Humanitäre Prinzipien in der Ukraine

ADRA ist in großer Sorge um die Menschen, die von dem bewaffneten Konflikt in der Ukraine betroffen sind. Gemeinsam mit anderen Organisationen werden wir weiterhin Unterstützung für die Menschen leisten und appellieren an die Weltgemeinschaft, dafür zu sorgen, dass die humanitären Prinzipien in der Ukraine und den umliegenden Ländern eingehalten werden.

Nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) sind bereits mehr als zwei Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen. Der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge Filippo Grandi spricht von der am schnellsten wachsenden Flüchtlingskrise in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Hinzu kommen schätzungsweise 6,7 Millionen Menschen, die innerhalb des Landes vertrieben wurden. Das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten schätzt, dass insgesamt 18 Millionen Menschen von dieser Notlage betroffen sein werden.

Die aktuelle Eskalation führte zu einer Massenflucht in die Nachbarländer Polen, Slowakei, Rumänien, Ungarn und Moldawien. Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Zahlen der Geflüchteten weiter steigen, sollte der Krieg fortgeführt werden. Zivile Infrastruktur und öffentliche Dienstleistungen (Wasserversorgung, Elektrizität, Heizung, Gesundheitsversorgung, soziale Dienste) stehen schon jetzt unter Druck und sind teilweise zusammengebrochen. Die Zivilbevölkerung trägt die Konsequenzen
dieses Krieges.

Wir fordern den uneingeschränkten Zugang humanitärer Helfer und Helferinnen und die Einhaltung des humanitären Völkerrechts, als auch den Schutz der Zivilbevölkerung vor jeglicher Art der Gewalt. Wir fordern die friedliche Beendigung des Krieges, um weiteres Leid zu verhindern.

ADRA Deutschland e.V.

Die Ausweitung und Eskalation des Krieges führen zu enormen zusätzlichen humanitären Bedarfen. Schon vor den jüngsten Entwicklungen waren 2,9 Millionen Menschen in der Ostukraine auf humanitäre Hilfe angewiesen. Es hat sich als schwierig erwiesen, den Schutz der Zivilbevölkerung nach humanitären Grundsätzen zu gewährleisten, da der Zugang und die Verteilung von Hilfsgütern begrenzt sind. Für uns als humanitäre Organisation gilt der Imperativ zu helfen. Wir fordern den uneingeschränkten Zugang humanitärer Helfer und Helferinnen und die Einhaltung des humanitären Völkerrechts, als auch den Schutz der Zivilbevölkerung vor jeglicher Art der Gewalt. Wir fordern die friedliche Beendigung des Krieges, um weiteres Leid zu verhindern.

Die humanitären Prinzipien Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit erlauben es uns nicht, auszuwählen wer Hilfe empfängt und wer nicht. Es ist unsere moralische Pflicht, allen Menschen in Not zu helfen. In der Ukraine und in ähnlichen Situationen in unserer Welt gilt das humanitäre Völkerrecht, das in dieser schwierigen Zeit nicht vergessen werden darf. Die prinzipientreue humanitäre Hilfe muss auf der ganzen Welt gewährleistet sein. 

ADRA Teams vor Ort

Wir werden auch weiterhin auf die Bedürfnisse der Menschen reagieren. Mit der Beteiligung von Freiwilligen leisten die ADRA-Teams aus ganz Europa derzeit humanitäre Hilfe in der Ukraine, in den Nachbarländern und in den Aufnahmegemeinschaften.

Unsere Aktivitäten umfassen:

  • Transport und Verteilung von humanitärer Hilfe (Nahrungsmittel und andere Güter)
  • Bargeldunterstützung
  • Verteilung von Willkommenspaketen an den Grenzen und in den Aufnahmegemeinden
  • Unterbringung von Geflüchteten
  • Transport von Geflüchteten
  • medizinische Grundversorgung
  • Gesundheitschecks
  • Betreuung von Kleinkindern und Babys
  • Bildung
  • Schutzmaßnahmen (wie sichere Orte für Frauen und Kinder)
  • Betreuung von älteren und behinderten Menschen
  • Psychosoziale Unterstützung (persönlich und online)
  • Rechtsberatung
  • Unterstützung für Gastfamilien

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