Dürre in Somalia, Kenia und Äthiopien: ADRA hilft!

Es hat seit Monaten in Somalia nicht geregnetNicht nur in Deutschland, sondern auch in den Ländern Somalia, Kenia und Äthiopien hat es viel zu wenig geregnet. Die Versorgung mit Lebensmitteln ist gefährdet, es droht die nächste Hungerkrise nach 2017.

Die Region Ostafrika leidet seit mehreren Jahren unter ausbleibenden Regenfällen. Die sich verschärfende Trockenheit verschlechtert die Agrarwirtschaft- und Nutztierhaltung. Das bleibt nicht ohne Auswirkung auf die Ernten der Menschen in den nördlichen und zentralen Regionen Somalias und im Nordosten Kenias. Der Rückgang der landwirtschaftlichen Produktivität trifft die arme Bevölkerung ins Mark. Meteorologen sagen auch für Mai und Juni unterdurchschnittliche Regenwahrscheinlichkeiten voraus.

ADRA ist vor Ort aktiv

Die anhaltende Dürre sorgt für Binnenmigration und Spannungen in den betroffenen Ländern. ADRA ist vor Ort und unterstützt die Menschen. Wir haben uns langfristig zu folgenden Zielen verpflichtet:

  • Bereitstellung lebensrettender und lebenserhaltender Hilfe für Menschen in Not, wobei den Schwächsten Vorrang einzuräumen ist.
  • Wiederherstellung und Stärkung der Lebensgrundlagen und der Grundversorgung, um die Widerstandsfähigkeit gegen wiederholte Naturkatastrophen wie zum Beispiel Dürre zu erhöhen.
  • Stärkung des Schutzes der Vertriebenen und anderer gefährdeter Gruppen und ausloten dauerhafter Lösungen.

Auch Sie können helfen

  • Eine Spende von 13 Euro entspricht dem Preis eines Nahrungsmittelpakets für 1 Person in Somalia (Reis, Öl und roten Bohnen).
  • Eine Spende von 90 Euro deckt den täglichen Wasserbedarf einer Schule mit bis zu 2.000 Schülerinnen und Schülern in Somalia.

Bitte unterstützen Sie mit einer Spende die Menschen in der Dürreregion unter dem Stichwort „Hungersnot“ auf https://adra.de/spendenformular/.

Neue Sanitäreinrichtungen für das Schul- und Rettungszentrum im kenianischen Kaijado County

Die Dusch- und Toiletteneinrichtungen im Schul- und Rettungszentrum in Kajiado County müssen dringend erneuert werden: Sie sind in einem schlechten Zustand und reichen nicht für die Anzahl an Schülerinnen aus. Die große Entfernung zum Hauptgebäude des Zentrums stellt darüber hinaus ein Sicherheitsrisiko für die jungen Frauen dar. ADRA stellt neue und verbesserte Sanitäranlagen zur Verfügung.

Seit einigen Jahren unterstützt ADRA das Schul- und Rettungszentrum im kenianischen Kajiado County, das Mädchen und jungen Frauen der Massai Zuflucht vor Zwangsverheiratung und Genitalverstümmelung bietet. Darüber hinaus erhalten die derzeit 172 Mädchen Zugang zu Bildung und leben in einem sicheren und familiären Umfeld.

Allerdings sind die sanitären Anlagen der Schule mittlerweile völlig veraltet und unzureichend. Es gibt nur einen Toilettenblock ohne Handwaschanlage sowie eine provisorische Gemeinschaftsdusche mit sechs Duschplätzen. Deren Erneuerung ist aus hygienischer Sicht dringend notwendig. 172 Schülerinnen teilen sich fünf Toiletten, die zudem in schlechtem Zustand sind und deren Bodenplatte gefährdet ist, einzubrechen. Durch die fehlende Möglichkeit, sich die Hände zu waschen, verbreiten sich Keime und Krankheitserreger schneller und Infektionen werden begünstigt. Krankheiten führen wiederum zu erhöhten Arztkosten und die Mädchen verpassen wichtigen Unterricht.

Die Lage der sanitären Einrichtungen stellen darüber hinaus ein Sicherheitsrisiko für die Schülerinnen dar. Sie sind weit vom Hauptgebäude des Zentrums entfernt, was bedeutet, dass die Mädchen mehrmals täglich ohne den Schutz von Lehrern und Mitschülerinnen sind – und das in einem sensiblen Moment. Auch die brüchige Bodenplatte ist eine Gefahr für die Gesundheit der Mädchen.

Neue Sanitäranlagen für eine bessere Hygiene und erhöhte Sicherheit

Mit dem Bau von zwei neuen Toilettenblöcken und drei Duschblöcken am Haupthaus der Schule verbessert sich die sanitäre Situation wesentlich. Zwei Handwaschbecken sorgen außerdem für die nötige Handhygiene und beugen Krankheiten vor. Die größere Nähe schützt die Mädchen zudem vor Übergriffen auf dem Weg zu den Sanitäranlagen.

Ein solarbetriebener Warmwasserbereiter spart Kosten und schont die Umwelt, da nicht länger Feuerholz für die Erwärmung des Wassers genutzt werden muss. Ergänzt werden die Maßnahmen durch ein Hygiene-Training für die Schülerinnen, in dem Techniken beim Händewaschen, die Vermeidung von Krankheiten und das Thema Monatshygiene besprochen werden.

Projektlaufzeit: 01.05.2018 – 31.12.2018

Dieses Projekt wird gefördert durch 

Brunnenbau in Kenia sichert die Wasserversorgung von 170 Mädchen

Mädchen in Kajiado nach den ersten Bohrmaßnamen.

Das von ADRA unterstützte Schul- und Rettungszentrum Kajiado in Kenia bietet Mädchen der Massai Schutz vor Zwangsheirat und Genitalverstümmelung. Schon mehrere Jahre in Folge ist diese Region stark von Dürreperioden betroffen. Diese führen zu unfruchtbaren Böden und zur Absenkung des Grundwasserspiegels. Gabriele Hansch, Abteilungsleiterin Afrika, berichtet im Interview, wie ein neuer Brunnen die Mädchen stärkt.

Wie kam es zu dem Vorhaben, einen eigenen Brunnen für das Schul- und Rettungszentrum zu bauen?
Wasser ist ein kostbarer Schatz in Afrika und Lebenselixier für Menschen, Tiere und Pflanzen. Bei Gründung des Zentrums in Kajiado wurde ein Brunnen in zu großer Entfernung gebaut, der letztendlich wegen Überlastung schnell funktionsuntüchtig wurde. Seitdem wurde die Schule über mobile Wassertankwagen versorgt. Eine kostspielige Angelegenheit, welche nicht nachhaltig ist und nicht zur Bewässerung von Nutzpflanzungen ausreichte. So entstand der Plan, neue Probebohrungen nach Wasser auf dem Grundstück vorzunehmen. Dieses Vorhaben glückte im März dieses Jahres und es konnte ausreichend Grundwasser zur Förderung gefunden werden. Nun steht der Brunnen und die Schule ist rundum versorgt und kann die Ablaufwasser zur Bewässerung von nahen Maisfeldern nutzen.

Was ändert sich für die jungen Bewohnerinnen des Schul- und Rettungszentrums mit dem Brunnen?
Für die Mädchen ist jetzt ausreichend Wasser vorhanden für die persönliche Hygiene, zum Wäschewaschen, für die Schulküche und zum Bewässern von Nutzpflanzen. Vorher musste der Wasserverbrauch notgedrungen sehr eingeschränkt werden. Die Abhängigkeit von externen Wasserlieferungen hat die Weiterentwicklung und Verbesserung dieser Institution sehr erschwert. Das ist nun vorbei. Die Mädchen können frisches, fließendes Wasser genießen. Es soll nun auch in Kajiado eine Selbstverständlichkeit werden, denn jeder Mensch hat ein Recht auf sauberes Wasser.

Für was genau wird der Brunnen verwendet?
Da der neue Brunnen nur eine genau berechnete Wassermenge pro Tag fördern kann, welche nur für die Versorgung des Zentrums und seiner Bewohnerinnen ausreichend ist, versorgt er exklusive das Schul- und Rettungszentrum in Kajiado und deren Bewohnerinnen. Weitere Nutzer können aber auch aus Sicherheitsgründen nicht berücksichtigt werden, da der Brunnen direkt auf dem Gelände des Schul- und Rettungszentrums mit Internat steht.

Die neue Brunnenanlage liefert Trinkwasser in guter Qualität und das Wasser dient der Körperpflege und Wäschehygiene. Des Weiteren wird die Bewässerung naher Felder und Gemüsegärten ermöglicht, unter Einbezug der Ablauf- und gebrauchten Wasser.  

Straßenaktionen in Kenia machen gegen Geburtsfisteln mobil

Jährlich finden in Kenia anlässlich des Welttages zur Beendigung von Geburtsfisteln im Mai verschiedene Aktionen statt, um auf das tabuisierte Thema mit seinen Ursachen und Komplikationen aufmerksam zu machen. Für ADRA ist dieses Jahr Evelyn Brenda in Eldoret und Kisii unterwegs und aktiv an den Aktionen beteiligt. Sie enden am 5. Juni.

Evelyn Brenda in Eldoret (erste von links)

Nach einer langen Trockenperiode leiden viele ostafrikanische Länder unter heftigen Regenfällen und Überschwemmungen. Der traditionelle Fistula-Marathon, der von Dr. Mabeya und weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gynocare Women’s and Fistula Hospitals in Eldoret ausgerichtet wird, fällt dieses Jahr buchstäblich ins Wasser. „Dieses Jahr führen wir dafür Müllsäuberungsaktionen durch und verteilen Informationsbroschüren über das Gynocare Women´s and Fistula Hospital,“ berichtet Evelyn Brenda aus Eldoret. Sinn und Ziel der Aktionen sind die Verbreitung von Informationen über Themen wie Genitalverstümmelung und Geburtsfisteln. Betroffenen Frauen soll eine Stimme gegeben werden und über Komplikationen und Behandlungsmöglichkeiten informiert werden. Diese Aufklärungskampagnen sind wichtig, um langfristig eine Veränderung in den Gesellschaften zu bewirken. Rund 50 Mitarbeiter und ehemalige Patientinnen der Klinik nehmen an der Müllsäuberungsaktion teil und bieten Hilfestellungen für betroffene Mädchen und Frauen an.

Internationaler Tag zur Beendigung von Geburtsfisteln am 23. Mai

Damit Frauen weltweit geholfen werden kann, dürfen Geburtsfisteln kein Tabuthema sein. Der 23. Mai erinnert daran, dass 2 Millionen Frauen an dieser Erkrankung mit Schmerzen und Inkontinenz leiden. Die durch Inkontinenz von Blase und Darm verursachten schlechten Gerüche lassen die Frauen zu Ausgestoßenen ihrer Gesellschaft werden.

Evelyn Brenda in Eldoret (zweite von rechts)

Geburtsfisteln entstehen aufgrund von Komplikationen bei der Geburt. Schwangerschaften im zu frühen Alter, Genitalverstümmelung und ungenügende medizinische Versorgungsmöglichkeiten beim Geburtsstillstand sind die Ursache. Kann nicht schnell genug ein Kaiserschnitt eingeleitet werden, reißt das Beckenbodengewebe ein und es entstehen unnatürliche röhrenförmige Verbindungen zwischen Blase und/oder Darm. Durch diese Fisteln verliert die Frau unkontrolliert Urin und Stuhl. Gemeinsam mit dem Krankenhaus Waldfriede und den kenianischen Partnerkliniken in Kisii und Eldoret führt ADRA ein Gesundheitsprojekt mit Präventionsmaßnahmen durch, um betroffenen Frauen durch rekonstruktiver Chirurgie ein würdevolles Leben zurückzugeben. Bildungsmaßnahmen und Mikrokredite befähigen Frauen dazu, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften und ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Präventionsmaßnahmen beinhalten Aufklärungskampagnen sowie Schulungen von medizinischem Personal, damit langfristig eine Veränderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erzielt werden kann.

AKTIONEN AM WORLD FISTULA DAY IN KENIA

Evelyn Brenda ist in den kommenden Tagen für ADRA Deutschland in Kenia unterwegs, um über den Internationalen Tag zur Beendigung von Geburtsfisteln (World Fistula Day) am 23. Mai zu berichten. In Kenia finden viele Aktionen zu diesem Thema in diesen Tagen statt. Evelyn Brenda besucht die Partnerkliniken von ADRA in Eldoret und Kisii und nimmt mit Dr. Mabeya vom „Gynocare Women´s and Fistula Hospital“ in Eldoret am 23. Mai an einer Feierstunde teil. Dr. Mabeya führt seit 2011 in Eldoret an betroffenen Frauen Fistula-Operationen durch. Auch nach der Operation werden die Frauen an dieser Klinik weiter betreut. In Deutschland wird Dr. Mabeya im Juni an der Berliner Partnerklinik Krankenhaus Waldfriede zu Gast sein. Er ist dort vom 20. bis 23. Juni als Gastredner auf dem Kongress „Innovations in Coloproctology 2018“ aktiv.

ADRA stärkt kenianische Kinder und Familien gegen die Dürre

Bereits mehrere Jahre in Folge ist das kenianische Kajiado County stark von Dürreperioden betroffen. Die Bevölkerung hungert und manche Kinder erhalten einzig in der Schule eine Mahlzeit. Durch die Verteilung von Lebensmitteln an 235 Haushalte verbessert ADRA ihre Situation und unterstützt sie dabei, weiterhin die Schule besuchen zu können.

Immer öfter und immer stärker treten Dürren in Kajiado Country auf. Hierdurch ist die landwirtschaftliche Produktivität gesunken, viele Nutztiere sind verendet. Infolgedessen leidet die Bevölkerung immens Hunger. Und auch durch den Wechsel von Dürre- und Flutperioden sind Bauern in einem Kreislauf von Armut und schwindenden Ressourcen gefangen.

Im Rehabilitations- und Rettungszentrum in Kajiado sowie in der Bisil-Schule werden Mädchen von ADRA unterstützt, die vor Gewalt, Zwängen und insbesondere Genitalbeschneidung innerhalb ihrer Ethnie flohen. Sie stammen aus Familien, für die es enorm schwierig ist, sich Mahlzeiten zu leisten. Durch die Dürreperioden hat sich ihre Situation noch verschärft. In der Hoffnung auf Unterstützung wenden sich sowohl die Mädchen als auch ihre Mütter an die Schulen.

Seit Anfang des Jahres unterstützt ADRA 235 Haushalte, deren Kinder das Rehabilitations- und Rettungszentrum in Kajiado oder die Bisil-Schule besuchen, mit Nahrungsmitteln. Dies ist zunächst für den Zeitraum von drei Monaten angesetzt, nach dem es wieder zu Regenfällen kommen soll. In dieser Zeit erhalten die Haushalte jeden Monat eine Nahrungsmittelration aus Maismehl, Weizenmehl, Reis, Bohnen, Öl, Zucker und Salz.

 

Projektlaufzeit: 15.01.18 – 31.05.18

Dieses Projekt wird gefördert durch 

Anpassung an Klimaveränderungen verbessert die Ernährungssituation im Osten Kenias

Ausgeprägte Trockenzeiten im Osten Kenias führen zu unfruchtbaren Böden und zur Absenkung des Grundwasserspiegels. Die Ernten der Kleinbauern können ganzjährig die Familien nicht ausreichend ernähren, Unterernährung und Hungerkrisen sind die Folge. ADRA ist an sechs Standorten in Kenia aktiv, um die Ernährungssicherheit mit Bewässerungssystemen langfristig zu verbessern.

Die Flüsse in Mwingi Central im County Kitui führen nur während der sporadischen und unsicheren Regenzeiten ausreichend Wasser. Die natürliche Vegetation besteht aus Trocken- und Dornensavanne. Der Großteil der hier lebenden Bevölkerung gehört der Ethnie der Kamba an, der viertgrößten Ethnie Kenias. Sie haben eine lange Tradition als zuverlässige Händler zwischen Küste und dem Binnenland, die sesshaften Kamba leben zu 80 Prozent als Kleinbauern von den Produkten, die sie auf ihren Feldern anbauen. Hauptanbaufrüchte sind Mais, angepasste Sorghum- und Hirsearten und verschiedene Bohnensorten. Dabei ist der Anbau aufgrund der trockenen Lehm- und Sandböden schwierig. Die Felder sind nährstoffarm und die Weideflächen für Ziegen, Schafe und Rinder kaum nutzbar. Die Bevölkerung im Osten Kenias leidet wegen der Dürre immer wieder unter saisonaler Lebensmittelknappheit und ist von Hilfsgütern abhängig. Aufgrund der Bodendegradation, Überweidung und Umweltschäden wie dezimierte Waldbestände kommt es regelmäßig zu Unterernährung und Hungersnöten in dieser Region.

Nachhaltige Maßnahmen zur Wasserkonservierung

Das Projekt in County Kitui wurde von der Dorfbevölkerung initiiert und partnerschaftlich von ADRA geplant. Entlang des Flussbettes werden an sechs Standorten jeweils ein Sanddamm- und Bewässerungssysteme für 500 Gärten angelegt. 3.000 Kleinbauern der ärmsten Dörfer können durch dieses Wassergewinnungsverfahren ihre Böden und Felder ertragreicher bewirtschaften und die Produktion für den Eigenbedarf und den Verkauf steigern. 300 Haushalte profitieren von den Umweltschutzmaßnahmen und 120 Hektar degradierte Landflächen werden durch Wiederaufforstung und Bodenanreicherungstechniken zum Anbau von Feldfrüchten nutzbar gemacht. Zur Unterstützung werden 15 Dorf-Marketinggruppen sowie 50 Dorf-Spargruppen gegründet. 1.300 Haushalte können ihr Einkommen dadurch zusätzlich steigern. Zur Sicherung der Nachhaltigkeit setzt das Projekt auf Partizipation und Kooperation mit der Bevölkerung vor Ort. Der Aufbau von Kapazitäten zum Thema Umwelt- und Ressourcenschutz befähigt die Kamba, langfristig selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen zu können und ihre unsichere Ernährungssituation zu stabilisieren.

 

Projektlaufzeit: 01.12.17 – 31.10.20

Dieses Projekt wird unterstützt von: