2022_09_28_Gemeinsames_Statement_Jemen©

Gemeinsame Erklärung von 30 im Jemen tätigen Nichtregierungsorganisationen

Humanitäre Krise im Jemen JETZT entgegentreten

Humanitäre Krise im Jemen JETZT entgegentreten

Gemeinsam mit 29 weiteren im Jemen tätigen Nichtregierungsorganisationen appelliert ADRA an die internationale Gemeinschaft, ihre Hilfszusagen einzuhalten und weitere Initiativen der humanitären Hilfe zu unterstützen.

Weiterstadt, den 30.09.2022.

Nach mehr als sieben schweren Kriegsjahren, sehen die Menschen im Jemen erstmals wieder Licht am Ende des Tunnels. Ein noch nie dagewesener Waffenstillstand, der nun schon 6 Monate währt, weckt die Hoffnung auf einen
längerfristigen Frieden und die Chance, das Leben und die Existenzgrundlagen wieder aufzubauen. Trotzdem steigt der Bedarf an humanitärer Hilfe weiter an. Millionen von Menschen sind nach wie vor auf der Flucht, Kinder können nicht zur Schule gehen, die Lebensgrundlagen sind zerstört, und das Land wird immer anfälliger für die Auswirkungen
des Klimawandels.


Die humanitäre Hilfe ist nach wie vor unzureichend und ungleichmäßig finanziert. Zwar wurden Hilfsgelder in Höhe von 4,2 Milliarden Dollar als Notwendig berechnet, davon wurde jedoch nicht einmal die Hälfte (47,2%) ausgezahlt. Mit den bisher zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen Hilfsorganisationen wie ADRA die drängendsten Bedarfe zu decken. Projekte in den Bereichen Wasser, Sanitär und Hygiene können wegen der Finanzierungslücke nicht starten.


Das derzeitige Ausmaß des Hungers im Jemen ist beispiellos
Über 17 Millionen Jemenitinnen und Jemeniten sind von Ernährungsunsicherheit betroffen und benötigen Hilfe. Die Zahl wird bis Dezember 2022 voraussichtlich auf 19 Millionen steigen. Die Unterernährung bei Frauen und Kindern gehört im Jemen zu den höchsten der Welt: 1,3 Millionen schwangere oder stillende Frauen und 2,2 Millionen Kinder unter 5 Jahren müssen wegen akuter Unterernährung behandelt werden. In diesem fragilen Kontext sind Frauen und Mädchen einem erhöhten Risiko von Gewalt und Ausbeutung ausgesetzt.

Außerdem haben die Betroffenen keinen Zugang zu sauberem Wasser und angemessenen sanitären Einrichtungen. Verschmutztes Wasser, unzureichende sanitäre Einrichtungen und mangelnde Hygiene (WASH) stehen in direktem Zusammenhang mit Krankheiten und Unterernährung. Da Millionen von Jemeniten, darunter auch Frauen und Kinder, kilometerweit laufen müssen, um sauberes Wasser zu holen, setzen sie sich weiteren konfliktbedingten Risiken aus. Eine Aufstockung der Mittel für WASH und ein dauerhafter Frieden sind erforderlich, um den Menschen zu helfen.


Da der Waffenstillstand am 2.Oktober ausläuft, ist Hilfe dringend geboten. Die internationale Gemeinschaft muss alles in ihrer Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass der Waffenstillstand verlängert wird, und sich gleichzeitig zu einer umfassenden und angemessenen Finanzierung der humanitären Hilfe verpflichten.
Das komplette Statement lesen Sie hier: Report Yemen Statement

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Matthias Münz

Referent Öffentlichkeitsarbeit

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