Straßenaktionen in Kenia machen gegen Geburtsfisteln mobil

Jährlich finden in Kenia anlässlich des Welttages zur Beendigung von Geburtsfisteln im Mai verschiedene Aktionen statt, um auf das tabuisierte Thema mit seinen Ursachen und Komplikationen aufmerksam zu machen. Für ADRA ist dieses Jahr Evelyn Brenda in Eldoret und Kisii unterwegs und aktiv an den Aktionen beteiligt. Sie enden am 5. Juni.

Evelyn Brenda in Eldoret (erste von links)

Nach einer langen Trockenperiode leiden viele ostafrikanische Länder unter heftigen Regenfällen und Überschwemmungen. Der traditionelle Fistula-Marathon, der von Dr. Mabeya und weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Gynocare Women’s and Fistula Hospitals in Eldoret ausgerichtet wird, fällt dieses Jahr buchstäblich ins Wasser. „Dieses Jahr führen wir dafür Müllsäuberungsaktionen durch und verteilen Informationsbroschüren über das Gynocare Women´s and Fistula Hospital,“ berichtet Evelyn Brenda aus Eldoret. Sinn und Ziel der Aktionen sind die Verbreitung von Informationen über Themen wie Genitalverstümmelung und Geburtsfisteln. Betroffenen Frauen soll eine Stimme gegeben werden und über Komplikationen und Behandlungsmöglichkeiten informiert werden. Diese Aufklärungskampagnen sind wichtig, um langfristig eine Veränderung in den Gesellschaften zu bewirken. Rund 50 Mitarbeiter und ehemalige Patientinnen der Klinik nehmen an der Müllsäuberungsaktion teil und bieten Hilfestellungen für betroffene Mädchen und Frauen an.

Klinikpartnerschaften zugunsten von Frauen mit Geburtsfisteln

Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen ist in Kenia nach wie vor weit verbreitet. Aufgrund dieser Genitalverstümmelungen, aber auch fehlender ärztlicher Versorgung kann es bei der Geburt zu Komplikationen bis hin zum Geburtsstillstand kommen – und sogenannten Geburtsfisteln. In Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Waldfriede und den Partnerkliniken in Kisii und Eldoret sorgt ADRA für eine bessere medizinische Behandlung.

Geburtsfisteln sind bei vielen Frauen in Kenia ein schwerwiegendes gesundheitliches Problem. Sie entstehen durch Geburtsstillstand aufgrund schlechter medizinischer Bedingungen oder Genitalverstümmelung. Die Frauen müssen mit den gesundheitlichen und seelischen Folgen leben, zu denen Infektionen, Inkontinenz, schlechter Geruch, Depressionen, Schmerzen und Ausschluss aus der Gesellschaft gehören. In Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Waldfriede und den Partnerkliniken in Kisii und Eldoret hat ADRA ein Gesundheitsprojekt ins Leben gerufen, das von Geburtsfisteln betroffenen Frauen eine medizinische Behandlung durch rekonstruktive Chirurgie bietet. Dabei ermöglichen die Klinikpartnerschaften den Wissenstransfer und damit die Verbesserung der medizinischen Kapazitäten in Kenia. Das führt langfristig zu einer Professionalisierung der medizinischen Versorgung von Frauen in der Region und hilft, Geburtsfisteln zu vermeiden.

Projektlaufzeit: 01.07.2017 – 31.10.2018

Dieses Projekt wird gefördert durch