Die globalen Krisen häufen sich dramatisch, vorhandene Konflikte eskalieren, neue Bedrohungen entstehen. Dennoch drohen dem bundesdeutschen Etat für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe weitere Einschnitte. Bereits seit 2022 wurden diese Mittel um mehr als 70 Prozent gekürzt. ADRA Deutschland e.V. betont, dass diese Sparpolitik mühsam erarbeitete Erfolge im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe der letzten Jahrzehnte und das Leben von Millionen Menschen gefährdet.
Deshalb die klaren Forderungen an die Bundesregierung: Um den globalen Bedarfen im Bereich der Entwicklungszusammen-arbeit und humanitären Hilfe gerecht zu werden, fordert ADRA gemeinsam mit dem Dachverband VENRO und zahlreiche anderen Organisationen:
- Einen Etat von mindestens 11,2 Milliarden Euro für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
- Eine Aufstockung der Mittel für humanitäre Hilfe auf mindestens 2,8 Milliarden Euro
Erfolge stehen auf dem Spiel
Die Entwicklungszusammenarbeit und die humanitäre Hilfe unzähliger Hilfsorganisationen haben in den vergangenen Jahren nachweislich weltweit wichtige und wegweisende Erfolge erzielt. Erfolge, die nun massiv bedroht sind:
- Die weltweite Kindersterblichkeit wurde seit dem Jahr 2000 mehr als halbiert.
- Die Müttersterblichkeit sank um über ein Drittel.
- Weit verbreitete Krankheiten wie Polio, Malaria und Tuberkulose wurden erfolgreich zurückgedrängt.
- Immer mehr Kinder, insbesondere Mädchen, erhielten Zugang zu Bildung und damit eine Chance auf eine bessere Zukunft.
Verheerende Folgen drohen
Die geplanten Kürzungen bedeuten einen weiteren Rückzug Deutschlands aus der internationalen Verantwortung. Das hätte fatale Konsequenzen. Aktuelle Prognosen warnen, dass durch einbrechende Mittel bis 2030 bis zu 9,4 Millionen Menschen zusätzlich sterben könnten. Nur ein Beispiel von vielen: Aktuell haben bereits 273 Millionen Kinder weltweit keinen Zugang zu Bildung – eine Zahl, die im siebten Jahr in Folge steigt.
In der heutigen Zeit, die von Krisen, Konflikten und zunehmenden Angriffen auf Frauenrechte geprägt ist, treffen die geplanten finanziellen Einschnitte vor allem diejenigen, die dringend unsere Solidarität und Unterstützung benötigen: Frauen, Mädchen und queere Menschen
ADRA Deutschland e.V. appelliert gemeinsam mit 150 Organisationen an die Bundesregierung, den Eckwertebeschluss zu korrigieren. Investitionen in Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe sind keine Almosen, sondern eine notwendige und solidarische Vorsorge für eine gerechtere und sicherere Welt.
Petition „Solidarität nicht kaputtsparen“
Um den Druck auf die politischen Entscheidungsträger zu erhöhen, unterstützt ADRA Deutschland e.V. gemeinsam mit einem breiten Bündnis von Partnern die Petition „Solidarität nicht kaputtsparen“. Die Kampagne richtet sich gegen die kurzsichtige Sparpolitik und fordert eine Rückkehr zur internationalen Verlässlichkeit. Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, ein Zeichen für globale Gerechtigkeit zu setzen und die Forderungen unter https://adra.de/petition-solidaritaet-nicht-kaputtsparen/ mit ihrer Unterschrift zu unterstützen.
Ihre Spende kann Leben retten. Dank Ihrer Unterstützung können wir Menschen in den von Konflikten, Hunger und Klimawandel betroffenen Regionen unterstützen. Spenden können Sie auf das Spendenkonto ADRA Deutschland e.V., IBAN DE36 3702 0500 0007 7040 00 oder unter adra.de/spenden.