Mangelnder Schutz von Helfern erschwert Arbeit von Hilfsorganisationen

©Timur Oczko/Auswärtiges Amt
Die Teilnehmer der Kuratoriumssitzung, darunter Außenminister Heiko Maas (Details siehe unten*).

— Pressemitteilung des Bündnisses „Aktion Deutschland Hilft“, dem ADRA Deutschland e.V. angehört —

Auf der Kuratoriumssitzung von „Aktion Deutschland Hilft“ in Berlin mit dem Kuratoriumsvorsitzenden Außenminister Heiko Maas berieten sich die Teilnehmenden über aktuelle Herausforderungen der humanitären Hilfe im Zusammenspiel der Akteure. Besonderer Fokus der Gespräche: Sicherheit humanitärer Helfer, die Einschränkung zivilgesellschaftlicher Handlungsspielräume, Lokalisierung von Hilfe und künftige Formen von Hilfe.

Außenminister Maas sagte: „Deutsche Nichtregierungsorganisationen leisten jeden Tag Hilfe, die Leben rettet. Dass humanitäre Helferinnen und Helfer dabei immer häufiger selbst zur Zielscheibe von Angriffen werden, können wir nicht hinnehmen. Deshalb wird der Schutz humanitärer Helfer und humanitärer Zugänge ein zentrales Anliegen unserer Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat sein.“ Er würdigte das humanitäre Engagement vieler Helfer und sagte, ihre Aufgabe könne nicht die Konfliktlösung in Krisengebieten sein. Hier müsse die Politik greifen und in den Dialog mit internationalen Autoritäten treten. Nur durch den Schutz humanitärer Helfer könne Hilfe auch ankommen.

179 Angriffe wurden allein von  Januar bis August 2018 verzeichnet. Handlungsspielräume von Hilfsorganisationen werden zunehmend eingeschränkt. Neben Gewalt behindern Drohungen und Diffamierungen die Arbeit der Helfer.

Künftiges Augenmerk liegt auf Stärkung lokaler Partner

Akute Krisen wie kürzlich der Taifun auf den Philippinen, aber auch  langwierige Krisenherde wie Jemen oder der Hunger in Afrika zeigen, wie wichtig es ist, Räume für Hilfe zu schaffen. „Unser Augenmerk liegt künftig insbesondere darauf, Partner vor Ort zu stärken“, erklärt Bernd Pastors, Vorstandsvorsitzender von „Aktion Deutschland Hilft“. „Wir möchten im Vorfeld von Katastrophen unterstützen, die Strukturen im Einsatz zu stabilisieren, damit Staaten und Bevölkerung gut vorbereitet sind.“ Gerade die aktuelle Katastrophe in Indonesien habe gezeigt, dass Länder zunehmend autark agieren, was der Aufgabe eines souveränen Staates entspräche.

Abschied langjähriger Kuratoren

Im Rahmen der Sitzung verabschiedete „Aktion Deutschland Hilft“ zwei Kuratoren: Volker Beck und Christoph Strässer. Beide ehemaligen Bundestagsabgeordneten bildeten seit den Anfängen des Kuratoriums mit vielfältigem Engagement einen festen Bestandteil des Bündnisses. Im Namen von „Aktion Deutschland Hilft“ sprach Ingo Radtke, Vorsitzender des Aufsichtsrats,  den langjährigen Kuratoren einen Dank aus.

 

*Die Teilnehmer der Kuratoriumssitzung (v.l.n.r): Christian Molke (Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Aktion Deutschland Hilft/Geschäftsführender Vorstand ADRA Deutschland), Michael Brand (MdB, stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums von Aktion Deutschland Hilft), Bernd Pastors (Vorstandsvorsitzender Aktion Deutschland Hilft/Vorstandssprecher action medeor), Heiko Maas (Bundesminister des Auswärtigen, Vorsitzender des Kuratoriums von Aktion Deutschland Hilft), Rudi Frick (Vorstand Aktion Deutschland Hilft/Vorsitzender AWO International), Manuela Roßbach (Geschäftsführender Vorstand Aktion Deutschland Hilft) und Ingo Radtke (Aufsichtsratsvorsitzender Aktion Deutschland Hilft/Generalsekretär Malteser International). Foto: Timur Oczko/Auswärtiges Amt

>> Link zur Original-Pressemitteilung von Aktion Deutschland Hilft.

Am 16. Oktober ist Welternährungstag

Es ist keine Selbstverständlichkeit, täglich satt zu werden – daran erinnert der heutige Welternährungstag. Immernoch gibt es große Hungersnöte, die oft von wechselnden Wetterbedingungen ausgelöst werden. ADRA unterstützt Betroffene mit Zugang zu Nahrung, Einkommensmöglichkeiten und Schulungen.

Viele Menschen beginnen den Tag mit einem Frühstück, aus dem viel Energie für den neuen Tag geschöpft wird. Diese Mahlzeit gilt als die wichtigste des Tages, weshalb sie für Viele fest zum Tagesablauf gehört und als selbstverständlich angesehen wird. Doch nicht alle Menschen dieser Welt können diesen Luxus genießen.

Rund 815 Millionen Menschen weltweit leiden immer noch an Hunger. Davon sterben täglich ca. 24.000 Menschen.  Vor allem klimatische Bedingungen, Dürren und Wasserknappheit sind Gründe der Armut, zerstören die Ernte der Bevölkerung und sorgen so zu einem Teufelskreis. Dies ist zum Beispiel in Kambodscha der Fall. Da für 80 Prozent der Einheimischen die Landwirtschaft als Lebensgrundlage dient, sind sie abhängig von der Wetterlage. Dennoch wird das Land durch Inflation und Dürreperioden belastet, und die Kleinbauern können nur wenig bis gar nichts ernten. Das macht Kambodscha zu einem der ärmsten Ländern Südostasiens. Auch in Madagaskar sieht die Ernährungslage aufgrund von Heuschreckenplagen und Dürren fatal aus.

Um die Ernährungssituation zu verbessern, stellt ADRA Lebensmittel zur Verfügung und verschafft Zugang zu sauberem Wasser. Da nicht nur die klimatischen Bedingungen, sondern auch eine fehlende Bildung negativ zur Ernährungssituation beitragen kann, schult ADRA die Einwohner in Schädlingsbekämpfung und Vermarktung der Agrarprodukte. Das höhere Einkommen führt wiederum zu einer besseren Schulbildung und dementsprechend bessere Chancen auf ein menschenwürdiges Leben ohne Hungern. Für die aber dennoch unaufhaltsamen Wetterbedingungen finden Vorsorgeschulungen zur Nahrungsabsicherung und Vermittlung von Wissen zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Techniken statt. ADRA führt im Bereich Ernährung unter anderem Projekte in Kambodscha, Madagaskar, Burundi, Kenia, Burkina Faso, Äthiopien, Peru und im Südsudan durch.

>> Mit einer Spende können Sie helfen, die Ernährung von Menschen zu sichern: Da, wo das Geld am dringendsten gebraucht wird, oder für Menschen, die von der extremen Hungersnot in Afrika betroffen sind (Stichwort „Hungersnot“) >> ZUM SPENDENFORMULAR

DZI feiert 125-jähriges Jubiläum

Seit 125 Jahren setzt sich das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) für Transparenz, Wirksamkeit und Vertrauen im Spendenwesen ein. ADRA ist langjähriger Träger des Spenden-Siegels, das vom DZI jährlich nach eingehender und umfassender Prüfung verliehen wird.

Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) feiert Jubiläum: Mit einem Festakt wird am heutigen Montag in Berlin das 125-jährigen Bestehen begangen. Durch verlässliche Informationsangebote für Spender stärkt das DZI die Transparenz, Wirksamkeit und das Vertrauen im Spendenwesen. Teil davon ist auch die Vergabe des Spenden-Siegels, das nur auf Antrag und nach umfassender Prüfung an gemeinnützige und spendensammelnde Organisationen verliehen wird. ADRA ist langjähriger Träger des Spenden-Siegels und wird jährlich entsprechend der Vorgaben des DZI umfassend geprüft.

Im Vorfeld der Veranstaltung würdigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Arbeit des DZI in einem Grußwort: „Das DZI-Siegel bescheinigt Hilfsorganisationen Seriosität und Leistungsfähigkeit, wenn sie strenge Kriterien erfüllen. Auch mit der Spenderberatung gibt das Institut den Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland heute etwas, das in diesen schnelllebigen Zeiten besonders kostbar ist: Orientierung. So sorgt das DZI mit dafür, dass Spendengeld da ankommt, wo es wirklich gebraucht wird.

Mehr Informationen zum Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen und dessen Arbeit gibt es auf der Webseite des DZI.

ADRA Deutschland e.V. unterstützt SOS Méditerranée bei der Rettung Schiffbrüchiger

Das Schiff MS Aquarius nimmt seine Arbeit im Mittelmeer wieder auf!

Weiterstadt und Berlin, 20. September 2018 – Die Organisation SOS Méditerranée ist mit der Aquarius zurück in internationalen Gewässern vor der libyschen Küste, um humanitäre Hilfe für Geflüchtete in Seenot zu leisten.

Nach einem regulären Crew-Wechsel in Marseille ist das Rettungsschiff Aquarius am Samstag, den 15. September erneut in internationale Gewässer vor der libyschen Küste aufgebrochen. Seit Dienstagabend befindet sich das Schiff nun im Rettungsgebiet, um Menschen auf ihrem Fluchtweg über das Mittelmeer vor dem Ertrinken zu retten. Die Aquarius, das von SOS Méditerranée und gemeinsam mit Ärzte ohne Grenzen betriebene Rettungsschiff, ist das derzeit einzige humanitäre Rettungsschiff im zentralen Mittelmeer.

SOS Méditerranée wird bei ihrem Einsatz aktiv von Mitgliedsorganisationen des Bündnisses „Aktion Deutschland Hilft“ unterstützt. Neben ADRA Deutschland e.V., Arbeiterwohlfahrt International e.V., Help – Hilfe zur Selbsthilfe e.V., Islamic Relief Deutschland e.V. solidarisieren sich ebenso das Kinderhilfswerk Stiftung Global-Care, World Vision Deutschland e.V. sowie die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland e.V. mit SOS Méditerranée und verleihen der Forderung zur ungehinderten Rettung von Menschen aus Seenot weiter Nachdruck.Derzeit sterben im Mittelmeer so viele Menschen wie schon lange nicht mehr: Allein seit Beginn des Jahres sind 1.129 Menschen im zentralen Mittelmeer ertrunken. Der Monat Juni, in dem Italien die Häfen für private Rettungsschiffe schloss, war der tödlichste Monat seit fünf Jahren: fast 600 Menschen starben alleine in diesem Zeitraum.

Anlässlich der anhaltenden dramatischen Lage im zentralen Mittelmeer, welche nach wie vor die tödlichste Fluchtroute der Welt darstellt, stellt SOS Méditerranée erneut die Forderung an die europäischen Regierungen, endlich gemeinsam eine Lösung zur Rettung von Menschen im Mittelmeer zu finden.

„SOS Méditerranée schließt eine Lücke im Mittelmeer. Das Recht auf Leben darf nicht in Frage gestellt werden – das Mittelmeer ist kein rechtsfreier Raum,“ betont Christian Molke, geschäftsführender Vorstand von ADRA Deutschland e.V..

„Wir freuen uns, „Aktion Deutschland Hilft“, das Bündnis deutscher Hilfsorganisationen, in unserem Rücken zu wissen. Diese Unterstützung sendet ein wichtiges Signal: Dass in Zeiten, in denen die Zivilgesellschaft zunehmend unter Druck gesetzt wird, die deutschen humanitären Organisationen zusammenstehen, um die Würde und Menschlichkeit von Schutzsuchenden zu verteidigen“, so Verena Papke, Geschäftsführerin von SOS Méditerranée Deutschland.

>> Zur Projektbeschreibung der Zusammenarbeit des Konsortiums und SOS Méditerranée.

 

© Foto: Anthony JEAN/SOS Méditerranée

Kinder sind unsere Zukunft – Am 20. September ist Weltkindertag und Start der „Aktion Kinder helfen Kindern!“

Um auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern und Kinderrechte aufmerksam zu machen und sich für diese einzusetzen, riefen die Vereinten Nationen 1954 den Internationalen Kindertag ins Leben. Diesem Auftrag folgen 145 Staaten mit verschiedenen Aktionen und Festen. In Deutschland wird der Weltkindertag am 20.09. begangen, viele Städte nehmen daran teil. ADRA ist in Darmstadt dabei.

Mit dem Motto „Kinder brauchen Freiräume!“ wird seitens des Deutschen Kinderhilfswerks und UNICEF dazu aufgerufen, Kindern mehr Möglichkeiten zur Beteiligung in unserer Gesellschaft einzuräumen. „Kinder und Jugendliche wollen ihren Platz in unserer Gesellschaft einnehmen. Dafür ist es notwendig, dass wir ihnen Freiräume eröffnen, damit sie ihre Ideen und Wünsche einbringen und ihr persönliches Potential entfalten können“, so Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. Neben weltweiten Projekten in der Entwicklungs- und Nothilfe ist ADRA für Kinder in Deutschland und Europa aktiv. ADRA transportiert jedes Jahr in der Weihnachtszeit mit der „Aktion Kinder helfen Kindern!“ zehntausende Geschenkpakete in osteuropäische Länder und sorgt so für einen kleinen Hoffnungsschimmer im Leben dieser Kinder. Gepackt werden die Pakete von Kindern, ihren Eltern und Großeltern aus ganz Deutschland, mit dem Ziel zu lernen, etwas von sich an andere abzugeben. Diese Aktion schon Ressourcen und macht Kindern aus ärmeren Gesellschaften eine Freude zu Weihnachten. Weitere Infos zu der bundesweit jährlich stattfindenden Aktion gibt es unter www.kinder-helfen-kindern.org.

Fest zum Weltkindertag am 23. September in Darmstadt

Darmstadt feiert am 23.09. ein großes Fest zum Weltkindertag, mehr als 50 Einrichtungen und Organisationen erhalten hier von 11:30 bis 18:00 die Möglichkeit, ihre Arbeit zu präsentieren. ADRA ist auf dem Luisenplatz in der Wilhelminenstraße dabei und steht für Interessierte zur Verfügung.

Taifun Mangkhut hinterlässt auf den Philippinen breite Schneise der Verwüstung

Der Taifun Mangkhut ist der bislang heftigste Tropensturm des Jahres. Mit einer Windgeschwindigkeit von 200 km/h traf der Taifun am Samstagmorgen des 15. September im Nordosten der Philippinen auf Land. Mehr als 155.000 Menschen befinden sich in Notunterkünften. ADRA verteilt Hilfsgüter vor Ort. Die Behörden warnen vor weiteren Sturmfluten und Überschwemmungen.

Insgesamt 5,2 Millionen Menschen sind von Taifun Mangkhut betroffen. „Super Tayphoon Ompong“, wie er auf den Philippinen genannt wird, entwurzelte Bäume, zerstörte Häuser und verursachte bei vier Millionen Menschen Stromausfälle. Die Zahl der Todesopfer beträgt inzwischen 65, nachdem in der Nacht zu Montag heftige Regenfälle massive Erdrutsche ausgelöst hatten. 43 Personen werden noch vermisst. Die philippinischen Behörden sind dieses Jahr besser vorbereitet als vor fünf Jahren, als Taifun Haiyan 6.300 Todesopfer forderte. „Viele tausend Kinder, Frauen und Männer wurden evakuiert, Warnungen an die Bevölkerung werden über verschiedenen Kanäle verbreitet und Lebensmittelpakete, Trinkwasser, Decken, Planen sowie Transportmittel für Verteilungen stehen bereit“, so Manuela Roßbach, geschäftsführender Vorstand von „Aktion Deutschland Hilft“.

Die Schneise der Verwüstung ist dieses Jahr breiter als je zuvor. Dabei lebten 824.000 Menschen bereits vor dem Tropensturm in großer Armut. Etliche Straßen und Brücken sind unpassierbar, nicht alle Dörfer können momentan erreicht werden. Das ADRA-Büro auf den Philippinen ist bei den Menschen vor Ort und koordiniert mit Katastrophenschutzbehörden und Partnerorganisationen seine Arbeit. So können beispielsweise schnell Notunterkünfte und lebenswichtige Hilfsgüter bereitgestellt werden. Es ist alles vorbereitet. Mit Ihrer Hilfe kann ADRA bei Katastrophen schnell und koordiniert Hilfe bei den Menschen leisten, die von einem Tag auf den anderen alles verloren haben.

Unterstützen Sie die Arbeit von ADRA unter dem Stichwort Katastrophenhilfe mit Ihrer Spende und helfen Sie mit, das Leid der Menschen zu lindern.

Dieses Projekt wird gefördert durch 

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Einschränkung zivilgesellschaftlichen Handelns

Weltweit sind Hilfsorganisationen in ihrem Handeln immer weiter eingeschränkt. Der Verband für Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) weist anlässlich des Internationalen Tages der Demokratie auf diesen Missstand hin. Auch ADRA unterstützt als Mitgliedsorganisation von VENRO das Positionspapier, das in nachfolgender Pressemitteilung vorgestellt wird.

Berlin, 13. September 2017 – Zivilgesellschaftliche Organisationen sehen sich weltweit zunehmendem Druck und zunehmender Repression ausgesetzt. Darauf weist der Verband für Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) hin. Im Vorfeld des Internationalen Tages der Demokratie (15. September) hat VENRO das Positionspapier „Demokratie braucht eine starke Zivilgesellschaft“ veröffentlicht, das den Blick auf den zunehmend engeren Handlungsspielraum zivilgesellschaftlicher Akteure lenkt – auf den Trend von sogenanntem „Shrinking Space“.

„Gerade Partnerorganisationen, die sich für soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte, Umweltschutz und die bessere Beteiligung von Minderheiten einsetzen, geraten weltweit in immer mehr Ländern unter Druck und werden in ihrer Arbeit stark behindert. Dabei sind es gerade diese Teile der Zivilgesellschaft, die Demokratie und Rechtsstaatlichkeit stärken“, kommentiert Heike Spielmans, Geschäftsführerin von VENRO.

„Die Bundesregierung muss sich wirkungsvoll bei Regierungsverhandlungen für zivilgesellschaftliche Rechte weltweit einsetzen. Das heißt vor allem auch, dass die außen- und sicherheitspolitischen Entscheidungen der Bundesregierung nicht dazu beitragen dürfen, dass in anderen Ländern Menschenrechte missachtet und gesellschaftliche Freiheiten beschränkt werden“, fordert Christine Meissler, VENRO-Expertin für Shrinking Space. „Darum müssen auch die längst überfälligen gesetzlichen Vorgaben geschaffen werden, damit deutsche Unternehmen ihre menschenrechtliche Sorgfaltspflichten weltweit wahrnehmen müssen.“

In dem Positionspapier problematisiert VENRO Diffamierungen und Gewaltaufrufe durch staatliche Stellen und populistische Parteien ebenso wie den Missbrauch von Antiterror-, Sicherheits- und Mediengesetzen, um kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. VENRO-Mitgliedsorganisationen erleben täglich, wie ihre Partnerorganisationen gegängelt und unterdrückt werden. Die Repressionen reichen von Verboten finanzieller Unterstützung aus dem Ausland und behördlichen Schikanen bis hin zu Entführung und Mord. VENRO fordert von der Bundesregierung, sich für die Rechte und den Handlungsspielraum der Zivilgesellschaften weltweit einzusetzen.

VENRO fordert von der Bundesregierung unter anderem

  • Politikfelder wie Handel, Außenwirtschaftsförderung, Entwicklung, Migration oder Sicherheit so zu gestalten, dass Menschenrechte und gesellschaftliche Freiheit davon nicht beeinträchtigt werden,
  • Regierungsverhandlungen und Regierungskonsultationen zu nutzen, um wirkungsvoll gegen die Einschränkung der Handlungsräume von Menschenrechtsverteidiger_innen und zivilgesellschaftlichen Organisationen einzutreten,
  • sich dafür einzusetzen, dass Maßnahmen der Terrorismusbekämpfung weltweit und in Deutschland unter strikter Einhaltung der Menschrechte und der Prinzipien der Humanitären Hilfe erfolgen.

>> Das VENRO-Positionspapier „Demokratie braucht eine starke Zivilgesellschaft“ kann hier eingesehen werden.

Die Pressemitteilung von VENRO findet sich unter http://venro.org/presse.

Die Aktion wird aktiv unterstützt von  action medeor, ADRA Deutschland, agl Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland, Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW), arche noVa, AWO International, Brot für die Welt, CARE Deutschland-Luxemburg, DGB Bildungswerk, Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Eine Welt Netz NRW, HelpAge Deutschland, INKOTA, Johanniter-Auslandshilfe, Kindernothilfe, Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), , medica mondiale, Netz Bangladesh, MISEREOR, Oxfam Deutschland , Plan International Deutschland, Save the Children, Stiftung Nord-Süd-Brücken,  Weltgebetstag der Frauen, Deutsche Welthungerhilfe, World Vision Deutschland