Hilfsgüter für den Jemen

Durch den Bürgerkrieg und die extreme Hungersnot ist die Bevölkerung im Jemen zu drei Vierteln auf humanitäre Hilfe angewiesen. Mit einer Hilfsgüterlieferung von humedica und ADRA konnten nun sechs Krankenhäuser und Kliniken mit Medikamenten, Cholera-Kits und medizinischen Geräten versorgt werden.

Im Jemen engagiert sich ADRA vor allem für eine medizinische Grundversorgung der Menschen. In Krankenhäusern und Gesundheitsstationen werden sie ärztlich versorgt; unterernährte Babys und Kleinkinder werden mit Notfallnahrung wieder aufgepäppelt. Besondere Sorge gilt vor allem der großen Anzahl von Cholera-Fällen.

Nach einer ersten Hilfsgüterlieferung im Juli 2017 konnten die Partner ADRA und humedica nun erneut wichtige Medikamente und medizinische Geräte an sechs Krankenhäuser und Kliniken verteilen. Alleine 1,8 Tonnen Medikamente und 6,2 Tonnen Cholera-Kits, sogenannte DDKs (Interagency Diarrhoeal Disease Kits), erreichten die Stationen. Mit jedem dieser DKKs können 100 schwere und 400 moderate Cholera-Fälle behandelt werden – und je weitere 100 Personen, die Shigella-Dysenteriae-Bakterien mit sich tragen.

Die Lieferung geht an Einrichtungen in Hodeida, Al-Jawf und Hajjah. Durch die weiterhin schwierige Sicherheitslage musste die ursprünglich per Flugzeug geplante Lieferung der Hilfsgüter über Containerschiff und über den Landweg gelöst werden.

>> ADRA benötigt weiterhin dringend Unterstützung für den Einsatz im Jemen, um die von Hungernot und Krieg belastete Bevölkerung medizinisch versorgen zu können. Jeder Cent hilft! >> ZUM SPENDENFORMULAR

Ernährung in Nigeria sichern – mit elektronischer Unterstützung

Im nigerianischen Bundesstaat Borno ist die Infrastruktur durch anhaltende Kampfhandlungen zerstört, es fehlt an Nahrungsmitteln und an Schutz für die Zivilbevölkerung. ADRA stellt über weitere dreizehn Monate den Zugang zu Nahrung und lebenswichtigen Gütern für 1.600 Haushalte sicher.

Seit August 2017 unterstützt ADRA im Nordosten Nigerias Binnenvertriebene, Rückkehrer und aufnehmende Kommunen mit Bargeldmitteln. Kampfhandlungen zwischen nigerianischen Sicherheitskräften und bewaffneten Gruppen haben dort zu einer humanitären Krise geführt. Das bedeutet für die Menschen Hunger und eine mangelhafte Grundversorgung. Auch fehlt es an Schutz für die Zivilbevölkerung. Die Infrastruktur ist völlig zerstört. Während sich andere Bundesstaaten durch Hilfsmaßnahmen leicht erholen konnten, ist die Lage in Borno weiterhin prekär. Darum stellt ADRA über weitere dreizehn Monate den Zugang zu Nahrung und lebenswichtigen Gütern für über 1.600 Haushalte sicher. Durch Training und eVoucher (elektronische Gutscheine) können die Hilfeempfänger mit dem Wiederaufbau beginnen. Spezielle Trainings fördern Schutzmaßnahmen gegen geschlechterspezifische Gewalt.

Elektronisches Bargeld sichert Ernährung und fördert den Wiederaufbau

Eine Besonderheit des Projekts besteht in der Versorgung mit Lebensmitteln und Hilfsgütern mittels elektronischem Bargeld. Dabei kann bei ausgewählten Händlern mit einer eSmart-Card (vergleichbar mit einer aufladbaren ec-Karte) Geld abgehoben werden. Im Gegensatz zur direkten Verteilung von Bargeld können die Begünstigten weniger leicht ausgeraubt werden und die Verteilung erfolgt dezentral und diskret. Diese Vorgehensweise führt zu einer größeren Transparenz und Wirksamkeit. Gleichzeitig wird die Rolle der lokalen Händler gestärkt, die eine weitere Einkommensmöglichkeit gewinnen und Teil der humanitären Hilfe in der Region werden. Ein weiterer Vorteil ist die Anpassung der Hilfe an individuelle Bedürfnisse und die Würde der Begünstigten kann gewahrt bleiben, wenn sie eine gewisse Entscheidungsfreiheit über ihre Versorgung behalten.

Projektlaufzeit: 01.08.2018 – 31.08.2019

Dieses Projekt wird gefördert von 

Schalom, Salem aleikum, Friede sei mit Dir!

Nie war dieser Gruß so willkommen wie heute! Weltweit gelten nur zehn Länder als vollkommen friedlich und sicher. Dort gibt es keine bewaffneten Konflikte und sie sind nicht in irgendeiner Form an einem Krieg beteiligt. Deutschland steht weltweit auf Platz 16 der friedlichen Länder, die hinteren Ränge belegen der Südsudan, Irak, Afghanistan und Syrien.

Krieg bedroht den Zusammenhalt und das Zusammenleben einer Gesellschaft, die Familien und das eigene Leben. Die Zahl der Menschen, die heute vor Kriegen und bewaffneten Konflikten fliehen, ist mit über 60 Millionen so hoch wie nie. Für immer mehr Konflikte scheint es keine schnelle Lösung zu geben und die Betroffenen müssen sich auf eine unbestimmte Zeit des ungeregelten Lebens in Unsicherheiten und Provisorien einstellen. Wo finde ich Schutz? Wie lange wird es Trinkwasser und Nahrungsmittel geben? Wann können die Kinder und Jugendlichen wieder die Schule besuchen? Wie geht es meinen Verwandten? Welches Krankenhaus hat ausreichend Mittel, um Patienten zu versorgen? Wann wird Frieden sein und Normalität einkehren?

Die Arbeit für humanitäre Helferinnen und Helfer in den Konfliktregionen ist schwierig und gefährlich, denn nicht alle Bedürftigen sind erreichbar und ihre eigene Sicherheit ist nicht gewährleistet. ADRA ist in der Ukraine, in Somalia, Nigeria, im Südsudan, Irak und im Jemen in verschiedenen Tätigkeitsfeldern aktiv. Im Jemen ist ADRA inzwischen die zweitgrößte Hilfsorganisation, die Menschen mit dem Nötigsten versorgt und mit mobilen Teams unterwegs ist, um medizinische Hilfe zu leisten.

In Krisengebieten werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ADRA mit den unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Konfliktparteien konfrontiert. „Wir genießen große Wertschätzung, gerade weil sich unsere Arbeit an alle Menschen in Not richtet, egal auf welcher Seite sie stehen! Das hilft uns, neutral zu bleiben,“ so Mohammed Hussein Ba Hashman, ADRA-Mitarbeiter aus dem Jemen. Gerade in Kriegsgebieten ist uns unsere Unabhängigkeit und Neutralität besonders wichtig. Doch wie kann Hoffnung gegeben werden, wenn uns angesichts der komplexen Probleme in Kriegsgebieten die Worte fehlen?

ADRA steht Menschen in Konfliktgebieten zur Seite und versorgt sie mit dem Lebensnotwendigsten, mit Medizin und Bildungsmaßnahmen, finanziert durch private Spenden. Spenden sind notwendige Voraussetzung dafür, öffentliche Gelder zu erhalten, um Projekte der Entwicklungszusammenarbeit und Soforthilfe durchzuführen zu können. Die Arbeit von ADRA in Kriegsgebieten gibt den Betroffenen Kraft und Hoffnung, etwas Neues entstehen zu lassen. Wir danken allen Spenderinnen und Spendern für die Unterstützung unserer Arbeit für Menschen in Not!

Herzliche Grüße

Christian Molke

Geschäftsführender Vorstand ADRA Deutschland e.V.

>> Mit einer Spende können Sie die Lebenssituation von durch Krieg und Konflikte Betroffenen weltweit verbessern: > Zum ONLINE-Spendenformular

 

ADRA leistet Nothilfe in der Ost-Ukraine

Seit mehr als drei Jahren leiden die Menschen in der Ost-Ukraine unter kriegerischen Auseinandersetzungen. Über 10.000 Personen wurden bisher getötet und weit mehr als 20.000 Menschen verwundet. Viele Häuser sind beschädigt oder vollzählig zerstört und auch die Infrastruktur hat Schaden genommen. ADRA hilft in den Regionen Donezk und Luhansk mit Reparatur- und Nothilfemaßnahmen.

Die Gefechte in der Ost-Ukraine betreffen das gesamte Land, zirka 1,6 Millionen Binnenflüchtlinge sind unterwegs auf der Suche nach Schutz, Nahrung und Wasser. Der nicht endende bewaffnete Konflikt hat etlichen Menschen das Zuhause genommen. 17.000 Häuser wurden seit Beginn der Krise beschädigt. Viele Gebäude sind unbewohnbar oder bieten keinen Schutz mehr vor Kälte und Witterung. Das ist gerade im Winter lebensbedrohlich. Die Menschen sind gezwungen, mit der ganzen Familie im Keller unterzukommen, sich zu verstecken oder in den Ruinen auszuharren. Und das nicht nur vorübergehend. Die eingeschränkte Infrastruktur fördert Mangel an allem Lebensnotwendigem wie Nahrung, Trinkwasser, Strom, Heizmaterial, Hygieneartikel und ausreichend Gesundheitsversorgung. Menschen, die auf engem Raum ohne ausreichend Wasser und Hygienematerialien zusammenleben, sind für Krankheiten stark anfällig und Infektionen breiten sich schnell aus. Ein normales Leben für Kinder gibt es nicht. Die Kinder können nur unregelmäßig die Schulen besuchen, 55 Bildungseinrichtungen in der Ost-Ukraine sind nicht mehr funktionstüchtig. Bis heute halten regelmäßige Schusswechsel an. Viele Kinder und Erwachsene sind traumatisiert.

Reparatur von Häusern

Die Bewohner der am stärksten betroffenen Regionen Donezk und Luhansk werden von ADRA unterstützt, damit sie im wahrsten Sinne des Wortes wieder ein Dach über dem Kopf haben und ihre Familien vor der kalten Jahreszeit schützen können. ADRA stellt das benötigte Material für Bauarbeiten an den Dächern und Fassaden zur Verfügung und führt gemeinsam mit den Betroffenen Instandsetzungs- und Isolationsmaßnahmen durch. Die Haushalte werden mit Heizmaterial versorgt. Ein anderer wichtiger Aspekt dieses Projektes ist die Hilfestellung bei der Überwindung der Kriegserlebnisse, vor allem bei Kindern. Mobile psychologische Teams leisten psychosoziale Hilfe und betreuen Kinder und Jugendliche an Schulen. Es werden kinderfreundliche Schutzräume eingerichtet, sogenannte Child-Friendly-Spaces, um den Kindern ein wenig Normalität zum ungestörten Spielen und Lernen zurückzugeben. Verschiedene therapeutische Angebote und Massagen fördern die Überwindung der Traumata. Bilder von brennenden Häuser, Granateneinschläge und der Verlust von Familienangehörigen wirken lange. 50 Psychologen und Sozialarbeiter werden ausgebildet, um Überwindungsstrategien bei traumatischen Erlebnissen zu vermitteln.

 

Projektlaufzeit: 01.10.17 – 30.09.19

Das Projekt wird gefördert durch 

Gesundheitsversorgung für Geflüchtete im Jemen

Jemen gilt als ärmstes Land des Mittleren Ostens, in weiten Teilen des Landes herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Viele Familien fliehen aus ihren Heimatgebieten und suchen in Flüchtlingscamps Zuflucht. Eine medizinische Grundversorgung für diese Menschen ist nicht geregelt. ADRA unterstützt sie und versorgt Kinder und Mütter, die unter Mangelernährung leiden.

Die Gesundheitsversorgung im Jemen ist fatal. Vor allem Flüchtlinge und Binnenvertriebene haben oft keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Einfache Gesundheitsprobleme wie Durchfallerkrankungen oder Erkältungen können ohne die richtige Versorgung schnell zum Tod führen. Zudem verschlechtert sich durch die andauernden Versorgungsengpässe mit Lebensmitteln der gesundheitliche Zustand der Menschen in dramatischer Weise. Das führt bei Kleinkindern und Säuglingen zu irreversiblen Schäden.

Medizinische Versorgung für Geflüchtete

Bereits seit Jahren engagiert sich ADRA Deutschland im Jemen. Im Regierungsbezirk Hudaidah ist ADRA mit zwei mobilen medizinischen Einheiten aktiv. Zuvor betrieb ADRA eine ambulante Klinik im Mazraq Camp III im Regierungsbezirk Hajjah, in der Geflüchtete medizinisch versorgt wurden. Aufgrund von Luftangriffen musste das Flüchtlingscamp evakuiert werden und auch die ambulante Klinik von ADRA konnte aus Sicherheitsgründen nicht bestehen bleiben.

In Hudaidah sind die zwei mobilen Einheiten in verschiedenen Distrikten unterwegs, um mit der Hilfe von Ärzten und Pflegepersonal die medizinische Grundversorgung sicherzustellen. Eine Hebamme betreut Schwangere und Mütter. In einem separaten Therapieprogramm werden unterernährte Kinder und Frauen mit Zusatz- und Aufbaunahrung behandelt. Als präventive Maßnahme werden für die wartenden Patienten Gesundheitsschulungen mit Informationen zu Mangelernährung, Erkrankungen oder auch zum sicheren Verhalten in Konfliktgebieten (Schutz vor Landminen) durchgeführt.

Maßnahmen gegen akuten Durchfall und Cholera

In der ambulanten Klinik in Al-Marawiah wird vorübergehend eine stationäre „Diarrhea Treatment Unit“ eingerichtet und hierfür zusätzliche Einrichtung, medizinische Ausstattung, Labormaterial und Medikamente beschafft. Mit zwei zusätzlichen medizinische Teams werden rund um die Uhr schwere Fälle behandelt. Circa 15 bis 20 Patienten können pro Woche stationär behandelt werden. Darüber hinaus werden Patienten mit leichten Symptomen ambulant behandelt.

 

Projektlaufzeit: 01.09.16 – 31.08.18

Dieses Projekt wird gefördert durch 

 

Zurück zur Normalität – Unterstützung für Opfer der Ukrainekrise

Zerstörte Häuser, verlassene Städte, traumatisierte Menschen – Die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine haben großes Elend angerichtet. Um den Menschen wieder ein Leben in Normalität zu bieten, unterstützt ADRA Betroffene in der Region Luhansk und Donezsk.

Seit Beginn der Ukrainekrise haben über zwei Millionen Menschen auf der Suche nach Sicherheit ihre Heimat verlassen. Besonders die Regionen um Luhansk und Donezk sind von kriegerischen Auseinandersetzungen gekennzeichnet. Dabei wurden etliche Häuser beschädigt oder zerstört und die Menschen sind dem Konflikt widerstandslos ausgeliefert. Viele von ihnen haben durch den Konflikt ihre gesamte Existenz verloren und sind stark traumatisiert.

Instandsetzung von Häusern

ADRA unterstützt Betroffene in den Regionen Luhansk und Doneszk, ihre kriegsbeschädigten Häuser zu reparieren. Hierfür wird das benötigte Reparaturmaterial zur Verfügung gestellt und mit der Hilfe von Bautrupps werden die Schäden behoben. So erhalten die Menschen wieder adäquaten Wohnraum und Schutz vor Witterung. Betroffene, denen es möglich ist, mit anzupacken, werden von ADRA in die Reparaturarbeiten mit einbezogen. Dadurch können sie aus der Opferrolle heraus treten und wieder Verantwortung für sich selbst übernehmen.

Verarbeitung von Traumata

Der Verlust von Hab und Gut, Freunden oder Familienmitgliedern sowie das Miterleben des Konflikts hat bei vielen Menschen seelische Narben hinterlassen. Sie sind teils stark traumatisiert und es fällt ihnen schwer, das Erlebte zu verarbeiten. Um sie auf ihrem Weg zurück in die Normalität zu unterstützen, bietet ADRA für sie psychosoziale Betreuung an. Diese Hilfe wird in den Alltag der Menschen integriert. Bei Gruppentreffen, Festen sowie physiotherapeutischen Maßnahmen wie Massagen sollen die Betroffenen entspannen und das Erlebte vergessen. Hier kommen sie miteinander ins Gespräch, sprechen über ihre Sorgen, bauen Stress ab und können sich gegenseitig stützen. Auch für Kinder gibt es Spielgruppen, bei denen sie sich austoben und einfach nur Kind sein können.

Projektlaufzeit: 01.01.16 – 30.11.17

Dieses Projekt wird gefördert durch