Internationaler Tag zur Beendigung von Geburtsfisteln am 23. Mai

Damit Frauen weltweit geholfen werden kann, dürfen Geburtsfisteln kein Tabuthema sein. Der 23. Mai erinnert daran, dass 2 Millionen Frauen an dieser Erkrankung mit Schmerzen und Inkontinenz leiden. Die durch Inkontinenz von Blase und Darm verursachten schlechten Gerüche lassen die Frauen zu Ausgestoßenen ihrer Gesellschaft werden.

Evelyn Brenda in Eldoret (zweite von rechts)

Geburtsfisteln entstehen aufgrund von Komplikationen bei der Geburt. Schwangerschaften im zu frühen Alter, Genitalverstümmelung und ungenügende medizinische Versorgungsmöglichkeiten beim Geburtsstillstand sind die Ursache. Kann nicht schnell genug ein Kaiserschnitt eingeleitet werden, reißt das Beckenbodengewebe ein und es entstehen unnatürliche röhrenförmige Verbindungen zwischen Blase und/oder Darm. Durch diese Fisteln verliert die Frau unkontrolliert Urin und Stuhl. Gemeinsam mit dem Krankenhaus Waldfriede und den kenianischen Partnerkliniken in Kisii und Eldoret führt ADRA ein Gesundheitsprojekt mit Präventionsmaßnahmen durch, um betroffenen Frauen durch rekonstruktiver Chirurgie ein würdevolles Leben zurückzugeben. Bildungsmaßnahmen und Mikrokredite befähigen Frauen dazu, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften und ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Präventionsmaßnahmen beinhalten Aufklärungskampagnen sowie Schulungen von medizinischem Personal, damit langfristig eine Veränderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen erzielt werden kann.

AKTIONEN AM WORLD FISTULA DAY IN KENIA

Evelyn Brenda ist in den kommenden Tagen für ADRA Deutschland in Kenia unterwegs, um über den Internationalen Tag zur Beendigung von Geburtsfisteln (World Fistula Day) am 23. Mai zu berichten. In Kenia finden viele Aktionen zu diesem Thema in diesen Tagen statt. Evelyn Brenda besucht die Partnerkliniken von ADRA in Eldoret und Kisii und nimmt mit Dr. Mabeya vom „Gynocare Women´s and Fistula Hospital“ in Eldoret am 23. Mai an einer Feierstunde teil. Dr. Mabeya führt seit 2011 in Eldoret an betroffenen Frauen Fistula-Operationen durch. Auch nach der Operation werden die Frauen an dieser Klinik weiter betreut. In Deutschland wird Dr. Mabeya im Juni an der Berliner Partnerklinik Krankenhaus Waldfriede zu Gast sein. Er ist dort vom 20. bis 23. Juni als Gastredner auf dem Kongress „Innovations in Coloproctology 2018“ aktiv.

Klinikpartnerschaften zugunsten von Frauen mit Geburtsfisteln

Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen ist in Kenia nach wie vor weit verbreitet. Aufgrund dieser Genitalverstümmelungen, aber auch fehlender ärztlicher Versorgung kann es bei der Geburt zu Komplikationen bis hin zum Geburtsstillstand kommen – und sogenannten Geburtsfisteln. In Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Waldfriede und den Partnerkliniken in Kisii und Eldoret sorgt ADRA für eine bessere medizinische Behandlung.

Geburtsfisteln sind bei vielen Frauen in Kenia ein schwerwiegendes gesundheitliches Problem. Sie entstehen durch Geburtsstillstand aufgrund schlechter medizinischer Bedingungen oder Genitalverstümmelung. Die Frauen müssen mit den gesundheitlichen und seelischen Folgen leben, zu denen Infektionen, Inkontinenz, schlechter Geruch, Depressionen, Schmerzen und Ausschluss aus der Gesellschaft gehören. In Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Waldfriede und den Partnerkliniken in Kisii und Eldoret hat ADRA ein Gesundheitsprojekt ins Leben gerufen, das von Geburtsfisteln betroffenen Frauen eine medizinische Behandlung durch rekonstruktive Chirurgie bietet. Dabei ermöglichen die Klinikpartnerschaften den Wissenstransfer und damit die Verbesserung der medizinischen Kapazitäten in Kenia. Das führt langfristig zu einer Professionalisierung der medizinischen Versorgung von Frauen in der Region und hilft, Geburtsfisteln zu vermeiden.

Projektlaufzeit: 01.07.2017 – 31.10.2018

Dieses Projekt wird gefördert durch 

Neue Hoffnung für ausgestossene Frauen in Kenia

Rund zwei Millionen Frauen weltweit leiden unter Geburtsfisteln, weil sie keine angemessene medizinische Hilfe bei der Geburt ihrer Kinder erhalten. Geburtsfisteln führen zu schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen und machen betroffene Frauen häufig zu sozial Ausgestoßenen. Die Frauen verarmen und vereinsamen. ADRA verhilft erkrankten Frauen in Kenia zu einem neuen Leben.

Genitalverstümmelung der Frau und frühe Verheiratung von Mädchen sind in Kenia nach wie vor weit verbreitet. Eine Genitalverstümmelung wird meist unter unhygienischen Bedingungen durchgeführt und hinterlässt zudem starke Vernarbung und eine verengte Vagina. Aufgrund dieser Genitalverstümmelungen und fehlender ärztlicher Versorgung kann es bei der Geburt zu Komplikationen bis hin zum Geburtsstillstand kommen. Wird das Kind dann nicht durch einen Kaiserschnitt geboren, reißt in vielen Fällen das Beckenbodengewebe der Mutter ein und es entsteht eine unnatürliche Öffnung zu den angrenzenden Organen. Durch diese Fisteln kommt es zu Inkontinenz, denn die Frauen verlieren unkontrolliert Urin und/oder Stuhl. Dies führt zu einer starken Geruchsbildung. Oft werden diese Frauen deshalb von ihren Männern verlassen und aus der Gesellschaft ausgestoßen. Allein in Kenia sind jährlich über 3000 Frauen von diesem Problem betroffen und führen ein Leben in Armut und Isolation.

ADRA FÖRDERT PRÄVENTIONSMASSNAHMEN UND DIE BEHANDLUNG DER ERKRANKUNG

Das Projekt von ADRA umfasst sowohl Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung von Geburtsfisteln als auch die Behandlung der Fistelerkrankungen. Denn der Zugang zu guter Geburtshilfe und ärztlicher Versorgung ist in den ländlichen Regionen Kenias sehr beschränkt.
ADRA konzentriert sich bei diesem Projekt auf die Distrikte Kisii, Nyamira und Homa und verhilft 510 Frauen, die an Geburtsfisteln leiden durch rekonstruktive Chirurgie und medizinische Versorgung, zu einem neuen Leben. Denn nach der Operation werden sie durch bildungsfördernde Maßnahmen oder Mikrokredite befähigt, ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten und der Armut zu entkommen. Aufklärung in der Gesellschaft und Schulungen von regionalem medizinischem Personal tragen zur Veränderung der Rahmenbedingungen bei und wirken der Stigmatisierung der Betroffenen entgegen.

 

Projektlaufzeit: 01.09.15 – 31.08.18