Bessere Perspektiven für Flüchtlinge aus Myanmar

In den Camps entlang der thailändischen Grenze zu Myanmar leben seit Jahren Flüchtlinge aus Myanmar. Weil die Flüchtlinge als illegale Einwanderer angesehen werden, dürfen sie die Camps nicht verlassen. Durch berufliche Schulungen stärkt ADRA speziell Jugendliche und junge Erwachsene, um sich eine selbstständiges Leben aufbauen zu können.

Entlang der thailändischen-myanmarischen Grenze befinden sich mehrere Camps, die von Flüchtlingen aus Myanmar bewohnt werden. Viele von ihnen sind bereits dort aufgewachsen und weil es ihnen an Bildung fehlt, ist ein selbstbestimmtes Leben außerhalb der Camps kaum möglich. Dabei könnten sie wieder in ihre Heimat zurückkehren, denn dort hat sich die politische Situation mittlerweile gebessert. Daher bietet ADRA Jugendlichen und jungen Erwachsenen technische Berufsausbildungen an und vermittelt zukunftsbringende Fertigkeiten, die sie benötigen, um ein selbstständiges Leben außerhalb der Camps führen zu können. Dabei wird außerdem ein Netzwerk zwischen Flüchtlingen und Rückkehrern, Gastkommunen, dem privaten Sektor sowie Regierungsinstitutionen entwickelt und gestärkt.

Seit Projektbeginn gehören Praktika in Thailand und Myanmar zu den Ausbildungsmaßnahmen. Ab Januar 2019 kommen betriebswirtschaftliche Trainings für 360 Frauen und vorbereitende Kurse für einen Neuanfang in Myanmar dazu. ADRA vergibt 40 Förderungen für Unternehmerinnen und Unternehmer zur Gründung eigener Geschäfte oder Kleinunternehmen. Außerdem werden Zentren in den Camps organisiert, in denen Räume für eigene Läden und Geschäfte zur Verfügung stehen.

Zielgruppe des Projekts sind die 97.496 Einwohner der neun Flüchtlingscamps entlang der thailändisch-myanmarischen Grenze.

Projektlaufzeit: 01.01.2017-31.12.2020

Dieses Projekt wird gefördert durch 

Schulbildung für Kinder in Myanmar

In Myanmar leben die ethnischen Minderheiten seit Jahrzehnten unter der Herrschaftsgewalt des Militärregimes. 40 Prozent der Gesamtbevölkerung gehören Minderheiten an. Kinder dieser ethnischen Minderheiten fehlt meist der Zugang zu Bildung. ADRA ermöglicht es ihnen, eine Schule zu besuchen.

Das Fehlen eines nachhaltigen Friedensprozesses wirkt sich in Myanmar negativ auf die wirtschaftliche und bildungspolitische Entwicklung des Landes aus. Die Mittel für den Bildungssektor wurden stark eingeschränkt. In vielen ländlichen und bergigen Regionen Myanmars gibt es zu wenig oder überhaupt keine Schulen oder der angebotene Unterricht ist qualitativ auf einem niedrigen Niveau, weil die Lehrer nicht gut genug ausgebildet sind. Nur wenige der schulpflichtigen Kinder haben eine Grundschule vollständig abgeschlossen.

ADRA unterstützt schulpflichtige Kinder und Jugendliche vorwiegend von ethnischen Minderheiten in 66 Dörfern im Osten des Landes mit Bildungsmaterialien und Trainingsangeboten für Lehrer. 380 Lehrer werden geschult, die Unterricht in die abgelegenen Regionen ohne Schulen bringen. Der Zugang zu Bildungseinrichtungen wird damit gefördert und zudem werden Hilfen für die Verantwortlichen der Schulverwaltungen und des Schulmanagements angeboten. So wird auch benachteiligten Kindern eine positive Perspektive für ihre Zukunft geboten.

 

Projektlaufzeit: 01.05.16 – 15.07.18

Das Projekt wird gefördert durch

BERUFLICHE AUSBILDUNG FÜR FLÜCHTLINGE IN THAILAND

Seit 1984 fliehen Menschen von Myanmar nach Thailand, um den ethnischen Konflikten und den damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land zu entkommen. Die Flüchtlinge sind in Camps entlang der thailändischen Grenze zu Myanmar untergebracht, die von der dortigen Regierung geführt werden. Weil die Flüchtlinge als illegale Einwanderer angesehen werden, dürfen sie die Camps nicht verlassen. Perspektivlosigkeit und Frustration bestimmen ihren Alltag. ADRA gibt den Flüchtlingen durch berufliche Schulungen die Chance, wieder zur Selbstständigkeit zu finden.

Myanmar ist ein Land, das von Aufständen, Gewalt und ethnischen Auseinandersetzungen geprägt ist. Viele fliehen nach Thailand, wo sie in Camps entlang der thailändischen Grenze eingepfercht und völlig auf Äußere Hilfe angewiesen sind. Die Flüchtlinge finden dort zwar Schutz, doch ihre körperliche, kognitive und soziale Kompetenz geht immer mehr verloren, weil sie keine Beschäftigungsmöglichkeiten haben.

NEUE PERSPEKTIVEN FÜR FLÜCHTLINGE

Durch die Neuwahlen im November 2010 änderten sich die politischen Umstände in Myanmar und ein Waffenstillstand wurde vereinbart. Seither haben die Flüchtlinge wieder die Möglichkeit, nach Myanmar zurückzukehren. Jedoch sind viele durch den langen Aufenthalt in den Camps unvorbereitet oder gar unfähig, ihr Leben selbstständig aufzubauen. Besonders schwer betroffen sind Jugendliche im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. Sie sind schon so lange Bewohner der Camps, dass sie noch über keinerlei berufliche Erfahrung verfügen. Ohne Ausbildung und Schulabschluss bieten sich ihnen kaum Jobmöglichkeiten.

FÖRDERUNG VON ALLTAGSKOMPETENZEN

ADRA hat sich zum Ziel gesetzt, diese Menschen durch berufliche Schulungen auf eine sichere und freiwillige Rückkehr nach Myanmar vorzubereiten. Um Alltagskompetenzen zu fördern werden berufliche Trainings angeboten und die Betroffenen ermutigt, kleine Unternehmen zu gründen. Dadurch werden sie rechtzeitig auf die beruflichen Herausforderungen im Heimatland vorbereitet. Die Trainingskurse sind zertifiziert und wirtschaftlich an Myanmar angepasst. Somit erhöht sich die Chance auf eine Festeinstellung sowie ein geregeltes Einkommen außerhalb der Camps. Die Flüchtlinge können sich zum Näher, Kleinmechaniker, Masseur, Friseur oder Computer- und Kabelinstallateur ausbilden lassen. Dadurch werden sie unabhängig, sind nicht mehr auf Hilfe von außen angewiesen und übernehmen wieder Eigenverantwortung.

Das Projekt kommt 6.050 Flüchtlingen zugute.

Projektlaufzeit: 01.01.15 – 31.07.17

Dieses Projekt wird gefördert durch