Internationaler Tag gegen Menschenhandel

Schulveranstaltung gegen Menschenhandel in Thailand
Schulveranstaltung gegen Menschenhandel
Am 30.07. findet der „Internationale Tag gegen Menschenhandel“ statt. Es ist ein wichtiger Tag, denn Menschenhandel ist kein Relikt vergangener Tage. Tatsächlich boomt das Geschäft mit der Handelsware Mensch mehr denn je. Es wird geschätzt, dass 20 Millionen Menschen weltweit Opfer von Menschenhändlern geworden sind und systematisch ausgebeutet werden. Somit ist Menschenhandel kein isoliertes Problem, sondern betrifft jeden Kontinent und die meisten Länder dieser Erde.

Die erste international anerkannte Definition für Menschenhandel wurde im Jahr 2000 im sogenannten „Palermo-Protokoll“ der Vereinten Nationen festgehalten. Es handelt sich demnach um die Ausbeutung einer Person gegen ihren Willen durch eine andere Person mithilfe verschiedener Mittel, wie zum Beispiel Androhung von Gewalt, Täuschung, Betrug oder Missbrauch.

Florierendes Geschäft mit menschlichem Leid

Menschenhandel ist ein florierendes Geschäft, welches das Leid vieler Menschen billigend in Kauf nimmt. So hat sich seit Mitte der neunziger Jahre der weltweite Menschenhandel mehr als vervierfacht und gilt nach einer Untersuchung von Europol als das Verbrechen mit der höchsten Zuwachsrate.

Die Ausbeutung hat verschiedene Dimensionen und reicht von Zwangsarbeit über Sklaverei bis hin zur sexuellen Ausbeutung. Dabei ist die sexuelle Ausbeutung laut des aktuellen Global Reports des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) die meist identifizierte Form des Menschenhandels weltweit.

Mehr als die Hälfte aller Opfer des Menschenhandels stammen laut einer Untersuchung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) aus dem südostasiatischen Raum, weswegen Südostasien als internationale Drehscheibe des Menschenhandels gilt. Betroffen sind vor allem Kambodscha, Laos, Thailand und Vietnam.

Vermeidliche Perspektive auf eine bessere Zukunft

Menschenhändlerringe wenden sich in den Ländern des globalen Südens gezielt an Dorfbewohner, die meist in großer Armut zurückgezogen in ländlichen Regionen leben. Ihr Alltag wird beherrscht von Perspektivlosigkeit, die Eltern können nicht ausreichend für ihre Kinder sorgen. Mangelnde Bildungsmöglichkeiten erschweren die Aussicht auf eine Arbeitsstelle.

Hoffnungsvoll legen sie ihr Leben oder das ihrer Kinder in die Hände von Mittelsmännern, die ihnen Jobs in der nächstgelegenen größeren Stadt versprechen, mit denen sie sich und ihre Familien versorgen könnten. Kinder, überwiegend Mädchen, landen so in Zwangsarbeit und werden häufig sexuell ausgebeutet.

Keine Chance für Menschenhändler

Um den Menschenhandel zu beenden, müssen die zugrunde liegen Probleme bekämpft werden, wie Armut, tief verwurzelte Ungleichheit und der Mangel an Bildung sowie Arbeitsmöglichkeiten. So setzt sich ADRA in der ländlichen Provinz Chiang Rai in Thailand dafür ein, Menschenhandel zu verhindern und vorzubeugen. ADRA informiert die Familien und Kinder über die Bedeutung des Schulbesuchs sowie die Risiken des Menschenhandels. In Form von Schulkampagnen werden das Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen und deren Bewusstsein für gefährliche Situationen geschärft.

Mädchen, die bereits Opfer von Menschenhandel wurden oder stark gefährdet sind, ermöglicht ADRA die Unterbringung in einem Mädchenheim. An diesem sicheren Zufluchtsort können die Heranwachsenden eine Schule besuchen, erhalten psychologische Betreuung und haben mit einem Schulabschluss Chancen auf eine Arbeitsstelle und eine Zukunft jenseits des Menschenhandels.

Keine Chance für Menschenhändler

Menschenhandel und Zwangsarbeit sind in Thailand trauriger Alltag. Kriminelle nutzen die Not und Verzweiflung armer Familien aus, um daraus Kapital zu schlagen. Mit dem Versprechen auf eine bessere Zukunft werden jährlich tausende Opfer von Menschenhändlern – die meisten von ihnen sind minderjährig und weiblich. Innerhalb eines dreijährigen Projekts setzt sich ADRA dafür ein, Menschenhandel zu verhindern und gefährdeten Jugendlichen einen sicheren Zufluchtsort zu bieten.

Menschenhändlerringe wenden sich in Thailand gezielt an Dorfbewohner, die meist in großer Armut zurückgezogen in den Bergen oder auf dem Land leben. Ihr Alltag wird beherrscht von Perspektivlosigkeit, die Eltern können nicht ausreichend für ihre Kinder sorgen. Viele von ihnen besitzen nicht die thailändische Staatsangehörigkeit, was neben mangelnder Bildung die Aussicht auf eine Arbeitsstelle erschwert.Da viele der Familien ausschließlich von der Landwirtschaft leben, herrscht die Meinung, dass Mädchen weniger wert seien als Jungen, denn sie können weniger schwere körperliche Arbeiten verrichten und sich dadurch weniger für die Familie nützlich machen. All diese Umstände machen es Menschenhändlern leicht, neue Opfer zu gewinnen. Mit der angeblichen Aussicht auf eine Erwerbstätigkeit wenden sich sogenannte Mittelsmänner gezielt an Menschen aus ärmlichen Verhältnissen. Ihnen werden Jobs in der nächstgelegenen größeren Stadt versprochen, mit denen sie sich und ihre Familien versorgen können. In ihrer Verzweiflung unterzeichnen Eltern gefälschte Verträge und begeben sich und ihre Kinder in ein Abhängigkeitsverhältnis. Auch der Verkauf der eigenen Kinder gehört zu den gängigen Szenarien des Menschenhandels. Kinder, überwiegend Mädchen, landen so in Zwangsarbeit und sklavenähnlichen Verhältnissen – meist in der Sexindustrie.

MENSCHENHANDEL VORBEUGEN

In der ländlichen Provinz Chiang Rai setzt sich ADRA dafür ein, Menschenhandel zu verhindern und vorzubeugen. Ein wichtiger Faktor hierbei ist die Aufklärung und Prävention, sodass die Bewohner des Projektgebiets weniger anfällig für die Versprechungen und Absichten der Menschenhändler sind. ADRA informiert die Familien und Kinder über die Bedeutung des Besuchs einer Schule und die Risiken von Menschenhandel. Jugendarbeiter arbeiten hierfür mit gefährdeten Personen zusammen, um deren Bewusstsein zu schärfen und sich deren Problemen anzunehmen. In Form von Schulkampagnen soll erreicht werden, das Selbstvertrauen der Kinder und Jugendlichen und deren Bewusstsein für gefährliche Situationen zu schärfen. In einem Mädchenheim bietet ADRA denjenigen Mädchen einen sicheren Zufluchtsort, die bereits Opfer von Menschenhandel wurden oder gefährdet sind. An diesem Ort können die Heranwachsenden eine Schule besuchen, erhalten psychologische Betreuung und haben mit einem Schulabschluss Chancen auf eine Arbeitsstelle.

Um Kinderrechte zu stärken und Menschenhandel zu bekämpfen, erforscht das Projekt in seiner aktuellen Phase außerdem die Komplexität und politischen Ursachen des Menschenhandels in der Chiang Rai Provinz, insbesondere in Bezug auf Minderheiten.

Projektlaufzeit: 01.07.15 – 01.07.2021