Nach anhaltenden, schweren Regenfällen und starken Zyklonen im südlichen und zentralen Landesteil von Mosambik hat die Regierung am 16. Januar den landesweiten Notstand ausgerufen. Die massiven Wassermassen haben weite Teile der betroffenen Regionen Gaza, Maputo und Sofala überflutet und dabei schwere Schäden an häufig aus Lehm bestehenden Häusern, landwirtschaftlichen Flächen und wichtiger Infrastruktur verursacht. Bislang wurden gemeldet: 616.720 betroffene Menschen, 71.560 überflutete Häuser, 743 komplett zerstörte und 2.867 teilweise zerstörte Häuser, 91 Notunterkünfte beherbergen rund 94.600 Menschen und es gibt mindestens 123 bestätigte Todesopfer.
ADRA-Projekt Kuvikela betroffen
Im Gebiet des Projektes Kuvikela von ADRA Deutschland e.V. sind rund acht Hektar landwirtschaftlicher Flächen von zehn Farmer Field Schools stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Farmer Field Schools (FFS) sind ein partizipatives Lernkonzept für Kleinbauern. Sie dienen der praxisnahen Wissensvermittlung in der Landwirtschaft. In den Gemeinden Machangulo, Zitundo, Bela Vista und KaNyaca im Distrikt Matutuine sind jeweils mehrere FFS überflutet: Zwei in Machangulo, drei in Zitundo, drei in Bela Vista und zwei in KaNyaca. Dadurch sind 109 Projektteilnehmer unmittelbar betroffen, deren Felder in der Nähe ebenfalls überschwemmt wurden. Bei auf Feuchtigkeit empfindlich reagierenden Kulturpflanzen wie Erdnüssen und Mais droht dadurch ein vollständiger Ernteausfall.
Das über den Blue Action Funds geförderte Projekt Kuvikela wird von ADRA Deutschland e.V. gemeinsam mit den Partnern Peace Parks Foundation, ADRA Mosambik, Associação do Meio Ambiente(AMA) und Livaningo umgesetzt. Es zielt auf die Anpassung an den Klimawandel in der Schutzzone Maputo ab. Es fördert klimaangepasste Anbaumethoden, Aquakultur und stärkt die Resilienz in 20 Gemeinden der Regionen Matutuine sowie KaNyaka. Seit Juni 2022 werden in dem Projekt verschiedene Strategien umgesetzt, um sandige Böden durch Techniken wie Kompostierung zu verbessern und Ernteerträge zu steigern. Das stärkt das Einkommen der Menschen in der Region durch einfach umsetzbare, nachhaltige Anbaumethoden.
Konkrete Auswirkungen auf Landwirtschaft und Aquakultur
In Machangulo, Inhaca und Bela Vista sind 16 Gemüseanbauflächen überflutet, was zu Wachstumsverzögerungen und Ertragsausfällen führt. Bei Fischereiprojekten wie der Tilapia-Zucht in den Lagunen Mucombo und Mhala sind die Plattformen der Zuchtstationen teilweise überschwemmt und die Fischgehege durch Wind beschädigt worden. Die Überwachung der Fischgesundheit in der Zuchtanlage ist derzeit nur noch sehr eingeschränkt möglich. Vollständig zerstört wurde die Fischzuchtstation in Chokwe, in der Fingerlinge als Futterfische gezüchtet wurden.
Schadensanalyse und erste Maßnahmen angelaufen
ADRA hat seinen Nationalen Notfallplan (NEMP)aktiviert und unterstützt besonders betroffene Familien in der Provinz Gaza nördlich der Hauptstadt Maputo mit Gutscheinen, die sie bei lokalen Händlern für dringend benötigte Waren einlösen können. Parallel entsendet ADRA-Fachkräfte in die besonders betroffenen Gebiete, die sich an gemeinsamen Schadens- und Bedarfsanalysen beteiligen und aktuelle Informationen aus den Provinzen Gaza, Sofala und Zambezia sammeln. ADRA arbeitet eng mit dem staatlichen Katastrophenschutz sowie in mehreren humanitären Koordinationsgruppen und internationalen Partnern zusammen. Koordiniert werden Maßnahmen wie Ernährungssicherung, Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH), Unterkunft und Schutz.
Auch Freiwillige des weltwärts-Programme betroffen
In der Projektregion sind auch zwei deutsche Freiwillige betroffen, die mit ADRA über das Programm weltwärts des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für ein Jahr in der Region tätig sind. Beide sind vom Wasser eingeschlossen und derzeit wird mit ADRA und dem Auswärtigen Amt koordiniert, beide gemeinsam mit anderen Menschen im überfluteten Gebiet per Boot in eine sichere Region zu bringen.
Fynn, einer der beiden, berichtet: „Heute ist in Macaneta die Überschwemmung angekommen und die Situation ist etwas angespannt. Man kommt nur über eine Brücke nach Macaneta, diese ist gerade überschwemmt und der dahinterliegende Kreisverkehr auch, weshalb ich gerade auch nicht von der Arbeit zurück nach Hause komme.“
Ihre Spende unter dem Stichwort „Nothilfe“ kann in Krisensituationen wie diesen, hier zum Beispiel beim Wiederaufbau der überschwemmten Farmer Field Schools und Fischzuchtanlagen, entscheidende Hilfe leisten. Dank Ihrer Unterstützung können wir Saatgut, Werkzeuge und Material für landwirtschaftliche Flächen bereitstellen sowie langfristig die Resilienz der betroffenen Gemeinden stärken. Spenden können Sie auf das Spendenkonto ADRA Deutschland e.V., IBAN DE36 3702 0500 0007 7040 00 oder unter adra.de/spenden.