken, die eine wärmende Wirkung haben. Auch die Basisnahrungsmittel werden zur Verfügung gestellt, sodass regelmäßige Mahlzeiten wieder möglich sind.

Auch in der Ostukraine sind die Nothelfer von ADRA im Einsatz. Seit mehr als drei Jahren leiden die Menschen dort unter kriegerischen Auseinandersetzungen. Viele Häuser sind beschädigt oder vollzählig zerstört und auch die Infrastruktur hat Schaden genommen. ADRA hilft in den Regionen Donezk und Luhansk mit Reparatur- und Nothilfemaßnahmen. Diese beinhalten zum Beispiel die Instandsetzung und Kälteisolierung von Wohnhäusern, die Versorgung mit Heizmaterial sowie psychologische Unterstützung bei der Überwindung von Kriegserlebnissen.

Katastrophen passieren überall auf der Welt und können jederzeit auftreten. In solchen Situationen sind viele Menschen auf Humanitäre Hilfe angewiesen. Durch Unterstützung in Form von Spenden konnte es möglich gemacht werden, vor Ort bedarfsgerecht und schnell den betroffenen Menschen zu helfen. Vielen Dank dafür!

 

>> Überall auf der Welt benötigen Menschen in Krisensituationen Humanitäre Hilfe. Unter dem Stichwort „KATASTROPHENHILFE“ kommt Ihre Spende überall dort an, wo sie in Notsituationen benötigt wird. >> Zum Spendenformular

Verbesserte Lebensgrundlagen durch Umweltschutz und erneuerbare Energien

Licht aus Wasserkraft

Für die ethnischen Minderheiten in den abgelegenen Gebieten des Bao Lac Distrikts in den Bergen Vietnams dienen die natürlichen Ressourcen als Lebensgrundlage. Deren Produktivität ist von den Wetter- und Klimabedingungen abhängig – doch besonders Vietnam bekommt die Folgen des weltweiten Klimawandels immer mehr zu spüren. Die Bewohner des Landes sind mit regelmäßig extremen Wetterphänomenen konfrontiert. Mithilfe von klimaresistenter Landwirtschaft und dem Einsatz erneuerbarer Energien hilft ADRA den Betroffenen, ihre Lebensgrundlagen zu verbessern.

Weil sie zu den ethnischen Minderheiten des Landes gehören und es ihnen an Möglichkeiten fehlt, ihre Situation zu verbessern, leben die Bewohner der nördlichen Bergregionen Vietnams meist in Armut. Durch ihre ethnische Zugehörigkeit haben sie kaum Zugang zu Bildung, zum Markt oder formellen Finanzdienstleistungen. Diese Umstände zwingen sie, in die entferntesten ländlichen Gebiete zu ziehen, die wiederum am stärksten vom Klimawandel betroffen sind.

Die Menschen im Bao Lac Distrikt verfügen nur über begrenzte Anbauflächen und wenige Wasserquellen. Für ihren Lebensunterhalt sind sie auf Viehzucht und Landwirtschaft angewiesen. Deren Erträge sind stark abhängig vom Wetter und den herrschenden Klimabedingungen. Wetterextreme zerstören jedoch häufig die komplette Ernte und auch die Wohnhütten der Menschen. Jedes Jahr kommt es beispielsweise zu Überschwemmungen und Erdrutschen, die den Verlust von Ackerland nach sich ziehen. Da sich die Ackerflächen der Bewohner der Bergregionen an Steilhängen befinden und nicht in Terrassenform angelegt werden, wird der Boden schneller ausgewaschen und das Risiko von Erdrutschen und dem damit verbundenen Verlust von Ackerland verstärkt. Das führt vermehrt zu Brandrodungen und dem Niedergang des Waldbestandes, weil neue Anbauflächen gewonnen werden müssen.

Einsatz von Biogas

Um den Lebensunterhalt der Menschen nachhaltig zu sichern und gleichzeitig die Umwelt zu schützen, setzt das Projekt von ADRA auf die Förderung klimaresistenter Landwirtschaft und erneuerbarer Energien. Hierzu zählen Trainings zu klimaresistenten Agrartechniken wie Wiederaufforstung, Terrassenanbau, biologischer Landwirtschaft und tierischer Abfallwirtschaft. Im Zuge der Wiederaufforstung sollen Baumsetzlinge dafür sorgen, die Emission aus Entwaldung und Waldschädigung zu reduzieren.
Da die Bewohner des Distrikts über offenem Feuer kochen, leiden viele von ihnen wegen des aufsteigenden Qualms an gesundheitlichen Problemen. In Form von Biogas, das zum Kochen verwendet werden kann, hilft ADRA, das bestehende Gesundheitsrisiko zu verringern. Diese effektive Nutzung von Energie kommt auch der Umwelt zugute. Die meisten der Bewohner besitzen eigenes Vieh, sodass sie aus dessen Abfällen genügend Einsatzstoffe für die Biogasanlagen zur Verfügung haben. Außerdem wird damit den Frauen das Schleppen von schwerem Brennholz erspart. Als Nebenprodukt der Biogasanlage wird ein natürlicher Dünger produziert, der als Alternative zu chemischen Düngemitteln in der Landwirtschaft eingesetzt werden kann.

Wasserkraft nutzen

Durch den Einsatz von Wasserkraftgeneratoren sorgt ADRA dafür, dass die Familien mit Elektrizität versorgt werden. So können Kinder auch abends noch für die Schule lernen. Die Erwachsenen bekommen durch Fernsehen oder Radio Zugang zu Informationen, die für den Ackerbau und die Viehzucht relevant sind. In Trainings erhalten die Bewohner des Distrikts wichtige Informationen zum sicheren Umgang mit Elektrizität. Durch den gewonnenen Strom können auch andere elektronische Geräte betrieben werden, die den Alltag der Menschen erleichtern. Darüber hinaus ist es so möglich, ihre Hütten mit Licht zu versorgen und bei verschiedensten Aktivitäten gemeinsam Zeit zu verbringen – das fördert sie Gemeinschaft innerhalb der Familie und auch des Dorfes.

Projektlaufzeit: 01.07.17 – 30.06.20

ADRA sichert Lebensgrundlage nach Überflutung

Dominikanische Republik, das sind Palmen, Strand und Traumurlaub. Doch der Karibikstaat wurde im Oktober 2016 von Hurrikan Matthew stark getroffen. Weite Teile des Nordens wurden durch den Wirbelsturm unter Wasser gesetzt, dazu kamen heftige Regenfälle. 20.000 Menschen mussten evakuiert werden und vier Personen verloren ihr Leben. Insgesamt sind 100.000 Bewohner von der Katastrophe betroffen. ADRA leistet Nothilfe in zwei Provinzen.

Die Hurrikan-Saison dauert von Juni bis November. Die Wirbelstürme, die die Karibik treffen, formen sich an der Westküste Afrikas und überqueren dann den Atlantik. Hurrikan Matthew war der schlimmste Wirbelsturm seit zehn Jahren. Mit einer Windgeschwindigkeit von 230 Stundenkilometer traf er die karibischen Inseln. Er brachte nicht nur starke Sturmböen, sondern auch Starkregen, Überschwemmungen und Erdrutsche. Flüsse traten über die Ufer. Straße und Felder wurden überflutet, Bäume und Strommasten knickten um. Häuser wurden abgedeckt und beschädigt, 200 wurden völlig zerstört. Viele Menschen wurden obdachlos, 31 Ortschaften waren von der Außenwelt abgeschnitten. In der Dominikanischen Republik sind 15 von 30 Provinzen betroffen.

ADRA stellt Existenzgrundlage sicher

ADRA unterstützt die Menschen in den Provinzen Maria Trinidas Sanches und Duarte`s Province. Dort gibt es bisher keine Hilfe seitens der Regierung oder von anderen Hilfsorganisationen. Mehr als 100.000 Menschen leben in diesem Gebiet entlang des über die Ufer getretenen Yuna-Flusses, fast ein Drittel ist von den Auswirkungen Matthews betroffen. Sie haben ihr Hab und Gut verloren und auch die Grundlage, ihren Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Die meisten Menschen leben von der Landwirtschaft, Hauptanbauprodukte in dieser Region sind Reis, Bananen, Yams, Maniok und andere Wurzelgemüse. Matthew hat die Ernten vernichtet. Und damit die Grundnahrungsmittel zum eigenen Gebrauch, aber auch für den Verkauf, um Bargeld erwirtschaften zu können. ADRA sorgt für die Bereitstellung von Nahrungsmitteln, neuem Saatgut und Material für die kommende Aussaat, die Ende Januar beginnt. 250 Familien werden durch dieses Nothilfeprojekt unterstützt, um die Familien zu ernähren und ihre Höfe bald wieder bewirtschaften zu können. Der Zugang zu Smartphones und Internet soll als Kontroll- und Frühwarnsystem zur Verfügung gestellt werden.

 

Projektlaufzeit: 01.12.16 – 31.03.17

Das Projekt wird gefördert durch

Erste Cholerafälle in Haiti – ADRA hilft nach Hurrikan „Matthew“

Nach dem schweren Erdbeben 2010 in Haiti leben viele Einwohner noch immer in Übergangshütten und Zelten. Sie bieten vor starken Stürmen nicht genug Schutz. Hurrikan „Matthew“ sorgte im Herbst 2016 dafür, dass sie evakuiert werden mussten und jetzt in Notunterkünften leben. Doch die Kapazitäten sind knapp. „Matthew“ zerstörte tausende Häuser, Bäume knickten um, Straßen und Felder wurden überflutet. Es fehlt an Unterkünften, Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser. In den südlichen Bezirken Haitis sind ca. 80 Prozent der Brunnen, Wasser- und Sanitäranlagen beschädigt. 67 Prozent der  Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und beziehen dieses aus unsauberen Quellen und Flüssen. Durch die Überschwemmungen wurde ein Großteil der Ernten zerstört. Die Versorgung der Hilfebedürftigen mit Nahrung und medizinischer Hilfe ist schwierig, denn viele Gemeinden sind von der Unterstützung abgeschnitten. Viele Zufahrtsstraßen sind nicht passierbar. Der Mangel an sauberem Wasser und Nahrung führt zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und gibt Anlass zur Sorge. Die Gefahr der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten wie Cholera wächst. Die Erkrankung kann schnell lebensbedrohlich werden, da der Körper viel Flüssigkeit und Mineralstoffe verliert und schnell austrocknet. Das wichtigste, um einen Ausbreitung der Cholera zu verhindern, ist die Versorgung der Bewohner mit sauberem Trinkwasser und die Verbesserung der Abwasserentsorgung.

Ban Ki Moon appelliert an helfende Hände

„Die derzeitige Situation, die derzeitige Katastrophe, die „Matthew“ in diesem Land verursacht hat, ist unbeschreiblich“, so Ban. Der UNO-Generalsekretär traf Mitte Oktober in Haiti zur Visite ein. „Ich fordere alle mit Haiti befreundeten Länder auf, die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, die die Menschen so dringend brauchen“, sagte er in Les Cayes. Genau hier hat ADRA ein Projekt für die betroffenen Kommunen begonnen, um die Trinkwasserversorgung zu stabilisieren und hygienische Vorsorgemaßnahmen zu treffen. An 1.500 Haushalte werden Wasserfilter und Hygieneartikel verteilt. Bei dem Aufbau, der Instandhaltung und dem Management der Wasser- und Sanitäranlagen sind die Gemeinden beteiligt. Außerdem werden Hygieneausbildungen über Risiken und vorbeugenden Maßnahmen durchgeführt. Dieses Projekt sichert 9.000 Haitianern die Trinkwasser- und Sanitärversorgung.

Projektlaufzeit: 01.11.16 – 15.02.17

Dieses Projekt wird gefördert durch: 

Hochwasserhilfe in Hessen und Baden-Württemberg

Im Frühjahr überfluteten Wassermassen ganze Ortschaften in Hessen und Baden-Württemberg und zerstörten die Existenzen vieler Menschen.

Mit diesem Projekt hilft ADRA denjenigen Familien, die aufgrund eines fehlenden Versicherungsschutzes die Trocknungskosten des eigenen Gebäudes nicht selbst tragen können. Hierfür stellt ADRA eigene Bautrockner inklusive Trocknungsservice zur Verfügung. Die Trockner bleiben solange im Einsatz, bis die Wände keine Feuchtigkeit mehr abgeben. Das kann bis zu acht Wochen dauern. Wenn Haushalte bereits Firmen mit der Trocknung der eigenen Räumlichkeiten beauftragt haben, beteiligt sich ADRA anteilig an den Kosten.

Um das Risiko zukünftiger Hochwasser zu senken, installiert ADRA außerdem Rückstauverschlüsse in Gebäuden bedürftiger Haushalte. Diese Rückstauverschlüsse können das Überfluten von Gebäuden durch die Kanalisation verhindern.

Mit diesem Projekt wird zirka 50 hochwassergeschädigten Haushalten in Hessen und Baden-Württemberg ohne Versicherungsschutz geholfen.

Projektlaufzeit: 15.06.16 – 15.12.16

Dieses Projekt wird gefördert durch 

Katastrophenvorsorge in von Erdbeben betroffenen Gebieten Nepals

Vor über einem Jahr wurde Nepal vom schwersten Erdbeben seit 80 Jahren erschüttert. Das Beben sowie die Nachbeben führten zu zahlreichen Todesopfern. Tausende verloren ihre Existenz. Weil Nepal weiterhin ein Hochrisikogebiet für Erdbeben bleibt, führt ADRA ein Projekt zur Katastrophenvorsorge durch. Die Widerstandsfähigkeit der Betroffenen gegenüber Katastrophen wird hierdurch gestärkt.

Die Auswirkungen des Bebens vom 25. April 2015 mit mehreren Nachbeben sind immer noch sichtbar. Straßen sind unpassierbar und Häuser unbewohnbar. Mehr als 9000 Menschen kamen ums Leben und über 200.000 wurden verletzt. Häuser und öffentliche Gebäude zerstört oder stark beschädigt. Die Zerstörung von sanitären Anlagen fördert eine schnelle Ausbreitung von Infektionskrankheiten. Zudem ist Nepal in den Sommermonaten Juni bis Anfang Oktober von starken Überschwemmungen und Erdrutschen bedroht. Dann ist Monsunzeit. Dies erschwert zusätzlich den Zugang zu medizinischen Einrichtungen und Schulen.

ADRA führt Katastrophenvorsorgeprogramme durch

Durch die Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten fördert ADRA die lokale Bevölkerung, Vorsorgemaßnahmen für erneute Katastrophen zu entwickeln. In den Distrikten Kavre und Dhading werden an 35 Schulen Seminare und Workshops für Lehrer, Schüler und Eltern durchgeführt. Im Krisenfall sollen hier erarbeitete und trainierte Abläufe und Maßnahmen effektiv umgesetzt werden. Die Lerninhalte sind umfassend: Wie werden Evakuierungspläne schnell eingeleitet, Schutzvorrichtungen für Menschen, Ernten und das Vieh errichtet? Wie können in Risikoregionen Bewässerungssysteme, Viehhaltung und Landwirtschaft verbessert werden? Wie wird die Wasser- und Sanitärversorgung im Notfall sichergestellt? Schulungen zu Hygiene- und Erste-Hilfe-Maßnahmen sollen sich schnell ausbreitende Krankheiten verhindern.

Durch dieses Projekt wird die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung erhöht. Die Menschen werden befähigt, durch geübtes Krisenmanagement schnell reagieren zu können. So werden die Auswirkungen von Naturkatastrophen minimiert. Insgesamt 15.000 Haushalten kommt dieses Projekt zugute.

 

 Projektlaufzeit: 01.04.16 – 30.03.18

Das Projekt wird gefördert durch