Sicherheit und Schutz für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Griechenland

Nicht nur Erwachsene flüchten vor Krieg, Gewalt und Ausweglosigkeit, sondern auch Kinder und Jugendliche. Oftmals sind sie ohne ihre Eltern unterwegs. Damit sind ganz besonders sie Gefahren ausgesetzt. ADRA stellt die Betreuung und Sicherheit von dreißig unbegleiteten Jugendlichen in einem Heim in der griechischen Stadt Drama sicher.

Minderjährige Flüchtende, die sich alleine auf den Weg gemacht oder während der Flucht von ihren Eltern getrennt wurden, sind verstärkt von Ausbeutung, Missbrauch, Gewalt und Vernachlässigung bedroht. In einem von ADRA unterstütztem Heim in Griechenland erhalten sie Sicherheit und Schutz.

In den eingerichteten Sicherheitszonen sind die jungen Flüchtenden vor dem Zugriff externer Personen geschützt. Außerdem haben sie Zugang zu Gemeinschaftsküchen, in denen sie mit täglichen Mahlzeiten versorgt werden und erhalten Willkommens-Pakete mit Utensilien des täglichen Bedarfs. Den Jugendlichen werden entsprechend ihrer Bedürfnisse Betreuung, Bildungsmöglichkeiten und Freizeitbeschäftigungen angeboten. Neben der täglichen Anwesenheit von geschulten Betreuern erhalten sie auch spezielle psychosoziale Unterstützung, um die traumatischen Erlebnisse der Flucht sowie die Herausforderungen der neuen Lebenssituation verarbeiten zu können.

Während das Projekt Strukturen für das gemeinschaftliche Leben schafft, werden die Jugendlichen gleichzeitig dabei unterstützt, in der neuen Kultur und neuen sozialen Umgebung anzukommen und sich zu integrieren.

Um Kinder und Jugendliche auch außerhalb des Heims schützen zu können, werden Informationen unter den Flüchtenden verteilt. Die beteiligten öffentlichen Stellen werden besser miteinander vernetzt und können durch neue Vermittlungsmechanismen gefährdete junge Flüchtende schneller in schützenden Einrichtungen unterbringen.

 

Projektlaufzeit: 01.12.17 – 31.03.18

Das Projekt „Humanitarian and recovery support to the affected population in Greece /
Humanitäre und Genesungshilfe für die betroffene Bevölkerung in Griechenland“ wird gefördert durch

 

 

 

Flüchtlingslager Griechenland – ADRA bietet Menschen eine Bleibe

Das im Mai 2017 von ADRA eröffnete Camp für Geflüchtete im griechischen Kato Milia bietet mittlerweile 250 Menschen eine Bleibe. Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan, Pakistan und dem Irak leben, am Fuße des Olymps, in beheizbaren Wohncontainern mit jeweils eigener Stromversorgung, Küchenzeile, sanitären Anlagen sowie einem Wohn- und Schlafraum.

Bei Einzug in das Camp erhalten Ankömmlinge Kleidung und ein Paket mit Hygieneartikeln, Bettwäsche und Küchenutensilien, um sich in den Wohncontainern entsprechend einrichten zu können.

Um die Aktivitäten von ADRA zu unterstützen und auf die Bedürfnisse der Camp-Bewohner eingehen zu können, sind täglich mehrere Übersetzer vor Ort. Die medizinische Versorgung der Menschen wird innerhalb des Camps in Form einer medizinischen Klinik sichergestellt. Dort kümmert sich zweimal wöchentlich ein Arzt um die Gesundheit der Geflüchteten. Darüber hinaus leisten täglich drei Krankenschwestern medizinische Hilfe. Eine weitere Komponente der medizinischen Betreuung ist die psychosoziale Unterstützung. Viele der Geflüchteten sind traumatisiert, von Familienmitgliedern getrennt und ihre Zukunft ist ungewiss. Jeden Tag verbringen sie mit Warten und Hoffen. Individuelle Beratungen und Gruppengespräche mit Psychologen helfen dabei, das Erlebte zu verarbeiten und ihren Alltag zu bewältigen.

Zusammenleben und Integration fördern

Bereits während der Eröffnungsfeier im Mai sagte Tihomir Lipohar, verantwortlicher Leiter des Camps in Griechenland: „Mit der adäquaten Unterbringung der Geflüchteten ist es nicht getan.“ ADRA fördert innerhalb des Camps auch das tägliche Zusammenleben. In einem speziell für Kinder eingerichteten Raum können Jungs und Mädchen gemeinsam spielen, malen, lernen und einfach Kind sein. Auch das Spielen auf einem kleinen Sportplatz bietet Abwechslung für Kinder und Jugendliche. Zudem stehen Kindern und Erwachsenen auch Servicecontainer zur Verfügung, die als Sozialräume sowie für Schulunterricht genutzt werden können.

ADRA fördert zudem die Integration der Geflüchteten in die griechische Gesellschaft. Inzwischen besucht ein Teil der im Camp lebenden Kinder die örtliche Schule und lernt Griechisch. Zukünftig sollen noch mehr Kinder in das griechische Schulsystem integriert werden und auch schulische Förderung innerhalb des Camps erhalten.

Mit einer Spende können Sie die Arbeit von ADRA für Geflüchtete auf der ganzen Welt unterstützen: unter dem Stichwort „Menschen auf der Flucht“. > Zum Online-Spendenformular

Bessere Perspektiven für Flüchtlinge aus Myanmar

In den Camps entlang der thailändischen Grenze zu Myanmar leben seit Jahren Flüchtlinge aus Myanmar. Weil die Flüchtlinge als illegale Einwanderer angesehen werden, dürfen sie die Camps nicht verlassen. Durch berufliche Schulungen stärkt ADRA speziell Jugendliche und junge Erwachsene, um sich eine selbstständiges Leben aufbauen zu können.

Entlang der thailändischen-myanmarischen Grenze befinden sich mehrere Camps, die von Flüchtlingen aus Myanmar bewohnt werden. Viele von ihnen sind bereits dort aufgewachsen und weil es ihnen an Bildung fehlt, ist ein selbstbestimmtes Leben außerhalb der Camps kaum möglich. Dabei könnten sie wieder in ihre Heimat zurückkehren, denn dort hat sich die politische Situation mittlerweile gebessert. Daher bietet ADRA Jugendlichen und jungen Erwachsenen technische Berufsausbildungen an und vermittelt zukunftsbringende Fertigkeiten, die sie benötigen, um ein selbstständiges Leben außerhalb der Camps führen zu können. Dabei wird außerdem ein Netzwerk zwischen Flüchtlingen und Rückkehrern, Gastkommunen, dem privaten Sektor sowie Regierungsinstitutionen entwickelt und gestärkt.

Seit Projektbeginn gehören Praktika in Thailand und Myanmar zu den Ausbildungsmaßnahmen. Ab Januar 2019 kommen betriebswirtschaftliche Trainings für 360 Frauen und vorbereitende Kurse für einen Neuanfang in Myanmar dazu. ADRA vergibt 40 Förderungen für Unternehmerinnen und Unternehmer zur Gründung eigener Geschäfte oder Kleinunternehmen. Außerdem werden Zentren in den Camps organisiert, in denen Räume für eigene Läden und Geschäfte zur Verfügung stehen.

Zielgruppe des Projekts sind die 97.496 Einwohner der neun Flüchtlingscamps entlang der thailändisch-myanmarischen Grenze.

Projektlaufzeit: 01.01.2017-31.12.2020

Dieses Projekt wird gefördert durch 

ADRA hilft Menschen auf der Flucht in Griechenland

Die humanitäre Lage der Flüchtlinge in Griechenland ist immer noch prekär. Sie sind weiterhin auf Notunterkünfte, Hilfsgüter und medizinische Betreuung angewiesen. Deswegen hat ADRA Deutschland in Katerini ein Büro eröffnet, um die Geflüchteten langfristig zu unterstützen und ihre Not zu lindern.

Flüchtlingscamps Petra Olympou und Ktima Iraklis

Griechenland, Katarini, Petra Olympos Camp, von ADRA unterstützt.

ADRA konzentrierte sich im Jahr 2016 auf die beiden Flüchtlingscamps Petra Olympou und Ktima Iraklis, in denen insgesamt 1.500 Geflüchtete untergebracht waren. Die hygienischen Bedingungen in den Camps waren sehr schlecht, weswegen sich ansteckende Hautkrankheiten verbreiteten. Die Betroffenen wurden von einem medizinischen Team behandelt und ihre Zelte desinfiziert. Hygieneartikel wurden verteilt und die Campbewohner über hygienische Verhaltensweisen aufgeklärt.

ADRA stellte fünf Übersetzer, die im Schichtwechsel dem medizinischen Team zur Seite standen und in Kooperation mit der NGO IsraAID wurde psychosoziale Betreuung angeboten. Außerdem betrieb ADRA eine Ausgabestelle für frische und gesunde Lebensmittel, um Mangelernährung vorzubeugen.

Das Camp Petra Olympou ist in der Zusammenarbeit von ADRA und UNHCR nach dem Einsetzen winterlicher Temperaturen geräumt worden. Die Geflüchteten wurden in leerstehenden Hotels und Apartments in Nordgriechenland untergebracht, da die Zelte am Olymp nicht winterfest waren.

ADRA errichtet neues Flüchtlingscamp in Ktima Iraklis

Im Dezember unterzeichnete Christian Molke, Geschäftsführer von ADRA Deutschland, einen Vertrag mit der griechischen Regierung, der es ermöglicht, ein weiteres Camp in Kato Milia zu errichten. Iraklis ist zentral gelegen mit einer guten Anbindung zu Einkaufsmöglichkeiten, Krankenhaus und Schulen. Im dortigen Camp wird es 85 beheizbare Wohncontainer in einer Größe von etwa 25 Quadratmetern mit eigenem Stromanschluss, einer Küchenzeile sowie Sanitäranlagen geben. Außerdem werden Servicecontainer aufgestellt, die u.a. als Sozialräume und Waschküchen sowie für Schulunterricht und medizinische Untersuchungen genutzt werden können.

Die Anlage ist so konzipiert, dass die Privatsphäre und der Schutz der Menschen gewährleistet wird und sie sich selbst versorgen können. Das Flüchtlingscamp wird voraussichtlich Ende Februar 2017 bezugsfertig sein und Platz für bis zu 550 Menschen bieten.

Projektlaufzeit: 01.01.16 – 31.03.17

Dieses Projekt wird gefördert von: 

ADRA beginnt Errichtung von neuem Flüchtlingscamp in Griechenland

Christian Molke (links) unterzeichnet Vertrag in Griechenland
ADRA hat das Flüchtlingscamp Petra Olympou wegen des Einsetzens von winterlichen Temperaturen mittlerweile komplett geräumt. Die Geflüchteten wurden in leerstehenden Hotels und Apartments in der Umgebung untergebracht. Diese adäquaten Wohnquartiere sind winterfest und bieten den Menschen etwas mehr Privatsphäre als die Zelte am Olymp.

In der vergangenen Woche unterzeichnete Christian Molke, Geschäftsführer von ADRA Deutschland, einen Vertrag mit der griechischen Regierung, der es ermöglicht, ein weiteres Camp in Kato Milia zu errichten. Im dortigen Camp wird es voraussichtlich 85 Wohncontainer sowie 16 Servicecontainer inkl. Anschluss für Wasser, Strom und Abwasser geben. Innerhalb der kommenden zwei Monate wird das Flüchtlingslager erbaut.

ADRA Deutschland e.V. Geschäftsführer spricht auf Weltgipfeltreffen der Vereinten Nationen

Christian Molke, Geschäftsführer von ADRA Deutschland e.V., sprach auf dem 1. Weltgipfel der Vereinten Nationen für Religion, Frieden und Sicherheit über die Betreuung von 1200 Angehörigen der vom Genozid bedrohten Religionsgemeinschaft der Jesiden im Flüchtlingslager Petra Olympu in Griechenland.

Molke ermutigte die anwesenden Vertreter der Weltreligionen und Politiker verschiedener Nationen sowie der Europäischen Union, Partnerschaften in der humanitären Hilfe einzugehen. Es sei wichtig, erfolgreich umgesetzte Konzepte bekannt zu machen und mehr Einfluss zu nehmen auf die Gesetzgebung, die Entscheider in den eigenen Organisationen oder die Geldgeber. Solche Erfolgsmodelle seien dringend als Vorlage für ähnliche Maßnahmen notwendig.

„Religiöse Parolen und Überzeugungen werden oft in kriegerischen Konflikten und Spannungsgebieten missbraucht, um Interessen, die im sozioökonomischen Bereich verwurzelt sind, zu vertreten und Konflikte anzuheizen“, so der ADRA-Geschäftsführer. Da religiöse Leiter mit ihrem Einfluss sowohl ökonomische als auch soziale Ungerechtigkeiten durch religiös motiviertes Verhalten begegnen könnten, müssten sie besonders auf eine friedensstiftende Sprache achten und dürften sich nicht für andere Interessen instrumentalisieren lassen.
Christian Molke, Geschäftsführer von ADRA Deutschand e.V.
Der 1. Weltgipfel für Religion, Frieden und Sicherheit (Global Summit on Religion, Peace and Security) fand unter Mitwirkung der Internationalen Vereinigung zur Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit (International Association for the Defense of the Religious Liberty) und dem UN-Sonderberater für die Verhinderung von Völkermord, Adama Dieng, vom 23.-25. November 2016 im Genfer Palast der Nationen statt.

Gesundheitsversorgung für Geflüchtete im Jemen

Jemen gilt als ärmstes Land des Mittleren Ostens, in weiten Teilen des Landes herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Viele Familien fliehen aus ihren Heimatgebieten und suchen in Flüchtlingscamps Zuflucht. Eine medizinische Grundversorgung für diese Menschen ist nicht geregelt. ADRA unterstützt sie und versorgt Kinder und Mütter, die unter Mangelernährung leiden.

Die Gesundheitsversorgung im Jemen ist fatal. Vor allem Flüchtlinge und Binnenvertriebene haben oft keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Einfache Gesundheitsprobleme wie Durchfallerkrankungen oder Erkältungen können ohne die richtige Versorgung schnell zum Tod führen. Zudem verschlechtert sich durch die andauernden Versorgungsengpässe mit Lebensmitteln der gesundheitliche Zustand der Menschen in dramatischer Weise. Das führt bei Kleinkindern und Säuglingen zu irreversiblen Schäden.

Medizinische Versorgung für Geflüchtete

Bereits seit Jahren engagiert sich ADRA Deutschland im Jemen. Im Regierungsbezirk Hudaidah ist ADRA mit zwei mobilen medizinischen Einheiten aktiv. Zuvor betrieb ADRA eine ambulante Klinik im Mazraq Camp III im Regierungsbezirk Hajjah, in der Geflüchtete medizinisch versorgt wurden. Aufgrund von Luftangriffen musste das Flüchtlingscamp evakuiert werden und auch die ambulante Klinik von ADRA konnte aus Sicherheitsgründen nicht bestehen bleiben.

In Hudaidah sind die zwei mobilen Einheiten in verschiedenen Distrikten unterwegs, um mit der Hilfe von Ärzten und Pflegepersonal die medizinische Grundversorgung sicherzustellen. Eine Hebamme betreut Schwangere und Mütter. In einem separaten Therapieprogramm werden unterernährte Kinder und Frauen mit Zusatz- und Aufbaunahrung behandelt. Als präventive Maßnahme werden für die wartenden Patienten Gesundheitsschulungen mit Informationen zu Mangelernährung, Erkrankungen oder auch zum sicheren Verhalten in Konfliktgebieten (Schutz vor Landminen) durchgeführt.

Maßnahmen gegen akuten Durchfall und Cholera

In der ambulanten Klinik in Al-Marawiah wird vorübergehend eine stationäre „Diarrhea Treatment Unit“ eingerichtet und hierfür zusätzliche Einrichtung, medizinische Ausstattung, Labormaterial und Medikamente beschafft. Mit zwei zusätzlichen medizinische Teams werden rund um die Uhr schwere Fälle behandelt. Circa 15 bis 20 Patienten können pro Woche stationär behandelt werden. Darüber hinaus werden Patienten mit leichten Symptomen ambulant behandelt.

 

Projektlaufzeit: 01.09.16 – 31.08.18

Dieses Projekt wird gefördert durch