Ein Jahr Hunger in Afrika und im Jemen

Derzeit jährt sich die Hungerkatastrophe in Afrika und im Jemen – ein Ende ist nicht in Sicht! Viele Spenden haben dazu beigetragen, dass ADRA Frauen, Männern und Kindern in der Hungerkrise helfen konnte, dafür danken wir allen Spendern ganz herzlich! In einigen Regionen der Hungerkrise gibt es Verbesserungen, in anderen Teilen Afrikas breitet sich der Hunger weiter aus.

„Die Hilfe von ADRA veränderte mein Leben zum Guten! Ich habe in der Ausbildung vieles gelernt, meine Rinder sind jetzt gesund und geben mehr Milch. Dadurch kann ich meine Kinder besser ernähren und kann sogar einige Liter Milch verkaufen“, erzählt Sarah Nyeboup Galluk aus dem Südsudan. Und Zerfu Neri aus Äthiopien berichtet: „Die Schulungen von ADRA haben mir geholfen, mehr Gemüse zu ernten. Meine Kinder und ich haben jetzt drei Mahlzeiten am Tag. Die Gesundheit meiner Familie ist durch die vielfaltige Ernährung verbessert.“

Etwa 37 Millionen Menschen in Afrika sind aktuell vom Hunger bedroht, längst ist nicht nur Ostafrika betroffen, auch die Tschadsee-Region, die Demokratische Republik Kongo, Teile Kameruns und Ugandas leiden darunter. Besonders dramatisch ist weiterhin die Lage im Jemen. Fast 80 Prozent der 27 Millionen Jemeniten sind auf Lebensmittelhilfe angewiesen. Internationale Helfer kommen kaum noch ins Land, die Wasserversorgung und die Infrastruktur sind größtenteils zusammengebrochen. Die Zahl der Cholerakranken hat die Millionengrenze überschritten und jetzt breitet sich zusätzlich die Diphterie aus.

Doch es gibt Hoffnung! Durch die weltweite Unterstützung mit Spendengeldern konnte ADRA im letzten Jahr seine Hilfsleistungen im Jemen deutlich ausweiten. Dort arbeitet ADRA als zweitgrößte Hilfsorganisation im Land. Hunderttausende Menschen erhalten lebensnotwendige Lebensmittelunterstützung, Kinder werden mit Spezialnahrung vor dem Hungertod bewahrt, schwangere und stillende Mütter versorgt, Trinkwasser wird bereitgestellt und die allgemeine Hygienesituation verbessert. Traumatisierte Menschen erhalten psychosoziale Unterstützung und vieles mehr.

Durch die Spenden aus Deutschland und mit Zuwendungen des Auswärtigen Amtes kann ADRA zehntausende Menschen medizinisch versorgen. In vielen Regionen bieten die von ADRA unterstützten Krankenhäuser und Gesundheitsstationen die einzige medizinische Hilfe. Es bleibt viel zu tun!

>> Sie können die Hilfsleistungen von ADRA in Afrika und im Jemen unterstützen – unter dem Stichwort „Hungersnot“ auf dem >Online-Spendenformular.

ADRA unterstützt in der anhaltenden Dürre in Somalia

Eine erneute Dürreperiode hat die kritische Situation in Somalia noch verschärft: Hunger und Unterernährung bedrohen die Menschen. Auch Krankheiten wie Cholera und Masern grassieren. ADRA unterstützt die Bevölkerung mit Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Hygienemaßnahmen.

Die anhaltende Dürre in Somalia hat hunderttausende Menschen dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und in anderen Regionen Somalias oder im benachbarten Äthiopien Zuflucht zu suchen. Im vergangenen Jahr hat sich die Lage erneut verschärft: Die Regenzeit zwischen März und Mai war deutlich trockener als gewöhnlich. In ganz Somalia ist rund ein Drittel weniger Regen heruntergegangen, in den besonders betroffenen Gebieten sogar nur die Hälfte der üblichen Menge. Die Folgen für die Bevölkerung sind dramatisch, da die Nahrungsmittel schon bisher knapp waren. Die Bedrohung durch Hunger und Unterernährung steigt nochmals enorm. In der Bay-Region wird davon ausgegangen, dass die Ernte komplett ausfällt und das Vieh die Dürre nicht überlebt.
Und auch das vorhandene Wasser birgt Gefahren: Durch Verunreinigung können sich Krankheiten ausbreiten. So wurden zum Beispiel bis Mitte des Jahres 2017 rund 51.000 Cholerafälle registriert.

Trinkwasserverteilung und Erweiterung von Brunnen

Um die Menschen in Somalia gegen diese vielfältigen, kritischen Bedrohungen zu stärken, ist ADRA hier in drei Bereichen tätig: in der Versorgung mit Trinkwasser, der Sicherstellung der Ernährung sowie der Verbesserung von Hygieneversorgung und -praktiken.
In den besonders trockenen Monaten zwischen Juli und September wurden rund 10.800 Menschen mittels Gutscheinen täglich mit Trinkwasser versorgt. Ein öffentlicher Brunnen wurde erweitert und mit einem Leitungssystem ausgerüstet, mit dessen Hilfe drei weitere Siedlungen dauerhaft versorgt werden können. Darüber hinaus wurden zehn Brunnen gereinigt, gewartet und Gesundheitsstationen mit Chlor versorgt, damit diese ihr Wasser behandeln können.

Schulungen und Materialien für eine bessere Hygienesituation

Verbesserte Hygienemaßnahmen helfen dabei, die Ausbreitung von Krankheiten wie Cholera und Masern effektiv zu bekämpfen. Aus diesem Grund bildet ADRA 50 Hygienepromoter aus, die gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung Arbeitspläne zum Thema Hygiene ausarbeiten. Diese beinhalten beispielsweise Besuche bei Familien, um wichtiges Wissen zur sicheren Lagerung und Behandlung von Trinkwasser sowie zur Abfallentsorgung weiterzugeben. Durch Radiospots und unterstützendes Informationsmaterial erreicht dieses Thema eine noch größere Anzahl an Haushalten. Hygiene-Sets für Privathaushalte und speziell für Frauen helfen dabei, die gelernten Hygienemaßnahmen umzusetzen.

Lebensmittelversorgung für tausend Haushalte

Im Bereich Ernährung erhalten 1.000 Haushalte monatlich über einen Zeitraum von vier Monaten Gutscheine, mit denen Lebensmittel gekauft werden können. Sie werden darüber hinaus mit Gutscheinen versorgt, die keiner Einschränkung unterliegen, und mit denen eine eventuell noch größere Not als der Mangel an Nahrungsmitteln behoben werden kann.

Im Fokus: besonders bedürftige Personengruppen

Die von ADRA in diesem Projekt unterstützten Menschen sind zum größten Teil Binnenflüchtlinge. Da der humanitäre Bedarf sehr viel größer ist als die zur Verfügung stehenden Mittel, liegt der Fokus auf besonders bedürftigen Personen. Dies sind vor allem Haushalte, die von Frauen oder sogar Kindern geführt werden, Haushalte mit Kindern unter fünf Jahren sowie Schwangere und stillende Mütter.

 

Projektlaufzeit: 01.02.17 – 08.02.18.

 Das Projekt wird gefördert durch 

Erste Cholerafälle in Haiti – ADRA hilft nach Hurrikan „Matthew“

Nach dem schweren Erdbeben 2010 in Haiti leben viele Einwohner noch immer in Übergangshütten und Zelten. Sie bieten vor starken Stürmen nicht genug Schutz. Hurrikan „Matthew“ sorgte im Herbst 2016 dafür, dass sie evakuiert werden mussten und jetzt in Notunterkünften leben. Doch die Kapazitäten sind knapp. „Matthew“ zerstörte tausende Häuser, Bäume knickten um, Straßen und Felder wurden überflutet. Es fehlt an Unterkünften, Nahrungsmitteln und sauberem Trinkwasser. In den südlichen Bezirken Haitis sind ca. 80 Prozent der Brunnen, Wasser- und Sanitäranlagen beschädigt. 67 Prozent der  Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und beziehen dieses aus unsauberen Quellen und Flüssen. Durch die Überschwemmungen wurde ein Großteil der Ernten zerstört. Die Versorgung der Hilfebedürftigen mit Nahrung und medizinischer Hilfe ist schwierig, denn viele Gemeinden sind von der Unterstützung abgeschnitten. Viele Zufahrtsstraßen sind nicht passierbar. Der Mangel an sauberem Wasser und Nahrung führt zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes und gibt Anlass zur Sorge. Die Gefahr der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten wie Cholera wächst. Die Erkrankung kann schnell lebensbedrohlich werden, da der Körper viel Flüssigkeit und Mineralstoffe verliert und schnell austrocknet. Das wichtigste, um einen Ausbreitung der Cholera zu verhindern, ist die Versorgung der Bewohner mit sauberem Trinkwasser und die Verbesserung der Abwasserentsorgung.

Ban Ki Moon appelliert an helfende Hände

„Die derzeitige Situation, die derzeitige Katastrophe, die „Matthew“ in diesem Land verursacht hat, ist unbeschreiblich“, so Ban. Der UNO-Generalsekretär traf Mitte Oktober in Haiti zur Visite ein. „Ich fordere alle mit Haiti befreundeten Länder auf, die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen, die die Menschen so dringend brauchen“, sagte er in Les Cayes. Genau hier hat ADRA ein Projekt für die betroffenen Kommunen begonnen, um die Trinkwasserversorgung zu stabilisieren und hygienische Vorsorgemaßnahmen zu treffen. An 1.500 Haushalte werden Wasserfilter und Hygieneartikel verteilt. Bei dem Aufbau, der Instandhaltung und dem Management der Wasser- und Sanitäranlagen sind die Gemeinden beteiligt. Außerdem werden Hygieneausbildungen über Risiken und vorbeugenden Maßnahmen durchgeführt. Dieses Projekt sichert 9.000 Haitianern die Trinkwasser- und Sanitärversorgung.

Projektlaufzeit: 01.11.16 – 15.02.17

Dieses Projekt wird gefördert durch: 

Gesundheitsversorgung für Geflüchtete im Jemen

Jemen gilt als ärmstes Land des Mittleren Ostens, in weiten Teilen des Landes herrschen bürgerkriegsähnliche Zustände. Viele Familien fliehen aus ihren Heimatgebieten und suchen in Flüchtlingscamps Zuflucht. Eine medizinische Grundversorgung für diese Menschen ist nicht geregelt. ADRA unterstützt sie und versorgt Kinder und Mütter, die unter Mangelernährung leiden.

Die Gesundheitsversorgung im Jemen ist fatal. Vor allem Flüchtlinge und Binnenvertriebene haben oft keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Einfache Gesundheitsprobleme wie Durchfallerkrankungen oder Erkältungen können ohne die richtige Versorgung schnell zum Tod führen. Zudem verschlechtert sich durch die andauernden Versorgungsengpässe mit Lebensmitteln der gesundheitliche Zustand der Menschen in dramatischer Weise. Das führt bei Kleinkindern und Säuglingen zu irreversiblen Schäden.

Medizinische Versorgung für Geflüchtete

Bereits seit Jahren engagiert sich ADRA Deutschland im Jemen. Im Regierungsbezirk Hudaidah ist ADRA mit zwei mobilen medizinischen Einheiten aktiv. Zuvor betrieb ADRA eine ambulante Klinik im Mazraq Camp III im Regierungsbezirk Hajjah, in der Geflüchtete medizinisch versorgt wurden. Aufgrund von Luftangriffen musste das Flüchtlingscamp evakuiert werden und auch die ambulante Klinik von ADRA konnte aus Sicherheitsgründen nicht bestehen bleiben.

In Hudaidah sind die zwei mobilen Einheiten in verschiedenen Distrikten unterwegs, um mit der Hilfe von Ärzten und Pflegepersonal die medizinische Grundversorgung sicherzustellen. Eine Hebamme betreut Schwangere und Mütter. In einem separaten Therapieprogramm werden unterernährte Kinder und Frauen mit Zusatz- und Aufbaunahrung behandelt. Als präventive Maßnahme werden für die wartenden Patienten Gesundheitsschulungen mit Informationen zu Mangelernährung, Erkrankungen oder auch zum sicheren Verhalten in Konfliktgebieten (Schutz vor Landminen) durchgeführt.

Maßnahmen gegen akuten Durchfall und Cholera

In der ambulanten Klinik in Al-Marawiah wird vorübergehend eine stationäre „Diarrhea Treatment Unit“ eingerichtet und hierfür zusätzliche Einrichtung, medizinische Ausstattung, Labormaterial und Medikamente beschafft. Mit zwei zusätzlichen medizinische Teams werden rund um die Uhr schwere Fälle behandelt. Circa 15 bis 20 Patienten können pro Woche stationär behandelt werden. Darüber hinaus werden Patienten mit leichten Symptomen ambulant behandelt.

 

Projektlaufzeit: 01.09.16 – 31.08.18

Dieses Projekt wird gefördert durch