Erdbeben in Albanien: Die Hilfe läuft an!

So schlimm wie diesen Dienstag war es noch nie. Albanien hat in den letzten zwei Jahren häufiger Erdbeben erlebt, das Beben von Dienstag war das schwerste Erdbeben seit 1926.

In den frühen Morgenstunden traf ein Erdbeben der Stärke 6,4 den Balkanstaat. Die Auswirkungen waren bis nach Italien zu spüren. Nach offiziellen Angaben sind 23 Menschen ums Leben gekommen und über 600 Verletzt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt oder beschädigt. Auch ein Projekt von ADRA Deutschland ist betroffen.

Die Roma-Gemeinschaft in der Stadt Fushe Kruja, nahe des Epizentrums des Bebens, ist auch betroffen. Von elf Familien ist ihr zu Hause so stark zerstört, dass sie die Nacht im Freien, draußen in der Kälte, verbringen mussten. Insgesamt sind 43 Familien auf Hilfe angewiesen. ADRA nimmt sich der marginalisierten Minderheit der Roma besonders an und versorgt die Familien mit Essen, Zelten, Kleidung, Matratzen und Decken. Neben der Nothilfe beginnen parallel weitere Bedarfsanalysen, um den genauen Hilfebedarf zu ermitteln und die betroffenen Familien zielgerichtet zu versorgen.

Bitte unterstützen Sie die Nothilfe für Albanien mit einer Spende unter dem Stichwort „Erdbeben Albanien“. Mehr dazu unter www.adra.de/spendenformular

Das ADRA-Projekt:
In der Stadt Fushe Kruja betreibt ADRA Deutschland seit 2017 ein Bildungs- und Integrationsprojekt für Roma-Familien. Die Eltern erhalten Alphabetisierungskurse und werden für Kinderrechte und den Wert von Bildung sensibilisiert. Die Kinder erhalten Zusatzunterricht und Nachhilfeunterricht. Mehr zu dem Projekt unter https://adra.de/bildung-fuer-marginalisierte-in-albanien/.

Die Arbeit von ADRA Deutschland in Albanien wird unterstützt durch das Auswärtige Amt.

Zerstörtes Gebäude in der Stadt Thumana (c) ADRA Albanien

Tsunami und Erdbeben in Indonesien: Hilfe wird ausgeweitet

Rund vier Wochen ist es her, dass in Indonesien die Erde gebebt und einen Tsunami ausgelöst hat. Zahlreiche Menschen kamen ums Leben und die Schäden sind enorm. Nach der ersten Versorgung mit Notunterkünften weitet ADRA ab der kommenden Woche die Hilfe für die Betroffenen aus.

Nach dem Tsunami und dem Erdbeben der Stärke 7,5 ist auf Sulawesi nichts mehr wie zuvor. Unzählige Häuser, Brücken, Kirchen und Flughafengebäude wurden zerstört. Die Aufräummaßnahmen werden noch Monate in Anspruch nehmen. Doch auch die erste Hilfe kam an: Seit der Katastrophe konnte ADRA 605 Familien Materialen für Notunterkünfte zur Verfügung stellen. Diese bestehen aus zwei großen Zeltplanen, Seil, Nägeln, einem Hammer und einer Säge. Gemeinsam mit einem Partner konnten außerdem 1.000 Haushalte mit Zeltplanen versorgt werden. Die Verteilungen dauern weiter an, so dass letztlich 4.000 Familien zumindest vorübergehend ein Dach über dem Kopf haben und vor der anstehenden Regenzeit geschützt sind.

Der nächste Schritt: Die Nothilfe ausweiten

Zeitgleich zu den Sofortmaßnahmen hat das Team vor Ort weitere Hilfsmaßnahmen geplant, die in den ersten Novembertagen anlaufen werden. In 15 Dörfern in Zentral-Sulawesi werden bis Februar 2019 insgesamt rund 30.000 Menschen Lebensmittelunterstützung, Hygiene-Sets und weitere Zeltplanen erhalten. Denn die Situation ist nach wie vor kritisch: Unzählige Menschen haben kein Dach über dem Kopf und ihnen fehlen die einfachsten Dinge wie Handtücher, Zahnbürsten und Seifen. Die Märkte funktionieren nicht richtig, daher ist es besonders in entlegenen Gegenden schwierig, an Waren und Lebensmittel zu kommen. Der Mangel an Nahrung trifft besonders Kinder, Frauen und ältere Menschen hart. Durch beschädigte Wasserleitungen und verunreinigtes Wasser besteht außerdem die Gefahr von Ansteckungen.

Nahrungsmittel, Hygiene-Sets und Notunterkünfte für zehntausende Indonesier

Am dringendsten wird die Unterstützung im Bereich Ernährung benötigt. Daher werden 3.500 Haushalte in den Dörfern, insgesamt rund 14.000 Menschen, mit Nahrungsmitteln versorgt. Diese liefern einen ganzen Monat lang pro Person mindestens 2.100 kcal am Tag und beinhalten beispielsweise getrocknete Bohnen, Reis und mehr. Der Fokus liegt hierbei vor allem auf sensiblen Haushalten, die am schwersten an Nahrung kommen. Wenn die Märkte wieder funktionieren ist geplant, bevorzugt Bargeld zu vergeben, da die Familien so die Lebensmittel erwerben können, die sie am dringendsten benötigen.

Darüber hinaus verteilt ADRA Hygiene-Sets und Wassereimer mit Schöpfkellen. 2.000 Familien erhalten diese Sets, die unter anderem Zahnbürsten, Seife, Waschlappen, Damenbinden und Handtücher beinhalten.

Auch in diesem Projekt werden Materialien für Notzelte verteilt. Damit erhalten weitere 2.000 Haushalte eine vorübergehende Unterkunft und Schutz. Haushalten, die von Frauen mit Kindern geleitet werden, älteren Menschen, Schwangeren und stillenden Müttern sowie Familien mit behinderten Familienmitgliedern wird hierbei der Vorrang gegeben.

Um die Hilfsmaßnahmen zu den Betroffenen in Indonesien zu bringen, ist ADRA weiterhin dringend auf Spenden angewiesen. Mit einer Summe von 68 Euro kann eine ganze Familie (4 Personen) einen Monat lang mit Nahrung versorgt werden. Ein Hygiene-Set kann schon für 24 Euro zur Verfügung gestellt werden. 35 Euro decken die Materialkosten für eine Notunterkunft für eine ganze Familie.
Spenden Sie jetzt unter dem Stichwort „Tsunami“: >> ZUM SPENDENFORMULAR

Dieses Projekt wird gefördert durch: 

 

 

Taifun Mangkhut hinterlässt auf den Philippinen breite Schneise der Verwüstung

Der Taifun Mangkhut ist der bislang heftigste Tropensturm des Jahres. Mit einer Windgeschwindigkeit von 200 km/h traf der Taifun am Samstagmorgen des 15. September im Nordosten der Philippinen auf Land. Mehr als 155.000 Menschen befinden sich in Notunterkünften. ADRA verteilt Hilfsgüter vor Ort. Die Behörden warnen vor weiteren Sturmfluten und Überschwemmungen.

Insgesamt 5,2 Millionen Menschen sind von Taifun Mangkhut betroffen. „Super Tayphoon Ompong“, wie er auf den Philippinen genannt wird, entwurzelte Bäume, zerstörte Häuser und verursachte bei vier Millionen Menschen Stromausfälle. Die Zahl der Todesopfer beträgt inzwischen 65, nachdem in der Nacht zu Montag heftige Regenfälle massive Erdrutsche ausgelöst hatten. 43 Personen werden noch vermisst. Die philippinischen Behörden sind dieses Jahr besser vorbereitet als vor fünf Jahren, als Taifun Haiyan 6.300 Todesopfer forderte. „Viele tausend Kinder, Frauen und Männer wurden evakuiert, Warnungen an die Bevölkerung werden über verschiedenen Kanäle verbreitet und Lebensmittelpakete, Trinkwasser, Decken, Planen sowie Transportmittel für Verteilungen stehen bereit“, so Manuela Roßbach, geschäftsführender Vorstand von „Aktion Deutschland Hilft“.

Die Schneise der Verwüstung ist dieses Jahr breiter als je zuvor. Dabei lebten 824.000 Menschen bereits vor dem Tropensturm in großer Armut. Etliche Straßen und Brücken sind unpassierbar, nicht alle Dörfer können momentan erreicht werden. Das ADRA-Büro auf den Philippinen ist bei den Menschen vor Ort und koordiniert mit Katastrophenschutzbehörden und Partnerorganisationen seine Arbeit. So können beispielsweise schnell Notunterkünfte und lebenswichtige Hilfsgüter bereitgestellt werden. Es ist alles vorbereitet. Mit Ihrer Hilfe kann ADRA bei Katastrophen schnell und koordiniert Hilfe bei den Menschen leisten, die von einem Tag auf den anderen alles verloren haben.

Unterstützen Sie die Arbeit von ADRA unter dem Stichwort Katastrophenhilfe mit Ihrer Spende und helfen Sie mit, das Leid der Menschen zu lindern.

Dieses Projekt wird gefördert durch 

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ADRA entwickelt Katastrophenpläne für die Erdbebenrisikoregion Nepal

Die Erdbeben vom 25. April und 12. Mai 2015 gelten als die tödlichste Katastrophe in der Geschichte Nepals. Rund 9.000 Personen starben und fast 700.000 Häuser wurden zerstört. Auch zwei Jahre danach kommt der Wiederaufbau nur mühsam voran. ADRA erhöht die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung gegenüber Naturkatastrophen und führt ein professionelles Krisenmanagement ein.

Der Gebirgsstaat Nepal liegt in einer geologischen Hochrisikozone an der Grenze zweier tektonischer Platten und ist dadurch stark erdbebengefährdet. Die Beben 2015 mit dem Epizentrum 80 km nordöstlich von Kathmandu hatten Auswirkungen bis nach Tibet, Nord- und Nordostindien, China, Bangladesch und Pakistan. In Nepal gab es über 22.300 Verletzte und eine halbe Million Menschen wurden obdachlos. ADRA war 2015 sofort aktiv und leistete Soforthilfe bei den Betroffenen im Kathmandu-Tal und den angrenzenden Bezirken. Von den rund 23,2 Millionen Einwohnern leben etwa zwei Millionen allein in der Hauptstadt Kathmandu und dem umgebenden Tal. Mangelnde Arbeitsmöglichkeiten führen seit den 70er Jahren zu verstärkten Abwanderungen in die Städte. Hier deckt Holz als Energiequelle immer noch 74 Prozent des Energiebedarfs ab. Die Bevölkerung leidet unter der zunehmenden Umweltverschmutzung. Hinzu kommen die Folgen des Klimawandels in Form starker und zeitlich zunehmend schwankender Monsunregen, die besonders für die Menschen an Berghängen in den abgelegenen Regionen Nepals eine große Gefahr darstellen. Überflutungen und Erdrutsche führen jährlich zu hunderten von Todesopfern.

Die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung wird erhöht

Nepal zählt zu den ärmsten Ländern Südasiens. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung (HDI 2015) liegt das Land auf Platz 144 von 188. Auch zwei Jahre nach dem Beben befindet sich Nepal abseits des Interesses der Weltöffentlichkeit im Prozess des Wiederaufbaus. Dieser gestaltet sich in vielen Regionen schwierig. Die Topographie des Landes und eine unzureichende Verkehrsinfrastruktur bedeuten insbesondere in den Bergregionen hohe Herausforderungen und erschweren den Transport von Material und Ressourcen. Deshalb unterstützt ADRA die Bevölkerung von zwei stark gefährdeten Gemeinden, sich bestmöglich auf das Risiko neuer Erdbeben einzustellen und vorzubereiten. In den Gemeinden Mahamanjushree-Nagarkot und Shankharapur wird die Bevölkerung befähigt, durch geübtes Krisenmanagement auf neue Gefahren schnell reagieren zu können. Schulungen und Trainings über Katastrophenvorsorge, Gefährdungsmerkmale und die Stärkung eines verbesserten Informationsmanagements stärken die kommunalen Notfallpläne. ADRA arbeitet hier eng mit der der lokalen Bevölkerung und den Behörden zusammen, um bei einer neuen Gefahr schnelle Schutzmaßnahmen für Schwangere, stillende Mütter und Alte einzuleiten und sie beispielsweise in sichere Hotels zu evakuieren. Über 10.300 direkt und über 48.200 indirekt Begünstigten kommt dieses Projekt zugute, über 50 Prozent davon sind Frauen.

 

Projektlaufzeit: 01.04.17 – 30.09.18

Das Projekt wird gefördert durch 

ADRA hilft nach Überschwemmung in Kolumbien

Bei schweren Überschwemmungen und folgenden Erdrutschen in Mocoa, im Südwesten Kolumbiens, sind nach bisherigen Angaben mindestens 254 Menschen getötet und 200 verletzt worden. Zirka 200 Menschen werden noch vermisst. Mindestens 1.200 Menschen sind direkt durch das Unglück betroffen.

Wasserleitungen wurden zerstört und der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist nur eingeschränkt möglich. Fast 80 Prozent der Straßen in Mocoa sind nur schwer passierbar. Hilfskräfte erreichen das Einsatzgebiet nur per Boot und die Betroffenen können sich ohne fremde Hilfe nicht in Sicherheit bringen. Laut Vorhersagen wird es in den nächsten Tagen noch mehr regnen, wodurch Hilfseinsätze weiter erschwert werden.

ADRA hilft betroffenen Familien

ADRA ist vor Ort und verteilt an 275 betroffene Familie Matratzen, Bettlaken und Hygienepakete, bestehend aus Zahnpasta, Zahnbürsten, Kämmen, Seife, Deo, Damenbinden und Windeln. Außerdem wurde das Gelände der lokalen Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten den Regierungsbehörden als Lager zur Verfügung gestellt.

ADRA hilft nach Flut-Katastrophe in Peru

Anhaltende Regenfälle haben in Peru zu schweren Überflutungen geführt. Hunderttausende Menschen sind von der Katastrophe betroffen und mussten evakuiert werden. Strom- und Wasserversorgung wurden unterbrochen. Mehr als 70.000 Menschen haben ihre Häuser verloren. Mindestens 72 Menschen wurden getötet. Durch das starke Gefälle zwischen Anden und Küsten entstanden reißende Ströme, die zu zahlreichen Erdrutschen geführt haben.

ADRA hat gemeinsam mit anderen lokalen NGOs 84.212 Kilogramm Hilfsgüter und 31.527 Kilogramm Kleidung verteilt, die über Spendenaufrufe in den lokalen Medien gesammelt wurden. 36.150 Liter Wasser in Zisternen wurden in Media Mundo, im Distrikt José Leonardo Ortiz (Region Lambayeque) ausgegeben. Zusätzlich sind 35.736 Liter Wasser in Flaschen in acht städtischen und ländlichen Bezirken in den Regionen Lambayeque und Lima verteilt worden.

Zudem versorgte ADRA 2.900 Familien mit 5.300 Lebensmittelrationen und 8.909 Kilogramm ergänzenden Lebensmitteln in den Distrikten La Tinguiña, San José de Los Molinos, Chaclacayo, Chosica Metropolitan of Lima, Santa Eulalia, Ricardo Palma, Pimentel, Jayanca, Chiclayo, La Victoria und José Leonardo Ortiz.

Wetterextreme häufen sich

Es ist nicht das erste Mal, dass Peru von extremen Überflutungen getroffen wird. Das Land kämpft seit Jahren mit schwankenden Wetterbedingungen, die unter anderem durch die Klimaphänomene „El Niño“ und „La Niña“ ausgelöst werden.