Hungersnot in Afrika: Millionen Menschen brauchen dringend Hilfe

Kinder sind besonders von der Hungersnot betroffen.
In weiten Teilen Afrikas herrscht extreme Trockenheit und Dürre. Das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“, dem ADRA angehört, warnt vor einer schweren humanitären Katastrophe. 15 Millionen Menschen sind akut vom Hungertod bedroht, wenn sie keine Hilfe erhalten.

Besonders betroffen sind der Südosten Äthiopiens, der Nordosten Kenias, der Südsudan und Somalia, ein Gebiet mit über 15 Millionen Einwohnern. Die UN schätzt die Zahl der Menschen die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind allein in Somalia auf bereits 6,2 Millionen. Das sind über 50 Prozent der Gesamtbevölkerung. In Nordkenia, an der Grenze zu Äthiopien, sind 70 Prozent der Brunnen und Wasserquellen versiegt. Die Regierung Kenias hat den Katastrophenzustand ausgerufen. Schon das dritte Jahr in Folge sind die Regenzeiten besonders in Ostafrika zu gering ausgefallen oder vollständig ausgeblieben. Ohne Aussaat keine Ernten, ohne Weideflächen keine Viehhaltung. Die Auswirkungen sind dramatisch. Nach Schätzungen von UNICEF sind schon jetzt in Somalia 360.000 Kinder lebensbedrohlich unterernährt. Die Dürre trifft Länder, in denen die Menschen ohnehin unter Armut und Nahrungsunsicherheiten leiden. Die Gründe für Hunger und Unterernährung sind neben kriegerischen Auseinandersetzungen vor allem der Klimawandel. Er verschlimmert die Lage in Ostafrika und führt immer wieder zu Versorgungskrisen. In den letzten Jahren sind die Abstände zwischen den Dürren immer kürzer geworden. Dazu kommen die Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño mit Starkregen und Erdrutschen, weil der ausgelaugte Boden das Wasser nicht mehr aufnehmen kann.

ADRA hilft der Bevölkerung in Kenia, Äthiopien, Somalia und im Südsudan

Hilfsorganisationen haben in der Vergangenheit einige Verbesserungen erzielt. ADRA unterstützt die Bevölkerung in der Afar-Region Äthiopiens, im Osten Kenias, im Südwesten Somalias und im Südsudan wirksam und erhöht ihre Widerstandfähigkeit gegen den Klimawandel. Pflanzungen von Bäumen und Büschen verbessern die Bodensituation. Dürren und starken Regenfällen kann so standgehalten und das Wasser besser aufgenommen und gespeichert werden. Wasserrückhaltebecken und kleine Teiche sammeln Regenwasser und Deiche schützen die Felder vor Überflutungen. Klimaresistentes Saatgut sichert die Ernährung der Familien und steigert deren Produktivität. ADRA stärkt die lokale Katastrophenvorsorge mit der Einführung von Frühwarnsystemen und Notfallplänen. Schulungen und Trainings befähigen die Bevölkerung, in Krisensituationen schnell reagieren zu können. Ziel von ADRA ist es, die Menschen in Ostafrika besser gegen wiederkehrende Wetterextreme zu wappnen und ihnen Perspektiven für die Zukunft zu geben.

Um den Menschen in dieser akuten Hungerkatastrophe helfen zu können, bittet ADRA Deutschland e.V. dringend um Spenden unter dem Stichwort „Hungersnot“.

Spendenkonto:
IBAN DE87 660 205 00000 770 4000
BIC BFS WDE 33 KRL

oder über das Online-Spendenformular.

Ernährungssicherheit für die Bewohner Madagaskars

Frauen verkaufen ihre Produkte auf dem Markt

Wirbelstürme, Dürre, Heuschreckenplagen – Damit haben die Bewohner Madagaskars regelmäßig zu kämpfen. All diese Faktoren sorgen im Land verstärkt für Nahrungsmittelknappheit. Vor allem die Region des Ampanihy Distrikts in Süd-Madagaskar ist betroffen. ADRA hilft in 80 Dörfern, die Ernährungssituation zu verbessern und die Auswirkungen von Naturkatastrophen und Hungerkrisen zu reduzieren.

Jedes Jahr wird Madagaskar von tropischen Wirbelstürmen heimgesucht. Im Südwesten des Landes kommt erschwerend hinzu, dass die Zyklone keinen zusätzlichen Niederschlag in diesen trockenen Landesteil bringen. Selbst in der Regenzeit bleibt der Regen aus. Diese Elemente des Klimawandels wirken sich negativ auf die Ernährungssituation der Bevölkerung aus, denn die Menschen verfügen über zu wenige Strategien, diesem Phänomen entgegenzuwirken. Große Dürren und die Zerstörung von Ernten durch Heuschreckenplagen der letzten Jahre hat diese Problematik weiter verschlimmert. Die damit einhergehenden Ernteausfälle mancher Kleinbauern machen es ihnen teils unmöglich, sich und ihre Familien zu versorgen. Sie können weder Einkommen generieren noch andere Nahrungsmittel zur eigenen Versorgung dazu kaufen.

GESTEIGERTE LEBENSMITTELRATE

In einem vierjährigen Projekt unterstützt ADRA Kleinbauern und Haushalte in der Atsimo-Andrefana Region, widerstandsfähiger gegenüber Krisen zu werden und ihre Ernährungssituation zu verbessern. Den Menschen wird vermittelt, wie sie ihre lokalen Ressourcen besser nutzen und vor dem Klimawandel schützen. Hierfür erhalten rund 1600 Kleinbauern Schulungen und Fortbildungen, die zu verbesserten Anbautechniken, höherer Produktion sowie gesteigerte Vermarktung von Grundnahrungsmitteln beitragen sollen. Auf sogenannten „bäuerlichen Feldschulen“ und Demonstrationsparzellen werden theoretische und praktische Elemente der Fortbildung verknüpft. Die damit einhergehende gesteigerte Versorgungsrate kommt den Menschen im Projektgebiet auch insofern zugute, dass sie die im Land weit verbreitete chronische Unterernährung bei Kindern bekämpft. ADRA hilft den Bauern dabei, sich untereinander besser zu vernetzen und kleine Produktionsgemeinschaften einzurichten. Hierzu zählt auch, die Bevölkerung für gesunde Ernährung und deren Einfluss auf die Entwicklung von Kleinkindern zu sensibilisieren.

FÜR KATASTROPHEN GEWAPPNET

Zusätzlich werden die lokalen Regierungen und Dorfgemeinschaften durch Ausbildungsmaßnahmen im Bereich der Katastrophenvorsorge und Frühwarnsysteme sowie der Erarbeitung von Plänen zur Reduzierung von Risiken gestärkt. ADRA unterstützt die Bewohner des Projektgebiets darin, Dorf-Komitees für die Katastrophen- und Risikovorsorge und das Ressourcenmanagement zu gründen, um die Widerstandsfähigkeit der Dörfer und Gemeinden zu stärken. Die Mitglieder der Komitees und der Verbände erhalten Fortbildungen, um bestehende Infrastrukturen zu schützen, potentielle Risiken zu erkennen und die natürlichen Ressourcen nachhaltig zu nutzen. Hierfür werden Vorsorgemaßnahmen in den Privathaushalten sowie im landwirtschaftlichen Bereich vorgenommen. Insgesamt kommt das Projekt rund 25.000 Menschen zugute.

 

Projektlaufzeit: 10.11.15 – 30.06.19

Dieses Projekt wird gefördert durch