Am 20.06. ist Weltflüchtlingstag. Meine Motivation für die Flüchtlingsarbeit

Es hat mein Herz berührt, als ich 2015 im Fernsehen die Bilder der langen Flüchtlingstrecks mit tausenden müden, ausgezehrten Menschen gesehen habe. Wie musste das sein, aus Angst und Verzweiflung seine Heimat, die Familie, das ganze bisherige Leben hinter sich zu lassen und in ein fremdes Land zu kommen?

Ich habe selbst zwei erwach-sene Kinder und habe gerade in den jungen Männern meinen eigenen Sohn gesehen. Was, wenn er in solch eine Situation käme? Was würde ich mir dann für ihn erhoffen? So war es mein Wunsch, ihnen das Ankommen zu erleichtern und in praktischen Alltagsfragen zu helfen, aber in erster Linie, wenigstens einigen von ihnen mein eigenes Zuhause zu öffnen, als einen Ort, an dem sie immer willkommen sind.
In einer Zeit, in der mehr und mehr globale Krisen Menschen dazu zwingen zu fiehen, möchten wir gemeinsam ein
Zeichen der Solidarität setzen und unterstützen die Arbeit für Geflüchtete.

ADRA unterstützt die Einsätze der
Seenotrettungsorganisation SOS
MEDITERRANEE. Für uns als christliche
Hilfsorganisation ist das Retten von
Menschenleben ein Gebot der
Menschlichkeit.

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SOS MEDITERRANEE ist zurück im Einsatzgebiet

Nach über fünfmonatiger Zwangspause ist die Ocean Viking, das Rettungsschiff von SOS MEDITERRANEE, zurück im Mittelmeer. Das Schiff wurde im Sommer von italienischen Behörden aufgrund neuer Auslegungen der Sicherheitsanforderungen auf Sizilien festgesetzt und erst kurz vor Weihnachten wieder freigegeben. Momentan ist die Ocean Viking das einzige Rettungsschiff in besagtem Gebiet.

Klaus Vogel, selbst Handelsschifffahrtskapitän, hat vor fünf Jahren die zivile Seenotrettungsorganisation SOS MEDITERRANEE gegründet: „Es ist unmenschlich und skandalös, schutzsuchende Menschen im Mittelmeer wissentlich ertrinken zu lassen. Wir wollen keine derart tödliche europäische Außengrenze. Denn auf dem Mittelmeer wird Recht gebrochen. Das ist inakzeptabel und Europas unwürdig“, sagt Vogel. 

ADRA Deutschland ist Teil eines Konsortiums, das die Arbeit von SOS MEDITERRANEE ideell und finanziell unterstützt.

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Menschen sterben im Mittelmeer!

Das Mittelmeer ist eine der gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Und eine der tödlichsten dazu. Laut Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) ertrinken täglich sechs Menschen. Sie sind auf der Flucht vor Gewalt, Folter und Krieg im eigenen Land.

Die humanitäre Lage im zentralen Mittemeer verschlechtert sich dramatisch, denn derzeit werden fast alle zivilen Seenotrettungsschiffe im Mittelmeer an ihrem Einsatz gehindert. Laut einer gemeinsamen Pressemitteilung von Sea-Eye, Sea-Watch und SOS MEDITERRANEE Deutschland vom 4. August werden alle Hilfsorganisationen zum wiederholten Mal „mit fadenscheinigen Begründungen am Auslaufen gehindert, um das Anlanden von Geretteten in Europa mit allen Mitteln zu verhindern“. Aufgeführt werden beispielsweise angebliche technische Mängel und die Überschreitung der zulässigen „Passagierzahl“. Dabei geht es hier nicht um Passagiere, sondern um Menschen, die aus Seenot vor dem Ertrinken gerettet werden. Diese lebensrettenden Einsätze werden regelmäßig blockiert. Nach internationalem Seerecht ist die Rettung Ertrinkender jedoch Pflicht. Nach der Charta der Grundrechte der EU hat „jeder Mensch das Recht auf Leben“ und jeder Schiffbrüchige hat das Recht, in einen sicheren Hafen gebracht zu werden. „Es ist offensichtlich, dass die italienischen Behörden in den vergangenen Monaten angebliche Sicherheitsmängel vorgeschoben haben, um die zivilen Rettungsschiffe vom Mittelmeer zu verdrängen“, sagt Verena Papke, Geschäftsführerin von SOS MEDITERRANEE. Derzeit ist kein ziviles Rettungsschiff im Einsatz.

Rettung von Menschenleben nicht blockieren

Am 22. Juli wurde die Ocean Viking, das Rettungsschiff der zivilen Seenotrettungsorganisation SOS MEDITERRANEE, nach einer elfstündigen Inspektion von den italienischen Behörden festgesetzt. In der Corona-Pandemie erklärten im April Italien und Malta ihre Häfen als nicht sicher. „Es ist schlimm genug, dass die EU die Rettung von Menschen in Seenot nicht wirklich organisiert. Die zivilen Rettungsschiffe auch noch lahmzulegen, damit keine Geflüchteten in Europa ankommen, ist aus humanitärer Sicht ein Skandal. Seit 2014 sind über 20.000 Menschen im Mittelmeer ertrunken und auch jetzt ertrinken Menschen auf dem Mittelmeer, deren Tod zivile Seenotretter*innen hätten verhindern können“, kritisiert Manuela Roßbach, geschäftsführende Vorständin vom Katastrophenbündnis „Aktion Deutschland Hilft“.

ADRA unterstützt seit 2015 die europäische Nichtregierungsorganisation SOS MEDITERRANEE. Der Schutz von Leben und die Rettung Schiffbrüchiger ist ein humanitäres und christliches Gebot. Insgesamt 31.799 Kinder, Frauen und Männer konnten bisher von SOS MEDITERRANEE gerettet werden.

Rette mit uns Leben und spende unter dem Spendenstichwort „Seenotrettung“. Danke! >> zum Spendenformular

ADRAdirekt zur Seenotrettung: Flucht über das Mittelmeer

Das Mittelmeer ist eine der
tödlichsten Fluchtrouten der Welt. Für ADRA ist Seenotrettung ein humanitäres
Gebot. David Starke, Geschäftsführer von SOS MEDITERRANEE, berichtet in der
Sendung über den Einsatz im Mittelmeer, die Situation in Libyen und wie schwierig
sich die Suche nach einem sicheren Hafen gestaltet. Das und noch viel mehr
berichtet David im Gespräch mit Julia Schmitz in der Sendung ADRAdirekt. Die
Erstausstrahlung fand am 20. Januar im Hope TV statt.

ADRAdirekt vom 20. Januar 2020

Die gesamte Sendung ist auf
YouTube abrufbar:  https://youtu.be/9AhC0FUwDUg

Spendenstichwort „Seenotrettung“

Erfahrt mehr über den Einsatz auf
dem Mittelmeer unter www.adra.de/seenotrettung

SOS MEDITERRANEE und ADRA Deutschland: Seenotrettung als humanitäres Gebot

Das Mittelmeer ist die gefährlichste Fluchtroute der Welt. Im Jahr 2019 sind mindestens 743 Menschen auf der Flucht über das zentrale Mittelmeer gestorben. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer viel höher ist, da nicht jedes Unglück auf dem Mittelmeer entdeckt wird.

Wir wollen uns damit nicht abfinden! Deshalb unterstützt ADRA Deutschland den Rettungseinsatz von SOS MEDITERRANEE auf dem Mittelmeer und bittet um Spenden, damit Menschenleben gerettet werden. Im vergangenen Jahr konnten 1.373 Menschen aus Seenot gerettet werden.

ADRAdirekt zur Seenotrettung
David Starke ist Geschäftsführer von SOS MEDITERRANEE. Er berichtet uns über den Einsatz, die Situation in Libyen und wie schwierig sich die Suche nach einem sicheren Hafen gestaltet. Das und noch viel mehr berichtet David im Gespräch mit Julia Schmitz in der Sendung ADRAdirekt am Montag, 20. Januar um 20.15 Uhr im Hope TV.

Diskutiert die Sendung Live auf Facebook unter www.facebook.com/ADRADeutschland

Erfahrt mehr über den Einsatz auf dem Mittelmeer unter www.adra.de/seenotrettung

Alle Sendungen ADRAdirekt sind auf YouTube abrufbar: Playlist

Seenotrettung: Libyen ist kein sicherer Herkunftsstaat

ADRA unterstützt die Seenotrettung von SOS MEDITERRANEE im Mittelmeer. Seit Beginn des Einsatzes im August hat die Ocean Viking fast 500 Menschen gerettet, darunter Minderjährige und schwangere Frauen. Immer wieder wird gefordert, die aus Seenot geretteten Menschen nach Libyen zu bringen. Die Zustände in dem Bürgerkriegsland sind für Geflüchtete jedoch unzumutbar.

Libyen ist ein Bürgerkriegsland. Die international anerkannte Regierung hat kaum über die Hauptstadt hinaus Einfluss, rivalisierende Gruppen kämpfen um die Macht, die Hauptstadt Tripolis steht unter Belagerung. Die WDR-Korrespondentin Anna Allemling hat die Situation im Interview mit dem Deutschlandfunk gut beschrieben: Recherchen in einem gescheiterten Staat [Audio].

Über die Lage in den Flüchtlingslagern für zehntausende Menschen berichtet Christoph Hey für Ärzte ohne Grenzen. Sein Fazit: „Die Zustände sind absolut erbärmlich“. Damit sind auch die hygienischen Zustände gemeint. Es kommt zu Fällen von Tuberkulose, Magen-Darm-Erkrankungen, Atemwegsinfektionen und Krätze. Den ganzen Bericht finden Sie hier weiterlesen.

Der Bürgerkrieg im Land macht auch vor Flüchtlingslagern nicht halt. Vor wenigen Wochen ist ein Internierungslager bombardiert worden, bei dem 60 Menschen ums Leben gekommen sind. Unter diesen Umständen kann niemand Libyen als einen sicheren Hafen bezeichnen.

Seenotrettung: Häufig gestellte Fragen

Warum unterstützt ADRA die Seenotrettung im Mittelmeer?

ADRA hat mit seinem weltweiten Netzwerk einen humanitären Auftrag. D.h., wenn Menschen in Not sind, hilft ADRA – ohne Ansehen der Person, der Religion oder Weltanschauung, der ethnischen Herkunft, Alter oder Geschlecht. Leben ist ein Menschenrecht. Hilfsorganisationen wie ADRA arbeiten nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen sowie nach den Verhaltensgrundsätzen für Nichtregierungsorganisationen bei Katastrophen (ICRC-Verhaltenskodex). Die zivilen Rettungsschiffe handeln entsprechend der UN-Seerechtskonventionen. Demnach soll jeder Schiffbrüchige gerettet und in den nächsten sicheren Hafen gebracht werden.

Wie sieht die Unterstützung der Seenotrettung von ADRA aus?

ADRA Deutschland e.V. unterstützt aktuell in einem Konsortium von Hilfsorganisationen aus dem Katastrophenbündnis Aktion Deutschland hilft die Seenotrettungsorganisation SOS MEDITERRANNEE finanziell. Die unterstützenden NGOs sind Aktion Deutschland Hilft, die Arbeiterwohlfahrt (AWO), Islamic Relief, die Kinderhilfswerk-Stiftung Global Care und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST). Die Crew von SOS MEDITERRANEE arbeitet an Bord mit einem Team von Ärzte ohne Grenzen, die die Geretteten medizinisch versorgen.

Humanitäre Hilfe ist religionsübergreifend. ADRA als christlich geprägte NGO arbeitet hier in der Seenotrettung mit einer jüdischen und islamischen Organisation Hand in Hand für Menschen in Not.

Warum flüchten denn immer wieder Menschen über das Mittelmeer nach Europa und werden sie durch die Seenotrettung nicht zur Flucht bestärkt?

Das Mittelmeer gilt als die tödlichste Fluchtroute der Welt, im Jahr 2016 ertranken über 5.000 Menschen, im Jahr 2018 waren es rund 2.300 Personen. Niemand verlässt freiwillig seine Heimat. Menschen, die sich dazu entschließen, tun dies, weil sie Verfolgung, Gewalt, Krieg, Hunger oder Armut erfahren oder andere humanitäre Krisen erleben. Auf gefährliche Wege begibt sich kein Mensch ohne Grund und ohne Hoffnung auf eine bessere Perspektive. Dazu kommt, es gibt für die Behauptung keinerlei Nachweis. In der Zeit, in der weder private noch staatliche Rettungsboote unterwegs waren, wagten trotzdem Menschen die gefährliche Überfahrt über das Mittelmeer.

Fördert die Seenotrettung nicht Geschäfte der Schleppernetzwerke?

Rettungsschiffe retten Menschenleben vor dem Ertrinken. Das ist ihr humanitärer Auftrag. Sie verhindern, dass Menschen, die in Seenot geraten, sterben. Wenn keine Hilfe vor Ort wäre, würde es noch mehr Tote geben. Das bedeutet, dass die Gegenwart von Rettungsschiffen nicht die Flüchtlingszahlen steigert, jedoch die Zahl der Menschen, die auf der Flucht sterben, verringern.

Warum bringen die Seenotretter die Geretteten nicht nach Tunesien?

Tunesien ist kein sicherer Hafen, und auch kein sicheres Herkunftsland. Amnesty International sagt dazu: In den Maghreb-Staaten werden Menschen nach wie vor aufgrund ihrer Religion, sexuellen Orientierung oder politischen Einstellungen diskriminiert und verfolgt. Amnesty dokumentierte in Algerien, Marokko und Tunesien auch im vergangenen Jahr Fälle von Verfolgung, Folter und Misshandlung.

Handelt es sich bei den Flüchtlingen nicht um Wirtschaftsflüchtlinge ohne Bleibeperspektive statt politisch Verfolgten?

Unser Humanitärer Auftrag gilt den Menschen in Not.  ADRA Deutschland e. V. leistet weltweit Unterstützung für alle Menschen – unabhängig von der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters und der sexuellen Identität. Die Entscheidung über einen Status von Geflüchteten treffen Rechtsstaaten, nicht Hilfsorganisationen.