Schulbildung für Kinder in Myanmar

In Myanmar leben die ethnischen Minderheiten seit Jahrzehnten unter der Herrschaftsgewalt des Militärregimes. 40 Prozent der Gesamtbevölkerung gehören Minderheiten an. Kinder dieser ethnischen Minderheiten fehlt meist der Zugang zu Bildung. ADRA ermöglicht es ihnen, eine Schule zu besuchen.

Das Fehlen eines nachhaltigen Friedensprozesses wirkt sich in Myanmar negativ auf die wirtschaftliche und bildungspolitische Entwicklung des Landes aus. Die Mittel für den Bildungssektor wurden stark eingeschränkt. In vielen ländlichen und bergigen Regionen Myanmars gibt es zu wenig oder überhaupt keine Schulen oder der angebotene Unterricht ist qualitativ auf einem niedrigen Niveau, weil die Lehrer nicht gut genug ausgebildet sind. Nur wenige der schulpflichtigen Kinder haben eine Grundschule vollständig abgeschlossen.

ADRA unterstützt schulpflichtige Kinder und Jugendliche vorwiegend von ethnischen Minderheiten in 66 Dörfern im Osten des Landes mit Bildungsmaterialien und Trainingsangeboten für Lehrer. 380 Lehrer werden geschult, die Unterricht in die abgelegenen Regionen ohne Schulen bringen. Der Zugang zu Bildungseinrichtungen wird damit gefördert und zudem werden Hilfen für die Verantwortlichen der Schulverwaltungen und des Schulmanagements angeboten. So wird auch benachteiligten Kindern eine positive Perspektive für ihre Zukunft geboten.

 

Projektlaufzeit: 01.05.16 – 15.07.18

Das Projekt wird gefördert durch

Bildung durch ehrenamtliche Studenten

In der Region Krujas in Nordalbanien leben viele marginalisierte Gruppen. Unter ihnen gibt es viele Analphabeten, insbesondere Frauen die dazu neigen, sehr früh zu heiraten. Kulturell bedingt führt dies dazu, dass sie die Schule abbrechen. Die hohe Anzahl der Analphabeten wirkt sich auf kommende Generationen aus, die durch mangelnde Bildung und Unterstützung von ihrem Elternhaus wiederum früh die Schule abbrechen. ADRA unterstützt betroffene Kinder, innerhalb des Bildungssystems integriert zu werden und somit eine Zukunft mit Perspektive zu erhalten.

Die Kluft zwischen marginalisierten Gruppen und reicheren Bevölkerungsschichten in Albanien ist groß. Dazu kommt, dass eine große Diskrepanz zwischen den Bewohnern von städtischen und ländlichen Gebieten, speziell zwischen Roma und den Hauptgruppen der Bevölkerung herrscht. Durch die schwache Herangehensweise der Regierung im Bereich des Bildungssystems wurde eine Umgebung geschaffen, in der die Integration von Minderheiten aber auch von benachteiligten Kindern durch Armut, Krankheit oder Behinderung nur sehr schwer gelingt. Ein weiteres bestehendes Problem in Albanien betrifft junge Leute nach Abschluss der Universität. Ihnen fehlt es an Möglichkeiten, ihr erworbenes Wissen während des Studiums praktisch anzuwenden. Aufgrund dessen sind sie direkt nach dem Studium auf dem Arbeitsmarkt kaum konkurrenzfähig.

STUDENTEN UNTERSTÜTZEN KINDER

Das Projekt von ADRA zielt darauf ab, die praktischen Kenntnisse junger Studierender und gleichzeitig Kinder aus marginalisierten Gruppen schulisch zu fördern. Aus diesem Grund werden beide Aspekte miteinander verbunden und Studenten unterstützen Kinder mit Lernschwierigkeiten durch ehrenamtliche Arbeit. Durch die Einbindung von Lehramtsstudierenden wird auf die Bedürfnisse von Betroffenen mit Lernschwierigkeiten aufmerksam gemacht und Zusatzunterricht für diese Kinder angeboten. Neben dem Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechnen wird auch an der sozialen Entwicklung der Jungen und Mädchen gearbeitet. Um den Studenten beizubringen, wie sie den betroffenen Kindern helfen können, erhalten sie durch ADRA Trainings und Schulungen. Durch das ehrenamtliche Engagement wird ihnen die Möglichkeit geboten, praktische Arbeitserfahrung zu sammeln. Das Risiko, nach Abschluss des Studiums in die Arbeitslosigkeit zu rutschen, wird damit verringert.

Neben dem Zusatzunterricht der Kinder werden auch deren Eltern miteinbezogen. Sie erhalten Informationen rund um das Thema Bildung und wie wichtig die schulische Förderung ist. Ihnen wird bewusst gemacht, welch großen Anteil die Unterstützung der Familie auf den Lernerfolg und die soziale Integration der Kinder hat.
Ziel des Projekts ist, den Kindern beim Absolvieren ihrer Schulpflicht zu helfen und sie aus dem Armutskreislauf und der Diskriminierung zu befreien.

Projektlaufzeit: 01.01.16 – 31.12.18

BERUFLICHE AUSBILDUNG FÜR FLÜCHTLINGE IN THAILAND

Seit 1984 fliehen Menschen von Myanmar nach Thailand, um den ethnischen Konflikten und den damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen in ihrem Land zu entkommen. Die Flüchtlinge sind in Camps entlang der thailändischen Grenze zu Myanmar untergebracht, die von der dortigen Regierung geführt werden. Weil die Flüchtlinge als illegale Einwanderer angesehen werden, dürfen sie die Camps nicht verlassen. Perspektivlosigkeit und Frustration bestimmen ihren Alltag. ADRA gibt den Flüchtlingen durch berufliche Schulungen die Chance, wieder zur Selbstständigkeit zu finden.

Myanmar ist ein Land, das von Aufständen, Gewalt und ethnischen Auseinandersetzungen geprägt ist. Viele fliehen nach Thailand, wo sie in Camps entlang der thailändischen Grenze eingepfercht und völlig auf Äußere Hilfe angewiesen sind. Die Flüchtlinge finden dort zwar Schutz, doch ihre körperliche, kognitive und soziale Kompetenz geht immer mehr verloren, weil sie keine Beschäftigungsmöglichkeiten haben.

NEUE PERSPEKTIVEN FÜR FLÜCHTLINGE

Durch die Neuwahlen im November 2010 änderten sich die politischen Umstände in Myanmar und ein Waffenstillstand wurde vereinbart. Seither haben die Flüchtlinge wieder die Möglichkeit, nach Myanmar zurückzukehren. Jedoch sind viele durch den langen Aufenthalt in den Camps unvorbereitet oder gar unfähig, ihr Leben selbstständig aufzubauen. Besonders schwer betroffen sind Jugendliche im Alter zwischen 18 und 25 Jahren. Sie sind schon so lange Bewohner der Camps, dass sie noch über keinerlei berufliche Erfahrung verfügen. Ohne Ausbildung und Schulabschluss bieten sich ihnen kaum Jobmöglichkeiten.

FÖRDERUNG VON ALLTAGSKOMPETENZEN

ADRA hat sich zum Ziel gesetzt, diese Menschen durch berufliche Schulungen auf eine sichere und freiwillige Rückkehr nach Myanmar vorzubereiten. Um Alltagskompetenzen zu fördern werden berufliche Trainings angeboten und die Betroffenen ermutigt, kleine Unternehmen zu gründen. Dadurch werden sie rechtzeitig auf die beruflichen Herausforderungen im Heimatland vorbereitet. Die Trainingskurse sind zertifiziert und wirtschaftlich an Myanmar angepasst. Somit erhöht sich die Chance auf eine Festeinstellung sowie ein geregeltes Einkommen außerhalb der Camps. Die Flüchtlinge können sich zum Näher, Kleinmechaniker, Masseur, Friseur oder Computer- und Kabelinstallateur ausbilden lassen. Dadurch werden sie unabhängig, sind nicht mehr auf Hilfe von außen angewiesen und übernehmen wieder Eigenverantwortung.

Das Projekt kommt 6.050 Flüchtlingen zugute.

Projektlaufzeit: 01.01.15 – 31.07.17

Dieses Projekt wird gefördert durch