Gemeinsam gegen die Hungersnot in Afrika und im Jemen

Seit mehr als 19 Monaten herrscht in mehreren Ländern Afrikas und im Jemen eine Hungersnot. Inzwischen sind fast 44 Millionen Kinder, Frauen und Männer auf Lebensmittelhilfen und Unterstützung angewiesen. Alleine im Jemen sind drei Viertel der Bevölkerung betroffen. ADRA ist in Äthiopien, Burkina Faso, Kenia, Somalia, dem Südsudan und im Jemen aktiv.

Für Menschen, die jede Hoffnung verloren haben, ist das Leben beängstigend. Furcht oder Angst raubt uns die Fähigkeit, sich am Leben zu erfreuen und in schwierigen Situationen besser zurechtzukommen. „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben in ganzer Fülle“, so heißt es im Johannesevangelium Kapitel 10,10. Es ist demnach nicht daran gedacht, dass Menschen, Tiere und die Natur Mangel leiden, dass Ungerechtigkeit oder andere negativen Einflüsse das Leben bestimmen. Vielmehr, dass jeder ein gelungenes und erfülltes Leben führen kann. Wie können alle Menschen dabei berücksichtigt werden, wenn doch die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen wir leben, oftmals ungleich und ungerecht sind? Das ist eine Frage, die für uns zur Aufgabe wird.

Dank der großen Unterstützung durch Ihre Spenden konnte ADRA in Somalia, Äthiopien, Kenia, Südsudan und im Jemen betroffenen Familien im Kampf gegen den Hunger beistehen und die Hilfeleistungen ausweiten. Dem kleinen Abdullah haben die Nahrungsmittelhilfen sehr geholfen. Abdullah ist vier Jahre alt und lebt mit seiner Familie im ländlichen Jemen. Dort ist es besonders schwierig Nahrungsmittel und Wasser zu kaufen oder medizinische Einrichtungen aufzusuchen, weil die Infrastruktur vielerorts zerstört wurde. Die Grundversorgung ist zusammengebrochen. Steht kein sauberes Trinkwasser und ausreichend nährstoffreiche Nahrung zur Verfügung, ist die Gesundheit besonders von Kindern und Geschwächten stark gefährdet. Abdullahs Leidensweg war lang. Seit seinem zweiten Lebensjahr ist er unterernährt. Im Dezember 2017 ging sein Vater mit ihm in ein Gesundheitszentrum, das von ADRA unterstützt wird. Hier kennen sie sich aus mit mangel- und unterernährten Kindern und konnten Abdullah helfen. Dank Ihrer Spenden hat er innerhalb weniger Wochen zugenommen und jetzt wieder Kraft und Freude beim Spielen. Seine Familie wird auch weiterhin von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ADRA betreut und begleitet, sodass sich die Familie ausreichend und gesund ernähren kann.

Die allgemeine Lage am Horn von Afrika hat sich in einigen Regionen im Laufe des letzten Jahres etwas stabilisiert, aber in anderen Regionen hat sich die Hungerkrise weiter ausgedehnt. Inzwischen sind auch die Menschen in der Demokratischen Republik Kongo, im Niger, Tschad und im Norden Kameruns betroffen. Neben bewaffneten Konflikten und extremen Wetterereignissen, wie Dürren, sind Armut und soziale Ungleichheit Ursachen für den Hunger. ADRA fördert die Produktion ausreichend gesunder Nahrung und bekämpft damit Mangel- und Unterernährung. ADRA unterstützt Kleinbäuerinnen und Kleinbauern bei der Einführung neuer landwirtschaftlicher Anbaumethoden und klimaangepasstem Saatgut, um gegen Katastrophen wie Dürren, Überflutungen, Stürme oder Insektenplagen gewappnet zu sein. „Niemand soll zurückgelassen werden!“ –  an den 17 Zielen für eine nachhaltige Entwicklung, die sich die UN-Mitgliedsstaaten bis 2030 gesetzt haben, arbeitet ADRA aktiv mit. Das Gegenteil von Furcht ist Hoffnung. Hoffnung bewirkt, dass die Perspektive für das Leben positiv wird. So wie in Abdullahs Familie. „Wir sind sehr froh, dass Abdullah wieder lachen kann und ADRA uns in diesem Gesundheitszentrum bei Problemen zur Seite steht. Wir hoffen, dass diese wichtige Arbeit fortgeführt wird und noch vielen Kindern geholfen werden kann,“ sagt Abdullahs Vater.

Um weiterhin für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen in Not eintreten zu können, brauchen wir Ihre Unterstützung! Spenden Sie, um die Not von Bedürftigen zu lindern und ihnen Hoffnung zu geben!

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„Ich will mehr!“

Täglich leiden 815 Millionen Menschen an chronischem Hunger! Empfohlen werden 2.100 Kilokalorien täglich. Viele von uns in den Industrienationen halten das nicht ein. Sie überschreiten die Menge – regelmäßig. Zu groß ist das Angebot und sehr leicht der Zugang. In anderen Teilen der Welt kämpfen Menschen darum, am Abend nicht hungrig schlafen gehen zu müssen.

Ist die Ernährung nicht ausreichend und nährstoffarm, hat das nicht nur Leid und gesundheitliche Probleme zur Folge, sondern wichtige Entwicklungsbereiche wie Arbeit und Bildung werden gehemmt. Ernährungssicherung und Hungerbekämpfung sind Tätigkeitsbereiche von ADRA. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern werden gefördert, umweltschonende und klimaangepasste landwirtschaftliche Anbaumethoden zu entwickeln und langfristig ausreichende Erträge zu erzielen. Wenn es gelingt, die Produktivität auf nachhaltige Weise zu erhöhen, steigt der Anteil hochwertiger Nahrung an, die kleinbäuerlichen Familien haben höhere Einkommen und können ihre Kinder in die Schule schicken. Damit bekommen die Familien die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben ohne Hunger.

ADRA ist in verschiedenen Ländern Afrikas und im Jemen gegen den Hunger aktiv und führt weltweit Projekte zur Nahrungssicherheit von Kleinbauern durch. Dazu werden gemeinsam mit der Bevölkerung nachhaltige Anbaumethoden entwickelt und klimaangepasstes Saatgut, neue Technologien wie Bewässerungssysteme oder Wasserauffangbecken eingesetzt. Der Zugang zu neuen Märkten hilft den Kleinbauern, ihren Handel auszuweiten und ihr Einkommen zu steigern. Gleichzeitig werden durch bodenschonende Bewirtschaftung und Wiederaufforstung die natürlichen Ressourcen geschützt.

Gesunde und nährstoffreiche Nahrung für alle ist ein Menschenrecht. Setzen wir uns gemeinsam dafür ein! „Ich will mehr!“ ist Thema der diesjährigen Landessammlung, für die Sie sich engagieren können.

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Burundi: Gesteigerte Ernährungssicherheit

Im ostafrikanischen Burundi setzt sich ADRA dafür ein, dass die Ernährung der Menschen am Kibira-Nationalpark das ganze Jahr über gesichert ist. Mit dem Klimawandel verbundene Erosion und Überschwemmungen haben die landwirtschaftlichen Möglichkeiten dort wesentlich eingeschränkt. Drei Bauern berichten, wie sie sich durch das Projekt nachhaltig und dauerhaft versorgen können.  

Die Region am Rande des Kibira-Nationalparks in Burundi ist eine der Regionen der Welt, die vermehrt vom Klimawandel betroffen ist. Ungewöhnlich lange Trockenperioden im Wechsel mit heftigen Regenfällen führen zu Erosion und Überschwemmungen. Dies schränkt die landwirtschaftlichen Möglichkeiten stark ein, Lebensgrundlagen werden zerstört und der knapp bemessene Boden wird landwirtschaftlich übernutzt. Seit mehr als zweieinhalb Jahren verfolgt ADRA das Ziel, die Ernährungssicherheit von Betroffenen rund um den Park zu steigern. Was konnte dabei bislang erreicht werden? ADRA hat drei Bauern in der Region befragt.

Ich baue Karotten, Rüben, Kohlköpfe, Amarant, Kürbisse, japanische Pflaumen und Maracuja mit den Techniken an, die ich im Rahmen des Projektes gelernt habe. Mit dem Ertrag der Ernten kann ich die Schulgebühren der Kinder bezahlen und meinen täglichen Bedarf decken. Ich habe auch gerade zwei Kühe gekauft und 143 veredelte Avocadosetzlinge gepflanzt.“ Maurice Kavamahanga, Vater von zehn Kindern

Früher konnte ich weder lesen noch schreiben. Zuletzt wollte meine Genossenschaft ein Feld für den Anbau von Kohl mieten. Ich verlangte, dass unsere Absprachen schriftlich niedergelegt werden – ich konnte die Vereinbarung nun selbst verfassen, denn ich habe im Rahmen des Projektes lesen und schreiben gelernt. Nach ein paar Tagen sagte der Eigentümer, dass er einen Fehler gemacht habe und dass der Mietbetrag erhöht werden müsse, andernfalls würde er sein Eigentum zurücknehmen. Hätten wir die Vereinbarung nicht unterzeichnet und aufbewahrt, hätte meine Genossenschaft ihr Anrecht darauf verloren.“ Aline Mukeshimana

Vor dem Projekt haben wir nur in der Regenzeit Gemüse angebaut. So konnten wir unseren Nahrungsbedarf nicht über das ganze Jahr hinweg abdecken und mussten wildwachsende Früchte und Gemüse aus dem Wald von Kibira sammeln – das hatte Folgen für die Umwelt. Nun wurden wir bei der Einführung einer neuen Technik unterstützt: der Tröpfchenbewässerung. Jetzt haben wir das ganze Jahr über unser Gemüse.“ Créscence Ntakobatagize

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ADRA erhöht die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln in Madagaskar

Die Grundversorgung der kleinbäuerlichen Familien in Madagaskar ist vom Ernteerfolg abhängig. Die Dürre der letzten Jahre, die durch El Nino verstärkt wurde, beeinträchtigen den Ernährungszustand vor allem der Kinder sehr. ADRA setzt sich für die Verbesserung der Ernährungssituation unter besonderer Berücksichtigung von Frauen und Kindern ein.

In Farmfeldschulen werden 1.600 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern aus 80 Dörfern im Bereich Landwirtschaft und Kleintierhaltung ausgebildet. Zekinasy, Mutter von acht Kindern, ist eine von ihnen. Vor einigen Jahren konnte die 40-jährige mit ihrem arbeitslosen Mann kaum die Familie versorgen. Seit einem Jahr besucht Zekinasy die Farmfeldschule und startete mit zwei Karottenbeeten. Sie konnte mit den erlernten Techniken eine gute Ernte erzielen und bewirtschaftet inzwischen fünf Karottenbeete und sechs gemischte Gemüsebeete. „Ich bin dankbar, dass ich meine Familie gesund ernähren kann. Mit dem Gewinn konnte ich in eine Hühnerzucht investieren. Das Leben meiner Familie hat sich durch ADRA verbessert!“ Das gemeinsame Planen und Arbeiten fördert den sozialen Zusammenhalt und die Vernetzung zwischen den Dörfern und zwischen den Geschlechtern. Der Transport der Ernte zu den Märkten ist im Ampanihy Distrikt im Südwesten des Landes aufgrund schlechter Straßen weit und teuer. Um die Ernte lagern zu können, bis der Markt einen besseren Preis bietet, werden fünf Getreidespeicher gebaut. Dieses Projekt stärkt die Selbsthilfekräfte der Bevölkerung vor klimabedingten Katastrophen und fördert ein vielfältigeres Nahrungsmittelangebot auf den Märkten.

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Hungersnot in Afrika: Millionen Menschen brauchen dringend Hilfe

Kinder sind besonders von der Hungersnot betroffen.
In weiten Teilen Afrikas herrscht extreme Trockenheit und Dürre. Das Bündnis „Aktion Deutschland Hilft“, dem ADRA angehört, warnt vor einer schweren humanitären Katastrophe. 15 Millionen Menschen sind akut vom Hungertod bedroht, wenn sie keine Hilfe erhalten.

Besonders betroffen sind der Südosten Äthiopiens, der Nordosten Kenias, der Südsudan und Somalia, ein Gebiet mit über 15 Millionen Einwohnern. Die UN schätzt die Zahl der Menschen die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind allein in Somalia auf bereits 6,2 Millionen. Das sind über 50 Prozent der Gesamtbevölkerung. In Nordkenia, an der Grenze zu Äthiopien, sind 70 Prozent der Brunnen und Wasserquellen versiegt. Die Regierung Kenias hat den Katastrophenzustand ausgerufen. Schon das dritte Jahr in Folge sind die Regenzeiten besonders in Ostafrika zu gering ausgefallen oder vollständig ausgeblieben. Ohne Aussaat keine Ernten, ohne Weideflächen keine Viehhaltung. Die Auswirkungen sind dramatisch. Nach Schätzungen von UNICEF sind schon jetzt in Somalia 360.000 Kinder lebensbedrohlich unterernährt. Die Dürre trifft Länder, in denen die Menschen ohnehin unter Armut und Nahrungsunsicherheiten leiden. Die Gründe für Hunger und Unterernährung sind neben kriegerischen Auseinandersetzungen vor allem der Klimawandel. Er verschlimmert die Lage in Ostafrika und führt immer wieder zu Versorgungskrisen. In den letzten Jahren sind die Abstände zwischen den Dürren immer kürzer geworden. Dazu kommen die Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño mit Starkregen und Erdrutschen, weil der ausgelaugte Boden das Wasser nicht mehr aufnehmen kann.

ADRA hilft der Bevölkerung in Kenia, Äthiopien, Somalia und im Südsudan

Hilfsorganisationen haben in der Vergangenheit einige Verbesserungen erzielt. ADRA unterstützt die Bevölkerung in der Afar-Region Äthiopiens, im Osten Kenias, im Südwesten Somalias und im Südsudan wirksam und erhöht ihre Widerstandfähigkeit gegen den Klimawandel. Pflanzungen von Bäumen und Büschen verbessern die Bodensituation. Dürren und starken Regenfällen kann so standgehalten und das Wasser besser aufgenommen und gespeichert werden. Wasserrückhaltebecken und kleine Teiche sammeln Regenwasser und Deiche schützen die Felder vor Überflutungen. Klimaresistentes Saatgut sichert die Ernährung der Familien und steigert deren Produktivität. ADRA stärkt die lokale Katastrophenvorsorge mit der Einführung von Frühwarnsystemen und Notfallplänen. Schulungen und Trainings befähigen die Bevölkerung, in Krisensituationen schnell reagieren zu können. Ziel von ADRA ist es, die Menschen in Ostafrika besser gegen wiederkehrende Wetterextreme zu wappnen und ihnen Perspektiven für die Zukunft zu geben.

Um den Menschen in dieser akuten Hungerkatastrophe helfen zu können, bittet ADRA Deutschland e.V. dringend um Spenden unter dem Stichwort „Hungersnot“.

Spendenkonto:
IBAN DE87 660 205 00000 770 4000
BIC BFS WDE 33 KRL

oder über das Online-Spendenformular.

ADRA BEKÄMPFT MANGELERNÄHRUNG IM LÄNDLICHEN KAMBODSCHA

Kambodscha zählt zu den ärmsten Ländern Südasiens. Für 80 Prozent der Bevölkerung bildet Landwirtschaft die Lebensgrundlage. Inflation und extreme klimatische Bedingungen belasten jedoch die Lebensmittelressourcen und damit auch die Gesundheit der Menschen. ADRA hilft, die Ernährungssituation zu verbessern und schafft Zugang zu sauberem Wasser.

Besonders die Bewohner des ländlichen Kambodschas sind von Mangelernährung und damit verbundenen Gesundheitsrisiken betroffen. Nicht nur die klimatischen Bedingungen stellen die Menschen vor Herausforderungen. Geringes Bildungsniveau und mangelndes Wissen rund um eine ausgewogene Ernährung sorgen dafür, dass landesweit vor allem die Mangelernährung von Kindern ein weit verbreitetes Problem ist. Weil nur wenige Erwachsene über eine abgeschlossene Grundschulausbildung verfügen, hat dies hohe Raten von Analphabetismus zur Folge, sodass die Kenntnisse über richtige Ernährung und  fortschrittliche landwirtschaftliche Methoden weiterhin beschränkt sind und die Menschen keinen Ausweg aus ihrer Armut und Chancenlosigkeit haben. Reis ist das Grundnahrungsmittel und das Essen von Fleisch oder Gemüse wird für die Gesundheit nicht als wichtig betrachtet. Mangelnde Lese- und Schreibkenntnisse schränken den Zugang der schlecht ausgebildeten Bauern zu modernen landwirtschaftlichen Techniken und zu gesundheitsfördernden Ernährungsinformationen ein. Immer wieder aufkommende Trockenperioden und Überflutungen gefährden ihre ohnehin kleine Ernte.

BEWUSSTSEIN SCHÄRFEN

In 33 Dörfern des Trapeang Prasat Distrikts im Norden des Landes hilft ADRA den Menschen, die Ernährungssituation nachhaltig zu verbessern. Besondere Aufmerksamkeit gilt Kindern, die unter Mangelernährung leiden, sowie ihren Familien. In Schulungen und Gesprächen werden die Bewohner der Dörfer für wichtige Themen wie beispielsweise Mutter-Kind-Ernährung sensibilisiert. Dabei werden gemeinsam die Grundursachen und Einflüsse auf Mangelernährung geklärt und Optionen für Verhaltensänderungen erarbeitet. Hierzu zählen auch Schulungen und Bewusstseinserweiterungen zu Themen wie Mangelernährung bei Kindern und Erwachsenen, Stillen, altersgemäße Nahrung, sowie Anbau, Beschaffung und Zubereitung von geeigneten Nahrungsmitteln. In den Reflektionsgesprächen werden Wachstumskontrollen durchgeführt, um mangelernährte Kinder zu ermitteln. Regelmäßige Koch- und Fütterungstreffen sollen behutsam das Ernährungsverhalten der Menschen verbessern. Zusätzlich werden die Bewohner darin ausgebildet, die Produktion von proteinhaltigen Lebensmitteln, etwa Tofu, Sojamilch und gerösteten Erdnüssen einzuführen.

VERBESSERTE ANBAUMETHODEN

Um das Krankheitsrisiko der mangelernährten Kinder zu reduzieren und den Zugang zu sauberem Wasser zu fördern, werden die Familien mit Wasserfiltersystemen versorgt. Zusätzlich unterstützt ADRA die Bauern beim Anbau von Gemüsegärten und vermittelt ihnen Kenntnisse für eine gute Ernte. Darunter fällt die Verbesserung der Land- und Bodenqualität, effizientes Kompostieren sowie der Umgang mit Insekten und weitverbreitetem Krankheitsbefall.

Das Projekt von ADRA kommt 2.800 Haushalten, darunter 3.700 Kinder unter fünf Jahren, zugute.

Projektlaufzeit: 01.05.16 – 30.04.20

Dieses Projekt wird gefördert durch 

Hilfe für Binnenvertriebene und Gastkommunen im Südsudan

Der Bundesstaat Upper Nile steht seit Beginn des Bürgerkrieges im Dezember 2013 im Zentrum der humanitären Hilfe. In die Bezirke Nasir und Ulang entlang des Sobat Flusskorridors sind viele Menschen geflohen und haben sich dort angesiedelt. Doch die chronische Ernährungsunsicherheit ist eine Herausforderung für die Binnenflüchtlinge und Gastkommunen. ADRA fördert die Ernährungssicherheit durch Verteilung von Spezialnahrung, verbesserte Anbaumethoden und durch das Anlegen von Saatgutbanken.

UNSICHERE ERNÄHRUNGS- UND EXISTENZGRUNDLAGE

Aufgrund des andauernden Konflikts mussten viele Menschen innerhalb Südsudans flüchten und sind gezwungen, sich in sogenannten „safe cattle camps“  und den aufnehmenden Gemeinden entlang des Sobat Flusskorridors in den Bezirken Nasir und Ulang im Bundesstaat Upper Nile aufzuhalten. Ein „safe cattle camp“ ist ein Ort, an dem Nutztiere während der Trockenzeit oder bei Überflutungen untergebracht werden. Da während des anhaltenden militärischen Konflikts fast die gesamten arbeitsfähigen Männer rekrutiert werden, sendet man Frauen, Kinder, ältere und schwache Menschen zu den Viehherden. Dort sind sie in Sicherheit, allerdings stellt die Ernährung hier ein großes Problem dar. Die anhaltende Krise hat negative Auswirkungen auf eine kontinuierliche Getreideproduktion und führt zu einer chronischen Unterversorgung mit Nahrungsmitteln. Zudem sind die Menschen von Ernteverlusten durch saisonal bedingte Überflutungen und Dürreperioden bedroht. Dadurch kommt es immer wieder zu Vertreibungen, beschränktem Zugang zu humanitärer Hilfe und dem Verlust von Hab und Gut.

VERBESSERTE ANBAUMETHODEN UND SAATGUTBANKEN

ADRA verfolgt im Südsudan das Ziel, die Ernährungssicherheit für 10.000 Haushalte durch nachhaltige Landwirtschaft wiederherzustellen. Hierzu werden Produktionsmittel für besonders benachteiligte Bevölkerungsgruppen bereitgestellt, die aufgrund des Krieges verlorengegangen sind. Außerdem wird Wissen zu verbesserten Anbaumethoden, nachhaltiger Getreideproduktion sowie Vieh- und Fischwirtschaft vermittelt. Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist der Aufbau von Saatgutbanken. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass ausreichend Saatgut der wichtigsten Kulturarten und einheimischen Getreidesorten erhalten bleibt und den Bauern für die nächste Aussaat zur Verfügung steht. Zudem wird mit dem Anlegen von Saatgutbanken das Bewusstsein für die Bedeutung einheimischer Kulturpflanzen gestärkt, die Saatgutvielfalt bleibt erhalten und gleichzeitig wird einer Abhängigkeit von Hybridsaatgut entgegengewirkt.

Mit diesen Maßnahmen wird die chronische Nahrungsmittelunsicherheit und Mangelernährung reduziert und langfristig können die Menschen nicht nur ihren Eigenbedarf aus der Landwirtschaft decken, sondern sich durch den Verkauf von Überschüssen auf lokalen Märkten eine zusätzliche Einnahmequelle schaffen.

 

Projektlaufzeit: 01.11.15 – 30.09.18

Dieses Projekt wird gefördert durch