action medeor und ADRA helfen im Jemen: 28,5 Tonnen Medikamente sind bereits angekommen

Seit mehr als drei Jahren herrscht im Jemen ein erbarmungsloser Krieg. Die Gesundheitsversorgung ist zusammengebrochen. Mehr als 22 Millionen Menschen hungern und können medizinisch nicht versorgt werden. action medeor hat alleine in diesem Jahr bereits sieben Container medizinischer Hilfsgüter mit einem Gesamtgewicht von 34,5 Tonnen auf den Weg gebracht.

Den Großteil dieser Hilfe – 28,5 Tonnen – lieferte action medeor an die Partnerorganisation ADRA im Jemen. „Enthalten sind Schmerzmittel, Antibiotika, Mittel gegen Durchfallerkrankungen, aber auch Wasserfiltersysteme, zum Schutz vor Krankheiten durch verunreinigtes Wasser“, sagt Dirk Angemeer, Leiter der Medikamentenhilfe von action medeor. „Zwischenzeitlich waren die Transportwege gesperrt, doch momentan ist ein Zugang über den Seeweg möglich, sodass wir unsere Lieferungen jetzt ins Land bringen können.“

Vor Ort sorgt ADRA für die sichere Verteilung der Medikamente an Krankenhäuser. ADRA ist die zweitgrößte Hilfsorganisation im Jemen, betreibt selbst ein Krankenhaus und unterstützt mit medizinischen Einsatzteams weitere medizinische Einrichtungen.

„Jemen ist von Importen abhängig. Durch die aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen laufen wir in den von uns unterstützten Krankenhäusern und Gesundheitsstationen kontinuierlich Gefahr, selbst für die notwendigste Versorgung der Zivilbevölkerung keine Medikamente mehr zur Verfügung zu haben. Die Zusammenarbeit mit action medeor ist daher essentiell für den Erfolg unserer Arbeit vor Ort.“, so Nikolaus Kirchler, ADRA Deutschland Nothilfekoordinator für den Jemen.

Bereits im vergangenen Jahr leisteten action medeor und ADRA gemeinsam medizinische Hilfe im Jemen. Als Bündnispartner bei Aktion Deutschland Hilft koordinieren die Organisationen ihre Arbeit, um gemeinsam schnell und effizient helfen zu können.

„Lebensgefährliche Infektionskrankheiten breiten sich rasend schnell aus, wenn die Menschen nicht direkt behandelt werden können“, so Angemeer. Er koordiniert die Hilfslieferungen von Tönisvorst aus. „Dafür müssen wir zuverlässige Logistikdienstleister finden, Zollbestimmungen berücksichtigen und den Weitertransport vor Ort sicherstellen“, so Angemeer. „Die Krankenhausapotheken sind leer, die Ärzte haben fast nichts, um zu helfen.“

Um für einen sicheren Ablauf zu sorgen, versendet Dirk Angemeer die Fracht jedoch in zeitlichen Abständen. In den nächsten Wochen wird action medeor weitere große Hilfslieferungen vorbereiten. „Die Sicherheitslage erschwert die Arbeit für die Hilfsorganisationen vor Ort“, so Angemeer, „wir sind froh, dass wir einen Weg gefunden haben, die Krankenhäuser kontinuierlich und zuverlässig zu versorgen.“

Um im Jemen medizinische Hilfe leisten zu können, benötigt ADRA Ihre Unterstützung: IBAN: DE87660205000007704000, BIC: BFSWDE33KRL oder per Online-Spende unter www.adra.de/spendenformular .

Solidarität mit der ungarischen Zivilgesellschaft

ADRA Deutschland e.V. solidarisiert sich mit Nichtregierungsorganisationen und Verteidigern der Menschrechte in Ungarn.

In einer gemeinsam veröffentlichen Stellungnahme erklären die unten angeführten Organisationen ihre Unterstützung und Solidarität für Nichtregierungsorganisationen und Menschenrechtsverteidiger in Ungarn. Nachfolgend die Erklärung im Wortlaut:

Am 13. Februar legte die ungarische Regierung dem Parlament den Entwurf für ein neues Gesetzespaket vor, das aus insgesamt drei Gesetzesvorschlägen besteht. Die vorgeschlagenen Gesetze würden ungarische zivilgesellschaftliche Organisationen noch stärker als bisher in ihrer Arbeit behindern. Unter den neuen Bestimmungen müssten Nichtregierungsorganisationen, die „Migration fördern“, für ihre Arbeit künftig eine staatliche Sicherheitsfreigabe und eine Genehmigung einholen. Die Gesetze würden zudem bedeuten, dass die betroffenen Organisationen auf alle ausländischen Finanzmittel, die vermeintlich der „Förderung der Migration“ dienen, eine Steuerleistung in Höhe von 25 Prozent erbringen müssten. Tun sie dies nicht, so müssen sie mit astronomischen Geldstrafen, dem Bankrott oder gar ihrer Auflösung rechnen.

All dies geschieht vor dem Hintergrund einer ungarischen Zivilgesellschaft, die ohnehin bereits erheblichen Einschränkungen unterliegt und verstößt gegen die völkerrechtlichen Verpflichtungen des Landes, die Rechte auf Versammlungsfreiheit, freie Meinungsäußerung und Freizügigkeit zu schützen.

Wir sind der Überzeugung, dass das vorgeschlagene Gesetzespaket der jüngste Versuch der ungarischen Regierung ist, die legitime Arbeit zivilgesellschaftlicher Gruppen, die sich für die Menschenrechte einsetzen, Rechtshilfe und soziale Dienste bereitstellen und in der Presse oder im Internet abweichende Meinungen äußern, noch weiter zu beschneiden.

Als Verfechter von Rechten und Freiheiten bestehen wir darauf, dass Menschen stets ihre Ansichten äußern dürfen, ohne dafür angegriffen, bedroht oder inhaftiert zu werden. Eine offene Diskussion über Regierungsführung und -politik ist unverzichtbarer Bestandteil einer jeden Gesellschaft. Menschenrechtler dürfen für ihre von Zeit zu Zeit kritischen Ansichten nicht kriminalisiert werden. Menschenrechtsverteidiger sollten durch Gesetze geschützt und nicht durch repressive Regelwerke unterdrückt werden.

Menschenrechtsverteidiger sorgen dafür, dass die Rechte von Personen in ihrer Umgebung und in ihrem Land gewahrt werden. Dadurch schützen sie diese Rechte weltweit. Oftmals sind Menschenrechtler die letzte Bastion, wenn es um die Verteidigung einer freien und gerechten Gesellschaft geht, häufig nehmen sie für diese Arbeit enorme persönliche Risiken auf sich.

Wir bekunden unsere Solidarität mit der Zivilgesellschaft und allen Menschenrechtsverteidigern in Ungarn. Das sind mutige Menschen, die sich für eine gerechtere Gesellschaft einsetzen. Ohne ihren Mut gäbe es in dieser Welt weniger Gerechtigkeit und Gleichheit.

Wir fordern das ungarische Parlament daher auf, das gesamte vorgeschlagene Gesetzespaket abzulehnen und dafür zu sorgen, dass Nichtregierungsorganisationen und Menschenrechtler ungehindert ihrer Arbeit nachgehen können, statt gezwungen zu sein, sich gegen derartige Angriffe zur Wehr zu setzen.

>> Link zur Liste der unterzeichnenden Organisationen