ADRA verbessert die Ernährungssituation für Andenbauernfamilien in Peru

Der Anbau von Quinoa und anderen Andenkörnern hat eine lange Tradition. Sie werden seit 6000 Jahren vor allem in Bolivien, Ecuador und Peru angebaut und dienen als Grundnahrungsmittel. Doch auf den Märkten bringen die Körner kaum etwas ein. ADRA verhilft Kleinbauern und ihren Familien in Peru mit umfassenden Maßnahmen zu einer gesunden andenkörner-basierten Ernährung.

Quinoa, Canihua und andere Andenkörner sind kleine Kraftpakete mit wertvollen Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen und essentiellen Aminosäuren. Diese Fuchsschwanzgewächse gehören nicht zu den Getreidesorten und sind daher glutenfrei. Quinoa gehört zu den besten pflanzlichen Eiweißquellen der Welt. Andenkörner wachsen und gedeihen sogar in hochgelegenen Gebieten bis 4200 Metern, auf wenig fruchtbaren Boden sowie bei Hitze und Trockenheit gut. Die spanische Eroberung brachte eine Wende für die Kleinbauern. Sie verboten den Anbau des einheimischen „Teufelszeugs“ und führten Rinderhaltung und Weizenanbau ein. Das empfindliche Ökosystem der Andenregion hielt dem Wandel nicht stand. Die Böden erodierten und die ausgelaugten Felder brachten den Kleinbauern kaum Erträge ein. Für die Wildsorten der Quinoa, die die spanische Conquista überdauerten, gab es keinen Markt. Zudem ist die Verarbeitung sehr aufwändig, denn die Stauden müssen nach der Ernte getrocknet, von Hand ausgeklopft und die Körner herausgelesen werden. Vor dem Verzehr werden die Körner mehrmals gewaschen, um die Bitterstoffe zu entfernen. Eine weitere Schwierigkeit, mit der die Kleinbauern zu kämpfen haben, sind die seit Jahren stärker werdenden Kälteeinbrüche. Hatten die zwei vorherigen Generationen nur alle drei bis viere Jahre Minusgrade zu erwarten, müssen jetzige Bauern jedes Jahr mit Frost rechnen. Ausgelaugte Böden und Frost bringen die Ernten und damit die Versorgung ihrer Familien mit Nahrung und Einkommen in Gefahr.

Nachhaltige und vielfältige Landwirtschaft

Der von ADRA unterstützte Bezirk Caminaca in der peruanischen Region Puno weist eine Armutsrate von 85,8 Prozent auf. 55,9 Prozent der Bevölkerung lebt in extremer Armut. ADRA entwickelt mit 400 Familien Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität der Andenkörnerernte. Das steigert die Menge für den Selbstverbrauch in den Familien und für den Verkauf. Mit höheren Erlösen können die Kleinbauern ihre Familien mit ergänzende Nahrungsmitteln wie Obst oder Fisch versorgen. Verbessertes Saatgut erzeugt eine höhere Qualität der angebauten Produkte und einen höheren Preis auf den Märkten. Gleichzeitig werden die Kapazitäten von kleinbäuerlichen Kooperativen zur Nutzung von Verarbeitungsanlagen gestärkt. Zur Sicherstellung der Bewässerung der Felder in Trockenzeiten werden röhrenförmige solarbetriebene Brunnen aufbereitet. Bei einem funktionierenden Bewässerungssystem können die Kleinbauern zweimal im Jahr ernten. In 12 kleinen Vereinen erhalten Frauen Bildungsangebote, um ihnen Führungsaufgaben zu übertragen. Die Produkte der Andenbauern werden für den Biohandel und Fair Trade-Markt vorbereitet. Insgesamt kommt dieses Projekt 2400 Personen zugute.

 

 Projektlaufzeit: 01.12.17 – 31.05.20

Dieses Projekt wird gefördert durch 

ADRA hilft nach Flut-Katastrophe in Peru

Anhaltende Regenfälle haben in Peru zu schweren Überflutungen geführt. Hunderttausende Menschen sind von der Katastrophe betroffen und mussten evakuiert werden. Strom- und Wasserversorgung wurden unterbrochen. Mehr als 70.000 Menschen haben ihre Häuser verloren. Mindestens 72 Menschen wurden getötet. Durch das starke Gefälle zwischen Anden und Küsten entstanden reißende Ströme, die zu zahlreichen Erdrutschen geführt haben.

ADRA hat gemeinsam mit anderen lokalen NGOs 84.212 Kilogramm Hilfsgüter und 31.527 Kilogramm Kleidung verteilt, die über Spendenaufrufe in den lokalen Medien gesammelt wurden. 36.150 Liter Wasser in Zisternen wurden in Media Mundo, im Distrikt José Leonardo Ortiz (Region Lambayeque) ausgegeben. Zusätzlich sind 35.736 Liter Wasser in Flaschen in acht städtischen und ländlichen Bezirken in den Regionen Lambayeque und Lima verteilt worden.

Zudem versorgte ADRA 2.900 Familien mit 5.300 Lebensmittelrationen und 8.909 Kilogramm ergänzenden Lebensmitteln in den Distrikten La Tinguiña, San José de Los Molinos, Chaclacayo, Chosica Metropolitan of Lima, Santa Eulalia, Ricardo Palma, Pimentel, Jayanca, Chiclayo, La Victoria und José Leonardo Ortiz.

Wetterextreme häufen sich

Es ist nicht das erste Mal, dass Peru von extremen Überflutungen getroffen wird. Das Land kämpft seit Jahren mit schwankenden Wetterbedingungen, die unter anderem durch die Klimaphänomene „El Niño“ und „La Niña“ ausgelöst werden.