Welttag der Alphabetisierung

Am 8. September ist Weltalphabetisierungstag. Dieser Tag wurde schon 1965 von der UNESCO ins Leben gerufen und soll an die Bedeutung von Alphabetisierung und Bildung erinnern. Denn der Zugang zu Bildung ist vor allem in Entwicklungsländern immer noch ein Privileg. Aber auch in Deutschland steigt die Analphabetenrate wieder an.

Zugang zu Bildung ist ein Menschenrecht. Doch laut des Weltbildungsberichtes 2015 der UNESCO können weltweit 781 Millionen Jugendliche und Erwachsenen nicht lesen und schreiben. Die meisten Analphabeten leben in Entwicklungsländern als primäre Analphabeten, die keine Schule besuchen konnten. Zwei Drittel davon sind Frauen und Mädchen. Vor allem in Afrika bleibt ihnen der Zugang zu Bildung verwehrt. In Deutschland gibt es rund 7,5 Millionen sogenannte funktionale Analphabeten. Sie können nur einzelne Sätze und Wörter lesen und schreiben. Das betrifft jeden siebten Erwerbstätigen.

1965 fand die UN Weltkonferenz zur Beseitigung des Analphabetentums in Teheran statt. Der Weltalphabetisierungstag wurde anschließend von der UNESCO ins Leben gerufen, um jährlich Alphabetisierung und Bildung in den Fokus zu rücken. Die Analphabetenrate eines Landes ist Indikator für das Bildungsniveau. Diese Quote hat Einfluss auf den Entwicklungsgrad der Nation, den Human Development Index (HDI). Ohne Bildung gibt es keine Entwicklung des Einzelnen und der Gesellschaft. Sie ist Voraussetzung für ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben. Besonders von Analphabetismus betroffen sind Menschen in Ägypten, Bangladesch, Brasilien, China, Indien, Indonesien, Mexiko, Nigeria und Pakistan. Allein in Indien leben 37 % der weltweiten Analphabeten.

Der UNESCO Weltbildungsbericht 2015 zeigt leichte Fortschritte auf

Positiv ist eine immerhin leichte Verbesserung der Geschlechtergleichstellung beim Zugang zur Bildung. Auch setzen einige Regierungen das Thema Bildung und Bildungsqualität stärker in den Fokus. Trotzdem wurde das Ziel „Bildung für alle“ bis 2015, eines der sogenannten Millennium Development Goals, nicht erreicht.

Weil Bildung der Schlüssel zu nachhaltigem Fortschritt ist, setzt sich ADRA  weltweit dafür ein, dass Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zur Schule gehen und eine Ausbildung absolvieren können. Bildung schafft mündige Bürger, die sich für ihre Rechte einsetzen und Strategien zur Verhinderung von Konflikten und Gewalt entwickeln. Bildung schafft Zukunftsperspektiven. Alphabetisierung ist der erste Schritt.