ADRA stärkt die Menschen in Somalia im Umgang mit Wetterextremen

Die Republik Somalia ist einer der ärmsten und fragilsten Staaten der Welt. Ostafrika leidet derzeit unter einer lebensbedrohlichen Dürre. Die Folgen der Wetterextreme der letzten Jahre vergrößert die Armut und schwächt die Widerstandsfähigkeit der Menschen. ADRA baut die Katastrophenvorsorge im Südwesten Somalias aus.

Das Land am Horn von Afrika hat die längste Küstenlinie zum Indischen Ozean und die größten Territorialgewässer des Kontinents. Hier herrscht ein heißes und trockenes Monsunklima mit zwei Trocken- und zwei Regenzeiten. Somalia ist von Wetterextremen geplagt. Nach der letzten großen Dürre 2011 verursachte das Wetterphänomen El Niño 2015 starke Niederschläge. Doch die ausgelaugten Böden können das Wasser nicht aufnehmen, Überflutungen und Erdrutsche sind die Folge. Regelmäßig folgt auf El Niño das Wetterphänomen La Niña und bringt wieder Dürre. In einem La Niña kühlt die Oberfläche im zentralen und östlichen Pazifik ab. Während der Regen über Indonesien, die Philippinen und Australien zieht, gibt es in Ostafrika kaum Niederschlag. Die Abstände der Wetterextreme werden immer kürzer, die Dürrezeiten immer länger.
In Somalia ist die Ernährungssituation ernst, eine Hungerkatastrophe droht. Aufgrund der Wasserknappheit sind die Felder nicht zu bewässern, Ernten fallen aus und Weideland für das Vieh ist vertrocknet. Die Betroffenen müssen bis fünfmal längere Strecken zu den Brunnen und anderen Wasserquellen zurücklegen. Als Folge der Wetterextreme wurden die Armut vergrößert und die Widerstandskräfte der Menschen stark geschwächt.

Katastrophenvorsorge für wetterbedingte Krisen

ADRA führt im Südwesten Somalias Maßnahmen durch, um die Bevölkerung widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen und auf zukünftige lebensbedrohliche Naturkatastrophen vorzubereiten. Die Entwicklung und Einführung von Frühwarnsystemen ermöglicht ein schnelles Handeln. Hierbei wird vor allem die Bevölkerung der lokalen Gemeinden und Dörfer einbezogen. Sie bilden Frühwarnkomitees, die mit den regionalen Katastrophenschutzbehörden in engem Kontakt stehen. Die Komitees entwickeln Indikatoren, um bei schnell einsetzenden Katastrophen wie Überschwemmungen und Konflikten sowie für langsam beginnenden Krisen wie Dürren und Hungersnöte entsprechend reagieren zu können. Dabei erheben die Gemeinden beispielsweise Wetterdaten und übermitteln sie per Handy den Behörden. In Schulungen und Trainings entwickeln sie eigene Bewältigungsstrategien, die für ihre Region zugeschnitten sind. Die Frühwarnkomitees werden sensibilisiert, wann die Krise ihre eigenen Ressourcen übersteigt und externe Hilfe notwendig wird. Mitarbeiter der staatlichen Behörden erhalten Trainings in der Erhebung und Analyse von Klimadaten. So wird darauf hingearbeitet, dass die somalische Regierung künftig eigene Frühwarnsysteme betreiben und Katastrophenschutz leisten kann. Dadurch wird langfristig die Abhängigkeit von humanitärer Hilfe verringert. Insgesamt 120.000 Menschen profitieren von diesem Projekt, welches das Risiko der Folgen von Naturkatastrophen reduziert.

 

Projektlaufzeit: 01.11.16 – 31.10.17

Das Projekt wird gefördert durch

ADRA stärkt die Bevölkerung im Osten Kenias gegen den Klimawandel

Durch chronische Unter- und Mangelernährung sind Kinder in ihrem Wachstum und ihrer Entwicklung verzögert. Fast die Hälfte aller Todesfälle bei den unter Fünfjährigen ist auf Mangelernährung zurückzuführen. Der Grundstein der Ernährungssicherung ist eine qualitativ gute und ausreichende landwirtschaftliche Nahrungsmittelproduktion. Die meisten Familien im Osten Kenias leben von der Landwirtschaft. Steigende Temperaturen, lange Dürrezeiten und veränderte Regenzeiten sind jedoch ein Risiko für die Ernten. Die Ernährungssituation bleibt deshalb unsicher. Da in Kenia 45 Prozent der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze leben (Weltbank 2015), ist der Zukauf von Nahrungsmitteln nicht oder nur begrenzt möglich.

Klimaveränderungen führen zu Hunger und Armut

Durch den Klimawandel werden die Jahresmitteltemperaturen auf allen Kontinenten im Laufe des 21. Jahrhunderts weiter ansteigen. Mit unterschiedlichen Konsequenzen. Für die Menschen in Kenia wird es zunehmend schwieriger, Wasser zum Trinken, für das Vieh und für die Bewässerung der Felder zu finden. Wasserholen gehört in den ländlichen Gebieten zu den Aufgaben der Frauen und Mädchen. Oftmals müssen sie mehrere Kilometer zu Fuß zurücklegen, um zur nächsten Wasserstelle zu gelangen. Die Steigerung der Produktivität der kleinbäuerlichen Familienbetriebe sind der Schlüssel gegen Hunger und Armut. Die Landwirtschaft, die fast ausschließlich zur Subsistenzwirtschaft dient, ist stark vom Klima abhängig. Veränderte klimatische Bedingungen mit Wasser- und Temperaturunregelmäßigkeiten wirken sich direkt auf die Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen und die Menge und Qualität der landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus. Aber auch auf den Gesundheitszustand der Nutztiere und auf die Fruchtbarkeit der Weidegebiete. Abholzung und der Verkauf von Holzkohle als Geldeinnahmequelle führen dazu, dass die natürliche Vegetation immer mehr verschwindet und die Böden auslaugen und erodieren.

ADRA fördert die Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaveränderungen

In Kitui County im Bezirk Mwingi Zentral im Osten Kenias führt ADRA ein Projekt zur Stärkung der Resilienz und Anpassung an den Klimawandel durch. Die Maßnahmen unterstützen 4.300 kleinbäuerliche Haushalte, um die Ernährungssituation zu verbessern. Mithilfe nachhaltiger Produktion von Nahrungsmitteln soll die Einkommenssituation der Familien erhöht werden. Der Bau von Sanddämmen und die Errichtung von Bewässerungsanlagen stellen den Zugang zu Wasser sicher. Gemeinschaftliche Obstbaumschulen und Gemüsegärten erweitern die Nahrungsmittelvielfalt. Wiederaufforstungen wirken den Bodenerosionen entgegen und das Ökosystem wird wiederhergestellt. ADRA stellt Saatgut und Baumsetzlinge zur Verfügung und errichtet ein Fortbildungszentrum für nachhaltige Landwirtschaft. Ziel ist es, die Ernährung und Lebenssituation der Bevölkerung zu verbessern und gleichzeitig das Ökosystem zu rehabilitieren und zu schützen. Das Projekt trägt dazu bei, die Bevölkerung zu befähigen, trotz des Klimawandels wieder selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen zu können.

Projektlaufzeit: 01.10.16 – 30.09.19

Dieses Projekt wird gefördert durch: 

Widerstand gegen die Dürre – ADRA unterstützt Menschen in Äthiopien

Die Mehrheit der Bevölkerung in der Region Afar in Äthiopien lebt unterhalb der Armutsgrenze. Die Gegend gehört klimatisch zu einem der weltweit heißesten Gebiete und ist durch geringen Niederschlag, karges Ackerland und beschränkten Zugang zu Wasser gekennzeichnet. Viele Menschen leben von der Viehhaltung. Weil chronische Dürren die Lebensgrundlage der Bewohner bedrohen, stärkt ADRA ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber klimabedingter Ernährungsunsicherheit.

Viele Bewohner im genannten Gebiet sind Hirtennomaden und verdienen ihren Lebensunterhalt mit Viehhaltung. Die Tierbestände stellen für den Großteil der Hirtennomaden unerlässliche Nahrungs- und Einkommensquellen dar. Die Gesundheit der Tiere spielt für die wirtschaftliche Stabilität der Bevölkerung eine wichtige Rolle. In den vergangen Jahren wurden die Dürren in der Region immer drastischer – Wasserknappheit, Ernteausfälle, schwindende Weideressourcen und schrumpfender Viehbestand sind die Folgen. Vor allem ziehen die ausgedehnten Trockenperioden in Kombination mit vorhandenen und neu entstehenden Viehseuchen weitere Krankheits- und Todesfälle bei Tieren nach sich. Die Weide- und Wasserknappheit wirkt sich negativ auf die Nahrungsmittelversorgung und die Gesundheit der Menschen aus. Häufig müssen sie Hungerperioden durchleiden.

Widerstandskraft stärken

ADRA stärkt die Widerstandskraft der Betroffenen gegenüber klimabedingter Nahrungsmittelknappheit. Mit Hilfe von Kleinbewässerungsanlagen, verbesserten landwirtschaftlichen Techniken und der Nutzung anderer Futtersorten wird die Produktion in der Landwirtschaft und Viehhaltung gesteigert. Verödetes Weideland wird durch das Einsäen verbesserter Saatgutsorten wieder nutzbar gemacht. Durch das Anlegen von Obst- und Gemüsegärten und die anschließende Ernte wird die Ernährung der Menschen abwechslungsreicher. ADRA verbessert darüber hinaus den Zugang zu Veterinärdiensten, sodass Tierkrankheiten reduziert werden und der Bestand gesichert wird. Wasserentnahmestellen und Wasserspeicher wirken der Wasserknappheit entgegen.

Katastrophenvorsorge fördern

Um die Bewohner für die Zukunft zu wappnen, stärkt ADRA die lokale Katastrophenvorsorge in Form von Schulungen, der Errichtung von Frühwarnsystemen und Notfallplänen sowie durch die Aufstockung der Viehbestände. Die herrschende Jugendarbeitslosigkeit bekämpft ADRA durch Schulungen im Bereich Kleinstunternehmertum. Bei Gründung von Kleinunternehmen werden Businesspläne erarbeitet, Startkapital bereitgestellt und Kredit- und Vertriebsgenossenschaften gestärkt. So können sich die Menschen weitere Einkommensmöglichkeiten schaffen.

Projektlaufzeit: 01.10.16 – 31.12.21

Dieses Projekt wird gefördert durch 

Themenwoche im ZDF: Jedes Kamel kennt ADRA

Frank Brenda
Frank Brenda
Das pazifische Klimaphänomen El Niño hat die Dürre zurück nach Afrika gebracht. In dieser Woche berichtet das ZDF vom ZDFmorgenmagazin über das mittagsmagazin bis zu heute und heute-journal über die Folgen der anhaltenden Trockenheit. Beleuchtet werden erste Maßnahmen verschiedener Organisationen. Für ADRA spricht Frank Brenda.

Im Rahmen dieser ZDF-Themenwoche beschreibt Frank Brenda, Abteilungsleiter der Nothilfe von ADRA Deutschland, wie in Somalia die Auswirkungen des Klimaphänomens gelindert werden können. „Jedes Kamel kennt ADRA, lautete ein Gerücht, das man sich in Somalia erzählte”, sagt Brenda, der sieben Jahre lang in Somalia lebte und arbeitete. „Die zahlreichen Brunnen wurden mit dem Namen der Organisation versehen. So steuerten die Nomaden des Landes mit ihren Tieren von Wasserstelle zu Wasserstelle, von ADRA zu ADRA.”

Hilfe gegen den Hunger in Simbabwe

Laut den Vereinten Nationen zählt der El Niño 2015/2016 zu den drei extremsten seit 1950. Simbabwe leidet bereits das zweite Jahr in Folge unter großer Dürre, die vom Wetterphänomen El Niño verursacht wird. Drei Millionen Menschen sind von der aktuellen Dürre betroffen. Rund achtzig Prozent der Ernte bleiben aus, was die ohnehin schlechte Ernährungssituation der Bewohner Simbabwes noch verschlimmert, denn in Simbabwe leidet bereits jedes dritte Kind unter fünf Jahren an chronischer Mangelernährung. Vielen Kleinbauern fehlt es an Wissen, um effektivere und klimaangepasste Anbaumethoden anzuwenden. Wegen des ausbleibenden Regens herrscht zudem auch Wassermangel. Die Menschen sind deshalb gezwungem, aus unsicheren Wasserquellen zu trinken – das erhöht das Risiko für den Ausbruch von Krankheiten und Seuchen.

Klimaresistenter Anbau

Die Distrikte Gokwe North und Mbire gehören zu den am stärksten von der Nahrungsmittelknappheit betroffenen Regionen des Landes. Aufgrund dessen verteilt ADRA Nahrungsmittel an Kinder und schwangere sowie stillende Frauen der Distrikte. Langfristig werden besonders die Kleinbauern in die Lage versetzt, ihre eignen Lebensmittel nachhaltig zu produzieren. Hierfür vergibt ADRA Saatgut sowie Düngemittel und informiert die Menschen über klimaresistente und nachhaltige Anbaumethoden. Dabei wird beachtet, zukünftig verstärkt Sorten zu säen, die extremer Trockenheit standhalten.

Bessere Hygiene schützt vor Krankheiten

Um der Verbreitung von Krankheiten vorzubeugen, leistet ADRA Aufklärungsarbeit rund um das Thema Hygiene. Dies geschieht beispielsweise in Form von kleinen Theateraufführungen, Kampagnen, dem Aushang von Plakaten und der Verbreitung von Informationen bei Dorfversammlungen. Durch kleinere Bohrungen, die den Zugang zum vorhandenen Grundwasser freilegen, verschafft ADRA den Menschen Trinkwasserquellen.

Das Projekt kommt rund 12.300 Menschen zugute und macht sie widerstandsfähiger gegen Klimaschwankungen.

Projektlaufzeit: 01.06.16 – 31.05.17

Dieses Projekt wird gefördert durch: