ADRAdirekt zur Lage im Jemen

Seit Generationen gilt der Jemen als das Armenhaus der arabischen Halbinsel. Der Krieg hat die Lage noch schlimmer gemacht. Wir sprechen darüber in der Sendung ADRAdirekt

Im Jahr 2014 besetzen schiitischen Huthi-Rebellen strategisch wichtige Orte im Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa und die wichtige Hafenstadt Aden. Im darauffolgenden Jahr stellt sich eine von Saudi-Arabien angeführte Koalition an die Seite der international anerkannten Regierung und startet Luftangriffe auf die Rebellen.

Laut Vereinten Nationen ist der Krieg im Jemen „die schlimmste humanitäre Krise der Welt“: Zerstörte Infrastruktur, Hunger, Krankheiten und über 2 Millionen Binnenvertriebene im Land. Mehr als 24 Millionen Menschen, also 80 Prozent der Bevölkerung, sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

ADRAdirekt zur Seenotrettung: Flucht über das Mittelmeer

Das Mittelmeer ist eine der tödlichsten Fluchtrouten der Welt. Für ADRA ist Seenotrettung ein humanitäres Gebot. David Starke, Geschäftsführer von SOS MEDITERRANEE, berichtet in der Sendung über den Einsatz im Mittelmeer, die Situation in Libyen und wie schwierig sich die Suche nach einem sicheren Hafen gestaltet. Das und noch viel mehr berichtet David im Gespräch mit Julia Schmitz in der Sendung ADRAdirekt. Die Erstausstrahlung fand am 20. Januar im Hope TV statt.

ADRAdirekt vom 20. Januar 2020

Die gesamte Sendung ist auf YouTube abrufbar:  https://youtu.be/9AhC0FUwDUg

Spendenstichwort „Seenotrettung“

Erfahrt mehr über den Einsatz auf dem Mittelmeer unter www.adra.de/seenotrettung

Haiti: Zehn Jahre nach dem Erdbeben

Am 12. Januar 2010 kam das Leben in Haiti plötzlich zum Stillstand. An diesem Tag wurde Haiti von der schwersten Katastrophe ihrer jüngsten Zeitgeschichte getroffen. Ein Erdbeben der Stärke 7,0 auf der Richterskala verwüstete große Teile des Karibikstaates – und machte das Überleben im ärmsten Land der Welt zu einem alltäglichen Kampf. Nach dem Erdbeben lagen weite Teile des Landes in Trümmern, mehr als 230.000 kamen ums Leben, etwa 190.000 Häuser wurden zerstört und 1,5 Millionen Menschen waren obdachlos. Die wenig vorhandene Infrastruktur brachen zusammen, sodass die Regierung kaum noch in der Lage war, wichtige Hilfsmaßnahmen zu organisieren. Das Ausmaß der Naturkatastrophe mobilisierte die internationale Gemeinschaft zugunsten eines schnellen Wiederaufbaus des Landes. 

ADRA Deutschland e.V. war vom ersten Tag an dabei und versuchte das Leid der Menschen mit Sofort- und Nothilfe zu lindern. In den ersten Monaten nach der Katastrophe wurden Hilfsgütern, wie Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Medikamente und Notunterkünfte per LKW oder Hubschrauber verteilt. Dank der Einrichtung von Wasseraufbereitungsauflagen konnten ebenso täglich etwa 20.000 Liter trinkbares Wasser zu Verfügung gestellt werden. Dadurch wurden Krankheitsausbrüche und Hungersnöte verringert.

ADRA blieb in den Folgejahren auf der Insel aktiv, um eine nachhaltige und langfristige Verbesserung der Lebensgrundlagen der Menschen zu erreichen. Die wichtigsten Aktivitäten konzentrierten sich auf die Aufbereitung und Lagerung von Trinkwasser, den Bau von sanitären Einrichtungen und die Bereitstellung von Notunterkünften. Außerdem initiierte ADRA unterschiedliche Bauprojekten wie den Wiederaufbau eines Krankenhauses in der zweitgrößten Stadt der Insel, Carrefour, oder den Bau eines Gemeinschaftszentrums in Les Palmes. Die einheimische Bevölkerung war immer am Bauprozess beteiligt. Dadurch wurde ein Einkommen gezahlt und vielen die Möglichkeit gegeben, für sich und ihr Nächsten aufzukommen.

Während der Gesamtlaufzeit der Hilfsprojekten arbeitete ADRA Deutschland eng mit ADRA Büros aus der ganzen Welt zusammen. Insbesondere die Kolleginnen und Kollegen von ADRA Haiti zeichneten sich durch hohe Motivation und großes Engagement aus. Der damalige Einsatz-Koordinator für ADRA Deutschland auf Haiti, Fritz Neuberg, betonte hierbei wie wichtig es sei, „dass die Menschen schnell wieder ins normale Leben zurückkommen“ können.

Zehn Jahre nach dem Erdbeben hat sich jedoch die Lage vor Ort kaum verbessert. Der Wiederaufbau kommt nur schleppend voran. Trotz massiver Hilfe von außen befindet sich die heimische Wirtschaft immer noch in Krise. Die extreme Armut und der Unmut über die politische Klasse steigt.In den letzten Jahren sind gewalttätige Proteste und Unruhen fast zur Normalität geworden. Das Land scheint immer mehr ins Elend und Chaos zu stürzen. Die politische Instabilität im Lande verhindert dabei den effektiven Wiederaufbau. Es gibt heute noch immer kein funktionierendes Gesundheitssystem auf der Insel.

Tatsächlich wird Haiti noch sehr lange mit den Folgen des Erbebens zu kämpfen haben. Aufgrund ihrer geographischen Lage ist die Insel regelmäßig Opfern von Naturkatastrophen. Die Hurrikane „Matthew“ (2016) und „Irma“ (2017) trafen sie mit voller Wucht und verschlimmerten die Versorgungslage. Jede weitere Katastrophe erschwert den Wiederaufbau und verschärft die sozioökonomische Krise im Land.

Umso wichtiger ist die Arbeit von ADRA. Mit einem erneuten Einsatz auf der Insel konnte ADRA 2016 nicht nur die materielle Grundlage vieler notleidender Menschen verbessern, sondern auch bereits verlorene Hoffnungen wieder erwecken.

Gemeinsam für Flüchtlinge

Im November 2015 gründete ADRA zusammen mit dem Advent-Wohlfahrtswerk e.V. (AWW), der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und der Theologischen Hochschule Friedensau (ThHF) das Bündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“.

Durch den Zusammenschluss wurden Projekte von Adventgemeinden und AWW Helferkreisen, wie beispielsweise Sprachkurse, Hausaufgabenbetreuung, verschiedene Begegnungs- und Gemeinschaftsaktivitäten etc., unterstützt. Ziel ist die Integration und das Selbsthilfepotential von Geflüchteten in Deutschland zu fördern. Die ersten Gruppen starteten umgehend nachdem die Grenzen für kurze Zeit offen waren. Am Ende sollten über 70 Projekte werden.

Für viele Adventgemeinden und AWW-Helferkreise war es die erste Gelegenheit sich auf Augenhöhe in die kommunalen “Runden Tische der Flüchtlingshilfe” einzubringen. Sie wurden als gleichwertige Partner und engagierte Bürger wahrgenommen.

Drei Jahre später, im September 2019, liefen alle Projekte ihrem Ende entgegen. Nach über 70 Projektdurchführungen und 325.000.- Euro umgesetzter Fördergelder geht dieser Abschnitt nun zu Ende. Für einige Gruppen jedoch ist noch lange nicht Schluss. Sie machen weiter wie bisher, denn Bedarf an Begleitung und Unterstützung ist nach wie vor von Nöten.

Die enge Zusammenarbeit der vier adventistischen Institutionen in dem Aktionsbündnis „Gemeinsam für Flüchtlinge“ war in dieser Form erstmalig und beispielhaft. Wir danken den tatkräftigen ehrenamtlichen Helfern und allen anderen Unterstützern von ganzem Herzen für diesen Dienst am Nächsten!

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Naturkatastrophe in Australien: Ein Kontinent steht in Flammen

Buschfeuer sind im australischen Sommer keine Seltenheit, doch was sich jetzt auf dem Kontinent ereignet ist beispiellos und beängstigend. Früher als sonst, zerstörerischer als erwartet wüten die Brände. Seit September starben 23 Menschen, mehr als fünf Millionen Hektar Land sind abgebrannt, das entspricht ungefähr der anderthalbfachen Fläche Belgiens. Und die Lage dürfte sich bei Temperaturen von bis zu 46 Grad weiter zuspitzen[1].

ADRA Australia ist unermüdlich im Einsatz um den Menschen, die alles verloren haben, zu helfen. Angesichts der anhaltenden Krise stellt ADRA Australia 500 Australische Dollar/A$ (310 Euro) für Familien in Not und 2.000 A$ (1.240 Euro) für Kirchengemeinden zur Verfügung, die brandgeschädigten Familien helfen. Bislang hat ADRA 15 Familien unterstützt.

Viele Mitglieder aus den Gemeinden Tumut, Corryong und Tumburrumba (New South Wales) haben ihre Häuser verloren oder wurden aufgrund der Brände oder des Rauchs evakuiert, so Pastor Jeremy Taituave. Einige können nicht mehr zur Arbeit zurückkehren, während andere ehrenamtlich für die ländliche Feuerwehr arbeiten.

Maryellen Fairfax, von der Redaktion des Adventist Record[2] berichtet von einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit unter den Kirchengemeinden. Es sei daher notwendig, Hoffnung zu fördern, sich zu versammeln und sich gegenseitig zu ermutigen.

Pastor Jorge Muñoz, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten in Australien, zeigte sich schockiert über das Ausmaß der Katastrophe. Er bat um die Fürbitte für alle Betroffenen sowie die Mitarbeitenden der Rettungsdienste[3].

 

[1] Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/buschbraende-australien-111.html
[2] Siehe auch: https://record.adventistchurch.com/2020/01/06/bushfires-update-adventists-evacuated-homes-lost/
[3] Quelle: https://www.apd.info/2020/01/06/australien-adventisten-helfen-opfern-der-buschbraende/

UM der WELT zu helfen!

Es ist ein schönes Gefühl: Das neue Jahr liegt vor uns, mit all seinen Möglichkeiten und Herausforderungen. Wie ein unbeschriebenes Blatt können wir unsere Wünsche und Hoffnungen darauf übertragen, und daraus Mut, Kraft und Hoffnung schöpfen.

Für manche auf dieser Welt ist das Blatt jedoch nicht unbeschrieben. Ihr Lebensweg ist bereits verstellt, noch bevor sie den Weg beschreiten können. Sei es durch extreme Armut, Kriege oder wiederkehrende Naturkatastrophen. Und oft verstärken sich diese Faktoren auch gegenseitig. Aus wiederkehrenden Naturkatastrophen entsteht Armut, diese wiederum führt zu Unsicherheit und Konflikten. Ein besonderer Katalysator ist der Klimawandel. Dieser verstärkt Wetterphänomene wie Dürren und heizt Verteilungskonflikte zusätzlich an.

Um der Welt zu helfen engagieren sich schon heute zahlreiche Menschen bei ADRA. Seien auch Sie dabei, denn LIEBEN heißt HELFEN.

Unterstützen Sie die Arbeit von ADRA mit Ihrer Spende unter dem Spendenstichwort „KLIMA“! >> zum Spendenformular