Seenotrettung: Libyen ist kein sicherer Herkunftsstaat

ADRA unterstützt die Seenotrettung von SOS MEDITERRANEE im Mittelmeer. Seit Beginn des Einsatzes im August hat die Ocean Viking fast 500 Menschen gerettet, darunter Minderjährige und schwangere Frauen. Immer wieder wird gefordert, die aus Seenot geretteten Menschen nach Libyen zu bringen. Die Zustände in dem Bürgerkriegsland sind für Geflüchtete jedoch unzumutbar.

Libyen ist ein Bürgerkriegsland. Die international anerkannte Regierung hat kaum über die Hauptstadt hinaus Einfluss, rivalisierende Gruppen kämpfen um die Macht, die Hauptstadt Tripolis steht unter Belagerung. Die WDR-Korrespondentin Anna Allemling hat die Situation im Interview mit dem Deutschlandfunk gut beschrieben: Recherchen in einem gescheiterten Staat [Audio].

Über die Lage in den Flüchtlingslagern für zehntausende Menschen berichtet Christoph Hey für Ärzte ohne Grenzen. Sein Fazit: „Die Zustände sind absolut erbärmlich“. Damit sind auch die hygienischen Zustände gemeint. Es kommt zu Fällen von Tuberkulose, Magen-Darm-Erkrankungen, Atemwegsinfektionen und Krätze. Den ganzen Bericht finden Sie hier weiterlesen.

Der Bürgerkrieg im Land macht auch vor Flüchtlingslagern nicht halt. Vor wenigen Wochen ist ein Internierungslager bombardiert worden, bei dem 60 Menschen ums Leben gekommen sind. Unter diesen Umständen kann niemand Libyen als einen sicheren Hafen bezeichnen.