Widerstand gegen die Dürre – ADRA unterstützt Menschen in Äthiopien

Die Mehrheit der Bevölkerung in der Region Afar in Äthiopien lebt unterhalb der Armutsgrenze. Die Gegend gehört klimatisch zu einem der weltweit heißesten Gebiete und ist durch geringen Niederschlag, karges Ackerland und beschränkten Zugang zu Wasser gekennzeichnet. Viele Menschen leben von der Viehhaltung. Weil chronische Dürren die Lebensgrundlage der Bewohner bedrohen, stärkt ADRA ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber klimabedingter Ernährungsunsicherheit.

Viele Bewohner im genannten Gebiet sind Hirtennomaden und verdienen ihren Lebensunterhalt mit Viehhaltung. Die Tierbestände stellen für den Großteil der Hirtennomaden unerlässliche Nahrungs- und Einkommensquellen dar. Die Gesundheit der Tiere spielt für die wirtschaftliche Stabilität der Bevölkerung eine wichtige Rolle. In den vergangen Jahren wurden die Dürren in der Region immer drastischer – Wasserknappheit, Ernteausfälle, schwindende Weideressourcen und schrumpfender Viehbestand sind die Folgen. Vor allem ziehen die ausgedehnten Trockenperioden in Kombination mit vorhandenen und neu entstehenden Viehseuchen weitere Krankheits- und Todesfälle bei Tieren nach sich. Die Weide- und Wasserknappheit wirkt sich negativ auf die Nahrungsmittelversorgung und die Gesundheit der Menschen aus. Häufig müssen sie Hungerperioden durchleiden.

Widerstandskraft stärken

ADRA stärkt die Widerstandskraft der Betroffenen gegenüber klimabedingter Nahrungsmittelknappheit. Mit Hilfe von Kleinbewässerungsanlagen, verbesserten landwirtschaftlichen Techniken und der Nutzung anderer Futtersorten wird die Produktion in der Landwirtschaft und Viehhaltung gesteigert. Verödetes Weideland wird durch das Einsäen verbesserter Saatgutsorten wieder nutzbar gemacht. Durch das Anlegen von Obst- und Gemüsegärten und die anschließende Ernte wird die Ernährung der Menschen abwechslungsreicher. ADRA verbessert darüber hinaus den Zugang zu Veterinärdiensten, sodass Tierkrankheiten reduziert werden und der Bestand gesichert wird. Wasserentnahmestellen und Wasserspeicher wirken der Wasserknappheit entgegen.

Katastrophenvorsorge fördern

Um die Bewohner für die Zukunft zu wappnen, stärkt ADRA die lokale Katastrophenvorsorge in Form von Schulungen, der Errichtung von Frühwarnsystemen und Notfallplänen sowie durch die Aufstockung der Viehbestände. Die herrschende Jugendarbeitslosigkeit bekämpft ADRA durch Schulungen im Bereich Kleinstunternehmertum. Bei Gründung von Kleinunternehmen werden Businesspläne erarbeitet, Startkapital bereitgestellt und Kredit- und Vertriebsgenossenschaften gestärkt. So können sich die Menschen weitere Einkommensmöglichkeiten schaffen.

Projektlaufzeit: 01.10.16 – 31.12.21

Dieses Projekt wird gefördert durch 

Wasser – Quell des Lebens

Im Bundesdurchschnitt ist in den letzten 25 Jahren der Trinkwasserverbrauch pro Kopf und Tag um fast 25 Liter auf derzeit 121 Liter gesunken. Trinkwasser ist in Deutschland reichlich vorhanden, allerdings haben weltweit Millionen Menschen keinen Zugang zu ausreichend sauberem Wasser, nicht einmal zu den 2,5 Litern, die ein gesunder Mensch täglich zum Überleben benötigt. Anlässlich des Weltwassertags möchte ADRA auf die Situation der Betroffenen aufmerksam machen.

Ausbleibender Regen, niedrige Grundwasserpegel und fehlende Wasserspeicher im Boden führen in vielen Regionen der Erde zu massiven Problemen. Besonders ländliche Gebiete liegen bezüglich der Wasserversorgung oft hinter den Städten zurück. Die Betroffenen müssen teilweise weite Strecken zurücklegen, um örtliche Wasserquellen, die häufig verunreinigt sind, zu nutzen. Um nicht zu verdursten sind diese Menschen gezwungen, das verschmutzte Wasser zu trinken. Die Folge sind schwere Krankheiten. In Kombination mit der durch den Wassermangel einhergehenden Unterernährung sowie mangelnder Hygiene kann dies tödlich enden.

Da in vielen Kulturen die Frauen und Kinder für das Wasserholen zuständig sind, ist der unzureichende Zugang zu Wasser auch mitverantwortlich für mangelnde Bildungschancen. Wegen des hohen Zeitaufwandes können sie nicht am Schulunterricht teilnehmen. In manchen Ländern werden Mädchen wegen fehlender sanitärer Anlagen der Schule verwiesen. Während es hierzulande selbstverständlich ist, dass sauberes Wasser aus dem Hahn kommt, bedroht das Wasserholen die Sicherheit von Mädchen und Frauen, denn nicht selten werden sie auf dem Weg zur Wasserquelle auf schwer einsehbarem Gelände überfallen und vergewaltigt. Durch das Tragen der schweren Lasten wird auch die Gesundheit der Frauen und Kinder gefährdet.

ADRA VERSORGT DIE BETROFFENEN MIT TRINKWASSER

Im Rahmen der Ende 2015 in Kraft getretenen „Sustainable Development Goals“ (SDGs) streben die Vereinten Nationen an, bis zum Jahr 2030 weltweit für alle Menschen den Zugang zu Wasser und Sanitärversorgung möglich zu machen. Um die herrschenden Missstände zu beheben, setzt sich auch ADRA im Bereich der Trinkwasserversorgung ein. In den vergangenen Jahren hat ADRA Deutschland einen Schwerpunkt im sogenannten WASH-Sektor (Water, Sanitation and Hygiene) gesetzt. Hier werden der Zugang zu sauberem Trinkwasser, die Verbesserung der sanitären Bedingungen und Trainings im Hygienebereich miteinander verbunden. Darüber hinaus verfügt ADRA Deutschland über eine Wasseraufbereitungsanlage, die vor allem nach Katastrophen zum Einsatz kommt. Mithilfe dieser Anlage können Betroffene im Katastrophengebiet mit Trinkwasser versorgt werden. Die Anlage produziert stündlich rund 4000 Liter Wasser.

Derzeit führt ADRA in Pakistan, Vanuatu, Laos, Äthiopien und Honduras Projekte zur verbesserten Wasserversorgung durch. Durch den Bau von Sanitäreinrichtungen und Brunnen, der Installation von Wasserversorgungssystemen, der Wissensvermittlung im Hygienebereich und die Zurverfügungstellung von Wasserfiltern verbessert ADRA das Leben der Betroffenen.