Vanuatus schweres Erwachen nach dem Wirbelsturm ‚Harold‘

Welche Folgen hat ein solcher Zyklon für die Menschen und die Natur? Wie sieht die Zeit nach der Katastrophe aus? Neuigkeiten aus den betroffenen Inseln sind uns von ADRA Vanuatu in den letzten Tagen gekommen.

Am sechsten April traf ein tropischer Wirbelsturm mit voller Wucht den Inselstaat Vanuatu. Mit einer Windgeschwindigkeit von bis 215 Kilometer pro Stunde[1] fegte der tropische Wirbelsturm über Vanuatu und später dann über Fidschi hinweg. Die Weltorganisation für Meteorologie stufte den Wirbelsturm als sehr gefährlich ein mit einem Wert von 5 auf einer Gefährlichkeitsskala von 1 bis 5. Ein Wert von fünf auf der Skala bedeutet einen Hurrikan der schlimmsten Sorte.[2]

Vanuatu, berühmt für seine schöne Strände, ist an manchen Orten nur noch Trümmerfeld. Die Menschen sind noch fassungslos über den Zyklon, der sie Anfang April heimsuchte. Viele Gebäude sind eingestürzt. Der starke Wind löste Überschwemmungen aus, die zusätzliche Schäden anrichteten. Aktuelle Schätzungen der Regierung zufolge haben mehr als 160.000 Menschen ihr Zuhause verloren und zwei Menschen sind an den Folgen der Naturkatastrophe gestorben. Einige Krankenhäuser auf den Hauptinseln wurden ebenso beschädigt, sodass den Menschen nur eine begrenzte medizinische Versorgung gewährleistet werden kann. Die Menschen müssen im Alltag auch wegen einer Nahrungsmittelknappheit um ihr Überleben kämpfen: Die Ernten wurden fast vollständig zerstört.

Mitarbeiter und freiwillige Helfer verteilen Hilfsgüter auf Vanuatu

Von Anfang an stand ADRA den Menschen auf Vanuatu zur Seite. Aktuell arbeitet ADRA eng mit der einheimischen Regierung und der Kirche zusammen, um das Leid der Menschen zu verringern. Trinkwasser, Nahrungsmittel und Material zum Wiederaufbau werden dringend benötigt. Die Soforthilfe von ADRA vor Ort umfasst unter anderem zahlreiche WASH-Maßnahmen und die Bereitstellung von Notunterkünften. WASH-Maßnahmen zielen darauf ab, den Menschen einen Zugang zu sauberem Trinkwasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene zu ermöglichen. Dafür wurden hauptsächlich Hygienematerialen verteilt. Wasserpumpen, die die Bevölkerung normalerweise mit Trinkwasser versorgen, werden im Augenblick repariert. Nahrungsmitteln werden verteilt, um den Hunger auf den Inseln zu reduzieren.

Eine effektive Antwort auf die Naturkatastrophe zu geben ist in Zeiten von Corona nicht einfach. Auch wenn offiziell auf dem Inselstaat niemand vom Virus infiziert wurde. Dennoch gilt die Ausgangssperre auch dort weiterhin und die Grenzen zur Außenwelt bleiben bis auf weiteres geschlossen. Die Einschränkungen wurden nun gelockert: Männer dürfen beim Wiederaufbau helfen, Frauen und Kinder sollen aber weiterhin in den Notunterkünften bleiben. Die Regierung auf Vanuatu erhält Hilfe aus Neu Seeland und hat ihre Grenzen für die ankommenden Waren kurzfristig geöffnet. Der Weg bis zur kompletten Erholung wird noch andauern. Aber nichts ist unmöglich!

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[1] Zuerst wurde von einer höheren Windgeschwindigkeit ausgegangen. ADRA Vanuatu hat ihre ursprüngliche Einschätzungen nun auf 215 K/h korrigiert.

[2] https://public.wmo.int/en/media/news/tropical-cyclone-harold-challenges-disaster-and-public-health-management.