(Über)Leben im Krieg

Millionen Familien weltweit sind tagtäglich von Krieg, Gewalt und Verfolgung bedroht. Wie muss es sich anfühlen, aus Angst vor neuen Angriffen nicht mehr ruhig schlafen zu können? Wie erklärt ein Vater seinen Kindern, dass sie nun in einem Flüchtlingscamp leben müssen? Gibt es so etwas wie Alltag im Krieg? Zwei Beispiele zeigen, wie ADRA Menschen in solchen Situationen unterstützt.

Die Zahl der Menschen, die vor Krieg, bewaffneten Konflikten und Verfolgung fliehen, war noch nie so hoch wie heute. Über 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Manche von ihnen fliehen innerhalb ihres Landes, andere suchen Schutz außerhalb der Landesgrenze. Doch egal wo die Betroffenen Schutz suchen oder ausharren, ihre Seelen sind von den Erlebnissen gezeichnet. Viele sind traumatisiert, Kinder kennen kein anderes Leben als zwischen Terror, Verfolgung, Flucht, Schießereien und unermesslichem Leid. Ihr Alltag ist geprägt von Perspektivlosigkeit, da viele Kriege und Konflikte bereits über einen langen Zeitraum andauern. Ein unvorstellbarer Zustand im Vergleich zum wohlbehüteten Leben in Deutschland.

(Über)Leben im Krieg – wenn Flucht die einzige Option ist

Zwei Menschen, die das Leben im Krieg kennen und nur in der Flucht einen Ausweg sahen, ist die von Odey und Marwa aus der syrischen Hauptstadt Damaskus. „Es gibt keine Sicherheit in Damaskus. Jeder kann dich jederzeit töten, ohne irgendwelche Konsequenzen zu fürchten“, sagt Odey, gelernter Elektriker. Die Flucht war für ihn und seine damals schwangere Frau Marwa lebensgefährlich. Ihr Weg führte sie dabei über die Berge. Bereits an der Grenze hätten laut Odey türkische Grenzposten auf ihre Gruppe geschossen. Schließlich in der Türkei angekommen, mussten sie für zwei Tage ins Gefängnis. Mit dem Boot sind sie schließlich auf die griechische Insel Chios gelangt.

16 Tage mussten sie auf dem Gehsteig schlafen, da das dortige Lager überfüllt war – und das, obwohl Marwa hochschwanger war. Dann kamen sie in das von ADRA betriebene Transit Camp in Kato Milia. Dort sind mittlerweile 250 Menschen in beheizbaren Wohncontainern mit jeweils eigener Stromversorgung, Küchenzeile und sanitären Anlagen untergebracht. Seit fünf Monaten leben die beiden nun dort und hoffen, dass sie mit ihrer kleinen Tochter bald in eine Wohnung in der Stadt ziehen können.

Lernen im Krieg: Nachhaltige Bildung im kriegsgeschüttelten Somalia

Der seit 1991 andauernde Bürgerkrieg in Somalia hat zur vollständigen Zerstörung des Bildungssektors geführt. Ein niedriger Bildungsstand der Bevölkerung ist das Resultat – und führt zu einem Armutskreislauf. Seit fast 20 Jahren engagiert sich ADRA in Somalia ganzheitlich im Bereich Bildung. Dabei ist das Zusammenspiel unterschiedlicher Komponenten erforderlich: Die Reintegration von Vertriebenen- und Rückkehrerfamilien in das Bildungssystem, die Ausbildung von Lehrern und der Bau von sogenannten Modellschulen, um der somalischen Bevölkerung weitere Bildungseinrichtungen zur Verfügung zu stellen und eine geeignete Lernumgebung zu schaffen. Hierzu gehört auch die Bereitstellung von Möbeln, Computern sowie Lehr- und Lernmaterialien. Um die schulische Infrastruktur wiederaufzubauen, bedarf es der engen Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Institutionen.

Ihre Spende hilft ADRA dabei, Menschen in Kriegsgebieten und auf der Flucht vor Gewalt und Verfolgung zu unterstützen, zu versorgen und eine Perspektive zu bieten – unter dem Stichwort „KRIEG“ auf dem >Online-Spendenformular.